Wasser im Fliesenscherben durch Risse in den Fugen? was macht man dagegen?

Diskutiere Wasser im Fliesenscherben durch Risse in den Fugen? was macht man dagegen? im Ausbaugewerke Forum im Bereich Neubau; Durch eine Werkskundendienst des Duschkabinenherstellers falsch angebrachte Profile (Dübel und Schrauben für Mauerwerk auf Trockenbauwand...

  1. #1 capslock, 8. Juni 2015
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    Durch eine Werkskundendienst des Duschkabinenherstellers falsch angebrachte Profile (Dübel und Schrauben für Mauerwerk auf Trockenbauwand verwendet) hatten wir vollgelaufene Wand- und Bodenfliesen. Vermutlich ist sogar etwas Wasser hinter die aufgespachtelte Abdichtung geraten, denn einige der Fugen zwischen den Wandfliesen hatten feine Risse (ca. 0,1 mm).

    Nachdem der Duschkabinenhersteller uneinsichtig war, hat der Kundendienst des Fertighausherstellers die Kabine neu abgedichtet. Die Fliesenfugen wurden damals (vor ca. 3 Jahren) nicht komplett entfernt, sondern leicht angekratzt und dann übergefugt. Uns wurde damals gesagt, dass das Austrocknen der Wandfliesen sehr lange dauern könnte, weil das Wasser nur über die Fugen verdunsten könne. Es hat tatsächlich über ein Jahr gedauert.

    Dann, im letzten Jahr der Gewährleistung, verfärbten sich wieder zwei Fliesen in der untersten Reihe über der Duschtasse (gegenüber ca. 12 Fliesen, als die Profile undicht waren) . Außerdem zeigten die Fugen wieder deutliche Stockflecken und Risse.

    Beim letzten Besuch des Kundendienstes in der Gewährleistungszeit hatte ich dieses Thema auch auf die Liste gesetzt. Der Kundendienstler hat sich die Abdichtung der Profile und Rohrdurchführungen und die Fugen angeschaut und nicht als Ursache angesehen. Hingegen hat er zwei kleine Beschädigungen in der Silikonfuge zur Duschtasse gefunden und meinte, das Wasser würde dort eindringen und dann im Fliesenscherben aufsteigen, aber Silikonfugen seien ja Wartungsfugen und fielen nicht unter Gewährleistung (ist mir klar, dass das angreifbar ist, aber ich war froh, dass er bei dem letzten Besuch ganz andere Dauerbrenner beseitigt hat).

    Ich habe jetzt vor unserem Urlaub die Silikonfugen ausgeschnitten, und siehe da, die zwei Beschädigungen, gut erkennbar an der Stockfleckenbildung, enden isoliert auf der Duschtasse, und das Silkon unter den aufstehenden Fliesen ist dort weiß. Hingegen ist unter den verfärbten beiden Fliesen das Silikon zwar nach vorn (von der Wand weg) weiß, aber unter den Fliesen schwarz. Es ist ab ca. 1 mm hinter der Vorderseite der Fliesen schwarz, also muß die Feuchtigkeit irgendwo anders (von weiter oben) in den Fliesenscherben gelangen und nach unten laufen. Nach drei Wochen sind die Fliesen jetzt vollständig ausgetrocknet.

    Ist es plausibel, dass durch die Risse in den Fugen genug Wasser in den Scherben gedrungen ist, um zwei Fliesen à ca. 30 cm x 10 cm von hinten zu tränken?

    Wie sieht (unter der Annahme, dass die auf der Wand aufgespachtelte Abdichtung dicht ist) eine vernünftige Sanierung aus? Sollte ich die Fugenmasse vollständig auskratzen und mit der originalen Fugenmasse (wasserabweisend nach CG2 und flexibel) wieder ausfugen? Wäre eine dichtere Fugenmasse oder zusätzliche Versiegelung der neuen Fugen sinnvoll?

    Oder ist anzunehmen, dass irgendwo noch ein nicht erkanntes Leck ausser den gerissenen Fugen besteht, auch wenn es mir vom Ort der beiden Fliesen her nicht plausibel ist? In dem Fall würde ich mich nochmals mit dem Kundendienst rumstreiten, denn auch wenn die Gewährleistung abgelaufen ist, hatte ich den Fehler ja fristgerecht gemeldet.
     
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  3. #2 Fliesenfuzzi, 8. Juni 2015
    Fliesenfuzzi

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    Wer Fliesen im Duschbereich auf GK mit Flüssigdichtung einbaut ist selber schuld. Auch wenn es täglich ...zigtausend Mal gemacht wird.
    Es gibt wasserbeständige Trockenbaulösungen die nicht aufquellen. Damit verhindert man zwar nicht eventuelle Wasserschäden, minimiert aber die Folgekosten nach Trockenlegung.

    Punkt 2:
    Fugenmasse ist keine "Abdichtung". Also ist der Fliesenscherben und der Kleber im Duschbereich immer nass. Ist einfach so.

    Punkt 3:
    Geschwärztes Silikon kommt nicht von irgendwelcher Nässe, sondern die Flecken entstehen durch Pilze aus anderen Gründen. Die Nässe ist nur zusätzlich ein guter Nährboden.
    Die Silikonfugen müssen nicht "dicht" sein.

    Klingt nach: Raus und Neu und Richtig machen.
     
  4. Julius

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    Fliesen, die sich bei Feuchtigkeitseinwirkung (von hinten) verfärben, sind für wasserbelastete Bereiche schlichtweg (aus den oben schon ausgeführten Gründen) ungeeignet.
    Daher: Wer hat diese dafür angeboten bzw. verlegt?
     
  5. capslock

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    @ Julius: Der Fertighausbauer hat die in seiner Bemusterung gehabt, und zwar als Badfliesen, und der Sub vom Fertighausbauer hat sie verlegt. Meines Wissens passiert das aber mit allen Fliesen, die aus einem gebrannten Scherben und einer dünnen Glasur bestehen. Dickere / kräftiger gefärbte Glasuren zeigen es vielleicht weniger, aber wirklich frei davon dürfte nur Feinsteinzeug sein.

    @ Fliesenfuzzi:
    1. Nun scheint das mit dem doppelt aufgespachtelten Dichtkrams ja die zugelassene Lösung zu sein, die den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Was wäre denn beispielsweise eine bessere Lösung?

    Da ich mir sicher bin, dass die Bohrlöcher, die die Feuchtigkeit vor Jahren mal hinter die Abdichtung gebracht haben, das jetzt nicht mehr tun, und ich stark hoffe, dass die Abdichtung nicht gerissen ist, würde ich mit Auskratzen und neu Verfugen doch den (vielleicht nicht optimalen) Soll-Zustand wieder herstellen - richtig?

    2. Gibt es da vielleicht doch andere Massen oder Imprägniermittel, die zumindest dichter sind?

    3. Man sieht schon recht deutlich, dass die Schwärzung nur an mechanischen Beschädigungen des Silikons und halt unter dem Scherben auftritt, halt an den Stellen, wo es länger/häufiger Feucht ist.
     
  6. capslock

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    @ Julius: Der Fertighausbauer hat die in seiner Bemusterung gehabt, und zwar als Badfliesen, und der Sub vom Fertighausbauer hat sie verlegt. Meines Wissens passiert das aber mit allen Fliesen, die aus einem gebrannten Scherben und einer dünnen Glasur bestehen. Dickere / kräftiger gefärbte Glasuren zeigen es vielleicht weniger, aber wirklich frei davon dürfte nur Feinsteinzeug sein.

    @ Fliesenfuzzi:
    1. Nun scheint das mit dem doppelt aufgespachtelten Dichtkrams ja die zugelassene Lösung zu sein, die den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Was wäre denn beispielsweise eine bessere Lösung?

    Da ich mir sicher bin, dass die Bohrlöcher, die die Feuchtigkeit vor Jahren mal hinter die Abdichtung gebracht haben, das jetzt nicht mehr tun, und ich stark hoffe, dass die Abdichtung nicht gerissen ist, würde ich mit Auskratzen und neu Verfugen doch den (vielleicht nicht optimalen) Soll-Zustand wieder herstellen - richtig?

    2. Gibt es da vielleicht doch andere Massen oder Imprägniermittel, die zumindest dichter sind?

    3. Man sieht schon recht deutlich, dass die Schwärzung nur an mechanischen Beschädigungen des Silikons und halt unter dem Scherben auftritt, halt an den Stellen, wo es länger/häufiger Feucht ist.
     
  7. #6 Fliesenfuzzi, 19. Juni 2015
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    Es geht nicht um den "Dichtkrams"- der ist schon richtig. Nur, wenn, wie üblich durch die Fliesen die Befestigungen für Duschstange, Seifenschale, etc. gebohrt werden dringt Wasser DAHINTER! Und wenn dann die Konstruktion aus GK ist quillt er halt auf und sprengt den Fliesenbelag. Die bessere Lösung sind z.B. zementgebundene Platten.

    Wieso so sicher? Sind die Bohrlöcher zugewachsen oder hat ein Schlaumeier Silikon reingespritzt?

    Vielleicht. Das beseitigt aber nicht die Ursachen, kostet einen Haufen Geld und ändert auf Dauer nix.

    Perfekte Bedingungen für Pilze. Diese ernähren sich aber nicht von der Feuchtigkeit- sondern von Seifenresten, Hautschuppen etc.
     
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    Was die Löcher angeht, ja, die wurden mit Silkon ausgespritzt. Zusätzlich wurde aber auch die Abdichtung des Wandprofils der Duschkabine von außen nach innen verlegt, und unten am Profil wurde ein Ablaufloch gebohrt. Vorher Stand das Wasser 1 m hoch in den Profilen, jetzt kann es eigentlich nicht mehr reinkommen, und wenn doch, läuft es unten am Loch in die Duschwanne.

    Was die Pilze angeht, der Kundendienstler hatte bei meiner Reklamation behauptet, die Feuchtigkeit würde durch die zwei Risse eindringen. Die Risse und Schwärzung enden jedoch isoliert auf der Duschtasse, und zwischen diesen schwarzen Strichen und der Schwärzung unterhalb des Scherbens liegt ein ununterbrochener weißer Streifen.
     
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    Noch ein Gedanke:
    Die Risse in den Fugen sind jetzt kleiner als damals beim Wasserschaden. Wenn man gerissene Fugen nicht komplett entfernt, sondern einfach neu überfugt, dann dringt die Fugenmasse vermutlich nur wenige 1/10 mm ein, richtig? D.h. es ist kein Wunder, dass die Risse nach drei Jahren und monatlicher Reinigung mit saurem Badspray wieder offen liegen?
     
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