Welche Gründung ist sicherer?

Diskutiere Welche Gründung ist sicherer? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir haben einen relativ schlechten Baugrund. Laut Bodengutachten kommt nach dem Mutterboden (ca. 0,5 m) bis zu einer Tiefe von...

  1. #1 rueckseil, 28. März 2010
    rueckseil

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    Hallo zusammen,

    wir haben einen relativ schlechten Baugrund. Laut Bodengutachten kommt nach dem Mutterboden (ca. 0,5 m) bis zu einer Tiefe von ca. 2,70 m feinsandiger Ton (Auelehm). Das Gutachten gibt für die Fundamentbemessung in Abgängigkeit von Fundamentbreite und Einbindetiefe Sohlpressungen zwischen 55 und 90 kn/m² an. Das ist wohl sehr wenig.

    Unser Architekt hat Streifenfundamente geplant. Die jetzt erfolgte Statikberechnung hat notwendige Streifenfundamentbreiten zwischen 65 bis 150 cm !!! bei (ich glaube) 80 cm Höhe ermittelt.

    Nach Rücksprache mit einem befreundeten Geologen meinte dieser, bei diesem Untergrund ist eigentlich nur eine bewehrte Bodenplatte mit zusätzlichem Setzungspolster als Gründung sinnvoll und richtig. Die Argumentationen (u.a. gleichmäßigere Setzung, Wasserundurchlässigkeit ist leichter herzustellen...) war für mich verständlich und nachvolllziehbar.


    Ich als Baulaie bin nun natürlich etwas verwirrt und würd gern eure geschätzte Meinung dazu hören. Sind bei unseren Gegebenheiten Streifenfundamente eine gängige Gründungsart? Welche Gründungsart bewahrt uns sicherer vor Schäden?

    Danke im Voraus für alle Wortmeldungen
     
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  3. Julius

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  4. mls

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    immer wieder schön, wenn sich architekten an statik versuchen :p
    deshalb unbedingt sachverstand (=twp) einkaufen.
     
  5. gast3

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    na ...

    bißchen verwirrt bin ich dann ja schon ... betrifft so die Fundamentbreiten und die erste "Beschreibung" zum Bodengutachten.

    Wie auch immer: gibt das BG etwas über Konsistenz / Lagerungsdichte her (wurden Rammsondierungen, Laborversuche durchgeführt) ?


    also genaueres weiß man nicht - bis dahin würde ich die Bodenplatte auf einem x m starken Bettungspolster vorziehen. Bodengutachter soll den Bettungsmodul angeben und der Statiker etwas rechnen ...
     
  6. #5 rueckseil, 28. März 2010
    rueckseil

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    Das BG stammt aus 1993 und wurde für das damals zu erschließende kleine Wohngebiet im Auftrag der Gemeindeerstellt. Es wurden 7 Rammkernsondierungen durchgeführt, davon eine auf unserem Grundstück (ca. 25 m von geplanter Baugrube entfernt).

    Laut Klassifizierung ist der Auelehm steif bis weich, bereichsweise breiig (Konsistenz) und die Plastizität ist leicht bis mittel, bereichsweise ausgeprägt. Die Einschätzung lautet: gering tragfähig, stark kompressibel.

    Grundsätzlich werden im Gutachten beide Gründungsvarianten empfohlen.

    Zur Lagerungsdichte kann nichts finden, nur zur Verdichtbarkeit. Laboruntersuchungen wurden durchgeführt, ab ca. 2,70 m Tiefe kommt Terrassenschotter.

    Hilft das weiter?
     
  7. gast3

    gast3 Gast

    es ..

    hilft in so fern weiter, dass es dir nicht weiter hilft.

    es nützt dir in dem Fall nichts (da "schwierige" Baugrundverhältnisse = mal weich, mal steif, mal breiig -also mal übersetzt: mal OK - mal schlecht - mal geht gar nicht) wenn eine RK 25 m neben deiner Baugrube liegt. Zudem die Auswertung - zumindest nach deiner Beschreibung - einige ??? offen lässt - (Resultat findest du dann in Fundamentbreiten von 150 cm - die aber eh Banane sind) etc.

    Tu dir einen Gefallen spare dein Geld und lass ein eigenes Bodengutachten machen (bitte mit Rammsondierungen) - alles andere wird teurer - versprochen
     
  8. #7 rueckseil, 28. März 2010
    Zuletzt bearbeitet: 28. März 2010
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    Können die geologischen Unterschiede in so kurzer Distanz sich signifikant ändern?

    Wie meinst du das? Geht das so nicht?

    Kommt ein aktuelles Gutachten zu einem anderen Ergebnis, bzw. wird heute nocht mehr ausgewertet und analysiert? Ich war bislang der Meinung, das vorliegende GA genügt, nur die Interpretation (Art der Gründung) kann variieren.

    Ist Rammkernsondierung nicht gleich Rammsondierung?
     
  9. H.PF

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    Und das kann sehr sehr teuer werden...
     
  10. #9 Skeptiker, 28. März 2010
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    jaha, können sie ... und das steht auch schon in mind. jedem 2. Thread zu den Themen Baugrund, Gründung, Fundmante, Bodenplatte
     
  11. greentux

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    Wir haben auch 4 Rammsondierungen machen lassen. An jeder Ecke des zukünftigen Hauses eine. Und siehe da, 3 waren nicht so dolle und eine eher schlecht :( Alles Sand halt. Streifen oder Platte - bei beiden muß ordentlich verdichtet werden (und vorher ausgehoben). Planer rechnet die Varianten gerade durch...
     
  12. mls

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    ein uralt-gutachten hilft wenig, wenn man einen greifbaren baugrundler benötigt.
    aue-dreck hat typischerweise bettungen um 5 MN/m3 - was das bedeutet und was man daraus
    machen kann, ist eine echte herausforderung.
     
  13. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    5 ist doch noch was, das ist eher 1-2 bei den angegebenen Pressungen.

    Die sind wirklich Banane, wie Helge so schön sagte.

    Bei sowas ist dringend ein aktuelles, am Bauort mit TWP abgesprochenes Baugrundgutachten notwendig. Da wird der Baugrundgutachter auch noch mal vorbeikommen, Baugrubensohle ansehen, Gründungsvariante mit beraten usw. müssen.
     
  14. rueckseil

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    Guten Morgen und vielen Dank allen, dies sich kurz meinem Problem gewidmet haben.

    Die Reaktionen sind ja eindeutig, da ich wohl nicht um ein eigenes Gutachten drumherum komme (ich wollt mich ja nicht drücken, immerhin haben wir ja ein Gutachten), würd ich gern noch wissen, was sowas


    in etwa kostet.

    Danke nochmals
     
  15. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Ganz einfach: Anfrage an Baugrundgutachter stellen.
    Hängt immer auch von den örtl. Gegebenheiten - insbesondere hier - ab.

    Eine Adresse - die von damals hast du ja schon.
     
  16. rueckseil

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    update:

    Bodengutachter hat Bettungsmodul mit 9 MN/m³ berechnet. Statiker rechnet nun Plattengründung. Zusätzlich kommt eine ca. 60 cm starke Grobschotterschicht (0/63) als Setzungspolster darunter.

    Danke bis dahin allen Beteiligten, halte euch auf dem Laufenden.

    Grüße
     
  17. gast3

    gast3 Gast

    auf welcher Grundlage hat er das denn hingekriegt ?


    :respekt - "mutig" - exakt 9 - booh
     
  18. Julius

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    Denn vom der betreffenden Fläche liegt ja nicht mal eine einzige Probe vor...
    Mutig!
     
  19. rueckseil

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    na ich hoffe nicht...

    Spaß beiseite, der Geologe kennt die Gegebenheiten vor Ort sehr genau und weiß um die Homogenität der Gera-Aue in der unser Grundstück liegt. Berechnet/abgeleitet hat er das/den Bettungsmodul aus den im vorliegenden Gutachten ausgewiesenen Kennzahlen bzw. Werten. Er hat eine Spanne von 8 bis 10 MN/m³ vorgegeben und als Startwert für das itterative Bettungsmodulverfahren des Statikers halt den Mittelwert 9 MN/m³. Zudem werden beim Aushub der Baugrube die örtlichen Gegebenheiten durch ihn kontrolliert und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen.


    Das stimmt so nicht, ein Bohrpunkt liegt auf unserem Grundstück. Ich hab nochmal nachgemessen, er ist maximal 15m von unserer Gebäudekante entfernt.
     
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  21. haitabu

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    Hallo,

    zur Ausgangsfrage: welche Gründung ist sicherer...

    Hat ein Statiker unter Hinzuziehen der Informationen aus einem aktuellen Bodengutachten seine Berechnungen durchgeführt, so ist es egal, ob am Ende ein Fundament herauskommt, das aus einer statisch bewehrten Bodenplatte besteht, aus einer konstruktiv bewehrten Bodenplatte mit bewehrten Steifenfundamenten, oder einer konstruktiv bewehrten Bodenplatte mit unbewehrten Streifenfundamenten.
    Ob eine Bewehrung durch Stahlfaserbeton substituiert werden kann, ist oftmals in der Diskussion.

    Jetzt schlagt mich.....:hammer: ;)
     
  22. mls

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    zumindest das klingt für mich richtig gut :28:
    der baugrundler muss nämlich auch noch rechnen :p
     
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