Wegen Reichtum geschlossen

Diskutiere Wegen Reichtum geschlossen im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Sorry für einen vll. etwas überflüssigem Tread, aber entweder bin ich auf dem falschen Dampfer oder manche haben zuviel Kohle. Vorgeschichte:...

  1. Odin

    Odin

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    Sorry für einen vll. etwas überflüssigem Tread, aber entweder bin ich auf dem falschen Dampfer oder manche haben zuviel Kohle.

    Vorgeschichte: Nachbarin (Witwe) hatte vor einigen Jahren, als der Mann noch lebte, den Dachstuhl erneuert und dabei gleich das DG aufgemauert. Dazu ein Treppenhaus und einen Anbau.
    Jetzt möchte sie das alles verputzen lassen. Ich helfe ihr etwas, und frage bei den entspr. Firmen an. Ich schicke Bilder mit Maßangaben im Maßstab. Von jeder Seite. Somit kann sich jede Firma schon mal eine Grobvorstellung schaffen, was m² mäßig auf sie zukommt. Ich bat in dem Anschreiben um einen persönlichen Vorort-Termin bei Auftrags- Interesse (welcher Putz zu bevorzugen wäre, Termine, Preisanbebote ect..).

    Das war Anfang Juli. Gestern hatte ich von 9 Anfragen das zweite Angebot bekommen. Von den anderen 7, die ich auch angeschrieben hatte, habe ich 3 angerufen (wären meine Favoriten gewesen, weil ich Referenzen kannte), ob Sie meine Anfrage bekommen hätte und evt. Interesse an dem Auftrag hätten. Von "wir haben genug zu tun....unsere Leute sind noch nicht alle vom Urlaub da... ach so, naja, dann muß ich mir das doch mal anschauen was sie mir da geschickt haben", war alles dabei.

    Also Sorry, das mal was liegen bleibt oder vergessen wird, ist ja menschlich. Aber das man in 10 Wochen von 9 Anfragen, wo man sich ja auch schon Mühe gibt, das die Fachfirmen möglichst viele Info´s kriegen, es nur 2 für nötig halten, zu Ántworten, finde ich schon mehr als frech.

    Soll mir mal noch einer kommen und sagen die Bauwirtschaft ist am Boden.

    Kommt mir vor wie vor 6 Jahren, als ich baute. Handwerker kam, sah, um Angebot zu erstellen und ward nie wieder gesehen.

    War immer überzeugt, das man handwerkliche Sachen von ortsansässigen Firmen erledigen lassen soll. Die Moral von der Geschicht? Statt der Ortsansässigen wird nun eine Firma von einer Großstadt angagiert, wo mit "nichtdeutschen" gearbeitet wird. So hat sich nun meine Nachbarin entschieden...und ich kann sie da gut verstehen.

    Wollte ich mal loswerden.
     
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  3. Terra

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    Ha, wundert mich nicht!

    Mich eingeschlossen kenne ich nun 3 Fälle wo die Verputzerfirma das lahm...igste Gewerk waren. Mal kommen sie, mal nicht, mal nur für 3 Std....

    Aber turnen auf 20 Baustellen gleichzeitig rum, bekommen aber keine in annehmbarer Zeit fertig!
     
  4. Pascal82

    Pascal82

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    hallo,

    das hab ich mich während meines baus auch öfters gefragt,
    aber ich glaub zu wissen woran das liegt......

    die putzer sind meist kleinere 4-6 mann betriebe wo der chef
    noch fleißig selber mit putzt, da er in erster linie handwerker
    ist und entweder seine frau das büro macht oder er nach feierabend oder sonntags (rechnungen schreiben und löhne bezahlen)
    werden die mails meist garnicht gelesen, da man neue auftragsanfragen auf gerade auszuführenden baustellen bekommt oder die handynummer von Bauherrn zu bauherrn weitergereicht wird......
    ist eben noch handwerk ohne großes verwaltungsblabla........

    eine andere erklärung dafür hab ich nicht.......
     
  5. #4 Ralf Dühlmeyer, 10. September 2009
    Ralf Dühlmeyer

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  6. R.B.

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    Da hast Du Dir auch die beste Zeit für Deine Anfragen ausgesucht. Hauptsaison, Urlaubszeit, da kommen einige Faktoren zusammen die bei einem Kleinbetrieb schnell dazu führen, dass der Papierkram vernachlässigt wird.

    Das sind natürlich keine Gründe warum man eine Anfrage nicht beantworten sollte.
    Bei anderen Gewerken sieht es aber ähnlich aus. x Anfragen und nur ein Bruchteil der Angeschriebenen antwortet. Es entsteht dann zwangsläufig der Eindruck, "Handwerk und Service" passen nicht zusammen.

    Das "Problem" ist bekannt, aber die wahren Gründe für dieses Verhalten kenne ich nicht, da könnte ich nur Vermutungen anstellen.

    Gruß
    Ralf
     
  7. bernix

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    Wie wahr!

    Wenn die Verputzerbetriebe jetzt nicht ausgelastet sind...wann dann?
    gruss
     
  8. #7 HolzhausWolli, 10. September 2009
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    In Ralfs Link zum bereits ausdiskutierten Threat wurde das Tehma sehr ausführlich behandelt, stimmt.

    Ich stimme mit der Meinung überein, daß es sehr viele sehr kleine Betriebe gibt, die "immer" Arbeit haben, weil sie "weitergereicht" werden.

    Oftmals sind das auch große BT´s oder GU´s, die solche Firmen über Monate -teils Jahre- von Progjekt zu Projekt mitnehmen. Die Folge ist die, daß der Unternehmer nie richtig akqirieren muß, sich also um Aufträge bemühen muß.

    Leider bekommen die dann auch immer den gleichen oder objektbezogen schon mal einen niedrigeren Preis vor die Nase gesetzt, für den sie arbeiten müssen.

    Mit dieser Situation allerdings mal konfrontiert stehen die oft sehr hilflos da, weil keinerlei Kontakte vorhanden sind.

    Das geht so lange gut, wie noch genügend Arbeit vorhanden ist.

    Trotzdem sollte eine freundliche Absage drin sein.

    Aber wie gesagt: Hatten wir alles schon mal.
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Wenn zur Sommerzeit einer nach ein paar Stunden auf der Baustelle erscheint, sofort ein Angebot erstellt, und dann noch verspricht, dass er umgehend mit den Arbeiten beginnen kann, dann würde ich mich fragen, ob das die richtige Firma ist. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  10. #9 HolzhausWolli, 10. September 2009
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    Baustatus: Längst fertig
    Tja, wir haben es tatsächlich mit einer bedarfsorientierten Unterdeckung von bestimmten Dienstleistungen zu tun.

    Und das in Deutschland!
     
  11. Olaf (†)

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    Mal...

    bitte etwas weiterdenken: Wenn es ausreichend Firmen geben würde bzw. Personal vorgehalten wird, das der Bedarf in der Saison völlig kurzfristig abgedeckt wird - was machen die alle im Winter:confused:
    Wir könnten natürlich zusehen, dass wir soviel Heu reinkriegen, dass der Winter schadlos überstanden wird.
    Aber den dann notgedrungen zu kalkulierenden Preis will hier keiner wirklich wissen:e_smiley_brille02:
     
  12. #11 Ralf Dühlmeyer, 10. September 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Früher war .....&Hausschlachter durchaus üblich.
    Wobei .... jeder saisonabhängige Beruf sein kann.
    Im Herbst wurde dann halt geschlachtet.
     
  13. susannede

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    Sollten wir wieder einführen, aber wen schlachten wir ?
     
  14. R.B.

    R.B.

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    Das hatte ich mir beim Lesen auch überlegt. :mega_lol:

    Nicht nur früher. Mein Nachbar 3 Häuser weiter macht das heute noch so. Ab Mitte/Ende Oktober geht´s los. Da schlachtet er in seiner umgebauten Garage manchmal mehrmals pro Woche.

    Gruß
    Ralf
     
  15. kilianus

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    Und was hilfts dem/der Fragenden ??
     
  16. R.B.

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    Die "Frage" wurde doch schon mehrfach beantwortet. Einfach alle Beiträge lesen.

    Gruß
    Ralf
     
  17. AndyAC

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    Ich finde das Thema trifft den Nagel auf den Kopf. Die Erklärungsversuche die hier bzw. im anderen Thread abgegeben wurden halte ich nur teilweise für zutreffend. Es ist seit Jahren ein schleichender Verfall der Sitten, der sich übrigens durch alle Branchen zieht-nicht nur die Baubranche.
    Solche Argumente wie der Kunde will ja eh nur billig, was soll ich ein Angebot schreiben ziehen nicht, wenn man zu der Überzeugung kommt, der Kunde ist ein Geiz-ist-geil Typ ist es doch nun wirklich kein Problem zu sagen: tut mir leid, Ihren Auftrag kann bzw. will ich nicht annehmen, daher auch kein Angebot.
    Warum wird der Kunde zig mal mit Ausreden vertröstet? Warum nicht sagen: tut uns leid, wir haben keine Zeit/Lust/Ahnung und machen es nicht?
    Aber es kommt ja noch schlimmer: ist der Auftrag vergeben (und nicht an die billigste ausländische schwarzarbeitende Truppe sondern an ein ortsansässiges Tradionsunternehmen) muss man von Glück sprechen wenn der Auftrag fachgerecht ausgeführt wurde, wenn die Termine auch noch eingehalten werden grenzt das schon fast an ein Wunder.
    Die Folge davon ist, dass die Kunden, die durchaus bereit sind einen vernüftigen Preis für anständige Arbeit zu zahlen sich irgendwann sagen: wenn es nur einer geringen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit dient, dass ich für viel Geld auch anständige Leistung bekomme, dann nehme ich demnächst auch den billigsten. Im übrigen ist hier "mein Hammer" geradezu beispielhaft: nicht nur, dass der Preis womöglich günstiger ist-nein man bekommt im Regelfall Angebote, wo der AN sogar am Auftrag interessiert ist-aber viel wichtiger: man kann den AN bewerten.
    Ein solches Bewertungssystem lässt wenn einige Bewertungen zusammengekommen sind recht gut erkennen, ob ein AN seriös ist, fachgerecht arbeitet und Termine einhält.
    Was glaubt ihr denn warum hier täglich hunderte Leute reinschauen und fragen stellen? Es sind sicherlich auch Gig "Kunden" dabei, keine Frage, aber viele sehen sich halt nicht optimal betreut- auch von den hochbezahlten Fachleuten nicht.
    Es gab hier schonmal eine Diskussion wie hoch der Anteil an schlechten Architekten ist- ich wage eine Prognose : 80-90%. So hoch ist auch der Anteil schlechter Maurer, Flisöre, Dachdecker etc. Man soll sich nicht von den hervorragenden Fachleuten hier im Forum dazu verleiten lassen zu glauben so wäre die Welt draussen. Ein schlechter Planer ist aber oft besonders schlimm, da er die Gesamtkoordination in Händen hat und damit ganz entscheidend zu einem guten Gelingen des Projekts beitragen kann.
    Ich will euch auch nicht vorenthalten wie ich zu meinen 80-90% komme:
    Ich habe in den letzen Jahren häufig mit Architekten beruflich zu tun gehabt, ich muss sagen ich war von keinem so überzeugt, dass ich ihn für ein privates Projekt herangezogen hätte. Ich will hier gar nicht über Planungsmängel sprechen-da waren manche noch ganz gut dabei , aber offenbar haben die meisten keine Lust und auch ein Kommunikationsproblem.
    Ich habe die Archis hunderte male auf Fehler aufmerksam gemacht so nach dem Motto: bitte sagen Sie das dem Dachi oder dem Sani- passiert ist nichts , es wurde absichtlich oder unabsichtlich vergessen-fast immer zum Nachteil des AG.
    Die Archis als Bauleiter waren nie ein Problem für die Handwerker, die bekamen fast jede Leistung abgenommen- warum jetzt den Handwerker anhalten seine Leistung nachzubesseren, da muss ich ja wieder telefonieren, kann die Baustelle immer noch nicht abschliessen usw.
    Das stelle ich mir aber nicht unter eine Bauleitung für den AG vor. So läufts aber sehr häufig-insbesondere im Bereich privater kleiner AG.
    Natürlich rechnen alle nach HOAI, die kennen sie alle, auch wenn sie als Bauleiter nur 3x auf der Baustelle waren.
    Wenn doch 95% aller Archis gute Arbeit ablieferen würden, bräuchte es daoch so ein Forum hier gar nicht mehr, da würde die Anzahl der Fragesteller in zwei Teile zerfallen: Hat einen Archi, braucht daher keinen externen Rat und die andere Gruppe, die keinen Archi hat: selber Schuld, warum sollen wir dir helfen.
    Leider ist die Praxis eine andere, da kommt keine oder einer ausweichende Antwort vom eigenen eingekaufen "Sachverstand". Wenn ich hingehe und sage: bin Busfahrer, habe vom Bau soviel Ahnung wie ne Kuh vom Sonntag, dann sollte es mir doch möglich sein, einen Planer zu beauftragen, der die Sache für mich in die Hand nimmt. Praktisch ist es aber so, dass ich erstmal selber Architektur studieren muss um beurteilen zu können, wer ein guter Fachmann ist- das kann doch eigentlich nicht Sinn und Zweck einer arbeitsteiligen Gesellschaft sein.
    Wie ich oben schon schrieb: die Archis sind da nicht die schlechteren Menschen, das ist in allen Branchen so, beim Archi gehts aber im Regelfall um sehr viel Geld, die meist größte Inverstition, die ein Privatmann im Leben tätigt, da kann man eigentlich kein Risiko eingehen.
    Was kann man da machen? Ich denke es wäre sehr hilfreich wenn es eine Rubrik "Fachleute empfehlen sich" geben würde- da könnten freiwillig Fachleute Ihre Dienste anbieten-verbunden mit dem Einverständnis, dass AG, die diese Fachleute in Anspruch genommen haben eine Bwertung/Kommentar zur abgelieferten Leistung abegeben können. Man könnte sich dann schnell ein Bild von einem AN verschaffen und dann könnte man auch sinngemäß schreiben: lieber Fragesteller, an deinem Ort gibt es die Fa. XY Dachdeckerbetrieb, diese hätte deinen Auftrag gern übernommen, wenn Du dann woanders hingehst, dann heule bitte nicht, es hätte einen kompetenten Fachmann für dich gegeben..
    Sorry für die Länge, aber ich denke man muss hier auch mal die Sicht der AG darstellen, inbesondere der privater AG, die es wirklich schwer haben für jedes Gewerk und jede Planungsphase einen brauchbaren Betrieb zu finden.
     
  18. R.B.

    R.B.

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    Was für ein langer Text.
    Etwas besser strukturiert, und ich hätte ihn auch komplett gelesen.

    Gruß
    Ralf
     
  19. Gast360547

    Gast360547 Gast

    vermischt?!

    Moin,

    wenn die Firmen keine Angebote abgeben, kann das mehrere Ursachen haben:

    1. Die Firma soll ein eigenes Leistungsverzeichnis incl. der erforderlichen Massenermittlung erstellen. Probleme dabei:
    a) Die Firma steckt voll in der Planungshaftung​

    b) Das LV einer seriösen Firma wird ohne Preise weitergegeben. Auf den Kosten bleibt die Firma jedoch sitzen, da es sich dabei um Akquise handelt. Die Planungshaftung bleibt jedoch.​

    http://bauexpertenforum.de/showthread.php?p=398323#post398323 Genau das ist es, was ich meine :motz

    b) ist für mich eines der übelsten Probleme, die leider auch sehr oft von den Archis ausgenutzt wird und die dafür dann das Entgelt erhalten, welches ansich dem Handwerker zustehen würde.

    2. Doch, das Problem mit den durch den HW erstellten LV´s ist, dass der Kunde in den überwiegenden Fällen nur auf die letzte Seite schaut und den Preis reklamiert, weil zu teuer. Welche Leistungen sich dahinter verbergen, kann der Kunde in den allerseltesten Fällen sicher beurteilen. Die Folge: DeinAmboss :mauer

    3. Fachgerechte Ausführung und Einhaltung von Terminen: Leider sind die allermeisten Bauberufe in erheblichen Maß von der Witterung abhängig (Rohbau). Und leider kann man sich die Auftragstermine nicht selber gestalten, sie werden einem vorgegeben und dann durch dritte ständig verändert. Weil sich das nicht nur auf ein BV erstreckt, müssen sehr häufig mehrere Bauten terminlich neu gestaltet werden. Krankmeldungen der AN tun ihr übriges dazu.

    4. Wie definieren Sie vernünftigen Preis? Wenn ich mal die alten Grundüberlegungen der VOB zu Grunde lege, dann bedeutet das, dass der Preis für den Bieter auskömmlich sein muss. Diese Zeiten sind leider vorbei. Nichteinmal die öffentliche Hand hält sich an die in der VOB geforderten Vergabepraxis, nach der der billigste Bieter eigentlich ausscheiden muss/müsste. Die Unterschiede zwischen dem ersten und dem zweiten sind teilweise so erheblich, dass eine Auskömmlichkeit im Sinne von "nicht in die Pleite gehen" garantiert nicht gegeben sein kann.
    Ich möchte damit sagen, dass der Begriff "vernünftiger Preis" ehrenwert scheint, aber relativ ist, denn für wen und von wem wird er als vernünftig bewertet?

    5. Qualifikation der Fachleute: hier haben wir leider mittlerweile ein großes Problem. Wie Sie habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Archis hoffnungslos bei vielen Gewerken überfordert sind. Erschreckend dabei ist, dass der Grundstock dafür schon im Studium gelegt wird. Schlechte Dozenten ohne eigene Weiterbildung, eigenes schlechtes Studiumsverhalten etc. können die Ursachen sein.
    Gleiches gilt auch für die Handwerker selbst. Hier kommt dann allerdings noch der sehr große Zeitmangel hinzu. Denn, wenn der gute Handwerker jeden Kunden gleich gut betreuen und bedienen will, kommt er wieder zwangsläufig in die Spirale zu 1., 2. und 3.

    6. Öffentliche Bewertungen ala DeinAmboss: da halte ich so gar nichts von. Der Denuzierung ist damit Tür und Tor geöffnet. Die beste Werbung ist und bleibt die Arbeit vor Ort. ABER: es gbit viele BH, die selbst Billigheimer über den großen Klee loben. Oft aus der Not heraus, denn sie müssen sich den Pfusch selber schönreden, denn was kann ich für den (zu geringen und nciht auskömmlichen) Preis (schon) erwarten?

    7. Ich persönlich bekomme immer mehr Anfragen am Telefon. Inhalt: wie erbringe ich eine Leistung selber und wie mache ich das dann richtig? Die gleiche Intention haben viele der Frager hier ebenso. Das ist einer der Gründe, warum hier 100te von Leuten Fragen stellen.

    Grüße

    stefan ibold
     
  20. Anzeige

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  21. lordbauer

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    Hallo,

    mich hat es auch tierisch gestört, daß manche Handwerker sich nicht mehr gemeldet haben und man auf Nachfragen nur vertröstet wurde.

    Beispiel (Alle Beispiele mit LV vom Archi):

    - Rohbauer: 8 angeschrieben, 4 Angebote, 1 Absage, 3 keine Rückmeldung
    - Stuckateur: 6 angeschrieben, 2 Angebote, 0 Absagen, 4 keine Rückmeldung
    - Gerüstbauer: 5 angeschrieben, 4 Angebote, 1 keine Rückmeldung
    - Elektro: 10 angeschrieben, 2 Angebot, 2 Absagen, 6 keine Rückmeldung
    - Sanitär/Heizung: 5 angeschrieben, 3 Angebote, 2 keine Rückmeldung
    - usw.

    gewünscht hätte ich mir folgendes:

    - Rohbauer: 8 angeschrieben, 4 Angebote, 4 Absage
    - Stuckateur: 6 angeschrieben, 2 Angebote, 4 Absagen
    - Gerüstbauer: 5 angeschrieben, 4 Angebote,1 Absage
    - Elektro: 10 angeschrieben, 2 Angebot, 8 Absagen
    - Sanitär/Heizung: 5 angeschrieben, 3 Angebote, 2 Absagen

    Mein Archi hat sich zum Beispiel für jedes Gewerk die Mühe gemacht diese anzuschreiben, dass jemand anderes ausgewählt wurde und hat einen anonymisierten Angebotsvergleich dazu gepackt.

    Was man als Handwerker nie vergessen sollte ist die "Mund zu Mund Propaganda".
    Wenn mich jetzt jemand nach einer Firma fragt die es nicht für nötig gehalten hat mir abzusagen rate ich sofort ab mit der Begründung:
    Die hatten es nicht mal nötig mir abzusagen.

    Gruß
     
  22. AndyAC

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    @ R.B. : tut mir leid.

    @Herr ibold: Gegen Ihre Ausführungen gibt es nicht viel einzuwenden ein paar Punkte möchte ich jedoch aufgreifen:
    Leistungsverzeichnis durch AN selbst erstellen: die von Ihnen angsprochenen Probleme existieren tatsächlich, daher mag ein LV erstellt durch einen Archi durchaus Sinn machen, was aber bleibt ist folgender Sachverhalt: trotz LV, welches dem AN zugestellt wird gibt es keinerlei Antwort oder es kommt nach 2Monaten ein Angebot. Warum kann man nicht mit dem Kunden kommunizieren: ich brauche 2Wochen zur Angebotserstellung oder ich möchte kein Angebot abgeben oder ich benötige ein LV, das möchte ich nicht selbst erstellen aus den von Ihnen genannten Gründen; kann man dem Kunden doch in 3,4 Sätzen sachlich erläutern!? Wer es dann nicht versteht (als Kunde) hat dann Pech gehabt.
    Außerdem bleibt noch die Möglichkeit zu sagen: Ihr Angebotswunsch benötigt Planung, die kann ich übernehmen kostet aber xx€, die man z.B. wenn man den Auftrag bekommt anrechnet.

    Kunde schaut nur auf den Preis: ganz einfach: diese Kunden braucht man NICHT! Klar schaut man auch auf den Preis, aber bei mir und ich denke auch bei durchaus einer Reihe anderer Leute gibt es noch etwas neben dem Preis: fachliche Qualifikation, Referenzen usw.
    Ich hatte einen Rohbauer, den ich mal um ein Angebot gebeten hatte. Da ich die gute Qualität seiner Arbeit kannte habe ich ihn um ein Angebot gebeten und ihm gesagt, wenn der Preis nicht jenseits von gut und böse liegt hole ich keine weiteren Angebote ein. Ergebnis: es kam auch hier kein Angebot, trotz mehrmaliger Nachfrage.
    Die große Angst vor der billigeren Konkurenz ist im, sagen wir mal etwas gehobeneren EFH Bau nur bedingt gerechtfertigt, wie man an vielen Beispielen hier im Forum sieht hat der Privatmann meist eh nur 1-4Angebote auf dem Tisch, da ist die Auswahl nicht sooo groß.

    Definition vernüftiger Preis: ist eigentlich ganz einfach: Sie haben doch auch sicherlich einen Stundenlohn, den Sie so kalkuliert haben, dass Sie davon leben können, Unkosten gedeckt sind usw. Die benötigte Arbeitszeit abschätzen evtl. bei größeren Projekten etwas aufschlagen für alle Eventualitäten und mit dem Stundensatz multiplizieren-fertig. Beim Materialaufschlag identisch. Wenn das dann unter dem Strich nicht passt, dann hat man wohl bei Materialaufschlag oder Stundensatz falsch angesetzt.
    Jetzt braucht man sich doch nicht groß unter Druck zu setzen-warum soll man das jetzt groß rabattieren? Klar bei größeren Arbeiten kann man einen gewissen Rabatt einräumen, weil man eine Baustelle hat, einmal dort die Arbeit vorbereitet usw-aber das hält sich doch in Grenzen.

    Termine: wie war einmal der Werbeslogan eines Telefonanbieters: Kommunikation ist alles- mal anrufen tut nicht weh, das freut den Kunden und beruhigt die Nerven.:konfusius
    Was mich stört ist aber z.B. folgendes: man fragt an, ob jemand eine Arbeit bis zum 9.9.2009 ausführen kann, bekommt ein ja und es wird deutlichst überzogen- dann soll man doch ehrlicherweise sagen: schaffe ich nicht, bitte anderen AN aussuchen oder bis zum x.y.200x warten.

    Bewertungen: Ihre Angst kann ich nicht teilen- es mag zwar bei solchen Bewertungssytem auch mal unfair zugehen, aber ich denke man sieht doch sehr schnell was Sache ist und wo nur aus Böswillkeit schlecht bewertet wurde. Wenn man eine schlechte Bewertung als AN auch kommentieren kann, dann sieht man auch hier ganz schnell wo der Hase lang läuft.

    noch zu 7.: klar gibt es immer mehr Leute die es DIY machen wollen, über Vor und Nachteile von DIY und die Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft werde ich hier jetzt nicht diskutieren, mache ich vlt. ein andres mal, das ist auch ein durchaus spannendes Thema.
    was bleibt festzuhalten: niemand kann ernsthaft verlangen, dass ein Fachmann sein Wissen, das er duch Ausbildung, Studium und praktische Erfahrung erworben hat einfach so herschenkt, alles andere ist schon etwas Unverschämt (ja ich weiß von solchen "Kunden" gibt es leider immer mehr)
    Aber es gibt auch DIY, die machen es selbst weil sie mit den Handwerken unzufrieden waren und sich sagen "da weiß ich, was ich habe"
    Schönen Tag noch und nochmal sorry für den vielen Text.
     
Thema:

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