Wandmaterial / Unterschiede wirklich so groß?

Diskutiere Wandmaterial / Unterschiede wirklich so groß? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo allerseits, nachdem ich nun einiges hier gelesen habe möchte ich in meinem ersten Beitrag einmal meine aktuellen Gedanken zum Thema...

  1. Fussel

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    Hallo allerseits,
    nachdem ich nun einiges hier gelesen habe möchte ich in meinem ersten Beitrag einmal meine aktuellen Gedanken zum Thema Wandbaustoff zur Diskussion stellen.

    Ach so, ich bin gerade dabei ein Einfamilienhaus zu planen. Bauantrag ist weg, nun geht es um die Details.

    Am Anfang meiner Recherchen hätte ich vom Bauchgefühl einen Tonstein vorgezogen.
    Mittlerweile stehen noch Leichtbetonsteine (KLB, Liapor) zur Diskussion. Zur Zeit trage ich mich eher mit dem Gedanken einen Leichtbetonstein zu verbauen.

    Gründe: Ist es wirklich ein großer Unterschied im Raumklima wenn auf den Wänden noch eine Putzshicht aufgetragen ist durch die z.B. der Wasserdampf durch muß bevor der Wandbaustoff eine Klimaregulierende Wirkung zeigen kann?
    Hat der Tonstein nicht zu viele Nachteile (Rissgefahr bei Materialmix Decke/Rolladen, Schlitzen, Dübel, ...) für die Bauausführung und den nachfolgenden Alltag? Ich kann mir zwar vorstellen, dass ein Bau 100%ig hergestellt wird, bin mir aber nicht sicher ob ich das als Laie beurteilen und sicherstellen kann. Und ob ich einen Guten Bauleiter habe sehe ich vieleicht erst nach einigen Jahren.

    Die Wärmedämmwerte scheinen bei allen Materialien gleich zu sein (+- 0,01 W/mK). Die Festigkeit ist laut Aussage des Bauingeneurs bei meinem Vorhaben nicht entscheidend, da alle Materialien die benötigte Festigkeit aufweisen.

    Mitentscheidend ist natürlich auch der Preis. Hier habe ich allerdings noch keine verlässliche Werte.

    IST EIN TONSTEIN WIRKLICH BESSER????????
     
  2. #2 Carden. Mark, 14.01.2006
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    Gründe: Ist es wirklich ein großer Unterschied im Raumklima wenn auf den Wänden noch eine Putzshicht aufgetragen ist durch die z.B. der Wasserdampf durch muß bevor der Wandbaustoff eine Klimaregulierende Wirkung zeigen kann?
    Jeder Wandbaustoff benötigt den passenden Dübel - auch KS und Beton


    Wenn diese Frage ohne wenn und aber zu beantworten wäre, würden wir alle mit dem selben Material bauen. Auch andere Monolitische Bauweisen müssen hinsichtlich etwaiger Materialwechsel, bei diesen Bereichen besonderen Augenmerk geschenkt werden.

    Oftmals ist die Verwendung eines bestimmten Wandbildner aus der Tradition bestimmt. Bei uns wird z.B. sehr viel Zweischaliges Mauerwerk erstellt, da werden an die tragenden Konstruktion andere Anforderungen gestellt.
     
  3. Fussel

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    Hallo Mark,
    sicher hast du recht. Wenn es das eine Material gäbe würden andere Baustoffe aussterben. Es sind ja auch bei mir schon einige Materialien aus der Auswahl gestrichen. Und das nicht weil es schlechte Baustoffe sind, sondern weil mir die (bzw. einige) Eigenschaften nicht zugesagt haben.

    Aber irgendwie muss man sich letztendlich entscheiden. Ich frage mich im Moment nur, was außer dem Preis bei den verbleibenden Baustoffen nun den Ausschlag geben soll!?

    In der heutigen Zeit verwundert es mich auch etwas, dass die Tradition noch so stark hält. Auch in unserer Gegend findet man nach wie vor die meisten Häuser in Ton- oder Bimssteinen vor. Und das obwohl es in der Nähe auch ein KS-Werk gibt.

    Gruß Stephan
     
  4. #4 Schwabe, 14.01.2006
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    Hallo Fussel,

    „Die Wärmedämmwerte scheinen bei allen Materialien gleich zu sein (+- 0,01 W/mK).“
    Das ist falsch ! Beton hat einen viel höheren Wärmedurchgang als z. B. Poroton.
    Ich empfehle folgendes: machen Sie sich eine Checkliste, was ist Ihnen wichtig, was nicht.
    Was übrig bleibt – die Preise vergleichen. Was da übrig bleibt – Ihren Bauch (Gefühl, Abneigung etc.) und Architekten fragen. Ja, wirklich !! Das Haus soll Ihnen ja später auch gefallen (!!), nicht nur die Kosten stimmen. Und, wie bereits @ Carden, Mark: es gibt nicht den Baustoff.
    Mit freundlichen Grüßen
    Schwabe
     
  5. #5 Ingo Nielson, 14.01.2006
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    "der" baustoff

    klar gibt es "den" baustoff.
    man wählt ihn je nach individueller gegebenheit aus ;-).

    möchte ich z.b. eine hütte an einem alphang bauen, wie sie dort von den bauern benötigt werden, werde ich kaum auf die idee kommen, dafür einen KS zu nehmen oder das gebäude aus beton zu giessen. ich nehme für das dach dort auch keine dachbahn aus polyolefinen o.ä....

    baue ich einen keller im grundwasser, nehme ich dafür garantiert keinen porenbeton.

    wenn ich hohe schallschutzanforderungen habe, nehme ich kein leichtes material...

    usw usf.

    dann die gebäudestruktur, spannweiten etc. :
    ein guter tragwerksplaner wird schon noch seinen senf dazugeben wollen, wenn es um die wahl "des" baustoffs geht.

    thema nutzung: in einem guten weinkeller findet man oft einen boden aus stampflehm. warum ist dieser dort besser als ein zementestrich auf dämmung?

    fazit: zeig erstmal den entwurf her, dessen standort, dessen bewohner usw, dann reden wir über baustoffe...
     
  6. Fussel

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    Hallo Ingo, warum ein Alphang kein KS bekommt weiß ich zwar nicht ;-) aber:

    Größe 9m(10,5m am Erker) x11,26m / Spannweite Decken in der Regel 4,5m (5,25 m Erker), da die Tragende Wand in der Mitte des Hauses verläuft.
    Wie oben schon geschrieben hat der Statiker keine Bedenken zu den genannten Baustoffen. Er selbst bevorzugt einen KLB. Er sagt aber auch, dass sowohl ein KLB als auch ein Tonstein seine individuellen Vorteile hat, ....

    Zur Lage ist zu sagen, dass das Einfamilienhaus in einer ruhigen Ortslage mitten in Rheinhessen liegt. Besonderer Schallschutz ist also nicht notwendig.

    Ein Teil des Kellers soll als "Wohnraum" genutzt werden, da eine Kellerseite durch die Hanglage ebenerdig ist. Das Thema Wasser und Bodengutachten ist noch nicht 100% geklärt. Zur Zeit liegt mir nur ein Gutachten des Nachbars aus dem Nov 2003 in dem von einem ausgeprägtem Staunässepotenzial gesprochen wird. Ruhewasserstand 3,47 onter GOK (unsere Kellerunterkante dürfte im Bezug auf die genannte Borstelle bei ca. 2,0m liegen. Allerdings ist die Borstelle ca. 10m entfernt.).

    Es gibt 2 zukünftige Bewohner (noch!?).

    Stephan
     
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