Wer kennt Erdschlitzverfahren zur nachträglichen Abdichtung?

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  1. 4994

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    Hallo liebes Forum,

    lese hier sonst nur sporadisch mit, habe aber jetzt selber eine Thema, bei dem ich fachlichen Rat suche.

    Bei unserem vor 2 Jahren gekauften Haus mit BJ 2000 dringt an verschieden Stellen Wasser in den Keller ein. Ich habe dies erst mal 2 Jahre beobachtet, um mir eine Vorstellung des Schadens machen zu können. Kurzum: die vertikale (und vielleicht auch die Horizontalsperre) funktionieren nicht. Bausystem ist übrigens Styroporschalungssteine, aber statt vorschriftsmäßig mit KMB zu streichen, wurde eine dicke schwarze selbstklebende Folie aufgebracht, die ja aber in den Nuten des Steines nicht anliegen kann. Der eingegossene Beton sollte ja nicht kapillar sein.
    Lastfall ist wohl aufstauendes Sickerwasser bei sehr bindigem Lehmboden.

    Nun möchte ich die Außenabdichtung neu machen, wobei das Problem besteht, dass die hauptsächlich undichte Kellerwand eine Grenzwand zum Nachbarn ist. Deshalb bin ich auf das Erdschlitzverfahren gestossen, wobei es sehr schwierig ist, Firmen im Privatbereich dafür zu finden (im Gewerbebereich wie Tunnel-/Kanalbau scheint das üblicher zu sein). Kurz gesagt funktioniert das so, dass mit einer Pressluftlanze das Erdreich an der Aussenwand im Bereich von ca. 25 cm gelockert wird und gleichzeitig mit einer Art Riesenstaubsauger abgesaugt wird. So entsteht ein Schlitz von 25 cm Breite bis runter zum Fundament. Dabei wird nur Abschnittsweise abgesaugt, so dass nie die ganze Wand auf einmal freiliegt. In diesen Schlitz wird nun eine Dämmplatte mit ca. 3 cm Abstand durch Abstandhalter zur Aussenwand gestellt und zum Erdreich hin gleich wieder verfüllt. In den verbleibenden Schlitz zur Aussenwand wird ein spezieller Unterwasserbeton mit starker Anreicherung von Kunststofffasern eingegossen. Der Beton ist wohl fließfähig genug, um in alle Risse und Löcher einzulaufen und bleibt durch die Fasern auch im getrockneten Zustand elastisch und hat ein sehr geringes Schwundverhalten.

    Zu Denken geben mir nun mehrere Punkte:
    - wenn das Verfahren so toll ist (dauerhafte Abdichtung durch WU-Beton, kein Aufgraben und großer Bagger durch den gemachten Garten, etc.) warum ist das Verfahren dann nicht weiter verbreitet? Selbst mit googeln findet man nur wenig und ich habe gerade mal eine Firma gefunden, die mir nun ein Angebot erstellt hat.

    - Ist der "Spezialbeton" wirklich zur dauerhaften Abdichtung geeignet? Woher weiss ich, dass beim Einfüllen keine Luftblasen oder unerreichte Stellen entstanden sind? Angeblich verfüllt sich der Schlitz wie bei einer Badewanne gleichmäßig von unten her.

    - Gibt es ein Problem mit den Abstandhaltern zwischen Dämmplatte und Aussenwand wegen der Dichtigkeit?

    Weiß sonst noch jemand von dem Verfahren zu berichten. Wäre für jede Info dankbar, schließlich ist es mit ca. 800,- € brutto pro lfm nicht gerade ein billiger Spaß - allerdings reizt natürlich, dass zumindest beim Nachbarn nicht aufgegraben werden muss und Wand-vor Wand-System hört sich für mich auch erst mal einleuchtend an.

    Liebe Grüße

    der rolf
     
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  3. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Grezwand heißt, dass es nur auf der Grundstücksgrenze ist?

    Nach der angedachten Aktion, ist Nachbars Grundstück eh ruiniert.

    Hat das Verfahren schon mal jemand auf so einer Kellerwand angewendet?
    Die alte Abdichtung und die Polystyrol-Schalung sind danach doch auch weggespült. Oder flattern herum, dann siehts nicht mehr so sinnvoll aus.

    Das Ganze hat was von Zocken.




    Wenn man da normal aufgraben kann, dann ist das die beste Lösung.

    Aufbuddeln, ansehen, was überhaupt der Schaden ist - da kann man viele Vermutungen anstellen -
    dann entscheiden, ob ein brauchbarerer Untergrund für die Abdichtung herzustellen ist.
     
  4. #3 Ralf Dühlmeyer, 22. Oktober 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Alternativ über eine Vergelung nachdenken.
     
  5. mls

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    wenn in der gesamten beabsichtigten abdichtung an nur einer stelle eine
    winzige undichtigkeit ist, kommt das wasser wegen der hinterläufigkeit von überall...
    sollte man nicht aus den augen verlieren.
     
  6. 4994

    4994

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    Naja, Nachbars Grundstück würde weniger ruiniert, als wenn ich dort mit dem Bagger durch muss. Es läuft nur eine Person durch, die den Saugrüssel führt und eben den 25 cm Schlitz erstellt. Da muss natürlich der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

    Das System wurde wohl in Berlin bei einem Haus mit Styroporschalung schon mal durchgeführt. Habe mir mal die Tel.-Nr. geben lassen und werde dort mal nach Erfahrungen Fragen.

    @Dühlmeyer: Wie funktioniert denn die Vergelung bei diesem Bausystem. Beton ist doch nicht kapillar - also wird verpresst? Und wie ist das dann mit den Styroporstegen, die von Außenwand zu Innenwand laufen und wo eben kein Beton ist? Styropor saugt doch Wasser, oder? Hält Vergelung nicht nur 10 Jahre?

    An das Aufgraben denke ich bei den restlichen Laufmeter um das Haus herum und möchte das Erdschlitzverfahren nur dort anwenden, wo ich auf das Nachbargrundstück muss oder es aufgrund der Platzverhältnisse nicht anders möglich ist. Der Anschluß "Spezialbeton" an dann KMB-Abdichtung scheint kein Problem zu sein.

    Das mit der kleinen Undichtigkeit ist eben auch meine Sorge, ein Hinterlaufen der neu gegossenen Wand wird wohl dadurch erschwert, dass sich der Spezialbeton eben mit der alten Abdichtung und der Dämmplatte auf der anderen Seite verklebt.

    Weitere Hinweise und Tipps?
     
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