Wärmebrücken - Vergleichsbetrachtung

Diskutiere Wärmebrücken - Vergleichsbetrachtung im Spezialthema: Wärmebrücken Forum im Bereich Bauphysik; Mir geht es um eine qualitative Aussage hinsichtlich von Wärmebrückenverlustkoeffizienten. Für die Planung eines Passivhauses möchte ich den...

  1. #1 muelleto, 27. Mai 2008
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    Mir geht es um eine qualitative Aussage hinsichtlich von Wärmebrückenverlustkoeffizienten.
    Für die Planung eines Passivhauses möchte ich den Ansatz der Wärmebrücken im EnEV-Nachweis (evtl. auch Nachweis Passivhaus) detailliert vornehmen. Das Gebäude ist eine Massivbauweise mit WDVS. Kalksandstein bietet in seinem Wärmebrückenkatalog Konstruktionen an, die alle durch die Bank weg Passivhaus-Konstruktionsdetails entsprechen. Leider wird das Gebäude aber in Porenbeton mit WDVS ausgeführt und der Wärmebrückenkatalog vom Bundesverband Porenbeton geht nur bis WDVS Stärken von 16cm.
    Meine Frage:
    Wandaufbau von 24cm Mauerwerk mit 30cm WDVS
    Wie verhält sich der Wärmebrückenverlustbeiwert von KS zu PB? Wenn ich den Wert von KS verwende, liege ich auf der sicheren oder unsicheren Seite?

    Prinzipiell sind die Verlustbeiwerte bei KS aufgrund der Dämmstärke alle negativ. Bleibt wenigstens die Tendenz des negativen Wertes bei Wechsel auf PB erhalten, so das ich im ungünstigsten Fall wenigstens mit 0,00 rechnen kann?

    Ich habe nicht die Zeit und Lust die Details alle mit Therm o.ä. durchzurechnen.

    Grüße
    muelleto
     
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  3. R.J.

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    Vielleicht bin ich jetzt etwas voreingenommen, aber das liest sich wie "Ich möchte eine Passivhaus verkaufen habe aber keine Lust mich damit auseinanderzusetzen".
    Alleine der Gedanke mit PhPP nur evtl. zu rechnen ist irgendwie halbherzig. Mit dem EnEV-Nachweis ein PH kaum annähernd abgebildet werden.
    Beim Passivhaus müssen alle Wärmebrücken nachgewiesen werden, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein KS WB-Katalog das abdeckt. Auch der Versuch PB mit KS zu tauschen klingt nach weitreichendem Unverständnis für die WB-Berechnung.
    Es gibt Leute die machen das gegen Bezahlung.
     
  4. #3 muelleto, 27. Mai 2008
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    Stelle ich jetzt als "voreingenommen" ab, denn dem ist absolut nicht so.


    Das ist mir schon klar, nur der Enev-Nachweis muss halt auch gemacht werden. Weshalb rechne ich nicht mit dem PHPP? Ich will hier kein PH, was nach dem PHPP hingerechnet ist, sondern ein solides Niedrigst-Energie-Haus, welches sich nun halt an dem Standard des PH orientiert.


    Also ich habe darin u.a. gefunden: Deckenanschluss, Bodenplatte, Dachanschluss, Fensterdetails (Einbaulage Dämmebene!). Wirklich einmal nachsehen, ich hätte es sonst wirklich auch nicht geglaubt.


    Verstehe ich zwar noch nicht, aber vielleicht hilfts Du mir. Wie eine Wärmebrückenberechnung funktioniert, weiß ich sehr wohl. Der "Tausch" ist doch nur der Einsatz eines anderen Baustoffes in den Wärmebrückendetails. Mir geht es dabei nur um Erfahrungswerte, die evtl. schon jemand gemacht hat, er diese beiden Konstruktionen verglichen hat. Wir tauschen hier nicht PB gegen KS im realen Bauvorhaben.

    Kurze Bemerkung noch zum Thema PH: Uns geht es hier im Rahmen der Planung um eine wärmetechnisch und baukonstruktiv optimale Lösung, die den Wärmebedarf des Hauses reduziert bzw. minimiert. Das wir uns dabei der PH-Details annehmen ist selbstverständlich. Ich brauche den PHPP-Nachweis nicht, um auf die letzte kWh primär alles rauszuquetschen.
    Was unterscheidet eigentlich im Rechengang das PHPP vom Rechenansatz der Enev bzw. künftig DIN 18599? Liegen die Ergebnisse soweit auseinander. Gut die Bezugsfläche ist schon einmal völlig etwas anderes, aber die absoluten nicht flächensp. Werte? Zumal für einen KfW-Kredit wird eh nach EnEV gerechnet. Und viele PH haben dabei schon eine Hürde, trotz qh=15 die Nebenbedingung von qp mit 40 einzuhalten.

    Gruß
    muelleto
     
  5. R.J.

    R.J.

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    Der EnEV Nachweis ist quasi ein Abfallprodukt vom PhPP und ausserdem für Förderungen anerkannt, also warum nicht gleich? Unterschiede sind z.B. die Pauschalisierungen der EnEV und die detailtiefe beim PhPP. Schau doch einfach mal beide an.

    Alle vorkonfektionierten und industriegesponsorten WB-Katalog sind nicht auf die tatsächliche Situation übertragbar, schon gar nicht wenn andere Materialien verwendet werden.
    Z.B. die Fensterdetails, bei 300mm Dämmdicke hast du etliche Positionen zur Auswahl. Ist die Dämdicke im Katalog die gleiche? Welches Fenster? Nach DIN kann beim WB-Nachweis von Fenstern mit einer Vereinfachung gerechnet werden. Macht das im PH Sinn?
    Vor einer kurzen Weile habe ich für ein PH weit mehr als 30 unterschiedliche WB ermittelt und mit Vereinfachungen fast 30 gerechnet. Das Ergebniss war zwar beinahe +/- 0 aber es hätte auch anders sein können. Das Problem beim Detaillierten Nachweis ist, wenn du einmal angefangen hast gibt es eigentlich kein zurück mehr, ansonsten kannst du dich gleich Bbl2 begnügen, wo du Aufbauten nach PH Standard aber auch vergeblich suchst.
    Evtl. wird bei profanen WB, wie z.B. die Aussenecke der Austausch von KS zu PB im Ergebniss noch relativ neutral bleiben, bei komplexen Details bestimmt nicht mehr.

    Probier doch mit Therm einfach ein bisschen aus. Vielleicht findest du für den für dich passenden Algorithmus.
     
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