Wärmedämmverbundsystem bei zweischaligem Mauerwerk

Diskutiere Wärmedämmverbundsystem bei zweischaligem Mauerwerk im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo! Macht die Wärmedämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem (Dämmung der Gebäudehülle von aussen) sinn, wenn das Gebäude (Baujahr 1933) über...

  1. #1 Holger Rüdiger, 26. November 2004
    Holger Rüdiger

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    Hallo!
    Macht die Wärmedämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem (Dämmung der Gebäudehülle von aussen) sinn, wenn das Gebäude (Baujahr 1933) über ein zweischaliges Mauerwerk verfügt, dessen Zwischenraum (Luftschicht ca. 8 cm) nicht gedämmt ist (z.B. mit perlite hyperdämm)?
    Ich habe Informationen bekommen die besagen, dass eine Dämmung der Gebäudehülle ohne entsprechende Dämmung der Luftschicht in der Mauer höchstens eine Einsparung von 20% bringen würde. Als Erklärung wurde die sich bewegende Luftschicht bzw. die Undichtheit der Luftschicht nach aussen bzw. nach oben (Übergang vom Mauerwerk zum Dach) angeführt.
    Vielen Dank für eine Antwort.
    Holger Rüdiger
     
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  3. sepp

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    macht eigentlich wenig sinn, es sei denn man kann die belüftungsöffnungen für die schale schließen. aber ob das bauphysikalisch zu raten ist kann ich nicht beurteilen.
    auf den ersten blick würd ichs mal als nicht empfehlenswert einstufen.
     
  4. #3 Holger Rüdiger, 26. November 2004
    Holger Rüdiger

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    Danke für die Antwort.

    Bei der Luftschicht handelt es sich nicht um eine Hinterlüftung. Die Luftschicht ist von der Umgebung abgeschlossen.
    Wie sieht aus Ihrer Sicht die Sache dann aus?

    Gruß Holger
     
  5. #4 C. Schwarze, 2. Dezember 2004
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    Die Information mit den 20% Nutzen könnte Sinn mache, da auch wenn die Hohlschicht von der Umgebung abgetrennt sein sollte, doch stets wärmere Luft sich oben und kältere Luft sich unten sammelt.
    Falls, wenn man diese Schicht mit Perlite oder ähnliches füllen will, sollten die Entlüftung oder Entwässerungsfugen m. W. offen bleiben, aber so beschaffen sein, das die Füllung nicht rausrieseln kann.
    Außerdem schrieben Sie nur von der Wand, was ist mit den Übergang Sockel/Keller wird dort nicht aufgegraben und gedämmt?
    WDVS ohne Perimeterdämmung mach auch nicht gerade Sinn, Frost kann ja auch bis 1 m und weiter gehen.
     
  6. sepp

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    ich denke mal, dass es in der praxis kaum möglich ist die schale komplett auszufüllen, wenn nicht alle fensterbänke, abdeckungen etc. entfernt werden.
    sollte dann irgendwo ein hohlraum entstehen ist der schaden vorprogrammiert, da die kalten wandteile mehr schwitzwasser bilden als vorher. dann doch lieber die aussenschale abbrechen und ein WDVS aufbringen. dann sollten aber auch die fenster neueren datums sein, sonst hast du einen rinnsal an der innenscheibe.
     
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  8. #6 Holger Rüdiger, 3. Dezember 2004
    Holger Rüdiger

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    Hallo Herr Schwarze/ Hallo sepp. Danke für Ihre Antwort.
    Eine Perimeterdämmung (soweit ich weiss ist damit die Dämmung des Gebäudes im Erdreich gemeint) ist vorhanden. Allerdings ruht mein Haus auf Grundmauern, die mit Sandsteinen verblendet sind. Die Kellerdecke befindet sich zwischen 1,3m und 0,8m oberhalb des angrenzenden Geländes. Eine Dämmung im Sockelbereich wäre somit nur mit sehr großem Aufwand möglich und die Optik des Gebäudes würde sehr darunter leiden.
    Ich bin inzwishen zu der Auffassung gekommen, dass ein WDVS wahrscheinlich die beste Lösung ist. Hierfür sprechen aus meiner Sicht folgende Gründe:
    1. Eine effektive Wärmedämmung ist nur durch ein WDVS möglich, da ich hierdurch Wärme- bzw. Kältebrücken weitestgehend vermeide.
    2. Die Fassade ist in keinem guten Zustand und bedarf einer Erneuerung. Kerndämmung plus Fassaderrenovierung kosten zusammen etwa genau so viel wie das WDVS.
    3. Bei der Kerndämmung kann nicht gewährleistet werden, dass tatsächlich alle Zwischenräume mit Dämmmaterial ausgefüllt werden. Die Struktur des Zwischenraums ist mir nicht bekannt. Eine Beurteilung wäre nur durch das Herausnehmen mehrerer Mauersteine an unterschiedlichen Stellen möglich.
    4. Wie sich die innerhalb des Mauerwerks anfallende Feuchtigkeit tatsächlich verhält bzw. wo sie gegebenenfalls kondensiert lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Berechnungen können hier auch nur einen anhaltspunkt geben, da der Aufbau des Mauerwerks von Wand zu Wand leicht unterschiedlich ist (das haben Bohrungen ergeben).

    Letztendlich scheint die ganze Sache vor allem eine Glaubensfrage zu sein.
     
  9. #7 C. Schwarze, 3. Dezember 2004
    C. Schwarze

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    Tja, und ich glaube, das bei ihnen ein WDVS ohne Sockel/Perimeterdämmung und ohne Verfüllung des Hohlraumes nichts bringt.
    Danach käme bei mir das Dach(innenseitiges Aufdoppeln, Übergang Wand/Dach und neue Fenster.
    Und dann käme für mich noch immer nicht ein WDVS zum Einsatz, sondern, wenn ich mit als letztes die Fenster mache, kann man immer noch eine 2. Vorsatzschale in eins setzten.
     
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