Verzinnte Verbindungen in Abzweigdosen

Diskutiere Verzinnte Verbindungen in Abzweigdosen im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ein Handwerker – kein Elektriker – hat mich gerade auf folgende „Auffälligkeit“ in den Abzweigdosen hingewiesen, die...

  1. #1 JaquesTati, 2. März 2011
    JaquesTati

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    Hallo zusammen,

    ein Handwerker – kein Elektriker – hat mich gerade auf folgende „Auffälligkeit“ in den Abzweigdosen hingewiesen, die Verbindungen - Einzeldrähte H07 V-U 1,5 – wurden nicht mit Wago- oder Lüsterklemmen ausgeführt, sondern zuerst verdrillt, dann der abisolierte Teil sauber verzinnt und dann noch einmal mit Lüsterklemme gesichert. Das Ganze sieht sehr akkurat aus, die Drähte wurden sauber mit 180 Grad Bögen (so das man sie bequem aus der Dose heraus biegen könnte) verlegt und nicht wie sonst leider teilweise üblich irgendwie darein gequetscht und Deckel drauf..

    Nun meinte der Mann jedoch, dass die Verzinnung nicht zulässig wäre und ich diese bitte vor dem Tapezieren und Abhängen der Decke korrigieren lassen sollte.

    Mein Kenntnisstand ist aber wie folgt, früher wurde Litze an den Anschlüssen zuweilen verzinnt, wenn keine Aderendhülsen verfügbar waren, aber das war nicht zulässig. Hingegen mussten im GMA-Bereich entsprechende Verbindungen von Teneconect und Tenofix beispielsweise nachgelötet bzw. verzinnt werden.

    Ist nun die oben beschriebene verzinnte Verdrahtung statthaft oder nicht?

    Schon einmal besten Dank

    mfG

    Jaquestati
     
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  3. R.B.

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    Mir ist nicht bekannt, dass ein Verzinnen an dieser Stelle jemals statthaft gewesen wäre.

    Gruß
    Ralf
     
  4. ThomasMD

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    Ich kenne noch eine Zeit, da gab es gar keine Aderendhülsen.
    Da war das Verzinnen Pflicht.

    Ich frage mich allerdings, was Litze in Abzweigdosen zu suchen hat.
    Ich kenne die nur als Leuchtenanschlussleitung in Lüsterklemmen oder in flexiklen Leitungen mit Stecker und Kupplung.
     
  5. #4 JaquesTati, 2. März 2011
    JaquesTati

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    Entschuldigung, da habe ich mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt, in den Abzweidosen ist nur H07 V-U (also fester Einzeldraht) verwendet worden, das Verzinnen von Litzenenden diente nur als allgemeines Beispiel für das "VERZINNEN" von stromführenden Leitungen und dass das in diesem Fall nicht (mehr) zulässig ist. Im Gegensatz zu meinem GMA Beispiel.
     
  6. Jonny

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    würde ich als 'verlötet' bezeichnen. :shades

    war m.M. nach früher üblich/erlaubt/geduldet?

    Sind die Klemmstellen später noch zugängig?

    Grüsse
    Jonny
     
  7. #6 JaquesTati, 2. März 2011
    JaquesTati

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    Ja, die Klemmstellen sind theoretisch noch alle zugänglich, allerdings würde die jetzt betroffene Abzweigdose mit einem Einbauschrank verdeckt werden.

    Im Bedarfsfall käme man aber auch da mit entsprechendem Aufwand wieder dran.

    Okay, verlötet paßt vermutlich besser als verzinnt, obwohl man sich die Lötstellen nicht als einen Ballen Lötzinn vorstellen sollte, sondern eher als eine Art feiner Überzug, der aber auch die Hohlräume/Übergänge zwischen den einzelnen Adern verschließt. Und darüber wie gesagt noch eine Lüsterklemme.

    Früher scheint ein dehnbarer Begriff sein, die Installation müsste von 2007/2008 sein.
     
  8. Ludolf

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    Mir wäre keine Norm bekannt, die eine derart erstellte Verbindung explizit verbietet.
    Wenn ich damals eine nicht mehr zugängige Verbindung herstellen mußte, habe ich das genau so gemacht (bisher ohne Beanstandung).
    Was sollte denn daran bitteschön passieren?

    (Mich macht nur Beitrag#2 stutzig...:think)

    Anders sieht es mit dem Verzinnen von flexibelen Adern aus, wenn sie anschließend irgendwo mittels SCHRAUBEN befestigt werden sollen.

    Diese Verbindung kann sich lockern, hat auch noch weitere Nachteile!
    Hier sind Aderendhülsen mit der entsprechenden Presszange zu verwenden.
     
  9. #8 Ralf Dühlmeyer, 2. März 2011
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    War da nicht was mit Lösen der Verbindung durch Erwärmung???
     
  10. Ludolf

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    @Ralf Dühlmeyer:
    Kann ich mir nicht wirklich vorstellen, es sein denn, die Erwärmung kommt von außen (sprich: es brennt schon...)
     
  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 2. März 2011
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    Verdrillen erzeugt, wenn überhaupt, nur eine sehr bedingte Kontaktfläche. Lüsterklemmen bei verzinnten Adern lösen sich durch Kriechen.
    Die beiden fallen also als Vermeidung von Übergangswiederständen schon mal aus.
    Wer dann mal erlebt hat, was eine dünne Kontaktstelle bei grösseren Strömen an Erwärmung erzeugen kann, .......
     
  12. Ludolf

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    Das Verdrillen in Verbindung mit (fachmänischem) Verlöten gibt einen ganz hervorragenden Kontakt. Die Lüsterklemme ist mehr zum Isolierzweck verbaut.

    Ich glaube mal, ich habe genügend verschmorrte Abzweigdosen gesehen.
    Alle übrigends mit "Dolyklemmen" verschraubt...
     
  13. #12 JaquesTati, 2. März 2011
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    Laienbemerkung/-meinung von der Seite, vermutlich wurden deshalb die Adern bei mir noch verdrillt und zusätzlich noch mit einer Lüsterklemme versehen. So nach dem Motto "doppelt gemoppelt hält besser".

    Ich bin auf alle Fälle froh, dass noch keiner geschrieben hat, dass das nach VDE schlagmichtot nicht zulässig wäre und daher alles erneuert werden müsste.
     
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  15. #13 Ralf Dühlmeyer, 2. März 2011
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    Hab ich gesagt, die seien besser???
    Die Dinger gehören mMn verboten. Aus vielen Gründen.
     
  16. Ludolf

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    Tja, dann noch mal:

    Kommt drauf an, wie lang der verdrillte Teil ist. Welche Verbindung hätte den eine größere Kontaktfläche?

    Das stimmt, habe ich ja auch geschrieben.
    Hat aber nichts hiermit zu tun, hier wurden verdrillte Adern verlötet.


    Habe ich, schon mehrfach, aber nicht durch verlötete Verbindungen.
    Mit meinem Beispiel habe ich nicht sagen wollen, dass du Dolyklemmen besser findest...
     
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