unab. Bausachverständiger notwendig?

Diskutiere unab. Bausachverständiger notwendig? im Bauüberwachung, Bauleitung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo ihr Lieben, wir bauen ein Massivhaus (ohne Keller) bei einer kleinen, lokalen Firma (Maurermeister & 6-8 Gesellen). Die Bauleitung...

  1. #1 BernieB, 20.07.2022
    Zuletzt bearbeitet: 20.07.2022
    BernieB

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    Hallo ihr Lieben,

    wir bauen ein Massivhaus (ohne Keller) bei einer kleinen, lokalen Firma (Maurermeister & 6-8 Gesellen). Die Bauleitung übernimmt der Maurermeister selbst, da er selbst im Grunde immer mit auf der Baustelle ist. Zu ihm haben wir einen kurzen Draht und er steht uns auch bei Fragen immer zur Seite.
    Er selbst übernimmt Erdarbeiten, Bodenplatte, Rohbau, Innenausbau und Fliesen und nur Dach, Elektro, Sanitär und KWL werden fremdvergeben.
    Die Planung hatte ein von ihm beauftragter Bau-Ingenieur übernommen.

    Da ich selbst nicht vom Fach bin, überlege ich, ob ich für die Abnahme von einzelnen Gewerke einen unabhängigen Sachverständigen beauftragen sollte und wenn ja, für welche Gewerke (zumindest für z.B. Rohbaufestigstellung inkl. Dachstuhl, Endinstallation der Haustechnik und Endabnahme überlege ich es).

    Was würdet ihr mir raten - unabh. Bausachverständiger ja/ nein? Und wenn ja; die Begleitung der Abnahme welcher Gewerke ist auf jeden Fall ratsam?


    Ich würde nicht wollen, dass der Bauunternehmer sich überwacht fühlt und die Motivation dadurch leidet.
     
  2. #2 Fred Astair, 20.07.2022
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    Tja ganz ohne Arsch in der Hose wirds nicht gehen.
    Der bauleitende Maurermeister hat zwangsläufig einen Interessenkonflikt. Er ist seiner Firma und seiner Geldbörse verantwortlich und Dir nur soweit, wie er Dich bei Laune hält, damit Du pünktlich und ohne zu murren zahlst.
    Ob Du einen SV brauchst, kann ich nicht einschätzen. Du brauchst aber jemanden mit Sachverstand, der nur Dir verantwortlich ist und am wirtschaftlichen Erfolg der Auftragnehmer nicht beteiligt ist.
     
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  3. #3 FriedhelmDoell, 04.09.2022
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    Die Bauleitung des ausführenden Unternehmens ist eine Tätigkeit im Namen und Interesse desselben.

    Eine Objektüberwachung ist eine Tätigkeit im Namen und Interesse des Bauherren. Sie hat nichts mit persönlichem Mißtrauen zu tun, sondern ist eine Koordinations- und Kontrolltätigkeit, die ein sachkundiger Auftraggeber auch selbst ausführen könnte. Da die meisten Bauherren aber weder die Sachkunde noch die Zeit dafür haben, wird diese Tätigkeit eben gegen Vergütung delegiert (alle Bauherrenaufgaben lassen sich aber nicht delegieren, einiges bleibt immer, und sei es das Bezahlen).

    Einen rechtlichen Anspruch auf Objektüberwachung haben ausführende Unternehmen nicht. Alle Ausführungsunterlagen, (Pläne, Leistungsverzeichnisse, ergänzende vertragliche Regelungen) müssen ihm dazu aber vorliegen. Trotzdem kann Unvorhergesehenes passieren und spätestens dann muss der Auftraggeber definieren, was getan werden soll. Bauvorhaben sind Kooperationsvorhaben, das betrifft sowohl das Verhältnis Bauherr-Unternehmen als auch das Verhältnis Bauherr-Objektpberwacher; hieraus ergeben sich Mitwirkungspflichten und Konsequenzen, wenn diese nicht wahrgenommen werden.

    Ob bei der Abnahme einzelner Aufträge jemand Fachkundiges den Bauherrn beraten soll (der Objektüberwacher bzw. wenn ein solcher nicht beauftragt wurde oder zusätzlich ein Bausachverständiger) oder ob der Bauherr das alleine kann, richtet sich nach der Fachkenntnis des Bauherren, also ob er es sich letztlich zutraut, die Abnahme alleine zu erklären (mit den daraus folgenden rechtlichen Konsequenzen) oder dabei baufachliche Unterstützung wünscht. Diese Entscheidung kann kein Dritter einem Bauherren abnehmen.

    Meine Empfehlung: wer sich nicht sicher ist (baufachlich), holt sich besser Unterstützung. Angesichts der häufig jahrzehntelangen Verschuldung für ein Eigenheim (aber auch bei allen anderen Bauvorhaben) schläft es sich dann einfach ruhiger - schließlich möchte man als Bauherr das Ergebnis seiner Bauherrenschaft auch einmal genießen und sich nicht ewig Sorgen machen, ob man vielleicht etwas übersehen hat…
     
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