Vor / Nachteile Kaltdachboden

Diskutiere Vor / Nachteile Kaltdachboden im Dach Forum im Bereich Neubau; Liebes Forum, folgendes ist unsere Situation: Wir haben einen kleinen, ca. 170 Jahre alten Hof erworben. Das ehemalige Wohn/Stallgebäude soll...

  1. #1 Der Bauamateur, 8. Oktober 2013
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    Liebes Forum,

    folgendes ist unsere Situation: Wir haben einen kleinen, ca. 170 Jahre alten Hof erworben. Das ehemalige Wohn/Stallgebäude soll (mit einem Anbau) unser Wohnhaus werden. In dem Haus muss alles, aber auch wirklich alles gemacht werden. Es bleiben stehen die tragenden Teile der Außenmauern, die Holzbalken, welche die Decke tragen - soweit noch gut - und die tragenden Elemente im inneren, soweit die Planung nichts anderes vorsieht. Die Planung macht ein lokaler altbauerfahrener Architekt. Nun haben wir das "Problem" Dachausbau und stellen uns die Frage: machen oder nicht. Ich will gar keine definitiven Antworten in die eine oder andere Richtung, lediglich ein paar Denkanstöße diskutieren;

    1. Dachstuhl: Der Dachstuhl ist in Ordnung. Keine morschen Balken, kein Schädlingsbefall, gut konstruiert (lt. Archi). Allerdings meinte der Dachdecker, den ich gebeten habe, ein paar kleinere Löchlein und den (später abzureißenden) Schornstein zu verschließen, dass der Dachstuhl nach seiner Einschätzung für das Dach, wie es drauf ist, konstruiert ist, nicht aber für eine zusätzliche Belastung mit Dämmung, Dampfsperre etc. Klingt für den Laien auch erst mal plausibel. Andererseits meinte der Dachdecker, das Ziegel seien Mist und müssen runter, während der Architekt meinte, dass die Ziegel noch 40 Jahre halten, also vielleicht steckt da auch ein gewisses Eigeninteresse in den Ansichten.
    --> grundsätzlich spräche das erstmal dafür, nur die Zwischendecke zu dämmen und das Dach zu lassen, insbesondere müssten wir dann nicht den Dachstuhl, der eigentlich i.O. ist nochmal anfassen. Wäre auch besser fürs Hausklima, meint der Architekt, und zudem günstiger. Was natürlich auch ein gewichtiges Argument ist.

    2. ABER: eigentlich wollen wir den Platz zumindest langfristig nutzen. Gegenwärtig sind wir noch zu dritt, wollen aber noch ein bisschen mehr für die Rente tun. Und hatten uns eigentlich als Eltern-Bereich den Dachboden ausgeguckt, mit schön verglastem Fachwerk und Terrasse raus in den Garten (das Haus liegt am Hang).
    --> wenn wir eh schon alles anfassen, wäre halt die Idee gleich alles in einem Rutsch zu machen und nicht im Schluckaufverfahren das Haus zu sanieren.

    3. Förderung: Der Hof liegt im LEADER-Gebiet. Als junge Familie bekommen wir für Maßnahmen zu Wiedernutzung von "altem" Wohnraum bis zu 50% als Zuschuss. Das ist ziemlich viel Geld, das nicht mehr zurückgezahlt werden muss. Wenn wir schon in dem Haus wohnen, wird nichts mehr gefördert.
    --> Damit wird das Preisargument zumindest teilweise entkräftet, weil Dämmung und Ausbau des Dachbodens mit 50% bezuschusst werden könnten (gewisse Verschleißteile wie Fußböden nicht, aber die generelle Richtung ist klar).

    Da die Frage muss der Dachstuhl tatsächlich "ertüchtigt" werden hier nicht geklärt werden kann bleibt zur Diskussion: schlägt der Vorteil fürs Hausklima den Platzgewinn? Und immerhin müssen wir auch noch die andere Hälfte der Mehrkosten stemmen. Wie sind so die Erfahrungen in der Hinsicht hier im Forum? Wie würdet Ihr tendieren?
     
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  3. Julius

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    Fürs Hausklima ist das ME völlig egal.
    Seinen Vorteil (konstruktiv einfacher, fehlertoleranter) kann das Kaltdach natürlich nur dann aussüpielen, wenn der Dachraum nicht höherwertig genutzt werden soll (also nur als unbeheizter Abstellraum).

    In Euirem Fal würde ich es komplett mitmachen, wenn die Finanzlage es hergibt.
    Wenn nicht, zumindest einen späteren Ausbau vorsehen (Zuleitungen, Treppe etc.).
     
  4. mastehr

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    Da in meinem Neubau die Lüftungs- und Heizungsanlage auf dem Dachboden untergebracht sind, musste dieser gedämmt werden. Eine Nutzung als Wohnraum scheidet aus baurechtlichen Gründen aus. Ich würde auch, wenn es nicht zwangsweise notwendig wäre, immer wieder lieber den Dachboden als die oberste Geschossdecke dämmen, da sich aus meiner Sicht folgende Vorteile ergeben:

    - viel geringerer Wärmeeintrag, die Höchststemperatur auf dem Dachboden lag in diesem Jahr bei 28 °C
    - höhere Temperatur im Winter, die Tiefsttemperatur lag bei 12 °C
    - Sauberkeit: Durch die Luftdichtheit finden keine Spinnen und Staub den Weg auf den Dachboden
    - daher als Lagerraum auch für mittel empfindliche Sachen geeignet
     
  5. #4 Der Bauamateur, 8. Oktober 2013
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    Also 28° im Sommer trotz Dämmung finde ich schon ziemlich heftig, zumal bei uns die eine Dachseite 100% Südausrichtung hat. Die Idee war ja ein Elternschlafzimmer dort einzurichten... Die Heizung soll bei uns in den Kuhstall. Das "Dreck-Argument" ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, zumal sich dort auch schon ein Marder ausgetobt hat. Allerdings werden wir bei der ländlichen Lage wohl nie spinnenfrei leben (wäre auch irgendwie schade).
     
  6. mastehr

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    Im Vergleich zu 60 °C oder noch mehr, die auf einem "Kalt"-Dach herrschen können, ist das schon recht kühl.

    In meinem Fall gab es auch ein DFF, das nicht verschattet war und der Solarspeicher hat auch gut Wärme abgestrahlt. Ich habe in kühlen Nächten auch nicht gelüftet.

    Unabhängig davon wirst Du im Dachboden natürlich immer höhere Temperaturen als in den darunter liegenden Geschossen haben, auch wenn Du die Dämmung verbesserst.
     
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  8. #6 Der Bauamateur, 8. Oktober 2013
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    Die Sache ist ja die: Solange ich den Dachboden nicht nutze, sind mir 60% auch egal. Solange im Stockwerk drunter nicht tropische Temperaturen herrschen.

    Aber wenn ich oben schlafen will, finde ich 28° schon ziemlich heftig. Wobei die Heizung bei Dir ja auch gut Wärme abstrahlt.

    Zur Zeit tendiere ich zwar zum bezuschussten Ausbau, aber das mit dem Schlafzimmer muss ich wohl nochmal mit dem Architekten besprechen.
     
  9. mastehr

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    Wenn Du das Dachgeschoss später doch noch nutzen möchtest, machst Du Dir doppelte Arbeit mit der Dämmung der obersten Geschossdecke. Wenn Du den Dachboden gleich von Anfang an richig dämmst, kann die Dämmung der Decke viel einfacher ausfallen.

    Außerdem bleiben auch die Räume unter dem Dachboden kühler.
     
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