Wärmedämmung Fußboden/Sohle

Diskutiere Wärmedämmung Fußboden/Sohle im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich habe ein Haus Bj. 1970 gekauft, das gedämmt werden soll, so dass Neubauniveau nach EnEV erreicht wird. Es geht nun darum,...

  1. Ribine

    Ribine

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    Hallo zusammen,

    ich habe ein Haus Bj. 1970 gekauft, das gedämmt werden soll, so dass Neubauniveau nach EnEV erreicht wird. Es geht nun darum, ob auch eine Dämmung des nicht unterkellerten Fußbodens (ca. 65 von 100 qm) erforderlich ist. Der Architekt, mit dem die übrigen Dämmmaßnahmen abgestimmt sind, hält ein Entfernen des alten Estrichs und das Aufbringen neuen Estrichs mit Dämmplatten für sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich. Er meint jedoch, dass sich auf dem Boden als zukünftig kältester Stelle Feuchtigkeit niederschlagen und den Bodenbelag in Mitleidenschaft ziehen könnte.

    Meine Frage ist, ob jemand in vergleichbarer Situation solche Feuchteprobleme festgestellt hat bzw. wie das Meinungsbild hinsichtlich der Sinnhaftigkeit der Dämmmaßnahme ist (kostet ja auch ein paar tausend Euronen).

    Die Maßnahmen, die in jedem Fall durchgeführt werden sind:

    - WDVS mit 20 cm Stärke
    - neue Fenster mit U-Wert 0,9
    - Dachdämmung insgesamt ca. 25 cm
    - Dämmung Kellerdecke (ca. 35 qm), Stärke ca. 6 cm (mehr geht nicht, sonst pass ich nicht mehr rein ...)

    Vielen Dank!
     
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  3. Gina

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    Hallo Ribine,

    bin zwar Baulaie, beschäftige mich aber seit ca. einem Jahr mit dem Thema Bauen und zwar insbesondere Passivhausbauen. Und beim Thema Passivhaus kommt es u. a. auf eine sehr gute Dämmung an. Meine Meinung zu Deiner "Dämmsituation". Nicht unterkellerten Boden dämmt man am besten (aber auch am teuersten) unterhalb der Bodenplatte (u. a. keine Wärmebrücken unterhalb der Wände). Da dies bei Dir nicht geht, solltest Du auf jeden Fall oberhalb der Betonplatte dämmen, da Du Dein Haus ja insgesamt recht gut dämmst und ansonsten eine große (65 qm) Schwachstelle hättest. Stell Dir einfach vor, es ist ein kalter Wintertag und Du hast Dich sehr warm angezogen, allerdings den linken Schuh und Strumpf vergessen... Logisch Du wirst tierisch frieren, trotz dickem Mantel, Handschuhe und Mütze.
    Ich würde auf den Rat des Architekten hören und den alten Estrich entfernen. So gewinnst Du erstmal an Raumhöhe und hast so mehr Platz für eine dickere Dämmung unterhalb des neuen Estrichs. Zumindest das entfernen des alten Estrichs sowie die Dämmung kann man selber machen, so sparst Du etwas Kohle. Wichtig ist, dass Du auf den Rohfussboden eine Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit (aus dem Erdreich) ordentlich ohne Lücken auslegst, denn so schützt Du Deine Dämmung. Dann bringst Du Deine Dämmung an, so dick wie möglich (ein paar cm mehr kosten nicht die Welt und den Aufwand es zu verlegen hast Du oder der Unternehmer sowieso!!!). Berücksichtige aber die anschließende Raumhöhe (Estrich + Fußbodenbelag kommt ja auch noch). Wenn Du die Dämmung zweilagig verlegst, kannst Du durchgehende Fugen nach unten vermeiden. In der Dämmung kannst Du auch Kabel verlegen. Beim Fußbodenbelag ist natürlich Holz oder Kork ein "wärmeres" Material als Fliesen.
    Bin nur Laie, daher am besten Architekt/Energieberater fragen!
    Gruß Gina
     
  4. Ribine

    Ribine

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    Wie wichtig ist die Dämmung?

    Hallo Gina,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich sehe natürlich auch, dass eine Dämmung besser ist als keine. Die Frage ist aber, ist es wirklich so dramatisch, wie Du es beschreibst. Nach der Berechnung ist die Energieeinsparung durch die Fußbodendämmung im Verhältnis zu den anderen Maßnahmen marginal. Dafür ist die Fußbodendämmung aber relativ teuer.

    Daher meine Frage, ob jemand Erfahrungen mit ungedämmten Fußböden und vielleicht sogar mit nachträglich gedämmten hat und sagen kann, ob ein - für die Füße - spürbarer (!) Unterschied besteht bzw., dass es wegen der Feuchtigkeitsproblematik ratsam ist, zu dämmen.

    Da ich hier im Forum nichts dazu gefunden habe, scheint es sich vielleicht um gar kein Problem zu handeln?

    Grüße

    Ribine
     
  5. #4 bauworsch, 9. März 2007
    bauworsch

    bauworsch Gast

    Probleme sind Situationen die man nicht lösen kann. ;)
    Soo viele Häuslesanierer sind hier nicht unterwegs und eine Teilunterkellerung beschränkt die Situation weiter.

    Bei den beschriebenen Maßnahmen der Dämmung Fassade und Fenster den Fußboden im EG völlig unberücksichtigt zu lassen finde ich persönlich inkonsequent. Dass sich über "unten" zumindest mal Gedanken gemacht wurden, lässt die Dämmung der Kellerdecke erahnen. Nur was soll die alleine für sich bringen? Die kann man sich, wenn sonst nichts für den EG-Fussboden gemacht wird auch sparen.

    Das Haus ist BJ 70, ist da tatsächlich nur der blanke Estrich im EG drin?
    Thema beim Rausreißen wäre auch eine möglich erforderliche Abdichtung der Kellerdecke/Bodenplatte. Ist hier abdichtungstechnisch was vorhanden?
    Wie ist der nichtunterkellerte Teil gegründet?
     
  6. planfix

    planfix Gast

    @Ribine
    dein archi arbeitet wirklich eigenartig. was nützen die super wände und fenster, wenn du kalte füße hast. die berechnungen werden am besten als bilanz gerechnet und da würde ich keine 20cm auf die wände machen und den fußboden auslassen. die kellerdecke bzw. bodenplatte sollte die mindestanforderungen der enev erfüllen. dafür würde ich eher bei den wänden etwas einsparen.
     
  7. Ribine

    Ribine

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    @planfix

    Ich muss meinen Architekten in Schutz nehmen. Er hat ja die Fußbodendämmung vorgeschlagen. Und die Stärke der Außendämmung sowie der U-Wert für die Fenster ist meine Vorgabe. Die Sohlendämmung soll ca. 4.000 Euro kosten. Die könnte ich bei Außendämmung und Fenstern sparen, wäre dann aber nicht unbedingt zukunftssicher (s. EU-Gipfel).

    In der Presse spricht niemand über die Bodendämmung, daher meine Frage: Ist hier (nur) das Bessere (neuer Bodenaufbau) der Feind des Guten (na ja, ob gut oder nicht, jedenfalls erfüllt der alte Asphaltestrich seine Funktion) oder hätte es auch Nachteile, wenn ich nichts mache?

    @bauworsch

    Über diese Dinge (Abdichtung) wurde offiziell noch nicht nachgedacht. Der Archi hat Bodendämmung und die Dämmung der Kellerdecke vorgeschlagen. Ich würde lieber nur die Decke dämmen, weil billiger.

    Also nochmal in die Runde: Wenn ich alles so lasse, beeinträchtigt das in spürbarer Weise den Wohnkomfort oder folgen sogar Schimmelprobleme?

    Grüezi

    Ribine
     
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  9. Berni

    Berni

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    Tach Ribine,

    Baujahr 1970 kann ich mir so ganz ohne Dämmung auch nicht vorstellen. Die Asphaltleger haben da meist 20mm Mineralfaser mit geringer Zusammendrückbarkeit eingebaut.
    Ein Asphalt ist vom Material her verglichen mit Zement oder Anhydrit schon fußwarm. Vergleichbar mit Parkett und Fliesen. Wenn es um warme Füße geht, hilft nur eine Fußbodenheizung.

    Für die Beläge ist es egal, ob neuer Estrich mit Abdichtung oder Asphalt drinnlassen. Asphalt ist diffusionsdicht und nimmt keine Feuchtigkeit auf.
    Ich würde nach Möglichkeit dampfdichte Beläge aufbringen.

    Der Fußboden wird sicherlich das kälteste Bauteil bleiben, wie sich das nachträglich durch die Umbaumaßnahmen noch bauphysikalisch auswirken kann, wird Dir hier so ohne Berechnungen auch keiner beantworten können.

    Anderes Thema ist ja auch die benötigte Aufbauhöhe für neuen Estrich und Dämmung.
     
  10. Ribine

    Ribine

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    Hallo Berni,

    vielen Dank für die Antwort. Berechnungen über den Energieverlust habe ich. Vielleicht sollte ich mal ne Probebohrung machen lassen.

    Beste Grüße

    Ribine
     
Thema: Wärmedämmung Fußboden/Sohle
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