Was muss ich tun, um EEWärmeG zu erfüllen

Diskutiere Was muss ich tun, um EEWärmeG zu erfüllen im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Hallo Forum, wir planen gerade unser EFH und stehen natürlich vor der Herausforderung, das EEWärmeG zu erfüllen. Unser Architekt legt uns eine...

  1. #1 Wildparker, 17. Juni 2011
    Wildparker

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    Hallo Forum,

    wir planen gerade unser EFH und stehen natürlich vor der Herausforderung, das EEWärmeG zu erfüllen.
    Unser Architekt legt uns eine Solaranlage zur Warmwassererwärumung nahe. Ich habe da jedoch Bedenken, vor allen zur Wirtschaftlichkeit. Eine Erdwärmepumpe möchte ich auch nicht.
    Meine Frage ist nun, ob ich das ganze mit Ersatzmaßnahmen umgehen kann, das heißt
    - Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmetauscher muss sowieso rein
    - plus ein Kachelofen (ohne Wasserführung)
    - wenn das noch nicht reicht, dann muss halt etwas mehr Dämmung in die zweischalige Außenwand.
    Da wir sowieso ein relativ großes Haus planen (ca. 240 qm), wäre mir dieses Konzept auch deshalb lieber, weil dadurch die Konsten für die Wohnraumheizung gesenkt werden. Eine Solartherme würde nur zur Brauchwassererwärmung (und auch nur im Sommer) dienen.
    Der Wandaufbau ist Poroton 17,5 + Wärmedämmung + Klinker. Was wäre teurer, dickere Dämmung zur Erfüllung des EEWärmeG oder die Solaranlage?
    Ist das EEWärmeG mit der Kombination dieser Maßnahmen generell zufriedenzustellen? Mir ist klar, dass das ein Experte im Detail durchrechnen muss, mir geht es aber erstmal nur um die generelle Machbarkeit.

    Danke!
    Wildparker
     
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  3. R.B.

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    Machbar ist (fast) alles. Solarthermie ausschließlich zur WW Erzeugung ist unrentabel, wenn schon, dann sollte man sich ein Konzept überlegen, bei dem die Solarenergie auch heizungsunterstützend eingesetzt wird.

    Ein Kachelofen der nicht wasserführend ist, ist zwar ein schönes Hobby, aber im Rahmen des EEWärmeG nur bedingt ansetzbar. Die genauen Bedingungen/Voraussetzungen bitte nachlesen. (Mindestwirkungsgrad, Mindestanteil am Gesamtenergiebedarf)

    Das gilt in ähnlicher Form auch für die KWL (mit WRG)

    Man könnte als Ersatzmaßnahme das Haus 30% unter EnEV bringen. Auch dazu die Details bitte nachlesen.

    Meine Meinung, eine optimierte Haustechnik ist schon viel wert, aber letztendlich entscheidet die Gebäudehülle über den Energiebedarf der zum Heizen erforderlich ist.

    Gruß
    Ralf
     
  4. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    15% unter EnEv reicht.

    (EEWärmeG §7 Nr. 2 in Verbindung mit Pkt. VI der Anlage)
     
  5. R.B.

    R.B.

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    15% für die Wand und 15% für das Dach, macht 30% :mega_lol:

    Sorry für die Verwirrung, aber irgendwie hatte ich noch die 30% im Hinterkopf.

    Gruß
    Ralf
     
  6. madshi

    madshi

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    Hmmmmm... Wenn ich nun KfW40 baue, dann muß ich ja eh bei 45% unter der EnEV liegen. Habe ich damit bereits automatisch das EEWärmeG erfüllt? Oder muß ich nochmal 15% bessere Dämmung auf den KfW40-Standard "drauflegen", um mir Solar-WW sparen zu können?
     
  7. gonso

    gonso

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    Für dein Haus errechnet sich ein Primärenergiebedarf, ist dieser 15% unter EnEV09 kannst auf Erneuerbare verzichten. Damit auch auf Solar, bei Holz oder WP ergibt sich die Erneuerbare Energie ja aus dem Wärmeerzeuger.

    Erfüllt der errechnete Primärenergiebedarf deines Hauses auch ohne Solar die KFW40 bedingungen passt auch das. Ob das zu erfüllen ist hängt vor allem von der Heizung ab, was solls denn werden?
     
  8. #7 Alfons Fischer, 4. Juli 2011
    Alfons Fischer

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    Nach meiner Einschätzung ist eine Solaranlage zur Brauchwarmwasserbereitung wirtschaftlicher als eine Solaranlage zur kombinierten Heizungsunterstützung.
    Lass doch einfach mal eine Solaranlagensimulation machen und lass die Werte für den solaren Heizungsüberschuß bei einer Anlage zur Heizungsunterstützung auswerfen. Ich hab sowas schon öfters mit Getsolar gerechnet und komme nämlich immer zur genau entgegengesetzten Meinung. Berücksichtigt man nämlich die deutlich teurere Speichertechnik bei der Anlage mit Heizungsunterstützung und den ehrlich (!) Heizungsüberschuß, stellt man sich schon die Frage, was wirtschaftlicher ist.
    Und dann hängt die Antwort auf die Frage, wie wirtschaftlich eine Anlage ist, ganz wesentlich von den Energiekosten Deiner Hauptheizung ab. Eine Solaranlage ist einfach deutlich wirtschaftlicher bei Kosten von 10ct/kWh als bei 3 ct/kWh für die Hauptheizung.
     
  9. R.B.

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    Bei GetSolar muss man aufpassen, welches Anlagenkonzept, welche Temperaturen usw. eingestellt sind.

    Mein Vorschlag basiert darauf, dass der WW Bedarf in einem EFH normalerweise gering ist. Zudem muss man Wasser mit einer relativ hohen Temperatur bevorraten. d.h. an Tagen an denen diese Temperatur nicht erreicht wird, kann die Anlage auch keine Energie ernten.

    Bei der Heizungsunterstützung kommt es entscheidend auf die Heizflächen an, wir möchten ja Energie ernten, und nicht unbedingt Temperaturen. Deswegen muss ein Konzept mit getrennten Speichern her.

    Die Mehrkosten für die Heizungsunterstützung belaufen sich dann auf die größere Kollektorfläche und den Heizungspuffer (sofern nicht sowieso schon vorhanden). Wir reden dann von Kollektorflächen ab min. 10m2, eher 15m2 bis 20m2.

    Mit einem geeigneten Konzept kann ich die verwertbaren Erträge deutlich steigern, und wir reden schnell von 350kWh/m2 die jährlich verwertbar geerntet werden. Im Gegensatz dazu dümpeln viele WW Solar-Anlagen um 200kWh/m2 herum, manche liefern nicht einmal das.

    Gruß
    Ralf
     
  10. #9 Baufuchs, 4. Juli 2011
    Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Bin anderer Meinung.

    Für mein eigenes Haus ermittelt:

    Kosten für Brauchwassererwärmung (Gas-Brennwert) p.A. = ca. 200 €.

    Davon über Solarthermie einzusparen ca. 60% = 120.- €

    Anlagenpreis ca. 5.000.- €.

    Wirtschaftlich ist was anderes.
     
  11. Julius

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    Stimmt.
    Aber er schrieb ja auch nur "wirtschaftlicher", nicht "wirtschaftlich".
    Darunter ist in Zeiten des Minuswachstums auch die Version "weniger unwirtschaftlich" zu zählen...
     
  12. #11 ralph12345, 5. Juli 2011
    ralph12345

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    Wie sähe die gleiche Rechnung für die Heizungsunterstützung aus? Intestition ist noch mal um einiges höher. Die Heizkosten für ein gut gedämmtes Haus sind nicht mehr so exorbitant hoch, daß man da Unsummen sparen könnte und im Winter, wenn man die Heizung braucht, scheint kaum die Sonne... Wie kann sich das eher rechnen?
     
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  14. Bautz

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    Noch schlechter...

    ... aus exakt den genannten Gründen.

    Heizungsunterstützung lohnt sich eigentlich nur dann, wenn man einen recht hohen Heizbedarf in der Übergangszeit hat. Denn im Hochwinter scheint die Sonne nur selten und kurz. Und in den Übergangszeiten haben moderne Häuser nur einen geringen Heizenergie-Bedarf.

    Eine Ausnahme wäre vielleicht, wenn Du wegen der Einbindung einer Holzheizung in den Heizkreislauf sowieso einen Pufferspeicher brauchst. Dann fallen die Mehrkosten für die Kollektoren nicht mehr so ins Gewicht.
     
  15. R.B.

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    Warum nicht mal selbst rechnen? Mit den eigenen Zahlen und Vorgaben? Aus der Ferne kann man doch nur raten.

    Wer Sonnenenergie nutzen möchte, sollte das Thema Wirtschaftlichkeit ganz hinten anstellen. Das gilt sowohl für Solarthermie als auch für PV. Wer sich jedoch für Solarenergie entscheidet, kann durch geschickte Anlagenwahl und Betriebsweise, die Schmerzen zumindest ein bischen lindern.

    Wie schon geschrieben, wenn Solar, dann richtig. So eine Alibi-4m2 Anlage ist jedoch nichts anderes als Geldverschwendung.

    Gruß
    Ralf
     
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