Weichdämmplatten gegen Pilzbefall an Dachunterseite?

Diskutiere Weichdämmplatten gegen Pilzbefall an Dachunterseite? im Dach Forum im Bereich Neubau; Guten Abend, ich hatte mich schon vor einigen Jahren wegen des Pilzbefalls an das Forum gewendet. Mein Haus hat ein weit überstehendes...

  1. gerbroc

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    Guten Abend,

    ich hatte mich schon vor einigen Jahren wegen des Pilzbefalls an das Forum gewendet. Mein Haus hat ein weit überstehendes Pultdach, das mit Titan-Zink gedeckt ist. Schon im zweiten Jahr nach der Fertigstellung bildeten sich massive Stockflecken. Vor 8 Jahren habe ich die Flächen saniert: abgeschliffen, fungizide Lösung eingelassen und mit fungizider, deckender Farbe gestrichen. Nach 6 Jahren zeigten sich wieder die ersten Flecken.

    Also habe ich wieder das Gerüst aufgestellt und die Dachunterseiten mechanisch mit Waser und Putzmittel gesäubert und festgestellt, dass die Farbschicht noch intakt ist (s. Bild). Die Ursache ist klar: es bildet sich besonders in den Übergangszeiten und bedingt durch die fehlende Isolierung zur Blechhaut auf dem Sperrholz der Dachunterseite Kondenswasser, das dem Pilz zur Verfügung steht. Dieses Kondenswasser laugt mit der Zeit den fungiziden Belag aus, so dass der Pilz dann wieder gedeihen kann. Da ich keine Lust habe, alle 6 Jahre ein Gerüst zu stellen, suche ich nach einer dauerhaften Lösung. Die kann nur darin bestehen, dass das Kondensat während der Abkühlung in der Nacht in die Fläche eindringt und dann im Laufe des Tages wieder verdunsten kann. Ähnlich gut funktioniert das ja auch bei mineralischen Außenputzen.

    Hat jemand aus dem Forum Erfahrung mit Weichfaserdämmplatten für diesen Zweck? Das Anbringen der Platten (nur 8 mm stark) würde sich lohnen, wenn das Problem damit gelöst wäre.
    P1030376.jpg
     
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  3. #2 Alfons Fischer, 16. September 2014
    Alfons Fischer

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    aus welchem Material besteht die jetzt geschimmelte Fläche?
    Wie ist der Aufbau von dort nach oben?

    beschreiben Sie doch mal den vorgesehenen Aufbau genauer (von unten nach oben oder von mir aus auch von oben nach unten)
     
  4. gerbroc

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    Aufbau: Titan-Zink Blech, Kunststofffolie, 2 cm dicke Rauhspundbretter (quer zu den Sparren), 8 mm Sperrholz, das mit fungizider Farbe (orange) gestrichen wurde. Im Vordergrund des Bildes gesäubert.
     
  5. #4 Alfons Fischer, 16. September 2014
    Alfons Fischer

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    und wie soll's in der Wunschvariante weitergehen?
     
  6. gerbroc

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    8 mm Weichholzdämmplatten auf die gesäuberten Flächen schrauben. Eventuell noch mit wässriger, fungizider Lösung besprühen
     
  7. #6 Alfons Fischer, 16. September 2014
    Alfons Fischer

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    und dann nix mehr?
    wird zu wenig sein.
    Auch wird die Stärke der Dämmplatten zu gering sein.
     
  8. mls

    mls Bauexpertenforum

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    völlig daneben. bisher - und die neuen "ideen" auch.
    das heisst, teufel mit belzebub austreiben.
    hwf als opferanode ..

    an den früheren faden kann ich mich nicht erinnern,
    was für sperrholz? fichtenhelle oberfläche? oder dunkel?
    sag ja nicht lärche ..
    ursprungsland?
    was für farbe? deckend oder lasur?
    wer erfindet so eine konstruktion?
    wer baut sowas?
    wer berät/verarscht dich jetzt?
    kann ja nicht so schwer sein, ein vordach gscheit zu planen -
    so einen mist zu planen, dagegen schon. eigentlich ..
     
  9. gerbroc

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    Mich interessiert nicht, wie es nicht funktioniert. Der Architekt war jung und hat keine Dämmschicht unter dem Blech geplant, damit das Dach flacher ausläuft. Mit diesem Fehler muss ich leben, denn ich habe keine Lust, dass Dach für 25.00 bis 30.00 neu aufzubauen. Die Dämmplatten wären auch keine Opferanode, denn sie nehmen die Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, so dass sie dem Pilz nicht zur Verfügung steht. Es würde ja nichts bringen, wenn der Pilz dann auf den Dämmplatten siedelt.

    Das Fichtensperrholz war zunächst offen lasiert und wurde nach der ersten Sanierung deckend gestrichen. Bei der offenen Lasierung war das Problem wesentlich gravierender, wahrscheinlich weil keine fungiziden Wirkstoffe verwendet wurden.

    Also mls / Herr Fischer: wie würdest du es machen?
     
  10. mls

    mls Bauexpertenforum

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    die weichfaserplatte wird mit sicherheit schneller weg sein
    als alles, was bisher unter dem dach war.

    eine 40mm-holzschalung (nicht sperrholz) unter akustikmatte
    und blech hat jedenfalls in alpiner lage funktioniert - ob man
    das verallgemeinern kann, weiss ich nicht, sowas darf man
    ja nicht oft machen und literaturgängig ist das afaik auch nicht.

    lasur ist logischerweise der grösste blödsinn, deckende
    farbfilme (von guten herstellern) sind besser, aber (zahlreiche
    erfahrungen im fassadenbereich) keineswegs 100% sicher.
    selbst die beste farbe muss (günstiger fall) im 10-jahres-takt
    nachgestrichen werden.

    die richtige lösung kennst du - oberseitig ..! ob das puffern
    von temperatur und feuchte durch eine dicke, unterseitige,
    holzbeplankung, womöglich aus resistenter holzart, hilft,
    kannst du nur probieren. dein risiko ..

    ich hab mir die alten bilder angesehen - fassade und dach
    sind aus dem gleichen sperrholz (in versch. dicken) ?
    schade, dass du so spät damit rüberkommst.
     
  11. gerbroc

    gerbroc

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    danke mls, velleicht kann ich das gleiche Holz nehmen wie von der Fassade. Es ist sägerauh geschnitten und ich hatte bisher damit überhaupt keine Pobleme. Allerdings streicht die aufsteigende, warme Luft nur parallel an diesen Flächen vorbei und trifft nicht senkrecht auf sie wie bei der Dachunterseite. Aber es wird in jedem Fall sehr aufwendig, denn das Dach verläuft ja bogenförmig und ich muß die Tafeln an der Oberseite schlitzen, damit nicht zu viel Spannung entsteht.
     
  12. Clwney

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    Aus diesem Grund setzt eine gute Wärmedämmung auch ein entsprechendes Lüftungsverhalten voraus.
     
  13. mls

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    vielleicht hätte ich oben noch einen absatz vor meinem
    letzten satz einbauen sollen ..
    mit "schade, dass du so spät damit rüberkommst" meinte
    ich das richtige (im zeitlichen rahmen) prozedere, den
    verursacher zu beteiligen.

    ich denke nicht, dass das fassadensperrholz (so es
    solches ist - dann ist es möglicherweise sogar qualitativ
    ungünstiger als fichte einzuordnen) eine bessere eignung
    als dachuntersicht hat.

    das bj. ist schon länger her, da wussten viele noch
    nicht in allen details, was gespielt wird: zb luftdichtigkeit
    zw. giebelkrone und dach. vielleicht pfeifft feucht-warme
    luft aus dem innenraum bis unter das dach-sph - oder
    in den zwischenraum bretterschalung-sph. dann wäre
    der sichtbare schaden ausdruck eines baulichen mangels
    an einer (etwas) anderen stelle.

    genauso kann es noch andere, schadenauslösende ursachen,
    oder noch gravierendere probleme (zb im restlichen
    dachbereich) geben ..
     
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  15. Kalle88

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    Wenn ich jetzt richtig verstehe, dann gehts darum, soviel Dämmwirkung zu erzeugen, dass Kondensat aus entsprechender Luftfeuchte nicht am Bauteil ausfällt?

    Mal abgesehen von dem was mls im letzten Post gesagt hat, hinsichtlich Leckagen. Man dies entsprechend kontrolliert und ausschließen kann, dass es ein baulicher Mangel ist. Möchte ich mal folgende steile These aufstellen:

    Was ist denn, wenn man Profilholzschalung zwischen Flugsparren und Fassade montiert?

    Hintergrund ist, dass ich denke, dass die Profilholzschalung bessere Sorptionswerte aufweist als eine Sperrholzplatte. Und hier als natürlicher Puffer zum Federn gewisser Feuchtespitzen dienlich wäre. Also weniger Dämmung, mehr Stoffe die Feuchte speichert ohne sofort dem Schimmelpilz Nährboden zu liefern.
     
  16. #14 Alfons Fischer, 20. September 2014
    Alfons Fischer

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    das Problem an solchen Dachüberständen/Vordächern/Unterständen ist regelmäßig, dass diese sehr geringen Dämmwert aufweisen und nicht hinterlüftet sind. Da die Dachoberseite aber im direkten Strahlungsaustausch mit dem kalten Nachthimmel steht, kühlt diese sehr stark aus. Und zwar unter Lufttemperatur (Man kennt es von den Autoscheiben, die auch schon bei einigen Grad über 0 °C anfrieren.

    Bei geringem Wärmeschutz wird demzufolge durch den schlechten Dämmwert auch die Unterseite stärker auskühlen. Und ebendort sind dann feuchteempfindliche Materialien anfällig für Schimmelbildung.


    Darum sind dort von Vorteil:
    1. sorptionsfähige Materialien: anfallendes Kondensat wird schnell von der Oberfläche wegtransportiert, kritische Feuchtespitzen entstehen seltener;
    2. eine geringe Dämmschicht zwischen Dachhaut und Untersichtschalung: dadurch kühlt die Unterseite nicht mehr so stark aus.


    Man kann das Problem nur entschärfen und dadurch die Renovierungszyklen verlängern. Vermeiden wird man es vermutlich nie können, wenn man Holz im Außenbereich einsetzt. Selbst die DIN 1052 sagt, dass für Holz im Außenbereich in überdeckten Bauwerken die Ausgleichsfeuchte von Holz bei 15 +-3% beträgt. Kann also selbst im "Normalfall" auch 18% sein. Kurzfristige Schwankungen können demzufolge schnell mal zu über 20 M.-% führen, je nach Randbedingungen.
     
Thema:

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