Vollfinanzierung sinnvoll auf Grund geringer Zinsen?

Diskutiere Vollfinanzierung sinnvoll auf Grund geringer Zinsen? im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo liebes Forum, ich möchte mich vorab entschuldigen das es vermutlich die 150te Anfrage zur Finanzierungsmöglichkeit ist, aber wo...

  1. #1 ElDuderino, 21. Mai 2012
    ElDuderino

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    Hallo liebes Forum,


    ich möchte mich vorab entschuldigen das es vermutlich die 150te Anfrage zur Finanzierungsmöglichkeit ist, aber wo bekommt schon seriöse Einschätzungen ohne gleich einen Schufa-Eintrag zu kassieren?

    Zu mir:

    Bin blutjunge 26, arbeite im Öffentlichen Dienst (unkündbar, Angestellter) mit einem Nettoeinkommen von 1900 Euro. Stehe kurz vor der Beförderung mit einem erwarteten Netto von 2100 Euro. Mein Schufascore liegt bei 98,5 %. Ich lebe in einer Beziehung, jedoch kann das Gehalt meiner Partnerin nicht gewertet werden, da Sie noch studiert (ohne Schulden). Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für mich in Höhe meines jetzigen Nettos existiert.

    Zu meiner Ausgabenseite:

    Es existiert ein Autokredit über 160 Euro. Die Schlussrate habe ich gespart, darüber hinaus jedoch kein Eigenkapital.

    Meine Wunschimmobilie darf max. 140-160.000 Euro kosten. Mehr bin ich nicht bereit auszugeben. In meinem Bekannten- und Freundeskreis beobachte ich in den letzten Monaten verstärkte Kaufabsichten bis hin zum Abschluss. Bei einigen weiß ich, dass Sie über ein deutlich geringeres Einkommen als ich verfügen, jedoch zwei Autos vollfinanziert haben. Natürlich stelle ich mir jetzt die Frage: Macht es Sinn jetzt schon zu finanzieren? Lt. meinen Bekannten und Freunden definitiv! Und da wurde ich stutzig.

    Ich habe mir selbst die Mühe gemacht und ein wenig gerechnet.
    Würde ich heute 160.000 Euro vollfinanzieren ergäben das auf die gesamte Laufzeit Gesamtkosten von etwa 303.000 Euro inkl. Zinsen.
    Wenn ich in 5 Jahren ein Darlehnen über 100.000 Euro aufnehme sind es nur noch 258.000 Euro (die jetzigen Netto-Mietkosten für die nächsten 5 Jahre eingerechnet inkl. einem Zinsanstieg um 3 Prozent).

    Ich verstehe das so, dass ich wenn ich jetzt voll finanziere 45.000 Euro mehr ausgebe als wenn ich noch 5 Jahre spare. Habe ich irgendwas vergessen zu berücksichtigen?

    Das ist natürlich noch ein Batzen Geld, aber die Frage ist: Wohin geht die Reise? Wird die Landflucht zunehmen wegen der steigenden Energiepreise? Wie entwickelt sich die Inflation? Alles Faktoren die ich berücksichtigen möchte.
    Falls ich jetzt nicht finanziere und Kaufe würde ich die nächsten 5 Jahre sparen und dann etwa 40-50.000 Euro EK besitzen.

    Was meint ihr zu meinem Vorhaben? Würde mir die Bank das überhaupt finanzieren, wenn ich jetzt vollfinanziere?


    Viele Grüße,

    Der Dude
     
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  3. #2 ReihenhausMax, 21. Mai 2012
    ReihenhausMax

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    Laß doch erstmal Deine Partnerin ihr Studium abschließen und ein paar Jahre im Berufsleben stehen, bevor Ihr Euch jetzt irgendwo räumlich festlegt. Wenn Du Dich ein Stück weit gegen steigende Kreditzinsen schützen willst, schließ einen nicht übertrieben hohen BSV ab, aber laß ansonsten das Pokern, wenn Du nichts in der Hand hast und noch nichtmal schuldenfrei bist.
     
  4. BerndR

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    So kann man natürlich nicht rechnen.

    Eine Investition bzw. Finanzierung ist eine Zins bzw. Zinseszinsrechnung.

    Wenn man die Vorteilhaftigkeit überprüfen möchte, muss man die zu den jeweiligen Zeitpunkten anfallenden Zahlungen mit den entsprechenden Zinssätzen verzinsen;
    und die Alternativen dann anhand der Endwerte des Vermögens überprüfen.
     
  5. JB2012

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    Das glaube ich nicht :) Ich glaube nämlich nicht, dass du Beamter bist. Aber es ist auf jeden Fall ein Vorteil im Öffentlichen Dienst zu sein.



    Eigentumswohnung?

    Für ein Haus wird es doch sehr knapp.

    Bei Vollfinanzierung wirst du auch kein Kredit mit besonders guten Konditionen erhalten, wenn dir die Bank überhaupt Geld gibt ohne Sicherheit.
     
  6. #5 ElDuderino, 21. Mai 2012
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    Wollte eigentlich keine Erbsen zählen, aber wenn man eine Planstelle als Angestellter inne hat ist man defacto "unkündbar". Wer die goldenen Löffel klaut - egal ob Beamter oder Angestellter - fliegt, das ist ja wohl mal klar. Insofern ist mein Job doch ziemlich sicher.

    Nicht da wo ich wohne. Da geht es ab 140.000 Euro für eine relativ junge (15 Jahre alte) Doppelhaushälfte los.

    Ist auf jeden Fall eine ernsthafte Überlegung Wert, wobei wir 30 km rund um meine Arbeitsstelle wohl suchen werden müssen.

    Ja, das stimmt in der Tat. Fällt mir nur schwer mein Erspartes auf dem Tagesgeldkonto mit Zinsen zu füllen. 2-3% Zinsen werden alleine von der Inflation gefressen. Alles andere ist mir zu spekulativ und Verträge die ich vor 15 Jahren abgeschlossen habe ruhen heute, weil defacto "nix" bei rum kam.
     
  7. LaSina

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    Du hast mit 11Vertraegemabgeschlossen? Aha. Spar dir Kapital an wenigstens die Nebenkosten.
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 21. Mai 2012
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    Genau. Und in wenigen Jahren gehen die gösseren Reparaturen los.
    Neue Heizung, neue Armaturen, Bodenbeläge, evtl Fenster uswuswusw.

    Wenn Du jetzt schon die Hosen bis unter die Schuhsohle runterläßt, wovon willst Du die dann bezahlen?
    Was machst Du, wenn Kinder kommen. Die kosten mehr als sie an Kindergeld "einbringen"!

    110% Finanzierungen sind nichts Gutes!
     
  9. #8 ReihenhausMax, 21. Mai 2012
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    Bei der relativ kurzen Zeit (sagen wir mal 4-7 Jahre) machen Dich die Zinsen so oder so
    nicht reich. Es geht einfach drum, kontinuierlich was zur Seite zu legen. In der Zeitspanne
    Geld anzulegen ist leider extrem undankbar, selbst wenn man ein Ziel hat, auf das man
    es hin optimieren kann ... Bevor wir unser RMH gekauft haben, hatten wir auch so 100k Euro auf diversen Tagesgeldkonten liegen. War auch ein wesentliches Motiv uns noch eine zweite Immobilie zuzulegen, auch wenn das eigentlich anders gedacht war ...
    Die erste konnten wir ziemlich genau ein Jahr selber nutzen und ist seitdem nach einem
    Jahr Leerstand zum Glück an eine nette Familie vermietet, nur so als Abschreckung für Euch ;-) Nehmen wir mal an, Deine Partnerin kann in 200 km Entfernung unterm Strich 1000 Euro
    mehr verdienen als Du jetzt und Du findest dort auch was, dann wäre so ein Häuschen ziemlich unpraktisch ...
     
  10. R.B.

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    Na hoffentlich nicht, denn das Vorhaben könnte sich zu einem Albtraum entwickeln.

    Betrachten wir nur mal die Fakten. Kein nennenswertes Eigenkapital, Autokredit an der Backe, anscheinend erst kurz im Berufsleben. Das sind bereits denkbar schlechte Voraussetzungen.

    Hinzu kommt die Unsicherheit, ob Du bzw. Deine Freundin überhaupt dauerhaft in der Gegend bleiben möchtet (oder könnt).

    Das endgültige K.O. ergibt sich dann aus Deinen Preisvorstellungen für eine Immobilie. Schau mal genau nach, was Du in dem von Dir genannten Preisrahmen überhaupt kaufen kannst. Je nach Lage gibt´s dafür nur noch Häuser die schon 40 Jahre und mehr auf dem Buckel haben, und bei denen es absehbar ist, wann Du weiter investieren musst.

    Ich würde an Deiner Stelle zuerst einmal das aktuelle Zinsniveau ganz schnell vergessen. Man baut/kauft nicht ein Haus nur wegen der Zinssätze, das wäre die dümmste Entscheidung. Es müssen auch alle sonstigen Rahmenbedingungen passen.

    Zum aktuellen Zeitpunkt musst Du Dein Leben erst einmal in geordnete Bahnen lenken. Wenn sich dann alles gefestigt hast, kannst Du über ein eigenes Haus nachdenken.

    An Deiner Stelle würde ich zuerst etwas Kapital ansparen. Wie man das macht, dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Falls Du eine einfache Konstruktion sucht und Dir Zinssätze sichern möchtest, dann kannst Du auch einen BSV in´s Auge fassen. Hier sollte die Bausparsumme aber nicht zu hoch gewählt werden, da die BSV mit günstigen Zinssätzen normalerweise Kurzläufer sind, d.h. man hat eine relativ hohe monatliche Rate zu schultern (ist dafür aber auch schnell schuldenfrei). Durch zusätzliche Sparraten kannst Du den BSV auch früher zur Zuteilungsreife bringen, je nachdem wie Dein Zeitplan aussieht.

    In ein paar Jahren dürfte dann auch die Freundin eine Arbeitsstelle haben. Dann zeigt sich, ob Ihr in eine andere Gegend ziehen müsst, ob Kinder angesagt sind, usw.

    Ob die Zinssätze dann höher oder niedriger liegen als heute, das wird man sehen. Über die gesamte Finanzierung gesehen schätze ich den Zinssatz nicht viel höher ein als heute, denn einen Teil hast Du Dir über den BSV schon gesichert, und aufgrund des EK bekommst Du sowieso einen besseren Zinssatz als heute mit einer 110% Finanzierung.

    Was aber viel wichtiger ist, wenn dann die Rahmenbedingungen (familiäre und finanzielle Verhältnisse) passen, fällt eine Entscheidung zugunsten einer eigenen Immobilie viel leichter.

    Gruß
    Ralf
     
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  12. Der Da

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    Da oben ist es wirklich günstiger zu bauen, bzw zu kaufen. Aber das hat auch seinen Grund. Die Grundstückspreise sind angenehm. (Hier bis zu 600 € pro qm)
    Aber denk daran, dass deine Freundin eventuell (je nach Studium) nicht wirklich leicht einen Job bekommen kann. Germanistik, Psychologie etc ... da kann es schon hart werden bei der Suche. Ebenso als reiner Mathematiker... (Ein Kollege ist jetzt nach Australien, da er hier im Süddeutschen Raum keine passende Forschungstelle mit Dr. der Mathematik bekommen hat) Naja Details.

    Denk auch daran, wenn man ländlich lebt, braucht man zwei Autos, und zwei Autos kosten zwei Mal Sprit, und der kostet bald zweimal einen Euro pro Liter. Die Pendlerpauschale kannste wahrscheinlich auch bald wieder vergessen. Mal gibt es sie mal nicht... wer weiß, wie die nächste Regierung agiert.
    2100 € ist nicht genug um 150 000 voll zu Finanzieren. Jedenfalls nicht, wenn ihr in den nächsten 20 Jahren vielleicht heiraten, in die Flitterwochen wollt, ein Auto mal Repariert werden muss, oder einfach ein Jahresurlaub auch mal drin sein soll.

    Ich würde an deiner Stelle entweder zu BSV tendieren (ich mag die gar nicht) oder eben sparen. (Tagesgeldkonto) Wenn du ca 1/3 der Gesamtsumme an EK hast, würde ich wieder drüber nachdenken.

    Du sprichst die Inflation an, die trifft dich bei der Finanzierung auch erst mal. Du wirst immer Nominalwerte bei der Bank abzahlen müssen. Ob sich dein Gehalt den steigenden Preisen anpasst interessiert die Bank erstmal nicht. Sollten wir in eine Hyperinflation laufen (glaub ich nicht) dann kannst du Glück haben und deinen Kredit mit einem Monatsgehalt abbezahlen können :)
    Aber soweit wird es nicht mehr kommen.

    Weiter solltest du bedenken, dass eine Immobilie auch weiter Kosten mit sich bringt. Versicherungen, und Nebenkosten in der Höhe von 200-300 € im Monat. Ich glaube dafür bekommt man in der ländlichen Gegend um Viersen schon fast ne Mietwohnung. Da knnt ich ja fast heulen: hier kosten 80 qm Wohnungen locker 1000€, wenn man sie überhaupt bekommt, unter den 20 Bewerbern pro Wohnung :)
     
  13. R.B.

    R.B.

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    Man kann sich ja den Immobilienmarkt anschauen, was so im I-Net angeboten wird. Die Grundstückspreise sind mit irgendwas um 100,- €, je nach Lage auch mehr, sicherlich noch moderat, zumindest im Vergleich zu sagen wir mal Stuttgart, München, oder Freiburg. Das Grundstück allein reicht aber nicht aus um die Preisvorstellung des TE zu treffen.
    Wenn er also dort ein Haus für 140-160T€ findet, dann hat das einen Grund....und dieser Grund kostet üblicherweise nachträglich ganz ordentlich Geld.

    Gruß
    Ralf
     
Thema:

Vollfinanzierung sinnvoll auf Grund geringer Zinsen?

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