Verständnissfrage bei Strombelastbarkeit von Kabeln in Leerrohr

Diskutiere Verständnissfrage bei Strombelastbarkeit von Kabeln in Leerrohr im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich hab ein paar Verständnissfragen, denke das wird rasch behoben sein^^ http://www.farbtoaster.de/next/docs/Verlegeart-VDE.pdf...

  1. EricNemo

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    Hallo,

    ich hab ein paar Verständnissfragen, denke das wird rasch behoben sein^^

    http://www.farbtoaster.de/next/docs/Verlegeart-VDE.pdf

    Ich plane Verlegeart A1 oder A2, also Leerrohr mit NYM-J oder Einzeladern drin. (gewöhnlicher Hochlochziegel an den Innenwänden, aussen T9 oder Schallschutzziegel - wobei hier jeder Schlitz vermieden wird soweit dies geht)

    Was habe ich unter "Anzahl der gleichzeitig belasteten Adern" zu verstehen? Die Adern, wo Strom drauf ist? Wäre bei einer 3adrigen Leitung zur Steckdose dann nur 1 belastete Ader, richtig?

    Laut dieser VDE-Tabelle kann ich bei Raumtemperatur von 25° also max. 2 1,5er belasten. Hat es irgendeinen Nachteil, wenn man überall 2,5er Leitungen durchzieht? Ich hab ein bisschen "Leerrohrknappheit" und möchte ungern auf Zusätzliche Lichtquellen oder ähnliches verzichten.
     
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  3. Julius

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    Mit "Zahl der belasteten Adern" sind diejenigen gemeint, welche vom vollen Betriebsstrom durchflossen werden.
    Bei einer dreiadrigen Leitung (z.B. für Steckdose oder Leuchte) sind dies stets zwei! Ist ja auch logisch, einmal Strom von der Quelle zum Verbraucher und einmal in selber Höhe vom Verbraucher zurück zur Quelle (geschlossener Stromkreis).

    Interessant wird es bei Drehstromkreisen (z.B. E-Herd), aufgeteilten Drehstromkreisen (jeweils drei belastete Adern, unabhängig davon, ob symmetrische oder unsymmetrische Last, also ob der Strom tatsächlich in drei oder vier Adern fließt, da die thermische Summe ziemlich gleich bleibt) oder Spezialfällen wie Wechselschaltungen etc.

    In Deinem Fall wäre aber nur die Verlegung im T9 als A1/2 anzusehen, in ungefüllten Hochlochziegeln ist es "nur" B1/2 (und damit höher belastbar).
    Allerdings ist bei einer Leitung immer der ungünstigste Abschnitt zu betrachten, wenn dieser länger als etwa 30cm ist.

    Diesen Satz verstehe ich nicht:
    Auch Dein letzter Satz ist mir unklar:
    Nachteile der generellen Verwendung von Adern/Leitungen mit 2,5mm²:
    -teurer
    -höherer Platzbedarf (Rohrduchmesser?)
    -schwerer einzuziehen (starrer)
    -manche Betriebsmittel lassen sich schwer anschließen (z.B. nur bestimmte Steckdosen fürs Durchschleifen wirklich geeignet)

    Vorteile:
    -höhere Belastbarkeit (ggf. höhere Absicherung möglich)
    -geringere Energieverluste
    -höhere Sicherheit

    Aber man geht die Sache - zumindest im Neubau/bei Neuinstallation - genau umgekehrt an:
    Erst Bedarf ermitteln, auf Stromkreise aufteilen, mit den Verlegeparametern ergibt sich der nötige Mindestquerschnitt.

    Häufiger Irrtum ist, daß man Schukosteckdosen in Haushalten generell mit B/C16A absichert. Das ist in den meisten Fällen weder erforderlich noch sinnvoll noch besonders sicher. Und es kann eben gut sein, daß 2,5mm² nötig wird.

    Stattdessen genügen B/C13A vollauf. In Sonderfällen kann man auf K16A ausweichen. In beiden Fällen genügt dann vielfach auch bei ungünstigerer Verlegung 1,5er Leitung.

    Wenn Du nähere Angaben zu Deinem Vorhaben machst, kann man Dir konkrete Tipps geben! :)
     
  4. EricNemo

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    danke, schonmal recht aufschlussreich. Dachte mir zwar anfangs auch, Wechselstrom sind zwei Adern belastet, aber hab nicht gedacht, dass das auch wirklich so gemeint ist^^

    Leerrohre sind im Boden/Decke schon drin, die hab auch nicht ich gelegt/geplant. Ursprünglich wollte ich pro Zimmer das Licht und die Steckdosen jeweils getrennt sichern, aber das kann ich mir wohl abschminken, denn es wird mit einer Sicherung pro Raum schon knapp (zumindest nach meinen derzeitigen Wissensstand^^). Im T9 will ich eigentlich garnicht schlitzen, wenn dies machbar ist.

    Verlegearten: (?)
    Leerrohr in T9 - A1/A2
    Leerrohr in Hochlochziegel - B1/2
    Leerrohr in Betondecke - ???
    Leerrohr auf Betondecke unter/in die Dämmung - ???

    Den Preisunterschied 1,5m²/2,5m² find ich nicht so wild, die problematischen Anschlüsse machen mich eher nachdenklich. Kann man nicht die Leitungen bis zu den Abzweigdosen in 2,5m² machen und von der Abzweigdose dann in 1,5m² weiter? Denn nach der Abzweigdose kommt normalerweise ja nur noch das Betriebsmittel...


    (bevor ich anfange wird meine Planung ein Eli zu sehen bekommen, das ist klar)
     
  5. Bauwahn

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    Kann man machen, wenn
    die Strombelastbarkeit der 1,5mm²-Leitungen NACH der AbzwD mit ihrer jeweiligen Verlegeart und Aderzahl einzeln ausreicht.

    Leitungen zu Steckdosen sind in jedem Fall für die volle Strombelastbarkeit des gesamten Stromkreises (also nach der gewählten Absicherung) auszulegen, auch wenn Du nur planst ein Steckernetzteil anzuschließen, aber da Du dann vielleicht nur noch 2 belastete Adern hast, könnte es gehen.

    Bei Leitungen zu fest angeschlossenen Betriebsmitteln (z.B. Lampen) mit bekannter geringer Leistung könnte man etwas großzügiger verfahren, aber wahrscheinlich taucht das Problem dann sowieso nicht mehr auf. Die Lichtschalter sind z.B. aus diesem Grund meist ohnehin nur bis 10A ausgelegt.

    Gruß

    Thomas
     
  6. EricNemo

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    ok, da kann ich die Planung alternativ mir auch mal so überlegen...

    Noch ne Frage, zu der ich nirgends ne schlaue Antwort finden konnte: Kann man 2 Leerrohre nebeneinander (waagrecht) verlegen? Installationszone würde ja problemlos für 2 Rohre mit ein paar cm Abstand ausreichen...
     
  7. Bauwahn

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    Du meinst in der Wand? Also übereinander? Klar, das geht.
     
  8. EricNemo

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    Abstand zwischen den Rohren oder legt man die dann einfach nebeneinander in einen breiten Schlitz?
     
  9. EricNemo

    EricNemo

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    "über"einander natürlich - senkrecht ist mir klar, dass ich nicht alle 20cm schlitzen darf :D
     
  10. vincenz

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    irre ich mich?

    irre ich mich? oder waren (zumindest bis ca 1995) alle Kabel grösser als 1,5mm² unzulässig innerhalb von Wohnungen für Lichtstrom- und Steckdosenstromkreise?
    Von
    mal ganz zu schweigen:D
    Gruss Vincenz
     
  11. EricNemo

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    nun gut, das 2,5m² wird in der Tat evtl. zu schwer um die Rolle ins Dach zu tragen...

    zur Not greif ich auch auf 2,5mm² zurück^^

    Aber im Ernst, wo finde ich so eine Bestimmung? Die wäre ja garnicht soooooo unwichtig in der Sache...
     
  12. Julius

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    Ja, vincenz irrt:

    Zumindest in VDE-Land war eher das Gegenteil der Fall!

    Denn auch damals schon waren - je nach Verlegart, Häufung und Länge (Spannungsfall, Schleifenwiderstand!) - im Einzelfall höhere Querschnitte sogar zwingend erforderlich.

    Vielleicht in TGL-Land, wegen der dortigen notorischen Buntmetallknappheit. Aber da gabs um die Zeit eh starre Leiter fast nur noch aus Alu, bestenfalls AlCu (das widerum erst bei 2,5mm² überhaupt anfängt!) ...

    Und umgekehrt wird auch ein Schuh draus!
    1,5mm² war und ist der absolute Mindestquerschnitt für festverlegte Leitungen zur Energieversorgung mit Netzspannung.
    Nur die Ösis durften ne Zeitlang mit 1mm² spielen. Die ließen aber auch brav generell die Finger weg von der grenzwertigen 16A-Absicherung.

    Vielleicht verwechselst Du das mit der Begrenzung auf max. 16A Absicherung?
    Es gibt ja nach wie vor diese weitverbreitete Unsitte der vorgeblichen Entsprechung: 1,5mm² Leitung <-> 16A Absicherung


    @ Eric
    Leitungen und Rohre bitte möglichst mit Abstand (etwa gleich ihrem Durchmesser) verlegen. Das vermeidet eine Minderung der Belastbarkeit und der Puitz hält wesentlich besser.
     
  13. EricNemo

    EricNemo

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    Danke, das wird kein Problem sein.

    Um für mich mal zu einem abschliessendem Punkt mit dem Querschnitt zu kommen:
    Der höhere Querschnitt ist primär besser, aber teurer und umständlicher zu verlegen. Wenn ich alle Leitungen bis zu letzten Verteilerdöschen vor dem Verbraucheranschluss dicker mache, ist das im Endeffekt aber ne bessere Sache auf die Dauer - von Kosten und Arbeit abgesehen - richtig?
     
  14. Julius

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    Ja.

    Noch eins:
    In einem Rohr mit Einzeladern darf immer nur EIN Stromkreis liegen!
    "Ausnahme": aufgeteilter Drehstromkreis.

    In einer Mehrader-Mantelleitung dürfen dagegen auch mehrere Stromkreise gemeinsam geführt werden.

    Auch pro normaler Dose nur ein Stromkreis, ansonsten sind Trennstege nötig.
     
  15. EricNemo

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    Das mit den Einzeladern hab ich auch schon in einem meiner schlauen "Selbst ist der Mann"-Bücher gelesen (die allgemein reine Geldverschwendung sind...). Bei sTromkreis reden wir hier ja jetzt von allen Leitungen, die von einer Sicherung weggehen, oder? Ich kann also in einer 5x2,5mm² von zwei Sicherungen den Strom in ein Zimmer führen und dort in Licht und Steckdosen "aufteilen" - richtig? So plane ich das derzeit und fände es im ergebniss sehr übersichtlich. Ein Kabel pro Zimmer, aber Licht und Steckdosen mit eigener Sicherung...

    Nur am Rande: Was zum Teufel soll ich in einer Steckdose mit einem zweiten Stromkreis anfangen? ^^
     
  16. Bauwahn

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    Das möchte ich sehen, wie Du das in einer EFH-Installation normgerecht gebacken bekommst! Allenfalls mit > 5 Adern (numerierte Adern). So ein 7 x 2,5 ist schon eine tolle Sache zum Verlegen. Oder was wolltest Du als 2. N benutzen? Grau? Grün-Gelb?

    Genau, und wie machst Du das dann mit Deiner Mehrader-Mantelleitung?

    Gruß

    Thomas
     
  17. Bauwahn

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    Richtig und vor allen Dingen gefährliches Halbwissen verbreiten (Von so Kleinigkeiten und falschen Bezeichnungen wie "Nulleiter" red ich ja schon gar nicht mehr, das machen ja auch genügend altgediente Elis falsch.)

    Ich kenn mich ja nun auch nicht mit allem aus, aber wenn ich sehe, was für ein Mist da drin steht bei den Sachen, wo ich mich auskenne, dann weiß ich, dass ich die Hefte/Bücher nicht dafür nehmen will, für Dinge, die wo ich mich nicht auskenne. Allenfalls mal für einen groben Überblick.

    Gruß

    Thomas
     
  18. Bauwahn

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    Mit "Normaler Dose" war hier alles in oder auf der Wand gemeint, also eine Steckdoesen-Dose auch eine Lichtschalter-Dose, sprich: Geräte-Dosen oder Abzweig-Dosen. Und theoretisch könntest Du ja den 2.Stromkreis in einer (tiefen) Steckdosen-Dose zu einer weiteren Dose weiterverteilen wollen, aber halt so nicht dürfen, es sei denn es handlet sich um den gleichen Stromkreis, nur z.B. geschaltet für eine Leuchte.

    So weit so klar?

    Thomas
     
  19. EricNemo

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    ok...

    mal von der ganz anderen Richung: Macht es überhaupt Sinn für jeden Raum eine Sicherung anzustreben oder reicht es auch vollkommen das Stockwerk in 2 Kreise aufzuteilen? Ausnahmen wir Bad und Herd natürlich extra...
     
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    Hängt von der Größe des Stockwerks ab und vom Komfort, wenn mal einen Sicherung fliegt. Zähl halt mal die zu erwartenden Verbraucher und deren Leistungsbedarf zusammen. 2 Zimmer zusamen geht normal immer, ausser Du heizt mit Strom, macht man halt heute nicht mehr, weil das Material billig genug ist.
    Bei meiner Schwiegermutter hängt das ganze Haus an 3 Sicherungen, davon 1 für den Herd.
    Du stellst die Frage wegen der Anzahl der Leitungen, nicht? Weil nur um LS zu sparen, lohnt sich das nicht, 2 Zimmer zusammen zu verdrahten.

    Aber: Erst willst Du mehrere Kreise für ein Zimmer, dann meherere Zimmer an 1 Kreis... Bist Du jetzt so verunsichert?

    Also meine Meinung: Wenn die Leerrohre nicht reichen, um getrennte Licht- und Steckdosenkreise in jedem Raum zu realisieren, dann mach die übliche Einzelabsicherung jedes Raumes anstatt 2 Räume zusammen 1 Lichtkreis und 1 Steckdosenkreis.

    Gruß

    Thomas
     
  22. EricNemo

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    es geht drum, da ich mich ja zwangsläufig an den Leerrohren in Boden/Decke orientieren muss und wenn ich fix pro Zimmer 1 doer 2 Sicherungen will dann muss ich manchemal umständlich Kabel "im Kreis" verlegen. So viele Stromkreise war ein idealistischer Gedanke von mir, aber mehrere (nicht-Elektriker) haben mir nun geraten, dass es auch weniger tut und später ich keinen Gedanken mehr an meinen Sicherungen verlieren werde...

    Bin jetzt halt am rumprobieren wie sich die Leitungen am besten durch die Rohre schlingeln lassen. Ist irgendwie wie "Malen nach Zahlen" nur eben ohne den Zahlen^^
     
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Verständnissfrage bei Strombelastbarkeit von Kabeln in Leerrohr

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