Was ist sinnvoller zum Kühlen einsetzbar? KWL oder Flächenheizsystem?

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  1. Amibobo

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    Hallo Forum,

    wenn ichs richtig verstanden habe, kann man sowohl mit der zentralen KWL als auch mit Flächenheizsystemen (Fußbodenheizung, Wandheizung, Deckenheizung) einen Raum auch kühlen.

    Bei einer KWL kann die Luft durch einen Erdwärmetauscher im Sommer heruntergekühlt werden. Diese kühlere Luft wird ins Haus transportiert und die Wärme mit der Abluft raus aus dem Haus.

    Bei einer Wärmepumpe mit Sole kann auch ein Flächenheizsystem zum Kühlen genutzt werden.
    Nachdem was ich bis jetzt darüber gelesen habe am besten durch eine Deckenheizung, ok mit einer Wandheizung, am wenigsten macht es mit einer Fußbodenheizung Sinn.

    Meine offenen Fragen sind:
    1. Stimmen meine bisherigen Ausführungen?
    2. Welches System arbeitet besser?
    3. Werden die kühleren Wände bei der Kühlung über ein Flächenheizsystem im ungünstigen Fall zu Kondensatzbildung führen?

    Gruß
     
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  3. Taipan

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    1. teilweise - warum sollte die FBH nicht geeingnet sein?
    2. kommt drauf an. Schneller Kühleffekt: KWL ... nachhaltig auch mit Nachwirkung und langsam reagierend: Heizflächen
    3. Wenn die Kühlung geplant errichtet wird: Nein. Zumindest nicht wesentlich, einzelne Stunden bei Wetterumschwüngen auf extrem schwül sind möglich, aber nicht schädlich.
     
  4. Amibobo

    Amibobo

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    Danke!
     
  5. R.B.

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    Fragen wurden ja schon beantwortet. Also noch ein paar Details.

    Da ist im Kern etwas Wahres dran. Die Frage ist nur, ob das auch für Deinen Fall zutritt.
    Hintergrund dieser Argumentation, Decke, Wand, FBH, ist doch, dass Wärme nach oben steigt, Kälte dann nach unten "fällt". Bei einer FBH würde als die Kälte "auf dem Boden liegen bleiben". Das ist Physik und auch korrekt.
    Jetzt nehmen wir mal eine Anleihe bei den Heizungsbauern, dort ist ja ständig von "Heizlast" die Rede, also der Leistungsbedarf der erforderlich ist, um einen Raum so zu beheizen, dass die Solltemperatur gehalten wird. Im Bereich Klima-/Kältetechnik gibt es einen vergleichbaren Ausdruck, die "Kühllast", also der Leistungsbedarf der erforderlich ist, um einen Raum so zu kühlen, dass die Solltemperatur gehalten wird.

    Bei modernen Gebäuden ist die Heizlast gering, da durch Dämmung der Wärmestrom nach außen bestmöglich reduziert wird. Das gilt analog für die Kühllast, wo die Dämmung den Wärmestrom von außen nach innen reduziert. Das ermöglicht, dass man Gebäude mit einer geringen Übertemperatur der FBH beheizen kann, aber genau so gut mit einer geringen "Untertemperatur" kühlen kann. Wir reden also von geringen Temperaturunterschieden, so dass der obige Punkt mit "Wärme steigt auf, Kälte fällt nach unten" nur noch bedingt greift.

    Rechnet man die Kühllast eines Wohngebäudes, dann hat man zudem den Vorteil, dass der Temperaturunterschied zwischen Außentemperatur und gewünschter Raumtemperatur nicht so hoch ist wie im Heizbetrieb, wo man einen Temperaturunterschied von 35K und mehr berücksichtigen muss. Man möchte das Wohnzimmer ja nicht in eine Klimakammer verwandeln in der Minusgrade herrschen. Zudem sind die Bewohner eines EFH im Sommer gerne bereit auch etwas höhere Raumtemperaturen zuzulassen wie im Winter (Heizbetrieb), so dass eine Raumtemperatur von beispielsweise 24°C noch lange nicht zum Problem wird. Folglich bewegen wir uns bei der Kühllast in einem Bereich um 10W/m2 bis vielleicht 20W/m2. Diese Kühlleistung erreicht man bereits mit einer Oberflächentemperatur um die 20°C

    d.h. Lässt man in einem hoch gedämmten Gebäude etwas höhere Raumtemperaturen zu, dann kann man die Räume problemlos auch mit einer FBH kühlen. Kondensat ist dann nicht zu erwarten.

    Man sollte aber auch beim Kühlen ein paar Grundregeln beherzigen. So sind alle Maßnahmen zu ergreifen, die ein unnötiges Aufheizen verhindern. Offene Terrassentüren o.ä. sind demzufolge tabu. Im Winter lässt man ja auch nicht den ganzen Tag das Fenster offen.

    Diese Methode funktioniert aber auch nur dann zufriedenstellend, wenn die Kühllast gering ist. Nicht umsonst blasen Klimageräte sehr kalte Luft in einen Raum wenn sie diesen wirklich kühlen müssen (hohe Kühllast).
     
  6. SirSydom

    SirSydom

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    Man sollte aber schon beachten dass die Wärmedämmung in ihrer Wirkung im Winter gegen einen Wärmestrom nach außen nicht gleich ist zur Wirkung im Sommer wo der Wärmestrom von außen nach innen wirkt.

    Wesentlicher Faktor ist nämlich hier die Sonneneinstrahlung durch die Fenster! Wenn man große Fensterflächen mit guten U-Werten verbaut sind die im Winter toll, sorgen also für eine niedrige Heizlast. Diese Fensterflächen werden aber im Sommer für große "Kühllast" sorgen, denn gegen die Sonneneinstrahlung hilft kein noch so guter U-Wert.

    Als wesentlichen Erfolgsfaktor sehe ich Abschattung vor direkter Sonneneinstarhlung im Sommer. Und das automatisiert und mit möglichst geringem Komfortverlust, so dass es auch aktzeptpiert wird (Raffstores wären Jallousien z.B. vorzuziehen, da man mit Raffstores einen Raum noch hell bekommt und trotzdem die direkte Sonne draußen halten kann. Dafür gibt es Steuerungen.
     
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  8. Amibobo

    Amibobo

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    Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen.
    Wie (fast) immer sollte man für das Thema Experten zu Rate ziehen wenn es ums konkrete Projekt geht.
    Das werde ich dann zu gegebener Zeit machen.
    Vermute ich richtig, dass solche Themen weniger den Architekten in der LPH 1-4 betreffen, eher in der LPH 6-7 und den jeweiligen Fachmann entweder für die Heizung oder die Lüftung?
     
  9. Skeptiker

    Skeptiker

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    Nein, das Heiz- und Kühlungskonzept sollte spätestens an der LP3 im Entwurf berücksichtigt werden. Es kann entwurfsrelevant sein und ist in jedem Falle kostenrelevant, muss also in die Kostenberechnung einfliessen. Spätestens in der LP5 muss die Heizung / Kühlung in Plänen sichtbar werden.


    mit skeptischen Grüßen!
     
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