Wände atmen

Diskutiere Wände atmen im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo, wie ich ja hier gelernt habe, "atmen" Wände nicht. Ist ja eigentlich auch logisch. Naja, jedenfalls haben wir am Wochenende mit mehrern...

  1. Jessi75

    Jessi75

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    Hallo,

    wie ich ja hier gelernt habe, "atmen" Wände nicht. Ist ja eigentlich auch logisch. Naja, jedenfalls haben wir am Wochenende mit mehrern Leuten über das Thema Wärmedämmung gesprochen und immer wieder kam überall her, dass die Wände bei zu dicker Dämmung nicht atmen können usw. Auf meine Frage, wie sie denn atmen oder ab welcher Dämmstärte sie nicht mehr atmen, bekam ich leider keine Antwort :mega_lol:.

    Darum meine Frage: Woher kommt dieses Geschwätz, dass Wände atmen sollen / müssen? Was meinen die Leute mit atmen? Einer versuchte mir zu erklären, dass die feuchte Luft von innen durch das Mauerwerk nach draußen geht.... Die unkontrollierte Zwangslüftung durch undichte Fenster kann ich mir ja vorstellen, aber durch gemauerte, innen und außen verputzte Wände irgendwie gar nicht... Klärt mich mal bitte auf.
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 28. August 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Ja - es geht Feuchtigkeit durch die Wand nach draussen. Diffusion durch Dampfdruckunterschied.

    Whiskytrinker kennen das Phänomen als angels share. So wird der Anteil genannt, der aus dem Faß verdunstet.

    Das ist aber so verschwindend gering, dass es im Gesamtfeuchtehaushalt eines Hauses überhaupt nicht ins Gewicht fällt.
    Wenn Du eine bestimmte Strecke mit einem voll beladenen LKW unter gleichen Randbedingungen zweimal fährst - einmal mit Fahrlicht, einmal ohne, dann verbraucht der Laster ein paar Tropfen Diesel mehr, wenn er mit Licht fährst.
    Der Mehrverbrauch durchs Licht ist ähnlich gering (wahrscheinlich eher noch anteilig deutlich höher) wie der Anteil der Diffusion.
     
  4. sarkas

    sarkas

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    Wie Du richtiger Weise selbst schon gesagt hast, atmet keine Wand.

    Fälschlicher Weise wird damit das Sorptionsverhalten der (inneren) Putzschichten bzw. die
    Wasserdampfdiffussionsfähigkeit des Wandaufbaus gemeint.

    Das Einzige was richtig ist, ist die Tatsache, dass zusätzliche Wärmedämmung wie WDVS die Diiffussionsfähigkeit
    verschlechtert, aber wenn man sich betrachtet, dass in der Wohnung (im Haus) anfallende Feuchtigkeit zu
    2 - 4% durch die Wände diffundiert und der Rest hinausgelüftet wird (auch durch Leckagen) kann man
    die Diffussionsfähigkeit der Wärmedämmung getrost vernachlässigen.
     
  5. sarkas

    sarkas

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    Sag mal Ralf, hast Du diese ganzen Beiträge irgendwo vorgefertigt (copy and paste)?

    So schnell schreibt doch kein Mensch. :wow :respekt
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 28. August 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Doch - ich schon. Nix da Guerillia-Taktik (Jeden Tag einen Anschlag), nix Geiermethode (Kreisen und herabstossen).
    Gut - 10 Finger schreib ich nicht, aber schon verdammt schnell.
     
  7. fumo

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  8. Eumeltier

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    @Ralf: Ich sage Dir, mit 10 Fingern ist aber mit Sicherheit noch besser.

    Mein Vater hats mir freudlicherweise begebracht, als ich 18 war. Und seit dem schreibe ich grundsätzlich mit 10 Fingern. Das macht sich schon bemerkbar...
     
  9. #8 Hundertwasser, 28. August 2012
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    Als weiter führende Literatur empfehle ich "Geschichte und Geschichten der Bauphysik" von Hartmut Künzelmann.

    Verlag: Fraunhofer Irb Verlag (6. August 2002)
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    ISBN-10: 3816761437
    ISBN-13: 978-3816761433
     
  10. #9 Alfons Fischer, 11. Dezember 2012
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    zufällig habe ich das hier gefunden.
    Weiß jemand, wo es dieses Buch noch gibt?
     
  11. gunther1948

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    hallo
    wenn die wände atmen könnten hätten sie lungen oder zumindest kiemen.

    gruss aus de pfalz
     
  12. mls

    mls Bauexpertenforum

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    ja, ich :)
     
  13. ManfredH

    ManfredH Gast

    Ich auch ;-)

    Ich hatte es vor einiger Zeit mal aus der Stadtbibliothek Nürnberg ausgeliehen.
     
  14. sniper

    sniper

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    Ich hab auch eins von RBL kannste haben
     
  15. #14 Alfons Fischer, 12. Dezember 2012
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    RBL ist sicher auch interessant. Was für eines denn?

    Und "Bauphysik - Geschichte und Geschichten" will keiner abgeben? :winken
     
  16. Moritz

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    Vielleicht hat das folgende ja mit dem Thema etwas zu tun?
    Ich war gestern bei einem Freund, der ein altes Fachwerkhaus besitzt, das durchweg innen mit schilfähnlichem Material gedämmt wurde mit ca. 5-7 cm Lehmputz drauf. Das Wohnzimmer wird nur mit einem raummittig gebauten Grundofen beheizt, also überwiegend mit Strahlungswärme. Die gefühlte Behaglichkeit in diesem Raum ist immer wieder ein Erlebnis – und das geht nicht nur mir so. Unmittelbar vorher verbrachte ich 2 Std. in einem seit 3 Jahren bewohnten Passivhaus; Gipskarton, Kunstharzputz, Dispersionsfarben.... Wer's nicht immer wieder hautnah anders erlebt, hat keinen Vergleich.

    Das Wände nicht atmen - im Wortsinne – ist klar, sicher auch den meisten Fragestellern. Was ist es aber nun? Liegt es an der Sorption? Würde mich sehr freuen, wenn es von den Experten mal hier eine plausible Erklärung dazu gäbe.

    Moritz
     
  17. Oliver82

    Oliver82

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    Und was hat dies jetzt mit der "atmenden Wand" zu tun?

    Viele Menschen empfinden direkte Strahlungswärme eines Ofens behaglich... hast du in diesem Passivhaus auch einen enstprechenden Ofen?

    Ein Putz bzw die Innenwand können je nach Material in gewisser Weise feuchteregulierend wirken, indem Sie feuchte aufnehmen bzw wieder abgeben können. Je nachdem, kann sich dies gut auf das Wohnklima auswirken.
     
  18. #17 Ralf Dühlmeyer, 12. Dezember 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Placeboeffekt - jeder spürt, was er erwartet?
     
  19. H.PF

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    Nein, Ralf... Dafür habe ich das schon zu oft in Blind-Tests erlebt... Lehmwände z.B. oder Holzwände sind viel viel angenehmer als eine "Gipskartonhütte"... Oder eine Kalksandsteinhütte. Vielleicht liegt das auch an den Oberflächentemperaturen? Und am Hall im Gebäude bei KS?

    Und über die Strahlungswärme eines Holzofens brauchen wir net zu reden, die ist sowieso unschlagbar ;)
     
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  21. R.B.

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    Das hat mit den Wänden gar nichts zu tun, sondern mit einem Ofen der sehr (zu) viel Wärme in den Raum bringt. Wenn ich mich hier den ganzen Tag mit IR-Strahlern "beheizen" lasse, dann kommt einem das im ersten Moment auch sehr angenehmen vor. Mit der Zeit wird es aber sehr unangenehm wenn ein Teil des Körpers aufgeheizt wird, während ein anderer Teil eher kühl ist.

    Bei einem Holzofen wird eine hohe Temperatur und hohe Strahlungsdichte erzeugt. Das empfinden wir erst einmal als angenehm. Wir gewöhnen uns auch daran dass der Raum mit der Zeit heftigst überhitzt. Raumtemperaturen von 25°C und mehr sind dort keine Seltenheit, in Ofennähe noch deutlich höher.

    Aber wie gesagt, mit Fachwerk, Lehmputz oder was auch immer, hat das nichts zu tun.

    Gruß
    Ralf
     
  22. H.PF

    H.PF

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    Ralf, du kannst dir nicht vorstellen wie ich solch ein überheiztes Wohnzimmer genieße... Draußen Schnee, A-Kalt, Wohnung 22 Grad, Wohnzimmer 25/26 Grad und Strahlungswärme... DAS ist genau das was ich liebe... Ja, ich bin bekennendes Weichei und Softi *grins*

    Hab ich aber immer gemacht, ich friere unter 23 Grad Raumtemperatur. Ich könnt mir das Heizen ohne Holzhofen nicht leisten, das wäre mit Gas nicht bezahlbar... Find aber es gibt kaum was Schöneres als solche Ofenabende mit Buch und WARM!!!

    Ich stehe den ganzen Tag draußen in der Kälte, das ist mein persönlicher Luxus... Mehr wert als alles andere für mich...

    Eine 21 Grad geheizte "Normwohnung" find ich einfach viel zu kalt... Da sitz ich mit dicker Fleecehose und dickem Fleecepullover und frier...
     
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