Wärmedämmung/Dampfsperre im Drempel

Diskutiere Wärmedämmung/Dampfsperre im Drempel im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Wir haben vor 1,5 Jahren ein Haus (BJ 1955) mit Anbau (BJ 1975) gekauft. In diesem ersten Winter erlebten wir eine böse Überraschung: Auf der...

  1. #1 Waldfee99, 29. März 2015
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    Wir haben vor 1,5 Jahren ein Haus (BJ 1955) mit Anbau (BJ 1975) gekauft. In diesem ersten Winter erlebten wir eine böse Überraschung: Auf der Nordseite des Hauses befindet sich der Ein- und Zugang. Das Haus hat einen versetzten Giebel, d. h. der nördliche Giebel ist doppelt so lang wie der südliche Giebel und verläuft über dem Treppenhaus sehr flach aus.

    Über den Zimmern im ersten Stock (Süden) ist im Dachboden von innen eine Mineralwolldämmung, die auch gut isoliert (knapp 2000 Liter Heizölverbrauch/Jahr bei 210 m² inkl. WW). Diese Dämmung hört aber bereits über dem Gang im ersten Stock auf. Der im spitzen Winkel zulaufende Drempel ist überhaupt nicht isoliert. Da wir im Bad auf der Ostseite schon ein Dachfenster mit PUR-Dämmung eingebaut haben, und dies im einzigen Zimmer der Westseite ebenso machen wollen, verbleibt auf ca. 8 Meter Länge und ca. 1,5 m Breite ein ungedämmter Bereich. Das führte zur extremen Eiszapfenbildung und Eisplatten auf dem Zuweg zum Haus und vor der Haustür. Letztendlich war eine Situation gegeben, von der es fahrlässig wäre, diese in einem nächsten Winter sich wiederholen zu lassen.

    Die hinzugezogene Architektin riet zur Dämmung des Drempels und zu einer Dampfsperre auf der obersten Geschoßdecke, da dort nichts auskondensieren könne. Der Dachdecker sagte, daß das nicht ginge, da sonst die Dachkonstruktion feucht werden würde, da eine Dampfsperre in diesem Bereich nicht möglich ist. Er erstellt zur Zeit gerade einen Kostenvoranschlag für eine Aufdachdämmung. Begründung für diese ist auch, daß die Dachziegeln von 1956 wären, wobei die Unterkonstruktion aber ausschauen würde, als ob sie zwischenzeitlich schon erneuert worden wäre.

    Im Dachboden gibt es keine feuchten Stellen, alles ist dicht. Im Vorfeld des Kaufes haben wir das Dach vom Dachdecker inspizieren lassen, der uns mitteilte, daß alles in Ordnung wäre und kein diesbezüglicher Handlungsbedarf bestehe.

    Deswegen - und da die Renovierungen sowieso schon viel teurer als geplant kamen - hätte ich ein absolut schlechtes Gefühl, das ganze Dach erneuern zu lassen, nur weil sich ca. 16 m² schlecht dämmen lassen.

    Mir wäre es am liebsten, wenn man den Drempel mit einem Isoliermaterial ausblasen könnte. Allerdings habe ich Bedenken, daß wir uns aufgrund der fehlenden Dampfsperre Probleme durch diese Dämmung schaffen könnten. Da sich der Drempel ausschließlich über dem ungeheizten Treppenhaus und zwei Abstellkammern befindet, stellt sich mir die Frage, ob eine Dampfsperre dort unbedingt notwendig ist. Des weiteren überlege ich, ob diese eventuell durch eine Styroportapete oder einen Latexanstrich in der Decke des Treppenhauses und den Abstellkammern hergestellt werden könnte.

    Ich bedanke mich schon jetzt recht herzlich für gute Ratschläge.
     

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  3. Wieland

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    Augescheinlich entweicht in dem von Ihnen markeirten Bereich, warme Raumluft und Kondensiert über der Unterdeckbahn ( Vermutung ).
    Ihre Heizkosten für 200 m² Wohnfläche sind nicht sehr hoch. Abhilfe kann eine entsprechende Dampfsperre in Form einer Folie oder flüssgen
    und Sperrschicht auf der Putzebene schaffen.Einschließlich der Einblasdämmung.
    Das sollte vor Ort von einem Bauphysiker / Fachmann geprüft werden.


    Grüße aus Bürstadt
     
  4. Kalle88

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    Ich würde dies von einem Bauphysiker klären lassen wollen. Auf den ersten Blick sieht es für mich nicht nach einem bauphysikalischen Problem aus, eher wie ein konstruktives in Folge von hohen Schneemassen.

    Wenn das Treppenhaus wirklich ungedämmt ist, nicht beheizt ist frage ich mich wie sich der Wasserdampf derart lang in einer kühlen Luft halten kann, dass er erst am Ende der Rinnenwulst kondensiert und es zu Eiszapfenbildung kommt. Ähnliches kann man an ungedämmten Schornsteinköpfen bewundern, dort kühlt die Luft aber nach Austritt auch ruckartig aus. Hier müsste es ja enorme Wegstrecken zurück legen um von gasförmig in flüssig zu wandeln und dann anschließend noch zu gefrieren.

    Meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass hier an der Traufe, aufgrund der flachen Neigung, Schneefangstützen fehlen. Da fdas Dach relativ flach geneigt ist, fehlt der Antrieb den Schne abrutschen zu lassen, es staut sich in der Rinne auf. Die Temperaturen steigen im laufe des Tages, die obersten Schichten beginnen zu tauen und laufen am Schnee hinab. An der Traufe angekommen treffen Sie auf die unterkühlte Rinne und beginnen wieder zu frieren. Nun setzen sich an der Rinnenwulst die Eiszapfen ab. Sollte ein bauphysikalisches Problem ausgeschlossen sein - das kann man hier nicht bewerten - würde ich mal über den Einsatz von Schneefangstützen und einer Rinnenbegleitheizung nachdenken!
     
  5. #4 Waldfee99, 29. März 2015
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    Hallo Wieland, hallo Kalle!

    vielen Dank für Eure Antworten wegen unseres Eis- und Dämmproblems.

    Ich hätte natürlich dazu schreiben müssen, daß wir es dieses Jahr bei uns mit Schneemassen zu tun hatten, die man in anderen Gegenden nicht kennt. Das Problem ist der viele Schnee, der durch die Hauswärme auf dem ungedämmten Dach zum Schmelzen gebracht wird. Der Schnee taut also nicht von oben, sondern vom Hausdach ab. Das Wasser kann dann in der Dachrinne nicht ablaufen, da diese selbst schneegefüllt ist. Da das eine reine Nordseite ist, und die Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen, bleibt der Schnee in der Dachrinne, bis es taut. Wegen der fehlenden Dämmung kommt das Tauwasser aber auch bei Minusgraden vom Dach. Mit einer entsprechenden Dämmung würde der Schnee nicht mehr abrutschen bzw. erst abrutschen, wenn die Tauperiode kommt, und dann auch die Dachrinne frei wäre. Die Schneestangen haben damit nichts zu tun, weil der Schnee, der hinter den Schneestangen liegt, als letztes im Winter/Frühjahr als große Eisplatten vom Dach fällt. Dort taut nämlich der Schnee nicht, weil keine Wärme von unten kommt. Man kann bei uns schauen, wohin man will, bei den gedämmten Dächern gibt es dieses Eiszapfenproblem nicht.

    Würden wir es fertigbekommen, diesen flachen Bereich mit einer guten Dämmung zu versehen, würde sich das Problem mit dem Eis also wahrscheinlich gar nicht erst stellen. Die Dachrinnenheizung könnte sich also durch die Dämmmaßnahme erübrigen. Eine Dämmung muß in diesem Bereich also her. Das Problem ist hierbei halt die Dampfsperre, wobei mir nicht klar ist, ob diese in dem ungeheizten Treppenhaus und den Abstellkammerln überhaupt so zwingend notwendig ist.

    Die vorgeschlagene Aufdachdämmung wäre wegen dieser paar Quadratmeter wahrscheinlich vollkommen übertrieben. Eine Einblasdämmung scheint dort das einzig Wahre zu sein. Eine Dampfsperre im Dachbodenbereich ist nicht machbar.

    Die Decken in den beiden Kammerln und im Treppenhaus sind gerade erst alle neu verputzt. An der Treppenhausdecke zu arbeiten ist aufgrund der Höhe sowieso ein Problem für sich (aber natürlich machbar). Aber es geht hier vor allem auch um die Optik.

    Herzliche Grüße und vielen Dank!
     
  6. Kalle88

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    Warum fragt man nach Rat, wenn man die "Lösung" selber doch schon erarbeitet hat? Einen Blick in die LBO und man weiß, dass Schneefangstützen vor Eingängen/Verkehrsflächen angeordnet werden MÜSSEN Punkt! Ein Blick in die Dachdeckerrichtlinien und man wird feststellen, dass die Empfehlung für eine Rinnenbegleitheizung hier schon eher zur Vorschrift werden könnte. Man kann natürlich jetzt auch irgendwas dämmen, mit undefinierter Luftdichtigkeit, die Raumtemperaturen steigen lassen und somit auch Wasserdampf, der dann vielleicht ganz andere Probleme bringt, aber man hat ja was unternommen dagegen. Ausgang der Geschichte ungewiss und immer noch fehlen definierte Anforderungen, siehe oben. Zum Rest habe ich keine Lust mich auszulassen, weil das eh verschwendete Zeit ist.
     
  7. #6 Waldfee99, 30. März 2015
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    Hallo Kalle,

    vielen Dank für die etwas ruppige Antwort, die mir aber eine offene Frage beantwortet hat: Einblasdämmung ist dort wohl zu gefährlich für den Dachstuhl. Die vom Dachdecker vorgeschlagene Aufdachdämmung des ganzen Daches wegen eines solch kleinen Bereiches ist ja wohl auch nur etwas für Leute, die nicht wissen, wohin mit dem Geld.

    Ich bin auf die Schneefangstützen gar nicht eingegangen, da es in unserer Region wohl kein einziges Haus gibt, wo diese nicht vorhanden sind. Wir haben diese selbstverständlich auch. Ich hätte daran denken müssen, daß man in so einem überregionalen Forum ganz anders "reden" muß, als in unserer Gegend.

    Die Dachrinnenheizung war auf jeden Fall für den nächsten Winter vorgesehen. Es wurde aber von einigen Leuten versucht (Dachdecker usw.), mir diese wieder auszureden (das wäre heutzutage eine totale Energieverschwendung, und dieses Problem würde ja nur wegen der mangelnden Dämmung bestehen). Nach den ganzen Überlegungen werden wir natürlich wieder auf die Dachrinnenheizung zurückkommen.

    Die Architektin, die ich im Februar bestellt hatte, hat leider nur von der Leiter in den Dachstuhl geschaut. Sie schrieb damals: "In diesem Fall wäre eine Dachrinnenheizung schon sinnvoll, damit sich das Wasser nicht zurück staut. Ich würde im Frühjahr zuerst vom Dachdecker den Traufanschluß prüfen lassen und vom Trockenbauer oder Zimmerer die Dämmung. Eine Dampfsperre im Zwischensparrenbereich ist erforderlich, weil keine Hinterlüftung vorhanden ist." Nur ist diese Dampfsperre halt nicht realisierbar.

    Der zugezogene Dachdecker empfahl ja dann die Aufdachdämmung. Einerseits könne man dort nicht dämmen und andererseits wären die Ziegeln von 1956. Das hätte uns allerdings finanziell einfach überfordert. Der Gedanke an die Kosten hat mich auch ziemlich fertig gemacht.

    Im ansonsten gut gedämmten Haus diese Schwachstelle zu lassen, fällt mir aber persönlich auch sehr schwer. Allerdings muß ich wohl zur Kenntnis nehmen, daß es dafür wohl keine einigermaßen praktikable/wirtschaftliche Lösung gibt. Wenn, dann käme wohl nur in Frage, die Innenverkleidung abzunehmen und mit PUR und natürlich Dampfsperre zu dämmen, oder?

    Ich würde mich sehr über die Beantwortung dieser Fragen freuen. Und um eine klare Ansage, was Sie bei Ihrem eigenen Haus in diesem Fall machen würden. Außerdem kann ich versichern, daß das in meinem Fall keine Zeitverschwendung ist. Ich habe viele unterschiedlichen Ratschläge bekommen. Kein Fachmann hat mir aber gesagt, daß es auch eine Lösung ist, diesen Bereich einfach ungedämmt zu lassen. Uns geht es nicht darum, nur etwas zu tun, daß etwas getan ist, und eventuell noch eine Situation zu verschlechtern, sondern um die beste Lösung, die für uns auch wirtschaftlich vertretbar sein muß.

    Obwohl ich schon einige Fachmänner vor Ort wegen einer Lösung gefragt habe, war ich die erste, die vor zwei Tagen die Situation im Dachboden einmal genau untersucht hat, und diesen ungedämmten Bereich genau geortet hat. Deswegen hat sich mir diese Situation auch erst vor noch nicht einmal 48 Stunden ganz klar dargestellt. Zuvor hatte ich nur lauter unterschiedliche Aussagen gehört, die ich irgendwie auf einen Nenner bringen mußte. Die Dämmpropagande trägt dazu bei, daß es einen wirklich sehr schwer fällt, solche ungedämmten Flächen innerhalb eines Hauses zu akzeptieren. Aber das muß ich wohl, oder?

    Ein guter Bekannter schlug gestern noch vor, die Dachrinnenheizung nicht nur in die Rinne, sondern auch beim äußersten Rand des Daches in Schleifen zu legen. Da die im Frühjahr abgehenden Eisschollen (hinter den Schneefängern) zu richtigen Totschlägern werden können, werden wir auch diesen Rat beherzigen.


    Vielen Dank noch einmal und herzlichen Gruß
     
  8. #7 Alfons Fischer, 30. März 2015
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    ich habe diesen Thread jetzt nur am Rande verfolgt. Aber ich habe den Eindruck bekommen, dass es für Sie möglicherweise höchst sinnvoll sein könnte, jemanden zu fragen, der sich mit sowas auskennt, aber kein Geld an Handwerkerleistungen verdienen möchte...


    mich erinnert das an einen Fall, den ich im letzten Jahr erlebt habe:

    ein Bekannter sprach mich an, dass Frau X ein Problem an ihrem Haus mit eindringender Feuchtigkeit im Dach habe. Dort gibt es zwischen ihrem Haus un dem Haus des Nachbarn eine innenliegende Rinne. Diese habe man auch schon mal komplett neu abgedichtet, aber es ist nicht besser geworden. Nach wie vor ist Feuchtigkeit eingedrungen.
    Jetzt habe sie einen Dachdecker vor Ort gehabt, der ganz klar aussagte, man müsse das Dach halt neu decken, dann hätte man das Problem beseitigt.

    Weil Frau X eine gute Bekannte meines Bekannten ist, bot ich an, dass Sie mich gerne mal anrufen könne, ich würde nach Ursachen recherchieren und ihr Möglichkeiten und Herangehensweisen erläutern.
    Frau X: rief mich tatsächlich an.
    Ich: bot Ihr an, mir das Problem mal vor Ort anzusehen, ich würde nur den Zeitaufwand vor Ort verrechnen.
    Frau X: Nein, sie sei sich nicht sicher, ob sie "nur für Beratung" jemanden beauftragen solle, weil das ja trotzdem wieder Geld koste...
    Ich: ob Sie denn das Dach vom Dachdecker sanieren lassen würde, wenn sie wüsste, dass es nicht am Dach liegt?
    Frau X: nein, natürlich nicht. Weil Sie bei dem ansonsten unbewohnten Dachgeschoß keinen weiteren Nutzen sieht.
    ich: dann läge es doch nahe, das genauer zu untersuchen, nachdem ja die bisherigen Reparaturversuche auch schon keinen Nutzen gezeigt hatten.

    dann habe ich nichts mehr von Frau X gehört.
    Der Bekannte hat mir später erzählt, dass Frau X die Dachsanierung in Auftrag gegeben habe. Ein nennenswerter 5-stelliger Betrag.

    Und neulich erzählte mir der Bekannte, dass die Feuchtigkeit erneut - trotz saniertem Dach - aufgetreten ist...


    Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie das mir weh tut, zu sehen, wie sich jemand finanziell so vergaloppiert...
     
  9. Kalle88

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    Rinnenbegleitheizung und Energiefresser... weil die heutzutage auch nicht intelligent daher kommen und erst dann anspringen wenn sie benötigt werden. Ich bekomme bei solchen Aussagen von Fachleuten echt die Krätze - tut mir leid.

    Offensichtlich hat keiner der bestellten Person die Ruhe und Lust sich dem Problem anzunehmen. Ich lese immer nur, geht nicht, unmöglich. Ich bezweifel, dass etwas nicht möglich ist. Vielleicht finanziell nicht wirtschaftlich aber Unmöglich? Auch eine Einblasdämmung kann fehlende Luftdichte nicht kaschieren. Ebenso ist strittig ob auf der Holzschalung nicht eine bituminöse Zusatzmaßnahme verweilt, aufgrund eben hoher Schneemassen die unter die Eindeckung gelangen. Wenn man den Aufbau nicht kennt, kann man sich darüber auch nicht auslassen.

    Das was ich bewerten kann habe ich geschrieben. Keiner kennt hier die Transemissionsverluste die sich aus deiner beheizten Fläche ergeben, die dann dazu führen dass sich dein unbeheiztes Treppenhaus auf Temperatur X aufheizt. Was dann wiederrum einen Temperaturanstieg der Eindeckung um X Grad hätte. Dämmst du jetzt, schiermst du das Dach zwar erstmal vor der Wärme ab, bringst damit aber auch neue Probleme. Was ist mit der ansteigenden Wasserdampfkonzentration? Könnten sich daraus Bauteile auffeuchten? Wo und wie kann ich eine dauerhafte, permanente Luftdichtung realisieren - kann ich vielleicht drauf verzichten, weil mir Bewertungen sagen dass es nicht nötig ist?

    Wie und woher sollen wir das erahnen können? Ich kann mir vorstellen, dass es Nerven raubend ist, so viele unterschiedliche Meinungen zu hören. Aber wer viel fragt bekommt auch viele Antworten. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Bauphysiker dazu keine Beantwortung hätte - so er denn mit der Bereuung und Lösung beauftragt wird. Immerhin ist dies genau sein Job. Also hast du vielleicht die richtigen Fragen den falschen Leuten gestellt und nu?
     
  10. #9 Waldfee99, 31. März 2015
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    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Eigentlich habe ich kein Problem damit, Fachleute für einen guten Rat zu beauftragen. Deswegen habe ich ja im Februar, nachdem sich das Eisproblem gezeigt hatte, erst einmal eine Architektin hinzugezogen. Sie ist freie Sachverständige für Schäden an Innenräumen und dazu noch auf Schimmelpilz und -Beseitigung spezialisiert. Die hatte dann ja auch einen Ortstermin (ohne in den Dachboden zu kriechen). Dafür habe ich dann auch eine Rechnung über 161,84 Euro bezahlt.

    Dann bin ich dem Rat der Architektin gefolgt und habe den Zimmerer und den Dachdecker dazu angesprochen. Diese hatte ich wegen einer anderen Sache ohnehin im Haus. Daraus ergab sich dann der Vorschlag, daß das ganze Dach eine Aufdachdämmung erhalten solle. Das war letzte Woche. Dann war ich natürlich erst einmal fertig -(vor allem, weil ich den Dachdecker sehr schätze und als seriös empfinde).

    Deswegen habe ich dann einen guten Bekannten angerufen, der Geschäftsmann ist und einige Häuser hat. Der sagte mir, daß sein Dach auch von 1956 wäre, und er sich schon 1980 über dieses Thema wegen seines eigenen Hauses klar werden mußte. Er hätte damals einen guten Dachdecker da gehabt und sich letztendlich dann nur entschieden, das Vordach etwas zu verlängern und eine Dachrinnenheizung zu installieren und ansonsten alles zu belassen. Als ich ihn auf meine Anfrage im Forum hinwies, schrieb er mir in einer E-Mail:

    "Leider ist nur eine Besichtigung mit einem Dachexperten oder Baufachmann am Haus erfolgversprechend.
    Ein belüfteter Speicher (ohne Dämmung) ist immer für den Dachstuhl das Beste. Wärmetechnisch für die darunterliegende Decke natürlich nicht optimal. Abhilfe: Speicherdecke dämmen, aber mit Dampfsperre! Ist auch das kostengünstigste Verfahren.
    Bei starker Dachvereisung im Norden und nicht wärmegedämmten Dach ist die einfachste und kostengünstigste Lösung: Schneefangstange oder Schneefanggitter am Dach und Beheizung in Schlaufen am unteren Dachende/Dachrinne.
    Diese Verfahrensweise hat bei den wenigen Garmischer Vereisungswintern bisher immer gut geklappt und funktioniert nach über 40 Jahren im Einsatz immer noch."

    Also ziemlich übereinstimmend mit Euren Ratschlägen. Ich bin wahnsinnig froh, einen solchen erfahrenen Menschen fragen zu können, denn erst einmal hatte ich kurzzeitig wirklich gedacht, das ganze Dach mit einer Aufdachdämmung dämmen zu müssen.

    Mein Problem ist also nicht, daß ich kein Geld für einen Fachmann ausgeben will, sondern daß ich bisher anscheinend nicht den richtigen Fachmann gefunden habe.


    Eingangsbereich.jpg

    Herzlichen Gruß und noch einmal vielen Dank!
     
  11. #10 Alfons Fischer, 31. März 2015
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    welche Maßnahme empfohlen werden kann wird ganz entscheidend von der Art (verwendete Materialien) des offensichtlich nach der Bauzeit irgendwann mal erneuerten Unterdachs (?) abhängen.
    Darum wird man erst mal das Dach öffnen müssen, um zu sehen, über was wir überhaupt sprechen.

    Möglicherweise ist dieses Unterdach dampfdicht (z.B. Schalung + Bitumenbahn), was jegliche Art der Wärmedämmung dort aufgrund der diffusionsbedingten Eigenschaften schwierig macht.

    Wärmedämmung wäre aber notwendig, um ein Abtauen des Schnees auf den Dachziegeln zu verhindern, was ich derzeit als Ursache in Betracht ziehe. Ausreichende Luftdichtheit sowieso.
     
  12. #11 Waldfee99, 3. April 2015
    Zuletzt bearbeitet: 3. April 2015
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    Sehr geehrter Herr Fischer,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Man kann davon ausgehen, daß über der Schalung eine Bitumenbahn angebracht ist und darauf dann die Lattung.

    In Ebay wird eine PUR-Schüttung mit einem WLG-Wert von 023 angeboten. Ich frage mich, ob diese für diese Sache geeignet sein könnte, da sie keine Feuchtigkeit aufnimmt und aufgrund des guten Dämmwerts der Taupunkt bei 12 cm (Sparrenhöhe) in den Außenbereich verlegt werden würde.

    Nachdem ich den Dachdecker unsere Entscheidung keine Aufdachdämmung machen zu wollen, mitgeteilt habe, sagte er mir: "Das Dach kommt Ihnen in den nächsten 5-10 Jahren sowieso. Ich habe ein paar Ziegeln aufgehoben, die Lattung ist darunter schon ziemlich kaputt und die Ziegeln sind von 1956." Die kaputte Lattung ändert natürlich auch die Situation .

    Die Frage ist halt, ob man das vorübergehend, mit dieser Schüttdämmung machen könnte, um nicht sofort die großen Kosten der Aufdachdämmung zu haben. Andererseits gibt es aber auch KfW-Kredite für 0,75 Prozent oder einen Zuschuß von 10 Prozent bzw. Kredite von unserer Bank für 1,5 Prozent. Deswegen ist natürlich alles eine Abwägungssache, zumal ja die Baukosten auch immer teurer werden. Allerdings würde das halt bedeuten, daß wir mit mindestens 40.000 Euro Mehrverschuldung leben müssen.

    Auch wenn wir das Eisproblem durch die Dachrinnenheizung lösen könnten, wäre mir diese ungedämmte Fläche immer sehr unangenehm. Die Kosten der Dachrinnenheizung würden sich ja wahrscheinlich erübrigen, wenn gedämmt wäre. Den Dachstuhl möchte ich natürlich durch eine falsche Dämmung auf jeden Fall nicht gefährden. Wegen dem Dachfenster, welches wir unserer Tochter versprochen haben, sollte auf der anderen Seite jetzt eine Entscheidung fallen.

    Die Aufdachdämmung wird ja hoffentlich unserem alten Dachstuhl nicht schaden. In unserer Gegend muß man auch berücksichtigen, daß das Dach unter Umständen zu viel Last abbekommt, wenn der Schnee überhaupt nicht mehr wegtaut.

    Nun ja, das Thema ist für mich also noch nicht abgeschlossen, aber irgendwann wird sich schon die richtige Lösung aufzeigen.

    Noch einmal herzlichen Dank, und die besten Wünsche für ein schönes Osterfest!






    "Schüttdämmung aus PU Polyurethan Hartschaum
    Korngröße 1-10 mm

    Schüttdämmung aus PUR Polyurethan Hartschaum (Neuware) zur Wärme- und Schalldämmung von Gebäudeteilen.
    Für das Verfüllen schwer zugänglicher Hohlräume. Lose schüttbar und einblasbar. Als freiliegender Dämmstoff geeignet. Als Zugschlagstoff für Leicht- und Dämmputze sowie Estriche. Material ist absolut geruchslos, nimmt keinerlei Feuchtigkeit auf und verdichtet sich selbst. Keine Hohlräume oder ähnliches. Umweltfreundlich und ökologisch unbedenklich. Material ist B2 normal entflammbar nach DIN4102-1.
    Farbe hellgelb gemischt.

    Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,0230 W/mK lose geschüttet und unverdichtet."
     
  13. #12 Alfons Fischer, 4. April 2015
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    die mögliche Feuchteaufnahme der Dämmung ist nicht das Dampfdiffusionsproblem, welches wir angesprochen haben. Eher ein Nebenkriegsschauplatz.
    Vielmehr ist es das Holz, welches langfristig durchfeuchtet und dadurch Schaden nimmt, wenn man den Hohlraum ausdämmt, ohne ein Gesamtkonzept zu haben.

    zur KfW-Förderung: ja, natürlich gibt es zinsgünstige Darlehen und auch Zuschüsse.
    Aber gehen Sie mal vereinfacht davon aus, dass alles, was gefördert wird, sich nicht lohnt. Würde es sich nämlich lohnen, dann würde es ja jeder machen und man bräuchte es nicht fördern. Es ist, vereinfacht gesagt, eine Art Marktanreizprogramm...
    Vor allem lohnt es sich in der Regel nicht, ein Bauteil auf KfW-Förderniveau zu bringen und dort das ganze Geld zu verblasen, wenn dann eben dieses Geld an anderer Stelle (wo es ebenso dringend benötigt wird) fehlt...
    (ok, das vorher gesagte ist eine etwas provokative und sehr verkürzte Darstellung, aber es geht in die Richtung).


    Ich war letzte Woche in einem Objekt mit vergleichbarer Ausgangssituation: Schalung + Pappe. Auch dort habe ich empfohlen, die Eindeckung abzunehmen und zurückzubauen bis zur Schalung. Dann eine z.B. 60mm Holzweichfaser drauf, Konterlattung, Lattung und Eindeckung. Von innen dann Zwischensparrendämmung und ggf. Untersparrendämmung.
    Erfordert aber auch im Innern "Rückbau auf Rohbau" (als Verkleidung am Dach abnehmen und neu aufbauen). Wenn das von innen nicht geht, dann wird man das alles von oben machen müssen.
    Nur habe ich bei der angesprochenen Aufsparrendämmung etwas Zweifel, ob man die Luftdichtheits- und Kondensatproblematik insbesondere an den Anschlüssen (Traufe und Ortgang) so ohne Weiteres in den Griff bekommt.
     
  14. Kalle88

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    Achtung bei flachen Dachneigungen. Bei flachen Neigungen könnten unter Umständen Zusatzmaßnahmen auf der HWF-Platte nötig werden - in Form einer zusätzlichen verklebten Schalungsbahn, da Querstöße bei flacher Neigung lecken können. Primern und abkleben der Stöße halte ich für nicht Ziel führend, da ist eine zusätzliche Bahn zielführender.
     
  15. #14 Waldfee99, 5. April 2015
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    Noch einmal herzlichen Dank für die Antworten. Den KfW-Kredit hätte man mit einer Laufzeit von 30 Jahren abschließen können. Dadurch wäre die monatliche Belastung relativ gering gewesen wäre, was schon reizvoll gewesen wäre. Allerdings ist es nicht sinnvoll alles sehr zu verteuern, nur damit die Finanzierung etwas günstiger wird. Irgendwie darf man ja auch die wirtschaftliche Situation nicht aus dem Auge verlieren. Es sind oft die schönsten und bestrenoviertesten Häuser, die bei einer Versteigerung angeboten werden, weil die Eigentümer zu viel gemacht haben, was nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.

    Die obige Dämmung hört sich noch teurer an als die PUR-Dämmung, für die ich bis jetzt noch kein Angebot bekommen habe. Zwischensparrendämmung käme ja nur für das flachgeneigte Dach in Frage, da wir ja sonst die oberste Geschoßdecke gut dämmen können?

    Ich habe mich jetzt auch einmal in der Nachbarschaft umgehört. Drei Häuser stehen in unserer Reihe, und waren ursprünglich vom selben Typ mit diesem versetzten Giebel und der flachen nördlichen Dachneigung. Der nächste Nachbar hat sich vor ein paar Jahren einen neuen Dachstuhl machen lassen.

    Der übernächste Nachbar, ein Bauingenieur im Ruhestand (dessen Dach etwas höher und durch Dachfenster besser belüftet ist), hat schon vor bald zwanzig Jahren das Problem auf diese Weise beseitigt:
    Er hat mit zwei langen Latten eine Baufolie in die Gefache nach hinten geschoben, so daß die Plane das "flache U" ausgefüllt hat, und hat dann eine Schüttung hineingegeben; damit diese über der unbeheizten Fläche ist. Dann hat er wieder mit zwei langen Latten eine mit Alu kaschierte Mineralwolldämmung hineingeschoben. Das Dach hat es anscheinend tadellos verkraftet.
    Die Dachrinnenheizung hat er sich dadurch gespart (er hatte dieses Jahr keine Eiszapfen!!!), da sie ihm auch damals schon zu teuer gekommen wäre.

    Schöne Ostern und jedem der "Bauratsuchenden" eine gute, weise Entscheidung!
     
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  17. #15 Alfons Fischer, 5. April 2015
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    ebenso!
    (wenn ich bei Ihnen auch wenig Hoffnung auf letzteres habe)
     
  18. #16 Waldfee99, 6. April 2015
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    Ist ja nett! Danke für die freundliche Einschätzung! ;-)
     
Thema: Wärmedämmung/Dampfsperre im Drempel
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  1. drempel dämmen

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