Warum ist Innendämmung bei Holständerbau/Fachwerkbau problematisch?

Diskutiere Warum ist Innendämmung bei Holständerbau/Fachwerkbau problematisch? im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, man hört ja immer wieder, dass Innendämmung bei Fachwerk problematisch sei, da der Taupunkt so innerhalb des Holzes liegt. Wenn...

  1. qwertzuio

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    Hallo zusammen,
    man hört ja immer wieder, dass Innendämmung bei Fachwerk problematisch sei, da der Taupunkt so innerhalb des Holzes liegt.
    Wenn ich nun einen Wandaufbau mit Ausfachungen und Innendämmung aus Holzfaserplatten durchrechne, erhalte ich bei bekanntem u-wert Rechner in keiner Variante einen möglichen Tauwasserausfall.
    Kommt das online-tool hier an seine Grenzen?

    Warum ist der Taupunkt bei Dachsparren mit Zwischensparrendämmung scheinbar kein Problem?

    LG
     
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  3. saarplaner

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    Der U-Wert-Rechner rechnet mit dem Glas-Verfahren. Das ist aber für inhomogene Bauteile nicht wirklich Aussage kräftig.

    Hierzu muss eine WUFI-Berechnung gemacht werden.

    Wand und Dach darf man aber auch nicht vergleichen, das u.a. andere Wärmeströme vorliegen.
     
  4. Kalle88

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    Hast du bei der Fassade eine schützende Wetterschale? Beim Dach hast du noch die Eindeckung als zusätzliche Schale
     
  5. R.B.

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    Nur damit es kein Missverständnis gibt, Meinst Du Innendämmung im Gefach oder die typ. Innendämmung (flächig) hinter der Wand (raumseits).

    Die U-Wert-Berechnung stößt hier schnell an ihre Grenzen. Genau genommen sind auch die Dachkonstruktionen mit Sparren und Zwischendämmung bereits nicht korrekt berechnet, aber ein U-Wert Rechner hat halt einen anderen Schwerpunkt, da geht es primär um den U-Wert, und die Betrachtung der Temperaturverteilung, Feuchte etc. ist hier nur ein Nebenprodukt. Für die meisten Konstruktionen ist das auch OK, aber ich habe schon oft davor gewarnt, die errechnten Werte als von Gott gegeben anzunehmen.

    Auch Konstruktionen die vom Programm als kritisch eingestuft werden, können in der Praxis problemlos schadenfrei funktionieren.

    WUFI wäre hier deutlich im Vorteil, aber auch da gilt, dass man wissen sollte, was man wo und wie eingibt. Ich muss zugeben, dass ich mich mit solchen Programmen nur an einfache Konstruktionen heranwage, denn Versuche mit komplexeren Aufbauten haben in mir mehr Verwunderung als Zufriedenheit hervorgerufen, und dann bin ich erst einmal davon ausgegangen, dass der Fehler vor der Tastatur sitzt und nicht im Programm zu suchen ist.

    Innendämmung würde ich nicht pauschal ablehnen, habe ich auch in einigen Räumen und funktioniert problemlos. Schwieriger wird es, wenn man einen hohen Wärmedämmwert erreichen möchte, das habe ich zwar schon oft versucht zu rechnen, kam auch auf mehr oder weniger sinnvoll Ergebnisse, aber praktisch habe ich das noch nicht ausprobiert (da hat mich der Mut verlassen).
     
  6. qwertzuio

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    Hallo,
    danke für die Antworten.
    Bei uns in der Gegend bestehen viele Altbauten aus Holzständerwänden, die außen durch Schalbretter mit einer kompletten Verschieferung abgeschlossen sind. Ich hatte einem Bekannten davon abgeraten einfach auf der Innenwand Mineralwolleplatten anzubringen. Ein Zimmerer meinte, dass es unproblematisch wäre, wenn man die Ausfachungen mit Holzfaserplatten ersetzt und Innen zusätzlich eine Schicht Holzfaserplatten aufbringt. Ich halte auch diese Konstruktion für suboptimal aber der Zimmerer meinte, dass dies das gleiche wie bei den Dachsparren wäre und problemlos funktioniert. Irgendwie finde ich dagegen kein stichhaltiges Argument. Lediglich mein Hinweis auf mehr Probleme mit Wärmebrücken wird akzeptiert, allerdings soll dies - aufgrund des Dämmwertes von Fichtenholz - ebenfalls weniger problematisch sein.
     
  7. #6 Alfons Fischer, 21. Dezember 2015
    Alfons Fischer

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    ich glaube, hier wäre eine Skizze des Aufbaus hilfreich.
    Was immer wichtig ist bei gefachgedämmten Konstruktionen: eine definierte luftdichte Schicht...
     
  8. R.B.

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    Dieser Aufbau kann sehr wohl funktionieren, aber wie Alfons schon geschrieben hat, muss man hier auf die luftdichte Schicht achten. Je weiter die luftdichte Schicht zur Raumseite rückt, um so unkritischer wird der Aufbau (sofern man überhaupt von unkritisch reden kann). Komplett diffusionsoffen würde ich so etwas nicht machen, das wäre mir zu heikel.
     
  9. qwertzuio

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    Den Anhang Skizze.pdf betrachten

    Hier mal eine Skizze. Vor das äußere Berett kommt noch eine Schicht Schiefer.

    Ich halte also fest: Wenn mann von Innen dämmen könnte, dann wäre es möglich die alte Schiederfassade zu erhalten. In diesem fall müsste aber eine Luftdichte Ebene geplant und ausgeführt werden, was bei Altbauten möglicherweise problematisch werden kann.
     
  10. R.B.

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    So in etwa. Die luftdichte Schicht wird auf jeden Fall benötigt, egal ob von innen oder wie auch immer gedämmt.

    Früher hat man anders gebaut, aber auch anders gelebt und gewohnt. Was aber vor 200 Jahren mehr oder weniger funktioniert hat, kann heute aufgrund unserer höheren Ansprüche nicht mehr funktionieren. Folglich muss man die Bauweise unseren heutigen Anforderungen entsprechend anpassen.
     
  11. #10 Alfons Fischer, 21. Dezember 2015
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    anderer Ansatz, wenn wir schon über ein Fachwerkgebäude sprechen:
    sind denn die Gefache überhaupt abgebrochen? Oder anders ausgedrückt: warum sollen diese abgebrochen werden?
    Und: warum sollen 24cm Dämmung ausgeführt werden bei dieser Fachwerkwand?
     
  12. qwertzuio

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    Bisher ist noch nichts geschehen. Es handelt sich um eine 14er Wand, die z.T. mit Ziegeln, aber auch mit Holz ausgefacht ist. Der Abbruch kam ins Spiel, weil der Zimmerer meinte, dass die Kombination einer Ausfachung aus Holzfaser mit einer Innendämmung aus Holzfaser unproplematisch sei. Die 24 cm beruhen auf dem Gendanken, dass eine 14er Fachwerkwand mit Holzfaserausfachung allein kein sinnvoller Aufbau ist und man zudem ja in den ENEV Bereich kommen sollte.
     
  13. R.B.

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    Holzfaser ist sicherlich nicht die schlechteste Idee, verursacht aber gerade bei einem Fachwerk sehr viel Auwand. Eine zusätzliche Innendämmung ist in meinen Augen ein Vorteil, weil man damit die unvermeidbaren Wärmebrücken entschärfen kann. Man darf halt nur nicht darauf hoffen, dass die Wände atmen müssen, deswegen luftdichte Schicht und Diffusion einschränken (unterbinden). Damit ist man schon beim nächsten Problem, den Ausführungsdetails. Alles lösbar, aber halt nicht 08/15. Deswegen läuft man mit Standardprogrammen (U-Wert Rechner) auch schnell gegen eine Wand (im wahrsten Sinne des Wortes).
     
  14. #13 Alfons Fischer, 21. Dezember 2015
    Alfons Fischer

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    Die EnEV kann man hier sicherlich umschiffen, sofern wirklich nicht der Wert auf einen extrem hohen Wärmeschutz gelegt wird (bei Innendämmung wird ohnehin keine Anforderung mehr gestellt).
    Ich persönlich würde mir in so einem Fall ernsthaft überlegen, ob man nicht besser die Ausfachungen erhält und einen Innen-Wärmedämmputz (z.B. Perlite-Dämmputz) in mäßiger Stärke umsetzen sollte.
     
  15. R.B.

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    Da fallen mir so Dinge ein wie, Putzträger, Entkopplung, Risse,....ich weiß nicht, ob das so einfach wird wie man sich das vorstellt. Da fehlen mir aber die Erfahrungswerte.
     
  16. qwertzuio

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    Ich hatte immer gedacht, dass man zur Entschärfung von Wärmebrücken eine möglichst homogene Außenschale konstruieren sollte.
     
  17. #16 Alfons Fischer, 21. Dezember 2015
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    doch, das funktioniert in vielen Fällen schon, ist aber etwas intensiver mit dem Bauherrn und den Beteiligten abzustimmen. Aber natürlich kann es mal ein paar Risse geben. Die zusätzliche Feuchtigkeit ist in Bauablauf zu planen, die Konstruktionen abzustimmen, Details zu berücksichtigen.
    machen wir gerade...
    001_Anschluss Fenster-Dämmputz.jpg 20150713_102436.jpg 20150713_102433.jpg
     
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    Aber genau das ist bei Fachwerk ja nicht möglich. Natürlich kannst Du die Fassade mit einem WDVS verschließen, dann ist das Thema gegessen. Ich dachte hier ging es darum die Fassade nicht anzufassen, und somit die Dämmung in das Fachwerk bzwl dahinter zu setzen.
     
  19. qwertzuio

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    Ja, diese letztere Variante wäre die einfachste und wird von meinem Bekannten bevorzugt. Ich hatte aber angemeldet, dass die komplizierte Variante mit Außendämmung (erfordert neue Verschieferung) in jedem Fall die bessere Lösung wäre. Wenn Ihr nun sagt, dass auch eine Innendämmung gut geplant/ausgeführt werden kann, dann muss man ja nicht zwangsläufig die Schieferfassade erneuern.
     
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    Sie wäre in meinen Augen einfacher (nicht billiger) umzusetzen, und toleranter gegenüber "Fehlern" (oder Schwachstellen). Dafür höhere Kosten weil ja die vorhandene Fassade zuerst einmal entfernt werden müsste.
    Dämmung im Gefach und raumseits erfordert penibles Arbeiten, und man muss sich vorher genau überlegen was man tut (siehe Diskussion oben).
     
  22. qwertzuio

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    Ja ok. Da die neue Verschieferung sicher schon im 5-stelligen Bereich liegen wird, werde ich empfehlen, lieber erst mal das Geld für die Planung des Dämmkonzeptes zu investieren.
     
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