Warmluftheizung in alter Wohnung - kaufen oder nicht?

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  1. eriaval

    eriaval

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    Hallo Experten,

    und zwar geht es um eine Wohnung in einem Haus von 1959. Die Wohnung hat um die 103 qm und wird über eine Warmluftheizung mit Gasfeuerungsautomaten (Honeywell TFI 812.2 Modell 10) beheizt. Sprich, in jedem Zimmer befindet sich über der Tür ein Luftschacht, wohindurch die warme Luft geblasen wird. Die Gasheizung befindet sich noch in dem alten Kachelofen.
    Die Gasheizung beheizt nur die eine Wohnung, das heißt, dass die Abrechnung nur über die eine Wohnung erfolgt. Im Jahr 1990 wurde diese installiert.

    Der Endenergiebedarf des gesamten Hauses liegt bei 152 kWh (14 Parteien im Haus). Laut letzter Gasrechnung lag der Monatsbeitrag für die Gasabrechnung bei 145 €, wobei bei mir schon die Alarmglocken läuten. Oder ist das eventuell normal für eine 100 qm Wohnung, eher nicht, oder?

    Wieviel würde der Spaß ungefähr kosten, die gesamte Wohnung auf eine andere Heizung umzurüsten? Eventuell Fußbodenheizung einbauen oder Heizkörper über Gas beheizt?

    Wer weiß etwas über eine Warmluftheizung? Habe so etwas vorher noch nie gesehen, und kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich gesund ist. Oder kann man diese modernisieren, mit speziellen Filtern, gibt es sowas?

    Laut Energiepass wird eine Außendämmung der Wände um 14 cm empfohlen.

    Ich kenne mich in diesem Gebiet leider überhaupt nicht aus, aber vielleicht kann mir jemand durch die vorhandenen Informationen ein kurzes Statement abgeben? Das wäre nett.
    Vielen Dank im Voraus.
     
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  3. feelfree

    feelfree Gast

    Zur Heizung kann ich leider nichts beitragen, aber soviel ist klar: Ob die Wärme, die beim Verbrennen des Gases nun über die Luft verteilt wird oder ganz klassisch über Warmwasser und Heizkörper, spielt für den Energieverbrauch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Wenn also die Verbrauchskosten gesenkt werden sollen, hilft nur eine bessere Dämmung der Gebäudehülle.
    Eine Umrüstung auf eine andere Heizungsart verursacht nur Kosten (und evtl. höheren Komfort), nicht aber weniger Verbrauch. Fußbodenheizung in einem MFH von 1959 kannst Du dir vermutlich abschminken, das wird technisch nix werden.

    Warum soll eine Warmluftheizung ungesund sein? Ob jetzt die warme Luft direkt beim Wärmeerzeuger erzeugt wird oder über den Umweg eines Heizkörpers, macht doch nicht wirklich einen Unterschied, oder?
     
  4. #3 Sanierung2012, 4. Februar 2015
    Sanierung2012

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    Bevor wir unser 1951 erbautes 115m² Häuschen welches im Ursprungszustand war, saniert haben, war da auch eine Warmluftheizung drin. Die Vorauszahlungen an den Versorger waren exorbitant.
    Die Luft muss sehr trocken gewesen sein, denn wir haben etliche Luftbefeuchter entsorgt.
    Das Heizkessel Monster haben wir entsorgt und auf FBH umgestellt.

    Luft ist ein schlechter Energieträger, so dass selbst bei 14cm Dämmung noch eine ordentliche Volumen Umwälzung nötig sein wird, zumal man die Luft wg. einsetzender Staubverschwelung nicht beliebig erhitzen kann.
    Das System ist aber dafür sehr flink.
    Filter lassen sich natürlich einbauen, erhöhen aber ggf. den Druckverlust im Leitungssystem erheblich.
    Als Anhaltswert kann man ansetzen, dass für 1kW Heizleistung ca. 100m³ Luftumsatz nötig sind.

    Für mich käme das System aus Komfortgründen nicht in Frage.
    Was eine Umrüstung auf ein WW-System angeht, so hängen die Kosten vom Aufwand ab, der aus der Ferne schlecht einschätzbar ist und von vielen Faktoren abhängt.
    Eine FBH mit Nassestrich kann z.B. schon aus statischen Gründen scheitern, so dass nur ein Trocken system möglich ist usw.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Solche Warmluftheizer werden sehr gerne in Gewerbebauten eingesetzt weil man damit einen Raum schnell "gefühlt" warm bekommt. Zudem kann man über den Luftstrom die Wärmeverteilung etwas steuern und auch größere Flächen beheizen, ohne dass man alle paar Meter einen Heizkörper verbauen muss. Ein Nachteil besteht darin, dass man über Luft nur schwer Energie übertragen kann, die spez. Wärmekapazität von Luft liegt bei etwa 0,35Wh/m3K (je nach Luftfeuchte). Das bedeutet, dass man bei Räumen mit hoher Heizlast auch eine Menge Luft mit hoher Temperatur umwälzen muss.
    Die Temperatur der Luft sollte aber nicht zu hoch sein, da dies sonst zu Schmutz in den Räumen führt. Das sieht dann ähnlich aus wie die Flecken die man unter dem Begriff "Fogging" kennt. Google findet einige Bilder dazu.

    Ein paar Infos und weiterführende links findest Du hier:

    http://www.bosy-online.de/Warmluftheizungsanlage.htm

    Ich nutze so eine Heizungsanlage in meinem Betrieb. Sie ist ideal um am frühen Morgen die Raumluft in einer größeren Halle schnell auf Temperatur zu bringen. In einer Gewerbehalle spielen jedoch Geräusche und Luftzug keine so große Rolle wie in einem EFH.

    Die Gasabrechnung ist KEIN brauchbarer Indikator für Vor- oder Nachteile dieses Heizungssystems, sondern sie deutet eher darauf hin, dass das Haus/Wohnung selbst eine hohe Heizlast hat und/oder der Wärmeerzeuger mit einem miserablen Wirkungsgrad arbeitet. Die Angaben zum Feuerungsautomat helfen auch nicht weiter, da diese nichts über den Wärmeerzeuger selbst aussagen.

    Das kann man ohne Besichtigung der Rahmenbedingungen vor Ort nicht sagen. Man müsste beispielsweise wissen, ob und wie man die Leitungen zu den Heizkörpern verlegen kann, ob man überhaupt den kompletten Boden erneuern und eine FBH verbauen kann, ob und wie man die Abgasführung realisieren könnte, ob und wie man die WW Erzeugung mit einbinden kann, usw.

    Eine neue Heizungsanlage ist sicherlich irgendwie möglich, es ist nur die Frage welcher Aufwand notwendig wird, und ob Du diesen Aufwand bezahlen möchtest. Die Kosten werden sicherlich jenseits der 10T€ liegen, und als Obergrenze würde ich mal 20-25T€ ansetzen. Wo man letztendlich landen wird, das steht in den Sternen.

    Nur mal als Beispiel:
    Es macht bereits einen Unterschied ob man nur 5m LAS (Luft-Abgassystem) direkt von der Wohnung über´s Dach verlegen kann, oder 15m oder 20m quer durch das ganze Haus verlegen muss.
    Heizkörper die man einfach an den Wärmeerzeuger anbinden kann sind dann kostengünstiger als eine FBH bei der erst einmal der komplette Estrich raus muss.
    usw.

    Es gibt also eine Menge unbekannter Faktoren in der Gleichung. Mit ein bisschen Material zusammenstellen ist es leider nicht getan.
     
  6. Julius

    Julius

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    Dieses System ist nicht grundsätzlich weniger effektiv als andere.
    Eine Umrüstung wird daher nicht zu einer nennenswerten Verbrauchsminderung führen.

    Bist Du denn Eigentümer der Whnung bzw. das ganzen Hauses oder nur Mieter?
     
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  8. kappradl

    kappradl Gast

    Ich habe in einem Haus mit Luftheizung gewohnt. Allerdings ohne Gebläse. Ein Problem ist die Regelung. Die Räume, wo die Öfen(es waren zwei, ganz früher wurden da wohl noch Kohlen verheizt) standen, wurden oft zu warm, während die mitbeheizten Räume nicht warm genug wurden. Der Raum über dem Kachelofen wurde immer zu warm, selbst wenn die Klappe zu war.
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Mit Gebläse und den entsprechenden Klappen an den Lufauslässen geht das schon, ABER wirklich regeln ist so eine Sache. Da sofort die Luft erwärmt wird, schaltet ein Thermostat im Raum schnell die Klappen wieder zu, aber das bisschen Energie in der Luft ist auch gleich wieder verbraten, also müssen die Klappen wieder aufgestellt werden. So geht das bis durch die Raumluft auch alle anderen Bauteile eines Zimmers auf Temperatur sind, und das kann dauern.
    Versucht man mit den Klappen/Lamellen den Luftstrom zu begrenzen, dann kriegt man nicht genug Wärme in den Raum und die Geräuschkulisse wird schon merklich lauter (Strömungsgeräusche).

    Bei einer Luftheizung sollte maximal eine Übertemperatur von 25-30K angesetzt werden, d.h. 9-10Wh/m3, d.h. wenn ein Raum beispielsweise eine Heizlast von 1000W hat, dann muss ich dem 100m3/h zuführen. Da muss man sich schon ein paar Gedanken machen damit es nicht ständig pfeift, oder dem Hausherrn das Toupet vom Kopf fliegt. :D
     
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