Verschiedene Bodenplatten und der Versuch sie zu verstehen...

Diskutiere Verschiedene Bodenplatten und der Versuch sie zu verstehen... im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Forengemeinde, für unseren geplanten Hausbau sind wir noch immer in der "Informationsphase", haben also noch keine konkreten...

  1. Nina86

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    Hallo liebe Forengemeinde,

    für unseren geplanten Hausbau sind wir noch immer in der "Informationsphase", haben also noch keine konkreten Planungsgespräche gehabt. Diese werden aber auf jeden Fall noch kommen, wir planen keinen Alleingang. Um dann aber nicht nur Bahnhof zu verstehen, treibe ich mich jetzt hier herum.

    Bei meiner Recherche zu allen möglichen Hausbauthemen sind mir jetzt schon einige Male so Thermobodenplatten mit integrierter Fußbodenheizung begegnet, die laut den Anbietern natürlich das Nonplusultra sind und es werden eine Menge Vorteile aufgezählt. Und so etwas wie "kürzere Bauzeit, kürzere Trockenzeit (da kein Estrich extra dazukommt), Einsparung von Heizkosten" klingt natürlich erst mal super.

    Darum frage ich mich jetzt, ob es sich lohnt, sich einmal weiter in diese Richtung zu informieren, oder ob die Vorteile in der Realität gar keine sind.

    Also, ich bin gespannt auf eure Meinungen.

    Liebe Grüße
    Nina
     
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  3. ralf9000

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    Hallo Nina,

    erstmal solltest Du sagen welchem Energiekonzept das Haus folgen soll: KfW70, KfW55, KfW40, Passivhaus ...

    Ich kann Dir nur unsere Erfahrungen und Überlegungen mitteilen, diese sind nicht allgemein gültig. Wir haben ein Passivhaus gebaut, wo wir alle Aussenflächen auf einen U-Wert von 0,1 W/m²K getrimmt haben. Wir haben eine Thermobodenplatte mit Rand in einer XPS-Stärke von 20cm (Rand 24cm) eingesetzt. Dann eine armierte WU-Betonplatte von 25cm Stärke. Damit haben wir aber den U-Wert nicht erreicht, der Estrichaufbau war dann wie folgt: 0,1cm Polymerbitumenbahn 3cm +6cm PU-Platte WLG023, 2cm Trittschall-Tackerplatte, 6,5 cm Estrich mit FBH. Insgesamt war es für uns die wirtschaftlichste Lösung, eine stärkere XPS-Platte wäre teurer und und die Betonplatte statisch wohl komplexer geworden. Also ein Kormpromiß ...

    Wo Du auch aufpassen musst, ist das der U-Wert sich in Richtung eines effektiven U-Werts (nicht relevant für EnEV-Berechnungen) bei FBH oder Beheizung der BoPla direkt verschlechtert. Die kannst Du in der neuen Version des U-Wert-Rechners auf www.u-wert.net sehr schön sehen. Es wird durch die Beheizung einfach mehr Wärme ins Erdreich übertragen als mit einem 20-21°C-Luftübergang. Dies ist auch einfacher in den Griff zu bekommen mit einem 2-fach gedämmten Aufbau.

    Aber wie gesagt, alles hängt davon ab, zu welchem u-Wert Ihr hin wollt.

    Grüße,

    Ralf.
     
  4. Nina86

    Nina86

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    Ich habe jetzt die Kritik gefunden, dass die Fußbodenheizung den Beton schwerer aufheizt als Estrich und damit einen längeren Vorlauf hat. Zumindest habe ich das so verstanden.

    Kann das sein, oder bin ich da auf dem Holzweg?
     
  5. feelfree

    feelfree Gast

    Eine Bodenplatte ist z.B. 25cm dick, ein Estrich z.B. 7cm dick. Logisch, dass die Bodenplatte viel länger braucht, um sich aufzuheizen. Wobei das eigentlich kaum eine Rolle spielt, wenn sowieso die ganze Heizperiode über die gleiche Temperatur herrschen soll.
     
  6. Nina86

    Nina86

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    Hm...aber verbraucht man dann Energie, weil erst einmal die ganze Platte geheizt wird, bevor Wärme für den Wohnraum "übrig ist"? Ich muss sagen, ich verstehe es gerade noch nicht, sorry. :confused:
     
  7. mls

    mls Bauexpertenforum

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    man könnte kriterien für die beschaffenheit der bopl aufstellen
    und die versch. lösungen beleuchten, ob diese kriterien erfüllt
    werden .. hängt -abstrakt- ab von z.b.
    - energiestatus
    - baugrund
    - statik
    - bauphysik. details (fugen ..)
    - restl. bauweise
     
  8. feelfree

    feelfree Gast

    Ja, die braucht man. Aber man bekommt sie wieder zurück, wenn man die Heizung abstellt und die Bodenplatte noch ein paar Tage weiterheizt. Unterm Strich ist es ein wohl ein Nullsummenspiel.
    Welchen Vorteil es aber haben soll, auf Estrich (und damit auch Schall(!)dämmung) zu verzichten, weiß ich auch nicht.

    Edit: Da fällt mir ein: Im EG ist Schalldämmung wohl eher kein Thema...
     
  9. Nina86

    Nina86

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    Hey Ralf,

    ich glaube um deine Antwort zu verstehen muss ich erst noch ein bisschen googeln. :o

    Aber vielen Dank für deine Erfahrung.
     
  10. Nina86

    Nina86

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    Ah, ok, aber das macht man dann ja mit dem Planer/Statiker und so, richtig? Für dieses Gespräch wollte ich mich etwas vorbereiten. Wenn der sonst mit so Begriffen kommt wie Ralf in seinem Beitrag würde ich da sonst sitzen und nur Bahnhof verstehen. :)
     
  11. feelfree

    feelfree Gast

    Nina, ich verstehe ralf's posting auch nicht, genausowenig wie das von mls.

    @ralf: Habt ihr nun eine Thermobodenplatte (also beheizt) oder eine WU-Bodenplatte (unbeheizt) oder einen Estrich mit FBH oder alles drei???

    1 und 2 kann ich nachvollziehen, 3 eher nicht.
     
  12. ralf9000

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    Wir haben das, Estrich mit FBH:

    BoPla - Mit Estrich - Temperaturverlauf.jpg
     
  13. feelfree

    feelfree Gast

    Eben, 08/15 Bodenplatte mit Heizestrich. Thema ist hier doch Thermobodenplatte OHNE Estrich.
     
  14. Jan81

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    Ihr habt wohl ein Passivhaus.
     
  15. feelfree

    feelfree Gast

    Das hat er ja auch geschrieben, aber er hat AUCH geschrieben: 6,5 cm Estrich mit FBH.
    Ja was denn nun? Eine passive FBH?
     
  16. ralf9000

    ralf9000

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    Wir haben ein PH. Beim PH gibt es die Möglichkeit mit Luft alleine zu heizen, oder/und mit anderer Heizung. Die Luft kann bei uns nur 1300W aufnehmen, wir benötigen bei 240m² und bei -15°C Aussentemperatur aber insg. 2000W Heizleistung und Frau will Bäder auf 24°C haben. Also dann noch Niedertemperatur-FBH und -WH. Können aber beides Luftheizung und FBH/WH getrennt steuerbar ...
     
  17. ralf9000

    ralf9000

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    Hier ist übrigens der Aufbau mit beheizter Bodenplatte, gegen die wir uns wegen Kosten und Bedenken des Statikers ("400mm Wackeldämmung") entschieden haben:

    BoPla - Ohne Estrich - Temperaturverlauf.jpg
     
  18. feelfree

    feelfree Gast

    Hmm ok verstanden, bzw. nicht ganz, aber das führt jetzt endgültig ins Offtopic: Was zeichnet denn so ein Passivhaus aus, wenn es doch mit einer FBH/WH ausgestattet ist? Einfach nur der etwas niedrigere Wärmebedarf?
     
  19. Jan81

    Jan81

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    So offtopic finde ich das gar nicht.

    Diese Bodenplatte mit FBH würde ich persönlich nicht machen ... allein aus zwei Gründen. Sanierung der Heizung komplizierter und wegen trittschalldämmung.
     
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  21. mls

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    die infos sind )* laienverständlich zu transportieren.
    im gegensatz zu e. forum ist das eye2eye bzw. phone2phone
    nicht besonders schwierig.

    )* = planerische grundleistung!
    natürlich kannst/wirst/sollst du nicht in die tiefen der
    wärmedurchgangsberechnung einsteigen - aber die
    plausibilität mancher erklärung zu hinterfragen, ist
    kein fehler.
     
  22. feelfree

    feelfree Gast

    Ich denke das ist auch im Forum nicht besonders schwierig.
    Bisher sind an Argumenten gekommen:
    + kürzere Bauzeit
    + kürzere Trockenzeit (da kein Estrich extra dazukommt)
    + Einsparung von Heizkosten (bezweifle ich)
    - Sanierung sehr schwierig
    - Trittschall
    - evtl. statisch anspruchsvoller, da große Dämmstärken unter Bodenplatte

    Für mich würde diese kurze Liste schon reichen, um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Denn die ersten 2 Pro-Argumente kann man auch auf "kostet weniger" reduzieren, dann bleiben nur noch Gegenargumente.
     
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