Verständnisfrage u-wert - wandaufbau - Einsparpotential

Diskutiere Verständnisfrage u-wert - wandaufbau - Einsparpotential im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo in die Runde, ich habe eine Frage zu den o.g. schlagworten. Wir stehen aktuell vor der Entscheidung welchen Wandaufbau wir für unser EFH...

  1. #1 petermueller, 7. März 2014
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    Hallo in die Runde,

    ich habe eine Frage zu den o.g. schlagworten. Wir stehen aktuell vor der Entscheidung welchen Wandaufbau wir für unser EFH wählen. Prinzipiell wird es so aussehen:

    (von innen):

    15mm Putz
    XX mm Gasbeton
    2x80mm Mineralwolle "035er Dichte"
    40mm Luftschicht
    Klinker

    Gasbrton ist gesetzt, die Nachteile was den Schallschutz angeht, sind gesetzt.
    Die Variable Größe ist die Gasbetonwand. Dort stehen 175 und 240 mm zur Auswahl. Der u-wert-Rechner liefert mit für die Variante mit

    175mm ---> U-Wert: 0,148 W/m²K
    240mm ---> U-Wert: 0,137 W/m²K

    Also ein Delta von 0,011 W/m²K

    Ist folgende Überlegung richtig: Bei einer Temperaturdifferenz von Innen nach Außen von 22K (z.B. 0°C Außentemperatur) verliert die schlechtere Wand 0,242 W/m². Nehme ich einen Raum an der eine 6mx2,5m= 15m² Außenwand (ohne Fenster) an, verliert diese Wand 3,63W.

    Ein Jahr hat 8760h und demnach verliere ich 31,798 kWh per anno über diese Wandfläche? Bei einem Gas-kWh-Preis von 0,07€ spart die bessere Wand also 2,23€ im Jahr?! Klingt jetzt nicht so wahnsinnig viel... . Oder ist das zu einfach gedacht?

    Peter
     
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  3. mastehr

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    Dein Haus wird aber wohl mehr als 15 m² Außenwand haben.
     
  4. #3 petermueller, 7. März 2014
    petermueller

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    Naja, das ist schon klar, die 6m x 2,5m beziehen sich auf z.B. eine WoZi Außenwand. Es geht mir darum ein Gefühl für den u-Wert zu bekommen. Die Mehrkosten um von 175er auf 240 Gasbeton zu kommen wurden vorsichtig in der Größenordnung 3000€ geschätzt... . Die gesamte Fassadenfläche war für diesen ersten Schritt für mich schlecht abzuschätzen.
     
  5. mastehr

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    Ich nehme mal an, dass sich der Aufpreis von 3000 Euro auf das gesamte Haus bezieht. Dann muss man bei einem Vergleich aber auch die gesamte Außenwand miteinbeziehen.

    Der Statiker hat keine Einwände gegen 175er Porenbeton?
     
  6. #5 Zellstoff, 7. März 2014
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    hat mal was vernünftiges gelernt
    Aber auch keine 8760 Heizstunden...max 200 Heiztage und auch nicht mit 0 AT Schnitt...
    Ich hab die Werte oben nicht überprüft, aber wenn es nur um die 0,01 besseren U-wert geht für 3000€, dann lass es. Rechnet sich nicht mal, wenn das Haus 100a alt wird...
    Genauer rechnen kann man es mit dem U-wert.net Rechner..
    Ich tippe auf weniger als 15€ / a Ersparnis...
     
  7. #6 petermueller, 7. März 2014
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    @mestehr: Die 175er Porenbetonsteine kommen vom Statiker/Bau.-Ing.

    Ich selbst habe die 240er Porenbetonsteine ins Gespräch gebracht, weil mir der Gedanke komisch vorkam, dass - wenn ich in einer Außenwand eine tiefe Schalterdose setze (66mm) mir nur noch 11cm 'Fleisch' bleiben. OK, da ist auch noch die Mineralwolle, aber es fühlt sich für mich komisch an.

    @Zellstoff: Guter Einwand das mit den Heiztagen! Nun habe ich auch die Berechnugn der Verluste pro qm und Heizsaison gefunden. Danke dafür!

    Berechnen lassen habe ich vom 01.10. - 31.04. und da beträgt das Delta zwischen den beiden Varianten 1kWh / qm, also bezogen auf meine Beispielwand 15kWh / Heizsaison was bei 7ct/kWh bei Gas einem Euro entspricht.

    Dabei nehme ich ein Eta der Brennwerttherme von 100% ansetze. Das ist sicher nicht realitisch... wo liegt dieser im echten Leben?

    Ich muss mal die ganze (hinterheizte) Fassade abschätzen... .

    Peter
     
  8. mastehr

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    Eine Gas-Therme im Heizbetrieb kommt schon auf einen Wirkungsgrad, der deutlich über 90% liegt.

    Ein U-Wert-Unterschied von 0,01 ist wirklich nicht viel. Bei dem Aufpreis wird er sich wahrscheinlich nie rentieren, wenn man die Kapitalkosten miteinbezieht.
     
  9. H.PF

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    Und dagegen muß man mal die Quadratmeter gegenrechnen, die man gewinnt...
     
  10. #9 petermueller, 7. März 2014
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    @H.PF: Du meinst die umlaufen gut 6cm? Da landet man in einer groben Rechnung bei 2,86m² die den Kohl in meinen Augen nicht fett machen. Dann bliebe noch die Frage, ob man mit 240er Gasbeton merklich (!) etwas an Schallschutz gewinnt... .
     
  11. R.B.

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    Der U-Wert ist hier nicht kriegsentscheidend. Die Steindicke hat sowieso kaum einen Einfluss denn die Wärmedämmung übernimmt ja größtenteils das WDVS. Es könnte aber andere Gründe geben warum eine 24er Außenwand sinnvoller ist. Das fängt bei der Statik an und hört bei Details (Auflager, Fenster usw.) noch lange nicht auf.
    Schallschutz ist anscheinend sowieso kein Thema, denn dann würde man anstatt PB einen anderen Stein wählen.

    Also, nicht nur an den U-Wert denken.
     
  12. mastehr

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    Für den Schallschutz gibt es noch den Klinker.
     
  13. R.B.

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    Das ist klar, der PB alleine würde gerade mal die Schalldämmung einer besseren Zimmertür erreichen.
     
  14. #13 petermueller, 8. März 2014
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    Aus konstruktiver Sicht wäre auch der 175er PB schon ausreichend, da Festigkeitsklasse 4 eingesetzt wird. Der Zuwachs von 65mm bei der Dicke der gesamten Mauerkonstruktion ist es, was mich zögern lässt. Da die Fensterleibungen ja 65mm dicker werden.

    @R.B.: Du meinst also, dass die Dicke des PB Mauer kaum Einfluss hat und die richtige Stellschraube die dicke der Mineralwolle wäre? Wie dick kann man in der Hohlschicht denn werden? Da gibt es sicher Grenzen!?

    @all: Gibt es ein Tool mit dem man die resultierende Schalldämmung einer solchen Konstruktion berechnen kann (vgl. u-Wert.net für den thermischen Widerstand)?
     
  15. GWeberJ

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    Je nach Zahl und Größe der geplanten Fenster werden diese für den Schallschutz vermutlich eher der Knackpunkt sein.
     
  16. #15 petermueller, 9. März 2014
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    Du meinst auch wenn diese 3-fach verglast sind?
     
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    Der Einfluss auf die Wärmedämmung (U-Wert) ist überschaubar, hier spielt das WDVS die Hauptrolle.
    Der Einfluss auf die Schalldämmung ist auch moderat, hier spielt der Klinker seine Stärke aus.

    Die Anzahl der Scheiben ist nicht das Entscheidungskriterium wenn es um die Schalldämmung von Fenstern geht. Viel wichtiger sind die Art der Scheiben, Aufbau der Fensterscheibe, Montage des Fensters. Betrachtet man zudem die Frequenzabhängigkeit, dann spielt auch die Größe des Fensterelements eine Rolle. So kann ein Fenster mit entsprechendem 2fach Scheibenaufbau eine höhere Schalldämmung haben als eine 3fach Scheibe mit 08/15 Glas.

    Aber selbst gut schalldämmende Fenster haben normalerweise eine geringere Schalldämmung als die Wand in die sie eingebaut werden. "Normalerweise" deswegen, weil es auch Konstruktionen gibt da ist die Wand das schwächste Glied in der Kette.

    Für Ziegel gibt es so etwas wenn ich mich richtig erinnere. Aber normalerweise genügen Taschenrechner, Bleistift und Papier. Den Rest kann man in Tabellen nachschlagen.

    Aber noch einmal, es gibt viele Kriterien für die Auswahl eines Wandaufbaus. Schall- und Wärmedämmung sind nur 2 davon. Bei einer dünnen tragenden Schale gibt es weitere Feinheiten zu beachten. Das Thema Schlitzen kann man sowieso abhaken, und dann frage mal einen Maurer was er von so einer " Wand" hält.
     
  19. GWeberJ

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    Meines Wissens sind typische 3-fach-Scheiben mit 4-12-4-12-4-Aufbau (4 mm Glas, 12 mm Gasfüllung, etc.) im Hinblick auf Schallschutz nicht besonders dolle. Falls da noch Fensterfalzlüfter reinkommen, dann sowieso nicht.

    Aber frag da besser die Profis.
     
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