Wärme und Warmwasser im Passivhaus

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  1. Mikalaya

    Mikalaya

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    Hallo zusammen :)
    Nachdem das erste Passivhaus nichts wurde (Bauträger), kommt jetzt das nächste ins Spiel (freies Grundstück-> Archi).
    Wir überlegen grade an den Heizsystemen für das bissl Heizung (~160m²) und eben Warmwasser herum, was sind da Eure Erfahrungen?
    Unser Favorit wäre grdsl. eine Erdwärmepumpe, die im Sommer auch eine gewisse Kühlfunktion mitbringt. Verteilt über Fußbodenheizung, denn was man so zum Thema Luftverteilung liest, überzeugt nicht so recht.
    Das Grundstück ist nicht groß genug für eine Flächenkollektor, aber evtl. geht ein Graben statt der Tiefenbohrung? Wäre das sehr viel günstiger?
    Dazu muss (Vorgabe) eine Solaranlage irgendeiner Form.
    (Die Begründung der Stadt ist der Knaller: sonst sieht man ja von außen nicht, dass das eine PH-Siedlung ist :28:)
    Das Satteldach wird aufgrund der Grundstücksform eine Ost-West-Ausrichtung haben, im Westen gäbe es alternativ noch eine Doppelgarage mit Flachdach.
    Das ist natürlich total sinnvoll für Solar..
    Die Nachbargrundstücke sind auch noch nicht bebaut, daher ist noch nicht klar, was daneben kommt.
    Unser gewählter Architekt hat selbst ein PH und dort einen Pelletofen drin, den wollen wir nicht.
    Daher fände ich Eure Erfahrungen jetzt super, besonders mit Erdwärme, aber gerne auch mit anderen Wärmepumpen im Passivhaus.
    Lieben Dank! :)
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Wenn es wirklich ein Passivhaus wird, dann sollte man genau überlegen ob und welche Heiztechnik erforderlich ist. Bei einem Passivhaus reden wir von einer Heizlast die irgendwo zwischen 1kW und 2kW liegt, da ist an sich jede konventionelle Lösung überdimensioniert. Aufgrund des geringen Wärmebedarfs könnten also auch Lösungen interessant werden, die normalerweise aufgrund höherer Verbrauchskosten nicht in Frage kommen, die aber niedrige Investitionskosten ermöglichen.

    Ob man auf eine FBH geht oder direkt Innenteile einsetzt die die Wärme in die Luft übertragen, das zeigt sich anhand der Planung. Bei einem PH hat man es ja mit niedrigen Raumheizlasten zu tun, da wäre die Luft-Variante denkbar, denn es muss nur wenig Luft bewegt werden um die Heizlast abzudecken.

    Sollte eine WP zum Einsatz kommen, dann kann diese das WW auch noch mit erzeugen. Ansonsten könnte man hierfür eine BW-WP einsetzen. Die hat normalerweise auch noch einen Wärmetauscher an den man eine Solaranlage hängen kann, auch wenn das nicht viel bringt. Wenn schon solar, dann sollte man auch gleich darüber nachdenken, ob man damit auch einen Teil der Heizlast abdecken kann. Das wäre aber wieder ein anderes Thema.

    Ein Passivhaus mit Kaminofen ist Unsinn. Die Dinger liefern so viel Leistung, damit könntest Du ein halbes Dutzend Passivhäuser versorgen.

    Wenn also Euer Haus konsequent als Passivhaus geplant wird, dann würde ich mir vermutlich eine mögichst günstige LWP Lösung anschaffen. Die Mehrkosten einer WP mit Sole oder DV, also das was Du als "Erdwärme" bezeichnest, wirst Du wohl nie einspielen. Genaueres kann man aber erst sagen wenn die Planung weiter vorangeschritten ist.

    Gruß
    Ralf
     
  4. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Ein Tip:

    die passive Kühlung über FBH ist:

    Müll!

    Es kann doch nicht Sinn der Sache sein, den Frauen kalte Füße zu machen :D
     
  5. papeFT

    papeFT

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    Nach unserer Erfahrung sollte man die Warmwasserbereitung (Brauchwasser) darauf abstimmen, wie sich die Verbrauchsgewohnheiten der nächsten Jahre gestalten werden. Bei uns liefert das Solarfeld ab etwa 14 Uhr (weil Westausrichtung) kostengünstig das warme Wasser - wer steigt schon gern um 14 Uhr in die Badewanne? Im Sommer produziert das Solarfeld wesentlich mehr als erforderlich; von März bis Mai und dann wieder September/Oktober leistet es einen Beitrag zur Hauserwärmung. Wahrscheinlich wären wir bei unseren Gewohnheiten mit einem Elektrogerät günstiger gefahren.
     
  6. #5 rechter Winkel, 11. Dezember 2012
    rechter Winkel

    rechter Winkel

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    Diese Sichtweise teile ich nicht uneingeschränkt. Wenn es sich um ein Massivhaus mit viel Speichermasse handelt kann man einen richtig dimensionierten Kaminofen schon sinnvoll nutzen. Allerdings nicht mit Feuerspielen von morgens bis abends (bzw. müssen dann die Fenster doch mal geöffnet werden)

    Wie gesagt, das ist meine Meinung.
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Man kann den Ofen gar nicht so weit abwürgen dass er die Raumtemperatur nicht willenlos in die Höhe treibt. Die Speichermasse ist hier zweitrangig, weil der Ofen die Energie viel schneller liefert als die Masse diese überhaupt speichern kann.

    Gruß
    Ralf
     
  8. th_viper

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    Hallo !

    Mit welchen Kosten würdest du denn rechnen für eine solche günstige LWP, einschließlich Verteilsystem?

    Danke und Gruß

    Thorsten
     
  9. R.B.

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    Das kann man so pauschal nicht sagen. Gerade bei einem PH muss man sich die Daten ganz genau anschauen. Denkbar wäre beispielsweise die Einbindung in die vorhandene KWL, oder mit 2 oder 3 Luft-Innenteilen verteilt im Haus. Im Vergleich zu einer Sole-WP die man kaum unter 10-12T€ bekommt, und die normalerweise nur mit Leistungen ab 6kW aufwärts erhältlich ist, sollte so eine LWP oder LLWP für die Hälfte machbar sein, bei LLWP könnte man sich auch die FBH sparen. Aber wie gesagt, da muss man planen, und dann sollte man auch einmal einen Kälte-Klimafachbetrieb kontaktieren.

    Gruß
    Ralf
     
  10. mls

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    ooooch .. kommt drauf an, wie gut (oder schlecht) das "ph" ist :p
    wenn gut, dann wärme bunkern.
    wenn schlecht, dann durchheizen.
    wenn gut oder schlecht, dann e-patrone als backup .. o.ä.

    wenn der "ofen" nicht gewollt ist: mini-wp.
     
  11. Fritz531

    Fritz531

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    Das macht keinen Sinn. Wenn das Haus seine Solltemperatur erreicht hat spielt die Speichermasse nur noch eine untergeordnete Rolle. Die temperatuschwankungen liegen im 0,1 Gradbereich.
    Bei 160m² WF wird der Heizwärmebedarf, vorausgesetzt Passivhausstandard wird auch erreicht, ca. 1800-2200 kWh/a betragen. Dies kann zum Teil über die Lüftungsanlage, über kleinteilige Wandheizflächen etc. ins Gebäude eingebracht werden. Es ist wichtig eine schlüssige Gesamtplanung zu erstellen. Das Zusammenbasteln aus einzelnen Versatzstücken macht keinen Sinn.
    Grundsätzlich: Gebäudehülle optimieren und möglichst einfache Anlagetechnik. Es sei denn .... die Anlagetechnik ist der Ersatz für die Modelleisenbahn ... dann darfs auch etwas komplexer werden.
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Wir denken hier doch nur an das Beste. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  13. Thomsen

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    Wir haben unser Passivhaus (ca. 180 qm) dieses Jahr bezogen.
    Installiert ist eine LWP mit ca. 4 kW Leistung und 3x 3 kW elektrisch zusätzlich (Bivalenzpunkt eingestellt auf bei -10°C). Wir haben im ganzen Haus FBH und Parkett bzw. Fliesen in den Feuchträumen eingebaut, sehr angenehm weil Füße warm. Wir beheizen z.Zt nur das EG und die Badezimmer im OG, und haben über die zentrale Lüftungsanlage oben zum Schlafen angenehme 18°C. Raumtemperatur sonst ca. 21°. Bereitstellung Warmwasser über die Wärmepumpe, keine Kollektoren, kein zus. Ofen. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit der Funktion der gesamten Anlage. Solaranlage zur Ergänzung Heizlast oder Brauchwasserbereitung haben wir nicht, manchmal ist 3 Wochen lang keine Sonne zu sehen, und im Sommer bereitet die WP das wenige benötigte Warmwasser recht günstig.
    Die Kosten (netto) waren bei uns in 2011:
    - LWP incl. Lüftung und Speicher (Kompaktgerät) ca. 11.000,-
    - FBH (bisher ohne Raumthermostate ausgeführt) ca. 8.000,-
    - Lüftungsanlage (Flachkanäle, Telefonieschalldämpfer) ca. 9.000,-
     
  14. #13 Schnabelkerf, 11. Dezember 2012
    Schnabelkerf

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    Wie schafft Ihr es bei einem Passivhaus einen Temperaturunterschied von 3° zwischen verschiedenen Räumen herzustellen???

    Nach meinem Verständnis sollten sich die Temperatur in einem gut gedämmten Haus, egal wo da geheizt wird, angleichen.
    Und auch das die Fliesen in den Feuchträumen "warm" sind kommt mir komisch vor...
     
  15. R.B.

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    Jepp, das gibt mir auch zu denken. Es wäre aber nicht das erste PH das normal wie jedes andere Haus beheizt wird, weil die Bewohner es besonders "warm" möchten.

    Gruß
    Ralf
     
  16. #15 Schnabelkerf, 11. Dezember 2012
    Schnabelkerf

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    Na die angegeben 21° im EG sind nun nicht besonders warm. Da ist es bei mir mit 22°wärmer und meine Fliesen im Bad sind nicht warm.
     
  17. Julius

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    Über 10kW Heizlast wären ja nun auch nicht gerade echt "passsiv"...
     
  18. Planloser

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    Ist den die in #12 beschriebene FBH ohne Raumthermostate eigentlich erlaubt?
     
  19. R.B.

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  21. Planloser

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    Wenn ich verstehe was ich gelesen habe, habe ich durch die ERR (die ich eigentlich nicht haben wollte) in meinem Neubau keine Vorteile. Aber ich habe nicht verstanden ob ich mit meinem Neubau 2012/13 aus der ERR Nummer rauskomme.
    Meine Fachleute Architekt/Installateur sagen mir die Dingen müssen rein.
    Aber Sorry, ich will den hier Thread hier nicht kaputt machen und stelle hier keine weiteren Fragen.
     
  22. Julius

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    Er soll eine Ausnahmegenehmigung beantragen (Land) und trotzdem die Steuerleitungen verlegen lassen (aber ohne Thermostate und Aktoren).
     
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Wärme und Warmwasser im Passivhaus

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