Unschlüssig ob es funktioniert - Grundsatzfragen

Diskutiere Unschlüssig ob es funktioniert - Grundsatzfragen im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo Forengemeinde, nachdem nun ich wieder eine längere Zeit ich hier passiver Leser war möchte ich nun endlich den ersten Schritt in die...

  1. Neuling80

    Neuling80

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    Hallo Forengemeinde,

    nachdem nun ich wieder eine längere Zeit ich hier passiver Leser war möchte ich nun endlich den ersten Schritt in die Offensive wagen und um kurze Meinungen bitten.

    Also meine Familie und ich (30, 25 und 1) planen im kommenden Jahr (wie so viele hier) ein kleines feines EFH zu bauen. Wohnfläche 140m² mit Keller auf knapp 1.000 m² Grund. Wir haben nach langem Hin und Her unsere Vorstellung konkretisiert und entschlossen uns zur Beauftragung einer Architektin, die zunächst die Leistungsphasen 1-5 erbringen soll. Die Basis zu Ihr ist sehr gut und wir fühlen uns dort auch entsprechend gut beraten und aufgehoben. Nun haben wir die Leistungsphase 3 abgeschlossen und die ersten Kostenschätzung daliegen.

    Diese beläuft sich auf ca. 210.000,-€ brutto reine Bausumme. Man muss dazu sagen, dass aufgrund der Lage des Bauvorhabens (Vogtland) hier die Baupreise recht adäquat und überschaubar sind.

    Ich habe überschlägig einfach nochmal knapp 35.000,-€ Nebenkosten (Honorar, Statik, Wärmeschutznachweis, Hausanschlusskosten, Notar für Grundschuld etc.) eingeplant, so dass nun insgesamt knapp 245.000,-€ hier zu Buche stehen.

    Jetzt komme ich aber genau zu meinem „Problem“. Das Grundstück ist bereits von meiner Frau und mir erworben wurden. Der Kaufpreis von knapp 40.000,-€ und die angefallenen Nebenkosten hierfür auch schon gänzlich gezahlt.

    Rechne ich diesen Betrag auf die Gesamtsumme darauf und plant einen kleinen Puffer ein sind wir bei einem Gesamtbudget von 300.000,-€. Bei dieser Zahl bin ich doch schon ein wenig erschrocken.

    Unser Verdienst ist zwar nicht der schlechteste für ostdeutsche Verhältnisse:

    Ich netto 2.300,-€
    Sie netto 1.700,-€
    Kind netto 154,-€

    trotzdem sind momentan unsere finanziellen Reserven nahezu aufgebraucht. Wir haben zwar noch knapp 15.000,-€ als Puffer liegen die ich aber am liebsten nicht angeben, sondern als Sicherheit behalten würde.

    Unsere derzeitige Sparrate liegt monatlich zwischen 1.500,- und 1.800,-€, so dass ich selbst die kommende Doppelbelastung (Kredit und Miete) eigentlich entspannter sehe.

    Ich habe aber irgendwie trotzdem Bedenken, dass wir uns da total übernehmen besonders nachdem ich gestern die erste Rechnung für die Architektin bezahlt habe…

    Meine Frage ist, ob es euch in etwa genauso ging, oder ich hier der einzige Angsthase bin.


    Gruß
     
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  3. coroner

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    biste nicht der Einzige... als Angsthase würd ich es aber nicht bezeichnen.
    Eher eine gesunde Vorsicht und Realismus. Wenn das dauerhaft finanzierbar
    ist und eure Einkommensverhältnisse sich nicht schon heute durch Planungen
    absehbar ändern werden ist das doch ok so.
    Wenn die genannte Sparrate stimmt - und in Zukunft wird ja noch die Miete
    entfallen - dafür aber andere Kleinigkeiten auf euch zukommen - dann habt
    ihr ja auch noch gewisse Reserven für die normalen Anschaffungen einer
    Familie übrig und alle paar Jahre ist sicher auch noch nen Urlaub drin.
    Aber ja - diese Größenordnung erschrickt mich auch immer wieder.
     
  4. Neuling80

    Neuling80

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    Danke für die erste Meinung. Nachdem ich nun eben meinen Beitrag nochmal gelesen hab, darf ich mich für den Fehlerteufel (und seine Angehörigen) entschuldigen.

    Bin aber beruhigt, dass es manch einem auch so ging/geht wie mir. Ich habe eben ein "mulmiges" Gefühl im Bauch wenn ich darüber nachdenke, dass es dabei um die Existenz nicht nur von mir, sondern meiner Familie geht wenn etwas schief laufen sollte. Sicherlich haben wir einen gewissen Grundstock, trotzdem werden wir um die 240.000,-€ finanzieren müssen und genau das lässt mich ein wenig unruhig schlafen.

    Ich bin im Übrigen auch nicht der Typ, der auf Gedeih und Verderb dann Projektanten und Handwerker nach unten drückt und den wirklich letzten € zu sparen. Denn ich bin immer der Auffassung, dass gute Arbeit bezahlt werden soll und muss.
     
  5. #4 ReihenhausMax, 19. November 2010
    ReihenhausMax

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    Steht die Finanzierung denn schon?
     
  6. R.B.

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    Diesen Puffer würde ich auch zurückhalten, und nur das Grundstück als "EK" einsetzen. Unverhofft kommt oft, und dann ist es von Vorteil, wenn man noch ein paar Euro auf der hohen Kante hat.

    Bis wann soll es losgehen?
    Was hast Du bis dahin "auf der hohen Kante"?

    Du solltest Dir mal eine Finanzierung rechnen lassen und dann mit den Zahlen jonglieren. Grob gesagt, sollte das Vorhaben finanzierbar sein.

    Und was das Bauchgefühl betrifft, ich würde mir eher Sorgen machen, wenn man bei diesen Summen keine Bauchschmerzen hätte.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Bautz

    Bautz

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    Sei beruhigt, andere sind auch erschrocken (ich z.B.). :winken
    Wenn ich mir anschaue, was bauen heutzutage so kostet, wundert man sich eigentlich nur, dass sich überhaupt noch so viele Familien einen Neubau leisten können.

    Damit Du dauerhaft gut schlafen kannst, erscheint mir ein Punkt sehr wichtig zu sein: sich nur so hoch zu verschulden, dass die Kreditkosten auch bei Wegfall eines Einkommens irgendwie noch zu schultern sind. Vielleicht kommt noch ein Kind, die aktuelle Konjunkturbesoffenheit wird vielleicht auch nicht ewig halten etc. Man sollte immer in der Lage sein, wenigstens 2-3 Jahre auch mal nur mit einem Einkommen auskommen zu können.
     
  8. Neuling80

    Neuling80

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    Auch hier danke für die Meinungen.

    Was die Finanzierung betrifft hatten wir schon einmal ein ganz "unverbindliches" Gespräch (vor dem Grundstückskauf) mit unserer Hausbank, um mal einen ersten Überblick zu bekommen. Wir haben dort zunächst alle Förderungen bspw. über die KfW Bank ausgeblendet und ein normales Annuitätendarlehn angefragt. Dort lagen wir bei knapp 3,7% effektiv mit einer Zinsbindung von 15 Jahren. Ist aber nun auch schon wieder knapp 3 Wochen her. Wenn es in die Detailtiefe geht werden wir dann analog noch die Fördermodalitäten genau abgerunden und eingebaun. Mir schwebt da ein KfW-Programm vor und eventuell ein Riesterbaudarlehn. Wobei ich dort immer die Probleme hab die anfallende Steuerlast im Alter zu ermitteln. Bloß als Orientierung sehe ich mal die knapp 4% effektiv an.

    Als Zielsetzung haben wir uns eine Rate von 1.300 - 1.400 € gesteckt die (nachdem wir eifrig über 2 Jahre Haushaltsbuch geführt haben) uns immer noch einen vergleichbaren Puffer von knapp 600,-€ im Monat für Unvorhergesehenes lässt. Wir haben unsere Ausgaben der letzten 2 Jahre monatlich ermittelt, die Miete abgezogen, knapp 2,50-€/qm Bewirtschaftungskosten für das Haus angesetzt und 1.300,-€ Rate angenommen. Da bleiben uns im Schnitt immer (betrachtet auf die Vergangenheit) 600 - 700 € "übrig".

    Ich möchte sowieso erst einmal abwarten bis ich die Baugenehmigung an den Händen habe und wir in die Ausführungsplanung gehen bevor ich die Pferde scheu mache. Ich denke auch, sofern ich das okay unserer Planerin bekomme, dass ich dann den Grundriss hier einstellen werde und vielleicht auch den ein oder anderen dazu animieren kann hier mit drüberzuschauen.

    Ich meine aber, dass Baubeginn Mitte nächsten Jahres ist und somit nochmal so um die 6.000,- - 7.000,-€ angespart werden können. Wobei ich ungern mit Geld rechne was ich nicht wirklich auch schon habe.

    Danke im Übrigen, dass ich mal hier meinen "Kummer" los werden konnte.


    edit: @ bautz Danke schön. Meine Frau und ich sind in der glücklichen Lage über zwei stabile Gehälter im öffentlichen Dienst zu verfügen und daher diese Sorgen nicht unbedingt zu haben. Trotzdem haben wir ja in dem vergangen Jahr der Elternzeit meiner Frau auch dort die Nachteile des Elterngeldes (Progressionsvorbehalt etc.) spüren dürfen. Ich denke jedoch, dass auch hier ein gewisser Puffer uns über die Zeit mit retten kann und beim Hausbau dürfte dann eh keine Zeit für Nachwuchs planen/umsetzen sein :-)
     
  9. coroner

    coroner

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    Ihr habt euch scheinbar gut vorbereitet und man merkt, dass du schon ne Weile mitliest :biggthumpup:
    Nur aufpassen, dass man beim Planen nicht gierig wird :D
    "Besser" und "Größer" geht leider irgendwie immer...
     
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  11. papabaut

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    Moin,

    so schlecht sind die Zahlen nicht. Rechnet nur ein, daß deine Frau (oder Du) den Job mal für ein paar Jahre pausiert oder deutlich reduziert um das (die?) Kinder besser betreuen zu können. oder sind das schon die netto Verdienste eines Halbtagsjobs?

    Wir haben für den Bau eine Exceltabelle aufgesetzt und alle Posten gleich mit den erwarteten Kosten eingetragen. Denkt da auch an die neue Küche, Zäune, Terasse, Umzug, Teppiche, Doppelbelastung, Grundstücksvermessung, Baugenossenschaft, Lampen, .........
    Die Sparrate von monatlich 1500.- würde ich nicht einberechnen, damit könnt ihr die Dinge bezahlen, welche ihr jetzt nicht absehen könnt.
    Gegen diese Liste der "kommenden Ausgaben" setzt ihr euer Geld (Kredit und Guthaben)´so kann man immer sehen, ob man im Plan mit den Extras und Ausgaben ist. So haben wir mit den Kosten eine Punktlandung hingelegt. Die eingeplanten Mittel sind bis auf ein Promille genau verbraucht worden :-)

    Viele Grüße und ein Gutes Gelingen,

    Helge
     
  12. lorenzh

    lorenzh

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    Hallo Neuling80,

    also wenn ich deine Zahlen so lese mit den beiden Einkommen und dem Grundstück auf der "Haben" Seite, dann musst du dir wirklich keine Sorgen machen.....:Brille

    Mit eurem Einkommen seid ihr Deutschland in "der oberen" Mittelschicht. Und wenn diese sich das "Bauen" nicht mehr leisten können, dann müsste Deutschland dicht machen.

    Wenn deinen finanziellen Möglichkeiten dürften alle Banken großes Interesse haben, dir die Finanzierung zu machen. Das Wichtigste hier ist mit den Banken verhandeln, verhandeln und nochmal verhandeln...

    Meine Zahlen sind nicht ganz so gut, aber ähnlich....:biggthumpup:
    Ich habe mittlerweile Angebote von örtlichen Banken, also keine Direktbanken o.ä., da ist der Zins für ein normales Darlehen bei 2,9% (10 Jahre) und 3,4% für 15 Jahre. Beim ersten Angebot waren die Zinssätze noch um 0,3% höher. Erst als ich sagte, ich gehe zu einer anderen Bank hat man mir diese Zahlen als Angebot vorgelegt....

    Gruß
     
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