Varianten der Elektroinstallation und Elektroplanung

Diskutiere Varianten der Elektroinstallation und Elektroplanung im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ich habe eine Frage bezüglich der Elektroinstallation in Neubauten. Mir stellt sich die Frage, warum man heute fast...

  1. #1 werkelkoenig, 06.09.2022
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    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage bezüglich der Elektroinstallation in Neubauten.
    Mir stellt sich die Frage, warum man heute fast ausschließlich über den Boden bzw. durch die Betondecke mit dem Stromkabel geht.
    In alten Gebäuden ist man mit einer Zuleitung in den Raum gegangen.
    Die Zuleitung ging häufig in eine Abzweigdose, welche sich unterhalb der Decke befand.
    Von dort wurde ein Schlitz horizontal durch den Raum gezogen und zu jedem Verbraucher senkrecht runter gegangen.

    Zudem würde ich mich freuen, wenn Ihr mir mitteilen würdet, wie ihr bei der Elektroplanung systematisch vorgegangen seit? Insbesondere interessiert mich, warum ihr euch für die Montage in der Decke bzw. auf dem Boden entschieden habt und wir ihr die raumweise Verteilung durchgeführt habt.


    Über eure Antworten würde ich mich sehr freuen.

    Gruß Werkelkoenig
     
  2. #2 Fabian Weber, 06.09.2022
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    Übern Boden ist billiger, außerdem dürfen nicht alle Wände horizontal geschlitzt werden.
     
  3. #3 Hanilein, 06.09.2022
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    …… oder man nehme Stegleitung ( außer Bad) dann brauch auch nix geschlitzt werden.
     
  4. #4 petra345, 07.09.2022
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    Die heutige Stegleitung ist genauso teuer wie NYM aber von so schlechter Qualität, daß sie innerhalb von 6 Monaten verarbeitet sein muß. Danach ist sie so spröde, daß sie zerbröselt. Also benutzt sie keiner mehr

    Heute bekommt der Elektriker Probleme wenn er zu lange waagrechte Schlitze klopft. Früher hat man das übersehen, die Leitung überputzt und damit gut gekühlt montiert. Also versteckt er heute seine waagrechten Leitungen unter dem Estrich, auch bei einer FBH.

    Dafür gibt es dann Vorschriften, die bei einer derartig oder ähnlich gedämmten Leitung statt 16 A-Automaten nur 13 A für 1,5 mm² vorschreiben. Zumindest wenn die gedämmte Strecke länger als 1 m ist. Warum gerade 1 m und nicht 65 cm kann keiner beantworten.

    Der Planer der Anlage kennt aber die Verhältnisse auf der späteren Baustelle nicht. Dann wird eben doch ein 16 A Automat geplant und eingebaut obwohl die Leitung auf 1,05 m gut gedämmt verlegt wird.

    Eine Fundgrube für spätere Gutachter.

    Einer hat gerade auf Grund meiner Beschwerde und seines Gefälligkeitsgutachtens seinen Stempel abgeben müssen. Darüber hinaus habe ich auch noch den Staatsanwalt mit Vorermittlungen beauftragt.
    .
     
  5. #5 werkelkoenig, 20.09.2022
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    Hallo,
    irgendetwas ist mit meiner Benachrichtigung schiefgelaufen, weshalb ich mich erst jetzt zurückmelde.
    Einen Kostenvorteil kann ich mir nur schwer vorstellen, da bei der Bodenverlegung ein Schutzrohr benötig wird oder ein etwas höherpreisiges Kabel verwendet werden muss. Vermutlich auch immer davon abhängig in welcher Region das Projekt liegt und welcher Stundenlohn dort aufgerufen wird.

    Das mit den Stegleitungen hatte ich auch schon überlegt, hätte jedoch nicht gedacht, dass diese mittlerweile von so „schlechter“ Qualität sind.

    @petra345: Meines Wissens sind die horizontalen Schlitze, welche sich unterhalb der Decke befinden nach wie vor erlaubt und auch für ein NYM 3x15 Kabel ausreichend groß realisierbar.
    Jedoch habe ich das Gefühl, dass man generell dort keine Schlitze mehr sehen möchte.

    Hinsichtlich der Absicherung, ist es wie von dir geschrieben.
    Zudem muss auch noch ein Umrechnungsfaktor, aufgrund der Fußbodenheizung berücksichtigt werden.
    Jedoch stellt sich mir da noch die Frage, ob daraus auch die Kabellänge für einen 13 A abgesicherte Leitung angenommen werden darf?
     
  6. #6 Fabian Weber, 20.09.2022
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    natürlich ist ein Leerrohr billiger als Schlitzen. Außerdem wird gerne au das Leerrohr verzichtet.
     
  7. #7 petra345, 21.09.2022
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    Und wenn man für die Verlegung des Leerohres einen Schlitz braucht?
     
  8. #8 petra345, 21.09.2022
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    Früher haben Firmen wie Siemens und ähnliche die Stegleitung in D hergestellt. Das ist Geschichte. Die kommt heute von irgendwo mit entsprechend billigem Weichmacher.

    Man hat früher vorwiegend in 24 cm breitem Mauerwerk und mit Mörtelfugen von 1,2 cm Höhe gebaut. Damals hat das breite Mauerwerk die Schlitze vertragen und bei einem Riss sind die Kunden nicht zum Anwalt gelaufen. Außerdem konnte man eine horizontale Leitung in der Mörtelfuge verstecken. Das ist Geschichte. Heute plane ich Mauerwerk vorwiegend mit 17,5 cm oder sogar 11,5 cm und die Steine werden geklebt. Da kann man keine Leitung mehr in der Fuge unterbringen. Außerdem wird der Putz viel dünner ausgeführt. Der hat heute die Dicke von Stegleitung sonst kostet es Aufschläge.

    Aber man sollte die Schlitze, soweit sie noch zulässig sind, einschneiden und nicht schlagen. Ob sie in waagrechter Richtung zulässig sind ist von der Dicke der Mauer und der Länge des Schlitzes abhängig. Dafür gibt e s Tabellen. Senkrechte Schlitze sind weniger ein Problem.

    Es gibt heute Vorschriften für Installationszonen!! Die sollte man beachten.

    Die früher übliche Verteilerdose unter der Decke möchte man heute nicht mehr, weil man bei einer Störung eine Leiter braucht. Also führt man die Leitung herunter bis zur Schalterdose mit "Rucksack" zum Verklemmen der Leitung.

    In KS gibt es Elektrosteine mit ausreichend großen Kanälen für die Elektroleitung. Aber die gehen nur senkrecht, verlangen eine aufmerksame Verlegetechnik und erfordern eine ständige Zusammenarbeit von Maurer und Elektriker!! Das macht die Sache nicht günstiger und behindert auch den Einsatz der Steine.

    Das Problem sind aber die waagrechten Schlitze. Daran hat man nicht gedacht.

    Ein weiteres Problem sind die Rohre für Datenleitungen. Da muß man Rohr verlegen und weiß nicht wo .
     
  9. #9 werkelkoenig, 04.10.2022
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    Hallo Petra,
    vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort.
    Das mit der Putzdicke war mir so auch nicht bewusst. Aber ist ja klar, hier kann Material gespart und zusätzlicher Raum gewonnen werden.

    Mit den Tabellen aus der DIN bin ich vertraut, daher kam mir die Eingangsfrage überhaupt erst auf (dort sind die waagerechten Schlitze erlaubt, es macht jedoch in der Praxis kaum noch jemand).

    Wie würdest du bei einer heutigen Verkabelungsplanung vorgehen?
    Alles in die Rohbetondecke, alles auf die Rohbetondecke oder gemischt?
    Kann man pauschal sagen, dass die Kabel, welche in der Decke verlegt werden immer in den darunter liegenden Raum gehen und nicht in den darüberliegenden Raum?

    Vorab vielen Dank.
     
  10. #10 petra345, 06.10.2022
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    Also ich habe immer Stegleitung verlegt! Wenn man gut plant kann man innerhalb der kurzen Zeit die Leitung verlegen. Sie kann neben der Vernagelung, auch auf das Mauerwerk geklebt werden. Das gibt es auch. Die Datenleitungen in Rohr würde ich in 25 mm Rohr und vorwiegend senkrecht verlegen. Den waagrechten Teil kann man im Keller auf Putz verlegen.

    Die Mauerstärke wird bei mir nicht mehr in 24 cm sondern in 17,5 cm ausgeführt. Auch die Außenwände! Von dem Gewinn aus der größeren Wohnfläche kann man die Steine locker bezahlen.
     
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