Wärmebrücke zwischen EG-Decke und Betonstütze

Diskutiere Wärmebrücke zwischen EG-Decke und Betonstütze im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, bei unserem in Bau befindlichen Einfamilienhaus soll eine auskragende Decke mit einer verklinkerten Betonstütze abgefangen...

  1. Wonkoo

    Wonkoo

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    Hallo zusammen,

    bei unserem in Bau befindlichen Einfamilienhaus soll eine auskragende Decke mit einer verklinkerten Betonstütze abgefangen werden ("überdachte Terasse"). Die Decke selbst wird von unten gedämmt. Ich dachte, dass zwischen Stütze und Decke in irgendeiner Form isoliert wird (Wohnraum über dem auskragenden Teil).
    Laut Bauleiter (des GU) ist das nicht vorgesehen und eher schwierig.
    Die Stütze wird so erstellt, dass mit den Klinkern die Schalung gemauert wird, in welche dann der Beton gegossen wird. Also ist die Stütze selbst auch nicht gedämmt.

    Zweischaliges Mauerwerk (KS) mit Kerndämmung. Der Klinker der Stütze ist bündig mit dem Klinker der Wände.

    Welche Möglichkeiten gibt es? Wie schwerwiegend ist so eine Wärmebrücke?
    Schon morgen soll der Beton gegossen werden. *panik*

    Bitte um Hilfe
     
  2. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Kommt darauf an

    welche Wärmedämmenden Maßnahmen auch oben vorgesehen werden. Bauteile dürfen nicht ohne ausreichend wärmedämmende Maßnahmen ins freie gehen. Hier wäre zu hinterfragen ob eine kritische Wärmebrücke vorliegt...
     
  3. Wonkoo

    Wonkoo

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    Der Fussbodenbodenaufbau

    Der Fußbodenaufbau über der Decke beträgt 9,5cm und beinhaltet auch eine Dämmung. Mehr weiß ich aber nicht darüber.
    Bleibt nicht auch mit einer Dämmung im Fußboden des DG das Problem mit dem "waagerechten" Wärmestrom ins Rauminnere des Erdgeschosses? Ein Schöck-Isokorb ist nicht vorgesehen.
     
  4. Yilmaz

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    Ich weiß nicht ob es übertriben ist aber wen erst der Betonstütze hergestellt wird und nach dämmen zu verklinkern??
     
  5. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Ich frag mich

    eh wie der Beton darin verdichtet werden soll ohne das die Stütze fliegen geht ... 2,70 drücken schon ....
     
  6. Yilmaz

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    Das lässt sich von dem statiker umrechnen auf ein Stahlstütze das der komplette querschnitt nicht so massig wird und einfacher ist es zu dämmen.
    Stütze bestimmt min. 20/20 + 24 cm verblender wird es 44/44 cm das ist richtig unschick :yikes
     
  7. Wonkoo

    Wonkoo

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    Noch breiter

    Es sind sogar 55 x 55 cm.
     
  8. Yilmaz

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    Dann sieht ihr einfamilienhäuschen wie ein autobahnbrücke aus :)
     
  9. Robby

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    und vlt

    kann man das Autobahn gegen Wärme austauschen
     
  10. Bruno

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    Die Wärmebrücke kann ein gravierendes Problem sein. Ich fange mal einleitend an mit einer Stütze mitten in der Fläche, die ich an einem anderen Objekt untersucht habe. Aufbau des Bodens war dort 8 cm Außendämmung, 25 cm Beton, 2 cm Trittschalldämmung, Estrich. Stütze 20/20 cm Beton.

    Innen auf dem Estrich sieht es relativ unproblematisch aus, +17,2° über der Stütze, +17,9° im ungestörten Bereich, also 0,7° Abfall.

    [​IMG]

    Schon anders sieht es auf dem Rohbeton aus, der kühlt runter bis in die Nähe des Taupunkts, hier auf +10,7° gegenüber +13,2° im ungestörten Bereich, ein Abfall von 2,5°.

    [​IMG]

    Der Taupunkt wird noch nicht erreicht, er wäre unter DIN-Bedingungen bei +9,3°C. Wäre die Dämmung unter dem Estrich, die hier nur 2 cm beträgt, dicker, würde die Betonplatte kälter, weil weniger Raumwärme durchdringt. In dem berechneten Fall würde der Taupunkt auf dem Rohbeton ab einer 35 mm dicken Estrichdämmung erreicht. Dem müsste mit einer dampfbremsenden Schicht entgegengewirkt werden. Solche Schichten in Form von Folien sind i.d.R. im Bodenaufbau vorhanden, so dass das Tauwasserproblem gelöst sein sollte. Vorbehaltlich Überprüfung!

    Am kritischsten sehe ich das Problem, dass die Stütze nicht mitten im Feld, sondern unter der Außenwand, womöglich in der Ecke, steht. Die Decke ist im Randbereich wegen der Stütze sehr kalt, irgendwo im Bereich +5° bis +10°C. Darauf steht das Hintermauerwerk. Besteht das Hintermauerwerk aus gut wärmeleitendem Material, z.B. KS, und ist kein Iso-Kimmstein eingebaut, dürfte die innere Oberflächentemperatur der Wand im Sockelbereich so niedrig sein, dass Schimmelgefahr besteht (unter +12,6°C). Bekannt ist das Problem bei nicht unterkellerten Gebäuden, bei denen weder das Fundament gedämmt ist noch ein Iso-Kimmstein verarbeitet wurde.

    [​IMG]
     
  11. Wonkoo

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    Vielen Dank, insbesondere an Bruno für die umfassende Antwort!
    Es werden jetzt 7cm hohe Iso-Kimmsteine zwischen Stütze und Decke eingebaut. Vermutlich ist das nicht so perfekt wie bei einem Haus ohne "überdachte Terrasse", es entschärft aber sicherlich das Problem.

    An der Klinkeraufmauerung auf der untergeschraubten Stahlschiene entsteht wohl auch eine unvermeidbare Wärmebrücke im auskragenden Bereich(?)
     
  12. Yilmaz

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    Um wieviel kragt es den von beiden seiten raus? Der verblender wird mit halfenschiene aus Edelstahl befestigt und man kann diese wärmebrücken vernachlässigen.

    Mfg.
     
  13. Bruno

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    Das würde ich spontan nicht so sehen. Das Detail mit der untergeschraubten Stahlschiene würde mich interessieren. Wie sieht der Schnitt genau aus? Wo verläuft die unterseitige Dämmung?
     
  14. Yilmaz

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    andere alternative fällt mir nicht ein. Wen die lichte weite zulässt das es mit ein stahlwinkel auf Verblender und Stütze wäre es kein problem.
     
  15. Wonkoo

    Wonkoo

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    Der genaue Schnitt mit der Stahlschiene ist mir nicht bekannt. Da muss ich mal dringend den BL befragen. Kannst du mir etwas mit auf den Weg geben, was unbedingt beachtet werden sollte? Bisher weiß ich nur: Dämmung von unten und Dämmung zwischen Klinker und KS.

    Die Spannweite beträgt 2 x 2,5m (freie Länge bis zum Eckpfeiler).
     
  16. Yilmaz

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    Dann dürfte es in diesem Bereich keine wärmebrücken geben. Weil es nicht an hintermauerwerk verankert werden muß (mit entsprechend stabile winkel)
     
  17. Bruno

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    Kritisch wäre eine Bastellösung, bei der ein Metallwinkel auf ganze Länge Kontakt mit der Betonplatte oder dem Mauerwerk hat. Eher unkritisch sind unvermeidbare punktförmige Wärmebrücken, wenn mit Konsolankern befestigt wird.

    [​IMG]
     
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