Wärmeverlust bei langer Leitung

Diskutiere Wärmeverlust bei langer Leitung im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Liebe Experten, Wir haben ein Problem mit unserem neu gebauten Reihenhaus und sind leider ziemlich ratlos: Das ganze Baugebiet wird durch...

  1. Optimist

    Optimist

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    Liebe Experten,
    Wir haben ein Problem mit unserem neu gebauten Reihenhaus und sind leider ziemlich ratlos:
    Das ganze Baugebiet wird durch Fernwärme versorgt. Unser Haus teilt sich mit 3 weiteren Reihenhäusern einen Fernwärmeanschluß mit nur einer Übergabestation, die sich ca. 20m entfernt von unserem Haus befindet. Die Leitungen sind - soweit ich dass beurteilen kann - ordentlich isoliert (dicker Mantel mit Isolationsmaterial in Aluminiumhülle) und verlaufen durch "Sauerkraut-Dämmplatten" zusätzlich eingepackt in der Tiefgarage. In unserem Keller wird dann unser Brauchwasser und unsere Heizungszirkulation durch einen Wärmetauscher erhitzt. Bei uns kommt die Fernwärme mit 60° an. Größtes Problem ist, dass die Wärmemengenzähler auf Höhe der Übergabestation 20m entfernt von unserem Haus sind und sich dies nicht ändern läßt, da wir so blöd waren, uns hierauf vertraglich einzulassen (und wir damals leider die Problematik nicht vorausgesehen haben).
    Nun ist die verbrauchte Wärmemenge für unser kfw-70-Haus nach den ersten 3 Monaten erschreckend hoch (3200kW, nur ein Monat wurde geheizt). Messungen haben ergeben, dass wir derzeit wohl ca. 4° Temperaturverlust auf dem Weg zu unserem Haus haben. Da ja die Differenz zwischen abgegebenen und wiederkehrender Wassertemperatur bei dem Wärmemengenzähler gezählt wird, wäre das ein Verlust von 8°.
    Wie schätzt Ihr diesen Wärmeverlust ein? Ist dieser für die Leitungslänge normal?
    Aktuell wird überlegt, die Dämmung der Rohre noch weiter zu verbessern. Auch die Installation eines Wärmezwischenspeichers in unserem Keller ist eine Überlegung, so dass nicht ständig Wärme durch die lange Leitung
    fließt, sondern nur punktuell der Speicher gefüllt werden müßte. Denkt Ihr, dass dies sinnvoll wäre? Die Kosten wären sicherlich erheblich...

    Ich würde mich sehr über Eure Meinung hierzu freuen, da wir die Situation leider überhaupt nicht vernünftig einschätzen können und nicht wissen, wie wir das Problem angehen sollen.

    Vielen Dank im Voraus!
     
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  3. ThomasMD

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    Haben denn alle 3 Häuser ihren Zähler an der Übergabestation? Das hieße 3 Doppelleitungen gehen von da ab?
    Wie habt Ihr die 4 Kelvin festgestellt? Bei derzeitigen 60°C VL und 10°C Außentemperatur wäre das sehr viel.
    Den Speicher vergesst mal schnell. Da wird der Lieferer etwas dagegen haben. Der Zählerplatz ist frei ausgehandelt und nicht mehr zu beanstanden. Das hätte früher passieren müssen. Vermutlich ohne fachlichen Beistand abgeschlossen?
    Die 3200 sind vermutlich kWh. Wieviel Warmwasser habt Ihr damit bereitet? Wurde die FBH damit aufgeheizt?
     
  4. Optimist

    Optimist

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    Vielen Dank für die Antwort zu später Stunde!
    Ja, alle 4 Reihenhäuser haben Ihren Zähler an der Übergabestation, jedes hat denke ich eine Doppelleitung.
    Die 4° hat unser Heizungsbauer gemessen, wie genau, weiß ich leider nicht.
    Gibt es einen ungefähren Anhaltswert, wieviel Verlust bei 20m Leitung noch im normalen Rahmen liegen würden?
    Warum sollte der Lieferer was gegen einen Zwischenspeicher haben? Könnte der es bemerken, wenn wir Wärme zwischenspeichern?
    Richtig, ich meinte kWh. Wir haben nicht viel Warmwasser genutzt. Keine Fußbodenheizung, nur 2x Duschen tgl. und das Übliche zum Spülen und Händewaschen.
    Fachlichen Beistand hatten wir keinen. Wir wurden in der Planungsphase von dem Architekten der anderen 3 Reihenhäuser angesprochen, ob wir uns nicht an der gemeinsamen Heizungsanlage beteiligen wollen, dies wäre technisch kein Problem. Damals hatten wir gar nicht in Erwägung gezogen, dass dies doch ein Problem werden könnte. Unser eigener Architekt wußte von der Sache, hielt sich aber komplett heraus.
    Könnte denn ein Zwischenspeicher Besserung bringen?
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Nicht unbedingt. Unabhängig davon, dass fraglich ist, ob man einfach einen Speicher anschließen kann, entsteht der Verlust auf der Leitung ja durch die Energiemenge die durch die Leitung transportiert werden muss. Vereinfacht ausgedrückt, zum Laden des Speichers brauchst Du 10kWh. Ob Du diese nun in 1h transportierst (hohe Temperatur, hohe Wassermenge) oder über 10 h verteilt (niedrige Temperatur bzw. niedrige Wassermenge) macht unter´m Strich keinen großen Unterschied. Zudem wird der Speicher den Tag über auch Energie verlieren.

    Das hängt von der Größe der Leitung (Querschnitt), Dämmung, der Wassertemperatur und dem Volumenstrom ab.

    Ganz grob geschätzt wird diese Leitung ca. 5-8W/m an die Umgebung abgeben. Bei einer Entfernung von 20m wären das 40m Rohr, also etwa 200W. Jetzt kommt es noch darauf an, wie "oft die Leitung in Betrieb" ist. Schätzen wir einfach mal mit 2.000h pro Jahr, dann wären das 400kWh pro Jahr. Ich vermute aber, dass die Leitung noch deutlich besser gedämmt ist.
    Achtung, das soll nur mal eine grobe Abschätzung sein.

    Die 3.200kWh während eines Monats wären dadurch nicht zu erklären. Setzt man 3 Monate für WW an, dann wäre der WW Verbrauch schon entsprechend hoch gewesen. Hast Du mal den Wasserzähler kontrolliert? Ansonsten wäre noch denkbar, dass der Zählerstand auch die Energiemenge anzeigt die für ein Funktionsheizen/Belegreifheizen einer FBH notwendig waren. Dafür wäre die Energiemenge aber wiederum gering.

    Ich könnte mir im Moment nur 2 Ursachen vorstellen.

    a.) Zähler hatte bei Einzug schon einen Anfangsstand von x.xxxkWh (Estrich heizen o.ä.)
    b.) Hoher WW Bedarf (evtl. 20m3/Monat)

    Die lange Leitung ging vielleicht mit 100 bis bestenfalls 200kWh in die Rechnung mit ein, wobei ich mir die 200kWh nicht vorstellen kann.
     
  6. Optimist

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    Vielen Dank für die Ausführungen! Wie üblich ist die Materie für den Laien schwer zu durchschauen, aber dank Eurer Hilfe kann ich mich schon etwas besser orientieren...
    Nächste Woche ist ein Treffen mit dem Sanitär-Installateur und dem Heizungsplaner - mal sehen, wie es weitergeht.
    Falls eine interessante Entwicklung eintritt, melde ich mich noch einmal, nochmals vielen Dank und Grüße!
     
  7. #6 Alfons Fischer, 15. November 2014
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    wer misst, misst Mist...
    damit will ich sagen: wurde denn die Messung sach- und fachgerecht durchgeführt?
    gibt es einen Wärmemengenzähler in Ihrer Einheit?


    mir fällt auf
    da denke ich an:
    - Funktionsheizen Fußbodenheizung
    - erstes Aufheizen bei hoher Wärmespeicherkapazität
    - "Trockenheizen", ggf bei erhöhtem Luftwechsel
    - u.a.
     
  8. Eumeltier

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    Ich kann mir den Wärmeverlust von 4° nicht vorstellen.

    Ich habe hier 20 Meter professionielle Fernwärmeleitung (also die, die auch km-weit verlegt wird) unter dem Garten laufen (zu meinem Heizhaus). Das Datenblatt sagt 1° Verlust / km.

    Und soooo dick ist die Dämmung um dieses Leitung auch nicht. Da muß jede ordentlich gedämmte (und nicht in der Erde verlaufende) Leitung besser sein.
     
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  10. bernix

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    ..tja das mit den Messwerten...
    Der Rücklauffühler meines WMZ und der Fühler in der Speicherleitung direkt am Speicher differieren auch um einige Grad....auf 2m Leitungslänge.

    Wie hat der Fachmann denn gemessen?
    Infrarotthermometer? Da kann der Abstand und die Mateialoberfläche schon erheblich einfliessen.

    Kauf dir zwei billige Bratthermometer mit ca 15cm , prüf den Messunterschied an der mit einer Messung an der gleichen Stelle und steck den zweiten dann am anderen Ende der Leitung durch die Dämmung an das Rohr...aufliegend, nicht anstossend.
     
  11. Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    Ich vermute auch, dass die 20m Leitung nur minimal zum Verbrauch beitragen.
    Ich würde erst mal die 3200 kWh verstehen wollen. Welcher zeitraum genau, was wurde in der zeit gemacht? Wieviel WW? Usw...
     
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