Überspannungsableiter ist doppelt geerdet!

Diskutiere Überspannungsableiter ist doppelt geerdet! im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Community, ich habe mir vor ca. 1,5 Jahren von meinem Elektriker einen Überspannungsableiter (Ein Phoenix Contact VAL-MS 230 -> kein...

  1. FranzH

    FranzH

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    Hallo Community,

    ich habe mir vor ca. 1,5 Jahren von meinem Elektriker einen Überspannungsableiter (Ein Phoenix Contact VAL-MS 230 -> kein Blitzschutz!) in den Zählerkasten einbauen lassen. Er meinte damals zuerst dass es normalerweise reichen würde diesen an der Potentialausgleichsschiene im Zählerkasten zu erden. Da aber auf dem Anschlussplan (siehe Bild) offensichtlich zweimal geerdet wurde, zog er noch einen zusätzlichen Erdungsdraht direkt zum Erdungsband (im Raum nebenan am Boden)! Jetzt sieht die Situation wie folgt aus: Es ist eine Potentialausgleichschiene im Zählerkasten an der alle Verbraucher und der Überspannungsableiter hängen und die mit einem 6mm² Draht zum Erdungsband geht. Im gleichen Rohr geht der zusätzliche Erdungsdraht (auch 6mm²) zum Erdungsband. Beide Erdungsdrähte sind ca. 4m lang.
    Ich habe mich in der Zwischenzeit immer wieder gefragt was Phoenix Contact nur mit dieser doppelten Erdung bezweckt? Jetzt habe ich mich durch Zufall wieder mit diesem Thema befasst und befürchte dass der Elektriker (mittlerlerweile Rentner) den Anschlussplan falsch gedeutet hat!

    1. Kann es sein dass ich im Moment eine schädliche Schleife habe?
    2. Muss der Erdungsdraht der von der Potentialausgleichschiene zum Erdungsband geht raus, damit die Erdung "gesammelt" über den Überspannungsableiter geht?
    3. Oder ist das alles gar nicht so schlimm? Kann man bei je 4m Erdungsdraht im gleichen Rohr überhaupt von einer schädlichen Schleife sprechen?
    4. Was könnte im schlimmsten Fall passieren?
    5. Oder irre ich mich komplett und alles ist korrekt angeschlossen?

    lg.
    Franz
     
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  3. Dorsten

    Dorsten

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    Du hast deine Potentialausgleichsschiene im Zählerschrank? Eher nicht!

    Normalerweise sitz diese direkt in der Nähe des Banderders bzw. ist das Band dort direkt angeschlossen.

    Deine PE-Schiene im Zählerschrank ist nur eine Sammelschiene.

    Um welche Netzform handelt es sich bei dir denn? TT?

    Ein 6mm² erscheint mir dann aber etwas schwach. Aber OK die Anlage wurde ja auch so abgenommen.
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Liefere bitte mal die genaue Artikelbezeichnung.

    Wenn ich das richtig gesehen habe, handelt es sich um einen Überspannungsschutz der Anforderungsklasse C. Diese werden üblicherweise in Unterverteilungen eingesetzt, und damit die Überspannung nicht über die Leitung, Zählerschrank etc. abgeführt wird, ist in der Anwendungsbeschaltung noch einmal eine Verbindung direkt zur PAS (kürzester Weg) eingezeichnet.

    Gruß
    Ralf
     
  5. FranzH

    FranzH

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    Hallo,
    danke für die Antwort. Bitte entschuldige, ich bin kein Elektriker und benutze oft falsche Begriffe. Ich meinte mit "Potenzialausgleichschiene" die Sammelklemmstelle im Zählerkasten die dann schliesslich zur "echten" PAS übern Erdungsband geerdet ist.
    Netzform ist ein TN-S.


    @R.B.
    Ja es ist ein Überspannungsschutz Typ2 (KLasse C). Auf dem Bild das ich bei meinem ersten Post beigefügt habe, siehst Du den Anschlussplan den ich eingescannt habe. Auf der Beschreibung die ich noch habe steht als Bezeichnung "Phoenix Contact VAL-MS 230...".
    Mehr kann ich im Moment nicht sagen, weil ich auf der Arbeit bin.
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Wichtig wäre was danach kommt. ;)

    Also wegen der Verbindung zur PAS etc. würde ich mir jetzt keine Sorgen machen. Mich wundert eher die 6mm2.

    Gruß
    Ralf
     
  7. FranzH

    FranzH

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    aber auf der Beschreibung (siehe eingescanntes Bild) steht doch "größer-gleich" 6mm² ?
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Für den direkten Anschluß des Überspannungsableiter an die PAS. Ich dachte aber an die Anbindung der Sammelschiene im Zählerschrank, die anscheinend auch nur mit 6mm2 ausgeführt wurde.

    Gruß
    Ralf
     
  9. Julius

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    Kannst Du mal ne (halbwegs lagerichtige, aber nicht streng maßstäbliche) Lage- und Verdrahtungsskizze erstellen?
     
  10. FranzH

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    So - jetzt habe ich Zeit ;).
    Also - der Überspannungsableiter ist ein Phoenix VAL-MS 230/3+1.
    Eine provisorische Anschlussskizze habe ich beigefügt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube der N-Leiter und der Schutzleiter werden bei mir schon im Hausanschluss zusammengeführt.
    Zu dem 6mm² Erdungsdraht: Ich habe mir schon ab und an gedacht dass er nicht allzu üppig ist, aber das wurde damals (2001 glaub ich) halt so gemacht. Es wurde auch ein Protokoll erstellt, das der Anlage (laut meinem damaligen Elektriker) sehr niedrige Berührungsspannungen bescheinigt.
    Soll ich jetzt irgendwas in die Wege leiten? Ist der Überspannungsschutz jetzt so in Ordnung?
     
  11. Julius

    Julius

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    Abgesehen davon, daß ich nicht an das Vorhandensein eines TN-S-Hausanschlusses nicht glaube, sehe ich in dieser Ausführung keine Probleme.

    Mit der Berührungsspannung hat das Ganze übrigens nichts zu tun.
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Bei uns gäbe das Stress, min. 10mm2 typ. 16mm2 (je nach Querschnitt der Leitung).

    Der Rest ist OK. Wenn ich mich richtig erinnere, dann sind im VAL-MS die beiden oberen "Erdungsanschlüsse" intern sowieso gebrückt, aber das müsste ich jetzt noch einmal nachlesen.

    Warum die "Erdung" getrennt geführt wird, hatte ich oben schon geschrieben.

    Gruß
    Ralf
     
  13. Julius

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    Ja, die sind intern gebrückt.

    In #10 ist mir ein "nicht" zuviel hineingeraten.
     
  14. FranzH

    FranzH

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    Hm - dann ist meine Erdung also nicht fachgerecht ausgeführt. Das wurmt mich jetzt schon :( ! Soll ich einen 10mm² Erdungsdraht einziehen lassen?
    Was kann in meinem Fall denn im schlimmsten Fall passieren wenn der Draht zu schwach ist? Könnte so etwas auch Versicherungs-oder Strafrechtliche Folgen haben?
    Also wie gesagt: Die Anlage ist damals so abgenommen worden von einem 1-Mann Meisterbetrieb den es mittlerweile nicht mehr gibt (Rentner). Besteht Handlungsbedarf?
     
  15. R.B.

    R.B.

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    Was für Leitungen wurden wo und wie eingesetzt?
    Ich kenne Deinen VNB nicht, aber der Elektriker um die Ecke sollte das beantworten können. Für den ist das Tagesgeschäft.

    Ansonsten VDE0100 Teile 410 und 540 studieren. Ergänzend dazu die TAB Deines Versorgers, sowie evtl. verfügbare Erläuterungen dazu.

    Gruß
    Ralf
     
  16. Julius

    Julius

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    Es muß nicht falsch sein.
    Welche Querschnitte haben denn die betriebsstromführenden Adern?

    Und nachteilige Folgen sind auch nicht zu erwarten.
     
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  18. Ludolf

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    Meines Wissens ist nach DIN VDE 0100-540:2007-06 eine geschütze Verlegung in 6mm² Cu ausreichend.
    Auch eine Abhängigkeit zu anderen Leitern besteht nicht mehr (war mal mindestens 50%).
    Gilt nicht für ungeschütze Verlegung, evtl. auch örtliche TAB beachten.
     
  19. FranzH

    FranzH

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    @all: Vielen Dank für die zahlreichen Antworten und Meinungen. Ich werde meine Installation jetzt so wie sie ist lassen (sie ist ja auch so abgenommen worden).
     
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