Warum ist Handtuchheizkörper im Bad tlw. Pflicht?

Diskutiere Warum ist Handtuchheizkörper im Bad tlw. Pflicht? im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Ich lese immer wieder in Bau- und Leistungsbeschreibungen, dass Handtuchheizkörper bei Bedarf durch Wärmebedarfsrechnung ZWANGSWEISE mit eingebaut...

  1. #1 Gast34097, 22. Juni 2015
    Gast34097

    Gast34097 Gast

    Ich lese immer wieder in Bau- und Leistungsbeschreibungen, dass Handtuchheizkörper bei Bedarf durch Wärmebedarfsrechnung ZWANGSWEISE mit eingebaut werden muss (und auch Aufpreis kostet). Einerseits zerstört doch der Handtuchheizkörper das schöne Niedertemperatursystem der Fußbodenheizung in Verbindung mit einer Wärmepumpe. Andererseits, wieso ist das nur beim Bad notwendig? MUSS das Bad auf eine höhere Temperatur ausgelegt werden? In unserer Wohnung hat es auch nur Zimmertemperatur, wir beheizen es nicht mal, weil der Heizkörper zu 70 Prozent von einem Schrank verdeckt wird. Die Tür steht fast immer offen, so dass das Wohnzimmer/Flurtemperatur = Badtemperatur ist und auch zukünftig habe ich keinen Bedarf, im Bad höhere Temperaturen als im restlichen Haus zu haben. Aufgrund welcher Regelung muss das Bad höher temperiert werden und wie kann man diesen Zwang zum Handtuchheizkörper umgehen?
     
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  3. feelfree

    feelfree Gast

    Es gibt keinen Zwang. Weder für höhere Temperaturen noch für HHK.
     
  4. #3 AlexSinger, 23. Juni 2015
    AlexSinger

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    Ich habe trotzdem einen :) Und in die Steckdose habe ich einen Intervall-Timer eingesteckt, dann kannste auf 30 Minuten drücken und das Handtuch ist ruckzuck trocken und man vergisst es nicht abzuschalten. Ich finds praktisch!
     
  5. #4 Zellstoff, 23. Juni 2015
    Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    HHK sind nicht Pflicht, sie zerstören aber auch nicht das "Niedertempsystem" der FBH (können ja einfach an die FBH angschlossen werden, ggf. gibts dazu eine el Heizpatrone. Den VL auf einen "heißen" HHK auszulegen ist quatsch).
    Bäder haben nach Norm höhere Anforderungen an die RT als Wohnräume (DIN EN 12831), aber oft eine relativ geringe Bodenfläche für die FBH. Der HHK dient also zur Erhöhung der Heizfläche dass bei Auslegungsparamter (VL/RL) die nötige Energiemenge zur Erreichung der AuslegungsRT in den Raum gelangen kann.
    Du kannst geringere Anforderungen an die Badtemp vereinbaren, dann sinkt auch die benötigte Heizleistung und damit die Fläche.
    Wurde aber schon diskutiert, einfach die Suche anwerfen.
     
  6. R.B.

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    Stop, ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Sowohl in der DIN 4701 als auch der EN12831 finden sich "Norm-Innentemperaturen", und wenn diese nicht erreicht werden, wird man dem Planer ganz schnell einen Planungsfehler unterstellen, und vor Gericht auch Recht bekommen.

    Die 24°C "Norm-Innentemperatur" für Badezimmer ist nur mit einer FBH kaum zu erreichen. Dagegen sprechen die Auslegung der Heizwassertemperatur auf die Innentemperatur der sonstigen Wohnräume (min. 20°C RT) und die meist kleine verfügbare Verlegefläche für eine FBH. Um diese höhere Raumtemperatur in einem Badezimmer zu erreichen müsste man also die Heizwassertemperatur höher wählen, was den Abgleich nicht gerade vereinfacht (andere Räume müssten deutlich gedrosselt werden bzw. man muss mit einem höheren VA arbeiten) und man benötigt zusätzliche Heizflächen.

    Es steht jedem frei mit seinem Planer eine anderslautende Vereinbarung zu treffen. Dabei sollte aber zweifelsfrei festgelegt werden, dass der Kunde (Bauherr) im Badezimmer eine geringere Raumtemperatur wünscht und dafür bereit ist, auf zusätzliche Heizflächen zu verzichten. Dem Planer kann man nur raten, dass er in solchen Fällen auch niederschreibt, dass der Kunde über Vor- und Nachteile umfangreich belehrt wurde. Das erspart spätere Diskussionen. Sollte sich später herausstellen, dass der Kunde das völlig falsch eingeschätzt hat, dann kann der Planer nämlich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass der Kunde sich an nichts mehr erinnern kann.
     
  7. #6 Ralf Wortmann, 23. Juni 2015
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    Ralfs Beitrag ist, wie meistens, kaum etwas hinzuzufügen. Ich würde es an eurer Stelle dabei belassen und die Heizleistung im Bad so auslegen, dass die Norm-Innentemperatur von 24° C erreicht werden kann.

    Ihr werdet ja auch mal älter, vielleicht stellen sich Krankheiten oder Gebrechlichkeiten ein und dann seit ihr froh über ein kuscheliges Bad.

    Dazu braucht es auch keinen Handtuchheizkörper. Man kann das auch erreichen, indem man zusätzlich zur FBH eine Heizfläche unter den Fliesen an der Wand schafft. Das harmoniert dann auch mit der Vorlauftemperatur der FBH, nehme ich an.

    Wenn ihr auf diese Temperatur schriftlich verzichtet, müsstet ihr auf diesen „Mangel“ dann auch im Falle eines späteren Hausverkaufs hinweisen (am besten schriftlich im Kaufvertrag), denn sonst haftet ihr den Käufern wegen des arglistigen Verschweigens eines Mangels.
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 23. Juni 2015
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    Der Badheizkörper (der keine "Kletterwand" sein muss), kann auch rein elektrisch betrieben werden. Dann kann er auch in der Übergangszeit oder an Tagen wie derzeit wärmen, ohne das gesamte Heizsystem anwerfen zu müssen!
    Oder eben ganz ausbleiben.
    Ganz nach Belieben.
     
  9. Mikalaya

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    Unser Architekt wurde auch ganz nervös, als ich eigentlich keinen HHK haben wollte..
    Also haben wir doch einen eingebaut, an die FBH angeschlossen mit der Möglichkeit ihn elektrisch nachzurüsten.
    Was soll ich sagen, es spart mir einen Handtuchhalter und ansonsten muss ich darauf Staub wischen..
    Eingeschaltet ist er fast nie. Die Fenster im Bad gehen nach Osten und spätestens wenn der erste den Fön genutzt hat, ist es eh eher zu warm als zu kalt im Bad..
    Ich würde ihn weglassen, wenn ich das nochmal entscheiden müsste..
     
  10. R.B.

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    Dann aber bitte an #5 und #6 denken.

    Das ist halt der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Ich habe nie 24°C RT im Badezimmer, doch das ist meine freie Entscheidung. Ein Fön als Heizungsersatz ist denkbar ungeeignet, denn er liefert zwar Heizleistung, doch er wird ja nur kurzzeitig benutzt, die Heizenergiemenge ist demnach überschaubar. Die Luft wird schnell erwärmt, kühlt aber genau so schnell wieder ab. Das Badezimmer soll aber bei Benutzung die 24°C RT haben und nicht erst danach wenn man sich die Haare fönt.
     
  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 24. Juni 2015
    Ralf Dühlmeyer

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    Naja - Mika sollte dazu sagen, dass sie in einem Passivhaus wohnt.
    Da kann im Gegensatz zu einem Kfw 99,9 Neubau schon mal die Bodenfläche eines Bades ausreichend sein.
     
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  13. Mikalaya

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    Deshalb hatten wir uns ja breitschlagen lassen ihn doch einzubauen.. würde ich persönlich (!) aber halt nicht nochmal.
    Wenn der Fön an war, ist es zu warm im Bad (teilweise mache ich dann tatsächlich mal das Fenster auf, obwohl ich es gar nicht putzen will ;) ), nach dem duschen ist es allein dadurch muckelig warm, kalt ist es nie.
    Aber Ralf hat natürlich recht, es ist ein Passivhaus und der Verlegeabstand der FBH im Bad ist deutlich enger als im Rest des Hauses. Rechnerisch reichte es nicht, praktisch reicht es masse bayrisch.. (und ich bin ein Frostköttel ;) )
     
  14. rage82

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    also wir hätten ihn praktisch (zur wärmeerzeugung) auch nicht gebraucht, ich habe aber sofort ja gesagt.
    zum einen als handtuchhalter/trockner aber vor allem deshalb, weil man in einem 100%-fbh-haus nirgends einen platz hat um klamotten, die einem regenguss ausgesetzt waren oder pfützennasse hosen des nachwuchs, zum schnelltrocknen irgendwo warm aufhängen zu können.
     
Thema: Warum ist Handtuchheizkörper im Bad tlw. Pflicht?
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