Undichte Rohre unter Bodenplatte

Diskutiere Undichte Rohre unter Bodenplatte im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Liebe Bauexperten, wir benötigen dringend Eure Hilfe und sind für jeden Hinweis dankbar. Die Situation ist folgende: Wir haben in einem...

  1. Jini

    Jini

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    Liebe Bauexperten,

    wir benötigen dringend Eure Hilfe und sind für jeden Hinweis dankbar.

    Die Situation ist folgende:

    Wir haben in einem Wasserschutzgebiet neu gebaut (ohne Keller) und nun sind wir bei der Dichtigkeitsprüfung der Abwasserleitungen, die unter der Bodenplatte verlegt sind, durchgefallen. Ohne Dichtigkeits-Zertifikat dürfen wir die Anlage nicht in Betrieb nehmen.
    Eine TV-Untersuchung wurde durchgeführt, aber es konnte keine kaputtes Rohr oder Loch gefunden werden.
    Der Bauer der Bodenplatte hat es versäumt, sofort die Dichtigkeit der Rohre zu testen, fühlt sich nun zwar auch verantwortlich, will aber die Bodenplatte wieder aufmachen.

    Das Problem ist: Das komplette Haus ist schon fertig und wir wollten eigentlich in 10 Tagen einziehen.

    Nun stellen sich uns die folgenden Fragen:
    1. Haben wir eine Möglichkeit, dem zu widersprechen, auch wenn es mit Mehrkosten für den Tiefbauer verbunden ist?
    2. Welche Schäden können am Haus entstehen, wenn die Bodenplatte wieder aufgestemmt wird (mal abgesehen von Fliesen und Fußbodenheizung)?
    3. Welche alternative Möglichkeiten gibt es in solch einem Fall?

    Wir sind für jeden kleinsten Hinweis dankbar, da es uns echt schlaflose Nächte bereitet.

    Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße
    Jini
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 9. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Kannst Du mal bitte einen Grundriss zeigen, auf dem eingezeichnet ist, wie die Abwasserrohre wo laufen!

    Da Du wahrscheinlich noch nicht freigeschaltet bist und die Registrierungsmail noch nicht ausgeführt hast, müsstest Du es über magix oder andere I-Net-Bilderhosts einstellen und dann hier einen link dahin setzen.
     
  4. Jini

    Jini

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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
    Einen Grundriss kann ich leider nicht einstellen, keine Möglichkeit zu scannen.

    Es gibt eine Leitung, die ca. 1,5 m vom Rand des Hauses von der einen zur anderen Seite verläuft (ca. 9 m), davon im 90° Winkel abgehend etwa mittig des Hauses ein weiteres Rohr (ca. 5 m lang).

    Reicht Dir das?
     
  5. #4 Ralf Dühlmeyer, 9. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Skizze in Word, PowerPoint oder irgendeinem anderen Programm machen.
    Mit Hausmaßen und Wänden.
     
  6. Jini

    Jini

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    Hab doch noch was gefunden.

    Maße des Hause 9 x 10 m, auf der rechten Seite ist noch eine Garage dran.
     
  7. Ortwin

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    Wie wurde denn die nachträgliche Dichtheitsprüfung durchgeführt?
    Mit Wasser oder mit Luft?
    Und wie wurde sichergestellt, dass alle Öffnungen verschlossen sind?
    .
     
  8. Jini

    Jini

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    Mit Wasser

    Ich gehe davon aus, dass ein Fachunternehmen alle Öffnungen kontrolliert!?
    Wir haben denen zumindest alles gezeigt.
     
  9. #8 Ralf Dühlmeyer, 9. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Ich weiß nicht, ob mensch so etwas mit Inlinern (Nein, nicht die zum Rollern, Schlauch ins Rohr ziehen) lösen kann.

    Den Bodeneinlauf und die vordere Fallleitung könnte man sicher schnell nach draussen bringen. Problem sind die Fallleitung in der Ecke der Treppe und die hinten im Wohnzimmer!.
    Bei der massiven Bewehrung wäre das Aufstemmen der Bodenplatte für mich das allerletzte Mittel, weil ein fachgerechtes Wiederverschliessen der Schlitze in der BoPla richtig aufwändig wird.
    Denn hierzu müsste die nicht entfernte Bewehrung um das notwendige Überbindemaß (so 40 - 50 cm) auf JEDER Seite freigelegt werden, neue Bewehrungsstreifen einbauen, dann betonieren und dann den "Rest".
    Das würde sehr heftig.

    Und für den Fb-Aufbau wahrscheinlich ein Totalrückbau.

    Vielleicht (Würzburg ist ja nicht grad ums Eck) kann Dir ISYBAU helfen
     
  10. RMartin

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    Aufpassen, dass bei der Dichtheitsprüfung der maximal zulässige Verlust korrekt berechnet wurde. Hierbei geht der Umfang der mit Wasser benetzten Rohrinnenfläche mit ein.....da vertut sich schnell mal einer mit. Oder die Länge wird nicht korrekt mit eingerechnet...
    Also bitte bei dem Prüfer genau nachhaken wonach getestet wurde und das protokollierte Ergebnis anfordern.
     
  11. Ortwin

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    Jini, Sie sagen, Sie ziehen in 10 Tagen ein. Waren denn bei der Dichtheitsprüfung Wasschbecken und Toilettenschüsseln schon dran und auch der Bodeneinlauf in der Waschküche?
     
  12. #11 Manfred Abt, 9. Dezember 2009
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    Aufstemmen der Bodenplatte wäre nicht das allerletzte Mittel, das kann man eigentlich komplett verwerfen. Auch für mich stellt sich zuerst einmal die Frage, ob die Undichtheit wirklich existiert oder nur durch Fehler in der Prüfung entstanden ist. Sollte da auch nur der kleinste Verdacht sein sollte die Prüfung durch jemand anderes wiederholt werden.

    Sollte dann wirklich eine Undichtheit festgestellt werden gibt es bei dieser kleinen Nennweite DN 100 noch die Möglichkeit eines Liners, spontan fällt mir hier Brawoliner und RS MaxLiner ein. Erfordert aber hohe Sachkunde von der ausführenden Firma.

    Der Begriff Inliner ist übrigens seit ein paar Jahren überholt, heute nennen wir diese Systeme Liner, so gibt es auch keine Verwechselungsgefahr mit den Inlinern unserer Kinder mehr.

    Na ja, ohne Kontrolle würde ich davon nicht unbedingt ausgehen. Und selbst wenn ist das druckdichte provisorische "Zustopfen" der Öffnungen technisch nicht ganz so einfach.
     
  13. Jini

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    Ersteinmal vielen lieben Dank für Eure Hilfe.

    Der Bodeneinlauf in der Waschküche ist schon drin, aber Waschbecken und Toiletten noch nicht.

    Zusätzlich verstopft wurden die Öffnungen nicht nochmal, aber es wurde auch nur auf Bodenplattenniveau gemessen, so dass diese Öffnungen eigentlich nicht relevant sind, oder?

    Wir haben uns gestern mit dem Tiefbauer getroffen, und der hat uns eine Lösung vorgeschlagen, bei der nichts aufgestemmt werden muss, sondern ein 2-Komponenten-Kleber in die Rohre gefüllt und anschließend ausgeschwemmt wird. Allerdings konnte er uns nicht sagen, wieviel Garantie darauf gewährt wird. Fakt ist, wir müssen diese Dichtigkeitsprüfung alle 5 Jahre wiederholen lassen. Habt Ihr von sowas schonmal gehört? Ist das etwas Vernünftiges?

    Auf jeden Fall schickt er jetzt nochmal eine andere Firma, die eine Prüfung durchführt und dann gegebenenfalls diese "Verklebung" durchführt.
    Wir wollen auf jeden Fall hinterher nochmal durch unsere Firma prüfen lassen, nur um sicherzugehen.
     
  14. Manfred Abt

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    Flutungsverfahren machen wir nur, wenn wirklich gar keine andere Möglichkeit besteht. D.h. im Uraltbestand, wo alles wegen Bögen und fehlender Revisionsöffnungen unzugänglich ist.

    Aber bei euch geht es wohl um einen Neubau.

    Eine richtige Dichtheitsprüfung war das aber nicht, wenn quasi nur drucklos geprüft wurde.
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 10. Dezember 2009
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    Bevor Ihr da irgendwas verkleben lasst, erkundigt Euch bitte mal, ob dieses Verfahren in einem Wasserschutzgebiet übrhaupt zulässig ist.
    Schließlich wird ja ein Teil der Masse durch das Loch nach aussen austreten!!!!

    Und dann bitte auch mal prüfen, welche Auswirkungen dieses Klebeverfahren auf die Oberflächenglätte hat. Nicht dass es rauh wird und Ihr ständig mit Verstopfungen zu kämpfen habt.
     
  16. SvenW

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    Bei einer Dichtigkeitsprüfung könnte man auch eingrenzen wo die Undichtigkeit ist, indem man unterschiedliche Teile des Rohrsystems absperrt. Vielleicht liegt die Undichtigkeit, wenn es sie denn gibt, ja im gut zugänglichen Teil. Und selbst wenn nicht könnte man mit etwas Aufwand die Schadstelle sehr genau eingrenzen, wenn man immer kleinere Teile absperrt. Kostet zwar mehr, aber die Mehrkosten hat man bei der Schadensbeseitigung sicher sehr schnell wieder raus.
     
  17. Jini

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    Uns wäre natürlich dieses Klebeverfahren, wenn es denn im WSG möglich ist, die liebste Lösung. Zumindest besser als ein Aufstemmen der Bodenplatte. Da bei der TV-Untersuchung keine kaputte Stelle ausfindig gemacht werden konnte, wird es mit einem System Liner wohl nicht funktionieren, oder kann man das komplett in alle Rohre machen? Wahrscheinlich ist das dann viel teurer?
    Jedenfalls sollen wir heute vom Tiefbauer eine Rückmeldung bekommen. Er hat schon zugesagt, die Kosten zu übernehmen, aber dann haben wir wohl kein Mitspracherecht, wie es jetzt letztendlich gemacht wird.
     
  18. Jini

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    Das wurde gemacht, aber dann in allen Bereichen keine Undichtigkeit gefunden. Vielleicht hat jetzt die Blase genau an der undichten Stelle gesessen, das können wir nicht nachvollziehen.
     
  19. #18 Ralf Dühlmeyer, 10. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Jain. Er muss FACHGERECHT sanieren. In so weit habt Ihr das Recht, schwachsinnige Basteleien an Eurem Eigentum, die nichts besser machen oder gar verschlimmern, zu verhindern.

    Unter den fachgerechten Lösungen kann der Unternehmer aber das auswählen, das für ihn das beste (i.d.R. also priswerteste) ist.
    Es ist aber schon merkwürdig, wenn die GESAMTE Leitung leckt, aber alle Einzelabschnitte dicht sind.
    Wenn der Verdacht besteht, die Blase hätte genau über dem Loch gesessen, dann setze ich doch noch mal neu mit veränderten Absperrungen an.
    Wenn das auch nichts bringt, hinterfrage ich die Gesamtprüfung!!!!

    Ich würde also erstmal relativ locker die Zweitprüfung abwarten. Vielleicht war ja nur ein Ballon bei der ersten Gesamtprüfung nicht ganz dicht.
     
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  21. Manfred Abt

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    Kommt mal von dem Begriff Klebeverfahren weg, der richtige Name ist Flutungsverfahren.

    Den Verfahren liegen meist irgendwelche Dokumente bzgl. der Unschädlichkeit vor, die einen Einsatz in Wasserschutzgebiet genehmigungsfähig machen. Anders als im üblichen Recht gilt aber die individuelle Wasserschutzgebietsverordnung, d.h. individuelle Prüfung jedes Einzelfalls.

    Zur Frage, ob man dieses Verfahren einsetzen sollte dachte ich, ich wäre eindeutig gewesen, scheinbar wurde ich aber nicht verstanden. Wie schon gesagt:
    • für mich ist Aufstemmen nicht das allerletzte Mittel sondern es steht gar nicht als Möglichkeit zur Diskussion
    • Flutungsverfahren wäre dann das allerletzte Mittel, wenn die technischen Rahmenbedingungen (nicht irgendwelche Kostenfragen) den Einbau von Linern nicht zulassen
    • Wenn denn das System überhaupt undicht ist, zuerstmal stände dann eine korrekte Dichtheitsprüfung an, bisher gab es die noch nicht.
     
  22. #20 Ralf Dühlmeyer, 10. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Glaub ich Dir sofort Manfred. Aber wie soll der BU gezwungen werden, Liner einzubauen, wenn für ihn das Fluten preiswerter ist???
    Die Wahl der Mittel zur Mangelbehebung liegt beim BU.

    Ausschliessen könnte mensch das Fluten nur (wenn überhaupt), wenn es eine deutliche geringere Haltbarkeit gegenüber vergleichbar belasteten, fachgerechten Rohre UND dem Liner-Verfahren hätte. Ist das so???
     
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