Welche Bodenplatte und Wände?

Diskutiere Welche Bodenplatte und Wände? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, habe mich schon ein bischen in diesem Forum umgesehen, aber leider nichts Vergleichbares gefunden. Jedes Haus ist auch anders. Vielleicht...

  1. #1 Michael1711, 06.05.2008
    Michael1711

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    Hallo, habe mich schon ein bischen in diesem Forum umgesehen, aber leider nichts Vergleichbares gefunden. Jedes Haus ist auch anders.
    Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.
    Zuerst einmal die Fakten:
    Geotechnischer Bericht zu meinem Bauvorhaben:
    Geländeoberkannte: 459mNN
    Grundwasserspiegel: Bohrlocheinsturz auf 4m. Aufgrund des Feuchtegehalts der entnommen Proben ist der Grundwasserspiegel auf 455mNN nachvollziehbar.
    Lokale Grundwasser stehen im hydraulischen Kontakt mit der Donau. (ca. 500m weit weg, BAB A7 liegt dazwischen)
    Das Grundstück liegt in einem wassersensieblen Bereich. Nach Starkniederschlägen und/oder nassen Witterungsperioden muss unter Berücksichtigung o.g. mit einem Anstieg um bis zu 2,5m, also auf 457,5mNN gerechnet werden. Der Bemessungswasserstand ist auf 457,8mNN festzulegen.
    Unterkannte Kellerboden: 456,81mNN
    Rohfußboden Oberkannte EG: 459,49mNN
    Bodenbeschaffenheit:
    ab 1,10m tiefe Kies, stark Sandig, schwach schluffig, graubraun, mitteldicht, Erdfeucht, GW, BLK3.
    Auf Grundlage der Ermittelten Geländedaten kann aus gutachtlicher Sicht eine Gründung auf Streifenfundamenten erfolgen. Grundbruch und Setzungsberechnungen gem. DIN 4017 und 4019 für Streifenfundamente durchgeführt. Unter Einhaltung einer zweifachen Grundbruchsicherheit ist eine Breite der Fundamente von mind. 50cm sowie einer Einbindetiefe von 80cm der aufnehmbare Sohldruck zu begrenzen auf Qzul = 165kn/m². Hierbei geben sich Setzungen von ca. 0,5 cm.
    Alternativ kann die Gründung auch auf einer tragenden armierten Bodenplatte erfolgen. diese ist druckwasserdicht herzustellen.
    Für die Bauwerksgründung ist ein abgeleiteter Bettungsmodul anzusetzen von ks = 36000kn/m².
    Die rechnerische zu erwartende Setzung kann mittels einer Setzungsberechnung entsprechend DIN V 4019-100 ermittelt werden. Die hieraus bestimmten Setzungsbeträge sind unter Berücksichtigung der Tragwerksplanung auf deren Unschädlichkeit zu prüfen.
    Es ist unter Zugrundelegen des Bemessungswasserstandes der rechnerische Nachweis der Auftriebssicherheit zu führen.
    Garagenfundamente sollten bis in das Sohlniveau der Wohngebäudegründung führen. Wohngebäude und Garage sind statisch getrennt auszuführen.
    Lastabfall:
    Aufgrund der Lage von Erdberührenden Bauteilen unterhalb des anzusetzenden Bemessungswasserstandes (457,8mNN) ist entsprechend DIN 18195-1 Tab 1 mit von außen drückendem Wasser (anstehendes Grundwasser) zu rechnen.
    Vielleicht auch noch wichtig: Wasser-Wasser Wärmepumpe mit bis zu 5m² Wasserdurchfluss pro Stunde. (Vaillant GeoTherm +)

    Beschreibung aus der Baubeschreibung: (Keller)
    Ich habe eine bewehrte Bodenplatte 20cm stark, einem hochwertigen Fugenband zwischen Bodenplatte und Kelleraußenwand. Dem Beton in Boden und Wand ist ein Zusatz für Wasserundurchlässigkeit zugesetzt. Die Betonwand enthält eine zusätzliche Bewehrung im Aussenbereich. Eine weitere Abdichtung wird nicht angebracht. Dies ist eine in der Praxis oft angewandte Zwischenlösung zur Verbesserung der Dichtigkeit bei evtl. kurzfristig auftretendem Grundwasseranstieg. Sie entspricht jedoch nicht den geltenden Vorschriften für Grundwasser, ist aber eine deutliche Verbesserung.
    Kellerwandschutz usw. durch Bauherr.
    Aufpreis 1730 Euro.
    Normal ist eine 12cm starke Bodenplatte ohne weitere Bewehrung.

    Jetzt möchte mir mein GU folgendes Verkaufen:
    In dem uns zur Verfügung gestellten Bodengutachten wird eine tragende Bodenplatte bis 25cm stark in C25/30 empfohlen. Bewehrung bis 11kg/m²
    und Mehraufwand der Erdarbeiten sind berücksichtigt, anstelle 20cm tragende Bodenplatte. Genaue Mehrleistungen können wir erst nach Statik berechnen. Ausführung der Wände wie oben beschrieben. Kellerwandschutz usw. durch Bauherr.
    Aufpreis: weitere 1980 Euro zu den oben angegebenen Betrag.

    Wichtiges:
    Baulücke.
    Es gab trotz mehrmaligem Hochwasser keinerlei Probleme bei den Nachbarn.
    Kellerfundament 12cm bei allen.
    Zusätzlicher Kellerwandschutz (Keller teilweise Ausgebaut)
    Mein Keller:
    6cm Perimeterdämmung (0,35) an der Kelleraußenwand.
    Dickbeschichtung (vielleicht kann mir jemand schreiben, was er nehmen würde)
    Noppenbahn (Delta Geodrain?)
    Drainage.
    Vielen Dank für die Hilfe.....
    Michael

    Was soll, oder kann ich machen?
    Ist die erste Variannte ausrecihend (20cm WU Beton, wen ich eine ordentliche Dichtungsschlemme sauber anbringe?)
     
  2. Yilmaz

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    Nein ist nicht ausreichend. Bei Grundwasseranstieg liegt der keller ca. 1,60 im wasser. Also es muß gegen DIN 18195- Teil 6 Abgedichtet werden. Auch wen sie vom 12 und 20 cm bodenplatte schwärmen reicht das nicht.
    Wie ist der kellerwandaufbau?Können sie genau von Inne nach außen beschreiben?
    Komentare von Experten folgen...
    Mfg
     
  3. #3 JamesTKirk, 07.05.2008
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    JamesTKirk Gast

    Was soll das für ein "Zusatz" sein, der angeblich die Wasserdichtigkeit erhöhen soll ?? Was bauaufsichtlich zugelassenes ist mir hier nicht bekannt. Es kann höchstens sein, das es sich um Kristallisationsmittel handelt, dann entspricht der Beton aber nicht mehr den DIN-Vorschriften (DIN EN 206-1/DIN 1045-2). Ausserdem fällt die Wirkung dieser Mittel in den Bereich "Voodoo". Also Vorsicht !!!
    Lass Dir die WW durch den Tragwerksplaner planen, dann wird so etwas wie in Variante 2 rauskommen (C 25/30 WU in ausreichender Dicke, Fugeneinlagen wie Fugenband oder -blech, etc.). Beton in der richtigen Qualität, der richtigen Dicke, dem richtigen Einbau und der richtigen Nachbehandlung braucht keine Wundermittel, um einen hohen Wassereindringwiderstand zu besitzen.
     
  4. #4 buddelchen333, 07.05.2008
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    bei solchen zwischenkonstrukten hast Du vor allem das Problem das Du keine richtige Gewährleistung hast, wie es wäre wenn einen WW vertraglich vereinbart wird mit Nutzungsklasse, da kann sich dann niemand aus der Gewährleistung rausmogeln.
     
  5. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Bevor hier weiter in die Details geht, mal die Ausgangslage darlegen:

    _ GU - Generalunternehmer, d.h. schlüsselfertig, alle Bau-Leistungen von einem Vertragspartner
    _ also kein Bauträger

    _ Gründstück geört damit Ihnen

    _ Planer werden von Ihnen beauftragt und bezahlt

    _ Planung gibt es erst im Ansatz?,
    _ GU-Beauftragung bevor Planung erfolgt ist
    _ Bauantrag ist gestellt und genehmigt
    _ Tragwerksplanung fehlt noch

    _ Baugrundgutachten hat wer beauftragt und bezahlt?
    (Sie schreiben von zur Verfügung gestellt?)

    _ Was bedeutet Baulücke hier genau?


    Ihre Ausführungen tendieren zu Bauträger oder GÜ und nicht GU.

    Warum die Ausfragerei?
    Je nach Konstellation läuft das anders ab und ist auch die Beauftragung und Gewährleistungsfrage etwas anders.
     
  6. #6 Michael1711, 07.05.2008
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    Vielen Dank für die freundlichen und schnellen Antworten.
    Yilmaz:
    Kellerwandaufbau: kann ich nicht genau beschreiben. 24cm Beton (mit Zusatz zur Wasserundurchlässigkeit), mit Bewehrung, innen Verputzt, außen Dickbeschichtung, Hersteller? BHE (Bauherreneigenleistung) und 6cm Perimeterdämmung, Noppenbahn, fertig. Drainage BHE , mehr weis ich nicht.
    JamesTKirk:
    Vielen Dank
    buddelchen333:
    Stimmt die Gewährleistung ist futsch, weil das Gutachten dies fordert.

    PeMu:
    Stimmt genau, Generalunternehmen, aber nicht schlüsselfertig, viele EL.
    Grundstück ist unser.
    Planung erfolgt über das GU. Statik an Statiker von GU beauftragt.
    Haus ist fertig geplant, warten auf meine Freigabe.
    Was ist eine Tragwerksplanung?
    Firma Clayton, beauftragt vom GU. Gutachten jetzt bei mir.
    Baulücke: kleines Eckgrundstück, 340m², habe Planungsunterlagen in pdf, aber für das forum hier zu groß.
    Eigentlich wollte ich Schlüsselfertig bauen, geht nicht mehr, Baue mit Wärmepumpe, deshalb "Geldknappheit"!
    Mein Häuslebauer hat den Aushub, den Rohbau, Fenster, Heizung, Estrich usw. an Unternehmen vergeben......und ich weis, ich habe bisher viel falsch gemacht....zu viel...
    habe aber einen Vertrag......

    Jetzt war ich heute Mittag bei der ersten Baubesprechung mit dem Rohbauunternehmer.
    Ich soll unbedingt eine Bodenplatte bis 25cm stark in C25/30 einbauen lassen. Bewehrung bis 11kg/m²
    Höherwertiges Fugenband (verzinktes Blech mit Bitumenbeschichtung oder so),
    Mauerwerk 24cm Beton. Kellerwandschutz usw. durch Bauherr.
    Genaueres folgt nach Kenntnisgewinnung.....
     
  7. #7 Isolierglas, 07.05.2008
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    Hi,

    Du brauchst eine Weisse Wanne. Der Thread von Ibiza zeigt, dass nachträglich wenig zu retten ist. Noch kannst Du alles in die richtige Richtung treiben.

    Nochwas: WW ist nicht der WU Beton alleine. Du braucht die richtige Ausführung, genug Stahl, bitte keine Doppelwand mit ein bissers schwarzer Pampe an den Nahtstellen...

    Robby und Mark haben das hier oft genug betont. Ich helfe dann (zum Widerwillen der Profis) mit Not-Frickel Lösungen weiter, die nicht regelgerecht und daher schadensträchtig sind. Selbst wenn Du 5000 EUR zusätzlich investierst ist das Kleinkram gegen die Kosten die eine unsachgemässe Lösung produziert!!!

    Gruss, Dirk
     
  8. #8 Isolierglas, 07.05.2008
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    Der Rohbauunternehmer sollte zusammen mit dem Statiker eine regelkonforme WW erstellen, sonst nichts!!!
     
  9. PeMu

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    Hmm, der übliche Kruscht.
    Du hast GÜ mit selberbasteln. Die Planung liegt ja nicht in deiner Hand.
    Also wenn da nicht viele AWG-Hormone treiben, solltest Du nach einem SV Ausschau halten, den Du ab und an mal hinzuziehst.
    Mal den Vertrag durchsehen lassen. Lieber jetzt aus allen Wolken fallen, als später.

    Bei der Konstellation ist Thema Gewährleistung ein ganz heißes Eisen.

    Die Chance, dass beim GÜ in Bezug auf die WW was tiefschürfendes kommt --- sieht nicht so aus. Tragwerksplanung wird es kaum geben, nur ein paar statsiche Nachweise (Statiker = Untermenge der Tragwerksplanung).
    Alleine die 11 kg/m2 reichen nicht mal für eine rissebeschränkende Bewehrung bei WW, das reicht nur für die Mindestbewehrung aus anderen Gründen.
     
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