Wärmedämmung

Diskutiere Wärmedämmung im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich bin neu hier und habe mal die Suche benutzt, um Themen hier zu finden über "Wärmedämmung", aber da hab ich 499 gefunden und...

  1. #1 Talasar, 22.08.2007
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    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und habe mal die Suche benutzt, um Themen hier zu finden über "Wärmedämmung", aber da hab ich 499 gefunden und die meisten hatten nur entfernt was damit zu tun. Also wollte ich hier meine Frage nochmal ausbreiten und hoffe, das ich fündig werde.

    Also: Wir (mein Vater und ich) wollen neue Fenster in unser Zweifamilienhaus (Baujahr 1974) einbauen und die Fassade neu machen, dazu gehört dann auch eine neue Wärmedämmung der gesamten Aussenwand. Bisher war die Aussenwanddämmung mit Glaswolle gemacht. Wir fragen uns nun, welche Dämmung zu empfehlen wäre. Gibt es nicht inzwischen viele neue, moderne Materialien, die sich zur Dämmung nutzen könnten? Mein Vater wollte zuerst Mineralwolle kaufen, aber ein befreundeter Materialwissenschaftler meinte nun, dass das zu Asbestose führen kann. Er empfiehlt Styropor. Doch nun hab ich im Internet gesehen das es von BASF etwas gibt das sich Neopor nennt, was viel besser sein soll.

    Also, wir brauchen natürlich eine sehr gute Wärmedämmung sowie, wenn möglich eine gute Schallisolierung, was nimmt man da am besten?

    Danke für die Hilfe, falls noch Infos fehlen liefere ich die gerne nach.
     
  2. #2 Hundertwasser, 23.08.2007
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    Wie war denn die Fassade vorher gedämmt? Als vorgehängte Fassade und dahinter die Glaswolle?

    Bei so umfangreichen Arbeiten würde ich einen Energieberater einschalten bzw. einen Architekten der auch Energieberatung macht.

    Zu den Dämmstoffen generell:

    Styropor und ähnliches (Neopor, Neowall) ist geeignet zum verkleben auf der Fassade und wird hinterher verputzt, ähnlich Mineralwollplatten. Die MiWo wird auch bei vorgehängten Fassaden als Dämmstoff verwendet. Zur Schalldämmung eignen sich Mineralwolle oder elastifizierte Styroporplatten.

    Zur Asbestose:
    Asbestose wird durch Asbest hervorgerufen. Das Mineralwolle das auch tut ist Quatsch.
     
  3. #3 Talasar, 23.08.2007
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    Hallo,

    danke für die schnelle Antwort. Morgen kommt eine Architektin zu uns, die auch Energieberatung macht, mal schauen was die sagt, aber es ist ja immer gut noch ein paar Meinung einzuholen.

    Ja genau, vorher war da eine vorgehängte Fassade und dahinter die Glaswolle.

    Hier der Teil der Email von dem Materialwissenschaftler zum Thema Mineralwolle und Styropor:

    "Mineralwolle: ist gesundheitlich bedenklich, egal ob Glas- oder Steinwolle, da die Faser in unterschiedlichsten Stärken und Bruchstücklängen durch die Luft schweben kann --> "Asbestose" !!!! Derselbe Effekt wie bei Asbest, allerdings aufgrund der geringeren Luftkonzentration nicht ganz so kritisch! Allerdings als Isolierung direkt zum Wohnraum deshalb wieder bedenklich. Unter dem Dach dann ok, wenn das Dach mit reißfester Außenfolie UND innenliegender Dampfsperre (auch Folie, luftdicht verschweißt/verklebt mit Mauerabschlüssen etc.) isoliert ist/wird. Mineralwolle kann sich gut mit viel Wasser vollsaugen.

    Styropor: ist heute durch Aufschäumen mit ungiftigen Gasen relativ unkritisch, isoliert sehr gut, nimmt wenig Wasser auf, leitet aber Schall recht gut."

    Vielleicht habe ich das falsch widergegeben?

    Hm... lässt sich denn keine generelle Aussage treffen, gibt es nicht DEN Dämmstoff für unsere Pläne?
     
  4. R.J.

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    Mal ehrlich, ich würde nicht unbedingt auf einen Mawi setzen wenn ich mein Haus renoviere.
    Asbestose ist eine Sammelbezeichnung verschiedener Krankheiten, ausgelöst durch lungengängige feine Fasern mit hoher Beständigkeit. Das Zauberwort der Industrie hier ist die Biolöslichkeit. Laut deren Aussagen sind die heutigen Fasern so modifiziert, das sie eine hohe Biolöslichkeit aufweisen, d.h. nicht lange genug, z.B. in der Lunge, bestehen um eine Reaktion auszulösen.
    Natürlich sind Faserdämmstoffe an sich kritisch zu bewerten. Als Kuscheldecke würde ich sie nicht benutzen wollen, richtig verbaut sollten diese allerdings keine Gefahr für die Umwelt darstellen.
    Der Aufbau "außen reißfest, innen Dampfsperre" ist ziemlich pauschal.
    Mineralwolle "saugt" kein Wasser auf.
    Ob nun Polystyrol oder Mineralwolle, beides ist in der Herstellung energieintensiv.

    Ich würde sagen warte erst einmal den Bericht der Energieberatung ab.
     
  5. #5 Hundertwasser, 23.08.2007
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    Die Aussage ist für einen Wissenschaftler ziemlich oberflächlich, aber falls der MaWi dein Chef ist würde ich ihm das nicht direkt ins Gesicht sagen. Am Besten du wartest jetzt erst mal ab was deine Architektin sagt. Dann kannst du ja hier noch mal posten.
     
  6. #6 schmachtendorfe, 27.08.2007
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    Wir haben ein Haus gekauft, das Bj. 1899 ist, allerdings vielfach angebaut und umgebaut.
    wir beschäftigen uns jetzt fast 1 Jahr mit dem Thema Fassadendämmung und sind hin und her gerissen.
    Neben den genannten Dämmstoffen gibt es noch die Holzfaserdämmplatten, die ebenfalls einenentsprechenden K-Wert haben.
    Unser Architekt sagt, Polystyrol, der nächste sagt, Minaralwolle kombiniert mit Holzfaserdämmplatte, baubiologisch wird gesagt, Holzfaserdämmplatte. Was ist nun richtig? Am Preiswertesten ist das System mit Polystyrol, das teuerste ist die Holzfaserdämmplatte. Was bringt uns den größten nutzen?

    Lieben Gruß aus Oberhausen
    Monika und Martin
     
  7. #7 Hundertwasser, 27.08.2007
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    Preis-Leistunsverhältnis bei PS ist unschlagbar. Alle anderen Dämmaterialien sind wesentlich teurer und aufwändiger zu bearbeiten.

    Der U-Wert (früher K-Wert) einer Fassade errechnet sich aus dem kompletten Wandaufbau. Deswegen führt kein Weg an einer Berechnung nach DIN 4108 vorbei. Alles Andere ist Kaffesatzleserei.

    Der Begriff "baubiologisch" ist mir ein wenig zu schwammig. Siehst du Gefährdungspotential durch die Verwendung einer PS Platte? Keine Risiken bei Hozfaserplatten? Was ist mit dem Phenolharz in MiWo Platten? Essen würde ich sicher nix von den genannten Dämmstoffen, an der Fassade verwenden alle drei. Aber dann würde ich schon auf die Kosten gucken. Ökologisch interessant ist auch noch die Mineralschaumplatte, kostet aber auch deutlich mehr als PS.

    Worin siehst du denn deinen Nutzen bei einer Fassadendämmung? Versuch es doch mal mit einer kleinen Entscheidungsmatrix. Erste Spalte Dämmaterial, zweite Spalte Kosten, dritte Spalte Dämmeigenschaften, vierte Spalte baubiologische Eigenschaften. Dann kannst du Punkte vergeben und entgscheiden.
     
  8. #8 schmachtendorfe, 29.08.2007
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    Wenn du eine gute Schallisolierung verbinden willst mit einer guten Wärmedämmung, dann eignet sich am besten eine Holzfaserdämmplatte, die beide Kriterien erfüllt. Holzfaserdämmplatten haben die Eigenschaft durch Ihr Volumen, den Schall aufzunehmen.
    Wir stehen vor dem gleichen Problem, müssen nun eine Entscheidung treffen. Wir werden wohl auf Polystyrol zurückgriefen, weil hier die Kosten um gut ein drittel niedriger sind.

    Lieben Gruß aus Oberhausen
    Monika und Martin
     
  9. #9 schmachtendorfe, 29.08.2007
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    Danke für Deine Entscheidungshilfe. Wir hatten bei unser vorigen Antwort Deine Antwort nicht richtig gelesen.

    Der Gedanke der Matrix ist super. Auch der Hinweis auf die DIN. Wir werden unseren Architekten darauf ansprechen, den der hat den Energieeinsparmachweis "Albau auf Neubauniveau" gemacht.

    Gefährdungspotenzial sehen wir in der Hinsicht, das man uns gesagt hat, das die Aussenfassade wie die Haut eines Menschen ist, und das mit PS eine Kunststofftüte übergestülpt wird und die Atmungsaktivität verloren geht. Ist das so?
    Im Haus arbeiten wir mit Lehmputz und Wandheizung, das Dach ist gedämmt mit Holzfaserdämmplatten und Cellulose.
    Das gesamt Haus hat eine Wandstärke von 24 cm und ist Ziegelmauerwerk. Wir haben zum Teil jetzt noch KS Steine an den Fensteröffnungen mit eingebaut.

    Lieben Gruß
    Monika und Martin
     
  10. #10 Hundertwasser, 29.08.2007
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    Nein, nein und nochmals nein. Sonst würden alle Häuser blau anlaufen und danach ersticken.:cry

    Aber im Ernst: Da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Wasserdampfdiffusion kann gerechnet werden und Luftaustausch findet so gut wie gar nicht über das Mauerwerk statt, egal ob mit oder ohne Dämmung.

    µ = Wert für Wasserdampfdiffusion

    µ Kalkputz = 20
    µ PS-15 WLG =40 = 20

    Beim Kalkputz hat mich noch nie jemand gefragt ob das Mauerwerk darunter leidet:shades
     
  11. #11 schmachtendorfe, 10.09.2007
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    Wir haben am Wochenende nochmal das Thema Aussenfassade durchgekaut. Holzfaserdämmplatten sollen eine geringere Wärmedurchlässigkeit haben in das Haus hinein. Bei PS soll bei 12 cm die Temperatur an der Unterseite nach 2 Std. genauso hoch sein wie an der Oberseite.
    Bei Mineralwolle 6 Std. und bei Holzfaserdämmplatten sogar 16 Std..
    Ist das so richtig?

    Lieben Gruß aus Oberhausen
    Monika und Martin
     
  12. #12 Hundertwasser, 10.09.2007
    Zuletzt bearbeitet: 10.09.2007
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    Entscheidend ist der Lambda-Wert, einfach erkennbar an der Wärmeleitgruppe also z.B. 040 oder 035. Damit lässt sich das Dämmverhalten eines Baustoffs vergleichen. Die von dir beschrieben Werte erinnern etwas an das berühmt-berüchtigte Lichtenfelser Experiment.:yikes

    Zitat: Holzfaserdämmplatten sollen eine geringere Wärmedurchlässigkeit haben in das Haus hinein.
    Der Wärmestrom geht immer von warm nach kalt, nix ins Haus hinein oder sonst irgendwie. Oder anderst gesagt: Ein Haus verliert Wärme. Der Wärmestrom soll unterbunden werden. Das geht am Besten mit einem Baustoff der einen geringen Lambda-Wert hat. Alles Andere ist Kaffesatzleserei und wissenschaftlich nicht unterfüttert.

    In meiner Baustoffdatenbank sind Holzweichfaserplatten mit einem Lambda von 0,045 angegeben. Polystyrolhartschaumplatten bekommt man mit 0,040 bis 0,032.
     
  13. #13 GrosserMeischte, 30.09.2007
    GrosserMeischte

    GrosserMeischte Gast


    Der aktuelle Weber-Broutin-Katalog sagt für den weber.therm507-Dämmputz:

    µ= 5 bei einem Lambda von 0,07. Aussage: diffusionsoffen und kappilaraktiv.


    Ich habe auch einen Bj.64 soliden Altbau mit 30cm Wänden zu dämmen und liebäugele mit einem Dämmputz (egal ob Schwenk, o.ä.).
    Auftrag ca. 8 cm (event. dreilagig)
    Bei Styropor wird's mir halt etwas mulmig.
     
  14. Julius

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    Für die Kosten von 8cm Wärmedämmputz kann man bestimmt ne nette Vormauerung machen.
    Und die Wirkung (der Putzdämmung) dürfte vergleichsweise bescheiden sein.
     
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