Welche Variante der energetischen Sanierung?

Diskutiere Welche Variante der energetischen Sanierung? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo, ich bräuchte (mal wieder) Eure Hilfe. Wir haben ein EFH Bj 1977. Im Jahr 2004 wurde es komplett neu aufgestockt und aus 1 ½ Geschossen...

  1. #1 paulchen456, 11. Juni 2009
    paulchen456

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    Hallo,
    ich bräuchte (mal wieder) Eure Hilfe.
    Wir haben ein EFH Bj 1977. Im Jahr 2004 wurde es komplett neu aufgestockt und aus 1 ½ Geschossen wurden so 2 Vollgeschosse. Dabei wurde natürlich auch ein komplett neuer Dachstuhl eingebaut. Außerdem wurden im EG einige Fenster gewechselt und mit Aufsatzrolläden versehen.
    Nun haben wir mit einem Energieberater mal einige Varianten einer energetischen Sanierung besprochen und können uns nicht wirklich entscheiden.
    Variante 1 :
    Nur unten neu dämmen (geht, da das OG einen Überstand von ca.8 cm hat) und
    noch vorhandene Kunststofffenster gegen Passivhausfenster ersetzen.
    Variante 2:
    Komplett neu dämmen, unten etwa 8 cm mehr als oben, da oben Bisothermsteine verbaut sind und dadurch die Fassade einheitlich aussehen würde, und
    noch vorhandene Kunststofffenster gegen Passivhausfenster ersetzen.
    Variante 3:
    Nur die Gasheizung von 1991 ersetzen und Solar dazu nehmen
    Variante 4:
    Nur Pelletheizung und Solar dazu
    Variante 5:
    Komplett dämmen,
    noch vorhandene Kunststofffenster gegen Passivhausfenster ersetzen.
    Heizung Gasbrennwert mit Solar
    Lüftung mit WRG einbauen und KfW 70/55 Haus erreichen.

    Unsere Probleme bei einer Entscheidungsfindung:
    Das Haus ist 2004 neu verputzt und hält so sicher noch Jahrzehnte.
    Die Fenster sind zum teil neu, aber mit Alurahmen und daher nicht super günstig ( vs. Langlebig, pflegeaufwand gering) , sie sind so eingebaut, dass eine „Überdämmung“ am Rand schwierig wird, eventuell müßten sie raus und nach vorne versetzt werden.
    Wir müßen den Umbau komplett finanzieren und rein rechnerisch „rechnet“ sich wohl höchstens der Heizungstausch.
    Was würdet Ihr machen,empfehlen? Die Entscheidung ist so schwer.
    Eigentlich sagen wir immer ganz oder gar nicht, aber bei den finanziellen Unterschieden, Preise von 18000€ bis 70000 €, die ganz sicher noch nicht mal reichen werden !!!

    Danke für Eure Anregungen
     
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  3. kehd

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    Es wäre ganz interessant zu wissen, wie hoch der Energieverbrauch in den letzten Jahren war und wieviel Energie durch die Maßnahmen theoretisch gespart werden würde. Vielleicht ist ja die beste Lösung, für 70000€ einen Tank und Öl zu kaufen. Reicht lebenslang, oder?
     
  4. fmw6502

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    ähhm, Heizöl altert
     
  5. #4 wasweissich, 11. Juni 2009
    wasweissich

    wasweissich Gast

    frauen auch.......:p

    deswegen werden sie nicht immer schlechter:Brille
     
  6. #5 paulchen456, 11. Juni 2009
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    @kehd
    Über den Verbrauch läßt sich nicht wirklich aussagekräftig etwas sagen. Es hat eine Person in dem Haus gewohnt, es sind aber 160 m² Wohnfläche. Der Verbrauch lag bei ca. 35000kWh an Gas, für Heizung und Warmwasser. Aber ich weiß überhaupt nicht, wie warm welche Wohnräume waren, nur einer oder mehrere?
    Variante 1
    würde 11400 kWh jährlich sparen und die Heizlast von 15 kW auf 12,2 kW senken
    veranschlagte Kosten : 21.000 € ( +x)

    Variante 2
    würde 17200 kWh jährlich sparen und die Heizlast von 15 kW auf 9,0 kWh senken
    veranschlagte Kosten: 36.000 € ( +x)

    Variante 3
    würde 15600 kWh jährlich sparen, die Heizlast logischerweise bliebe gleich bei 15 kW
    veranschlagte Kosten: 16.200 € ( +x)

    Variante 4
    würde 15200 kWh jährlich sparen, die Heizlast logischerweise bliebe gleich bei 15 kW
    veranschlagte Kosten: 21.000 € ( +x),

    Variante 5
    würde 27900 kWh jährlich sparen und die Heizlast auf 6,3 kW senken
    veranschlagte Kosten: 70.000 € ( +x)

    Wir haben noch ca. 20 Jahre bis zur Rente (wegen der Finanzierung nicht unwesentlich) und wollen eigentlich bis zum hohen Alter dort wohnen. Auch dann müssen wir heizen, und Heizkosten bezahlen können. Aber eine Finanzierung kostet halt auch Geld, auch bei günstigen KfW Zinsen.

    Danke für Eure Antworten
     
  7. Julius

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    Wenn die Kosten kreditfinanziert werden müßten, sagt schon mein feuchter Daumen, daß sich in Eurem Fall wohl KEINE der genannten Maßnahmen finanziell lohnen wird.

    Teilweise Passivhausfenster in einem herkömmlichen Gebäude einzusetzen (egal, ob nachträglich gedämmt oder nicht), dürfte z.B. gleich hinter der direkten Geldverbrennung kommen...

    Auch erschließt sich mir nicht, was Euch ein Umstieg von Gas auf Pellets bringen soll (außer Einmalkosten, die sich nie wieder werden hereinholen lassen...)!

    Solch ein "Berater" sollte doch auch von sich aus Hinweise zur Rentabilität (oder eben nicht) solcher Maßnahmen geben!

    Mein Rat:
    Alles so lassen, wie es ist (nun ja, man könnte sicherlich mal das Nutzerverhalten kritisch hinterfragen!).
    Erst wenn sowieso Reparaturen fällig sind (z.B. Heizkessel muß erneuert werder, Fenster verschlissen, Fassade reparaturbedürftig), dann solche energetischen Maßnahmen mitmachen bzw. den Ersatz nach energetischen Kriterien auswählen.
     
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  9. #7 paulchen456, 12. Juni 2009
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    @ Julius
    Danke für Deine Antwort!
    Der Energieberater hat auch Aussagen zur Armortisationszeit und Wirtschaftlichkeit gemacht. Danach armortisiert sich Var.3 als erste nach 12 Jahren und Variante 5 nach 25 Jahren. Sicher sind solche Angaben nie genau, denn außer dass die Energiepreise nach oben gehen, steht nichts fest. Es gibt dann noch eine Übersicht über die Wirtschaftlichkeit, mit unterschiedlichen Annahmen über Energiekosten und Zinsentwicklung. Aber auch hier beruht alles auf Annahmen über Preisentwicklungen, die keiner vorhersagen kann.
     
  10. joerg109

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    Gar nichts machen ... oder richtig gründlich

    einfach so zu sagen, eine energetische Sanierung lohne sich nicht, ist leichtfertig. Vielleicht lohnt sie sich, rein finanziell betrachtet, zu heutigen Preisen nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Rechnung in 20 Jahren rückblickend bestätigen läßt, ist sehr gering. Aber schauen wir uns die Geldseite eines solchen Projektes mal ganz nüchtern an und lassen Umwelt- und Behaglichkeitsaspekte komplett aussen vor und denken erst mal auch nicht daran, dass ein hochwertig saniertes Haus mehr Wert ist.

    Ich geh jetzt mal von Variante 5 aus und einem angestrebten U-Wert der Aussenwände im Bereich 0,15 oder weniger, zusammen mit PH-Fenstern und KWL (alles andere ist eh unsinnig), und Dämmung der Kellerwände bzw. dessen thermische Trennung. Wenn wir das +x mit 5.000 Euro schätzen, Gesamtkosten also 75.000, und annehmen, das Dach sei schon gut gedämmt, und weiterhin annehmen, die Umbaumaßnahme 2004 sei nicht mit Mitteln aus dem Topf für energetisches Sanieren der KfW finanziert worden, dann lassen sich diese 75.000 Euro zu einem aktuellen Zinssatz von 1,1% (effektiv) finanzieren. Bei Erreichen des Standards KfW Effizienzhaus 70 (Unterschreitung ENEV 2007 um 30%) gibt es einen Tilgungszuschuß in Höhe von 12,5% auf die 75.000 Euro, d.h. die zurückzuzahlende Summe reduziert sich auf 65.625 Euro. Die Finanzierungskosten für dieses Darlehen liegen im ersten Jahr bei 721,80 Euro oder bei rund 60 Euro pro Monat oder 2 Euro am Tag. Durch den geringeren Energiebedarf gibts also das Geld schon mal umsonst und es bleibt anständig was übrig, um zu tilgen, ohne dass am Monatsende weniger Geld aufm Konto ist. Wenn Du die Kreditsumme nach 10 Jahren zur Hälfte getilgt haben willst, dann liegt Deine monatliche Tilgunslast bei rund 240 Euro, zusammen mit den Zinsen also 320. Wenn wir mal ganz grob pro kwh 8 Cent ansetzen, dann liegt Deine Einsparung an Energiekosten pro Monat bei rund 185 Euro, d.h. Du bezahlst für diese umfassende Sanierungsmaßnahme 135 Euro im Monat. Wenn dann nach 10 Jahren der Zinssatz auf Marktniveau steigt, ist das nicht ganz so tragisch, weil Du nur noch rund 30.000 Euro abzuzahlen hast.

    Das ganze lässt sich noch weiter optmieren. Beispielsweise verdoppeln sich die BAFA-Zuschüsse für Wärmepumpen und Solarthermie, wenn sie mit einer energetischen Sanierungsmaßnahme solchen Ausmaßes kombiniert wird. Da liegt der Zuschuß dann schon recht nahe an den Beschaffungskosten...
    Kann mir mal bitte jemand erklären, warum sich energetische Sanierung nicht rechnen soll??
     
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