Werkstatthalle schlüsselfertig - Eigener Architekt?

Diskutiere Werkstatthalle schlüsselfertig - Eigener Architekt? im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Hallo Zusammen, der Untertitel dieses Boards paßt eigentlich genau zu meiner Frage. - Brauche ich bei meinem Bauvorhaben einen eigenen...

  1. Krabbe

    Krabbe

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    Hallo Zusammen,

    der Untertitel dieses Boards paßt eigentlich genau zu meiner Frage. - Brauche ich bei meinem Bauvorhaben einen eigenen Architekten und wenn ja, warum.
    Oder geht es auch mit dem Architekten des GÜ?

    Bauvorhaben:
    Eine KFZ-Halle (kl. Werkstatt) 12 x 12 m, 5 m Traufhöhe. Es soll ein preiswerter "Zweckbau" werden.
    Also wahrscheinlich isolierte Stahlhalle mit geschliffenem Betonboden, kleinem, einfachem Sanitärraum und sonst nichts. Die Außenanlage soll mit Schotter (2/45) befestigt werden, evtl. zukünftig noch gepflastert.
    Das ganze in einem Industriegebiet mit Bebauungsplan.
    Das Grundstück ist leicht geneigt (ca. 1 m Höhenunterschied zwischen rechts und links). Es müssen zumindest ca. 80 cm Mutterboden abgetragen werden.

    Am liebsten würde ich "schlüsselfertig" bauen, evtl. geringe Eigeneistung. (Schlüsselfertig: Planung, Tiefbau, Erstellen der Halle, Anlegen der Verkehrsflächen auf dem Gelände)
    Viel Zeit, um mich um Dinge wie Vergaben, Handwerkersuche, Materialbestellung, etc. zu kümmern habe ich leider nicht.
    Zeit 1 - 2x täglich auf der Baustelle vorbei zu schauen wäre aber schon da.
    Ahnung vom Bau habe ich bisher auch wenig, aber ich bin Maschbau-Ingenieur mit Matallausbildung (also technisch nicht ganz unbedarft), habe einen Kumpel, der als gelernter Zimmermeister selbst mal Vorlageberechtigt war und der auch mal mit auf der Baustelle vorbeischauen würde, und ein Nachbar (ebenfalls früher vorlageberechtigter Bauing.) verdient sein Geld mit Bauherrnberatung u. Baubegleitung. Den würde ich ggf. auch noch mit ins Boot hohlen.

    Meine Denke ist nun folgende: Ich weis eigentlich, was ich will.
    "Kreative" Planung, wie z. B. einem EFH fällt m. E. nach nicht an. Bei den genauen Hallenmaßen soll das gebaut werden, was der Hallenbauer anbieten (also, wenn es 12,5 x 13 m als "fertige" Systemhalle gibt, dann ist das auch ok.) Die Statik für die Halle kommt eh vom Hallenbauer.
    Im Prinzip bräuchte ich keinen Architekten, der etwas schönes bauen will, sondern eher den sachlichen Techniker, der die Planungsunterlagen fertig macht und ggf. noch den ein oder anderen Tipp gibt.
    Das kann in meinen Augen der Architekt des GÜ auch. Und so wird es wahrscheinlich billiger.

    Zumal ich mich bisher schwer tue hier in der Gegend einen Architekten oder Vorlageberechtigten zu finden, der mit solchen kleinen Gewerbehallen Erfahrung hat.

    Was also tun?
    Alternative 1:
    Alles aus einer Hand: Also einen Hallenbauer oder GÜ gesucht, der mir das ganze "schlüsselfertig" mit Planung und eigenem Vorlageberechtigten anbietet. Am liebsten wäre mir dabei eine Firma mit eigenem Stahlbau, die den Rest mit anbietet.
    Vorteil: Ich muss mich um wenig kümmern, ich spare die Architektenkosten.
    Nachteil: Ich liefere mich der Firma aus und sollte zusätzlich für eine eigene Bauüberwachung sorgen.

    Alternative 2:
    Ich baue "klassisch" mit einem Architekten. Alle Gewerke werden einzeln ausgeschrieben und vergeben. Bauleitung durch Architekt.
    Vorteil: Alle meine Wünsche können berücksichtigt werden, ich kenne alle Vertragspartner.
    Nachteil: Ich muss einen geeigneten Architekten finden. Kosten für den Architekt. Ich muss mich um die einzelnen Vergaben kümmern. Es kann schwer werden einzelne Handwerker zu bekommen, da der Auftragsumfang nur sehr klein ist. (Sanitär: Nur eine Toilette / Dusche Waschbecken im "Hausanschlussraum - Heizung nur ein Gasdunkelstrahler - Elektro: Etwas Hallenbeleuchtung und eine handvoll Steckdosen). Viel Zeit meinerseits erforderlich.

    Alternative 3:
    Ich plane mit einem eigenen Architekten bis Bauantrag und dann wird an GÜ übergeben. Bauleitung durch eigenen Architekten
    Vorteil: Siehe 2
    Nachteil: Kosten

    Alternative 4:
    Wir 3, nur Bauleitung durch GÜ
    Vorteil: Kosten für Architekt geringer als 3
    Nachteil: Ähnlich 1



    Derzeit tendiere ich zu Alternative 1. Doch ich bin anderen Vorschlägen offen.
    Was spricht bei meinem Vorhaben entscheident dagegen?
    Habe ich bei den Vor- / Nachteilen meiner Alternativen etwas übersehen?

    Wie gesagt, meine Probleme / Überlegungen sind:
    - Schwierigkeit einen geeigneten Architekten zu finden
    - Wenig Zeit für Administrative Dinge / Vergaben / etc.
    - Kleines Projekt: Schwierigkeit Handwerker zu bekommen, da wenig lukrativ.
    - Es soll Kostengünstig gebaut werden.

    Wenn jemand einen guten Architekten im Wetteraukreis kennt, der mit solchen Projekten Erfahrung hat, dann bin ich auch für einen entsprechenden Tipp dankbar.


    Viele Grüße
    Rolf
     
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  3. mls

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    du glaubst nicht, wie schnell ein "einfaches" bauvorhaben gründlich
    vermurkst ist :p

    frag mal konkret die leute, mit denen du dein bauvorhaben belustigen
    willst, an welchen stellen sie die gravierendsten bautechnisch-konstruktiven
    probleme sehen. aus deren antworten kannst du dir dann selbst einiges
    ableiten...
     
  4. Krabbe

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    Ja, vermurksen kann man schnell etwas, das ist klar.
    Aber ich befürchte, mit einem eigenen Architekten, der sonst nur EFH macht, ist mir auch nicht geholfen.
     
  5. #4 Skeptiker, 12. Mai 2014
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    Architekten, die ausschließlich für eine Art von Nutzung planen sind sehr selten. Etwas Erfahrung im Gewerbebau wäre natürlich sinnvoll.

    Hast Du bedacht, dass Deine Halle gleichzeitig zu ihrer primären Funktion auch ein ausgesprochen großvolumiger und prägnanter dauerhafter Werbeträger für Dich sein kann - ohne Mehrkosten?

    mobil gesendet
     
  6. #5 floba arb, 12. Mai 2014
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    Die Nachteile bei Variante 3 und 4 sehe ich nicht. Die Planungskosten müssen in jedem Fall bezahlt werden, der GU/Bauträger verpackt das halt in einen Preis (1 Stk Halle).
    In deinem Interesse, wie Wolfgang schon geschrieben hat, wäre eine Planung durch einen Architekten; dieser kann eben auch ein vorhandenes Corporate Design aufnehmen oder eben ein repräsentatives Gebäude entwerfen.
     
  7. mls

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    na, dann mal richtig auf die metaphysische ebene:
    nicht gu/bt, sondern hallenbauer > eigene (sehr eigene ;) ) spezies.
    unter denen gibts gute - und ... naja.
    die guten liefern (unter restriktiven randbedingungen) ein
    hochwertiges paket zu einem preis, wo man mit indiv. planung
    und einzelvergabe, bei gleicher qualität, nicht leicht hinkommt.
    sobald an den randbedingungen geschraubt wird, siehts anders
    aus.

    das problem für den bauherren:
    1. qualität, egal wer die liefert, kostet.
    2. "ersparnis" durch murks ist gigantisch > kostenfälschung.
    3. die "lieferanten" vorher am gang erkennen .. > #2
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 12. Mai 2014
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    Ich habe gerade ein ähnliches Projekt durchgezogen und kann daher sagen, dass es dabei nicht günstiger gewesen wäre, mit einem Hallenbauer zu arbeiten. (Es wurden Kosten verglichen)

    Was mir z.B. auffällt:
    Traufhöhe 5 m und KfZ Werkstatt - das passt nicht.
    Hebebühne hoch + Auto drauf bei 5 m (Haube offen) = Blechschadenpotential
    Kein Büro, kein Aufenthaltsraum usw.

    Ich denke, Du bist bei einem Architekten besser aufgehoben
     
  9. #8 Gast036816, 12. Mai 2014
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    und denk daran, billig bauen heißt im wirtschaftsbau auch hohe folgekosten an unterhalt und instandhaltung. solche folgekosten betragen über 25 jahre betriebsdauer bereits ein mehrfaches der herstellkosten.
     
  10. Krabbe

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    Ja, das ist mir bekannt. In meinem Fall bringt es mir nichts und ist sogar nicht gewünscht:
    Keine Lauflage und die Halle ist von der "Hauptstraße" auch kaum zu sehen. Ich habe / brauche / will keine Laufkundschaft. Meine Kunden kommen i. d. R. auf Empfehlung bzw. sehr selektiver Werbung, teilweise aus großer Entfernung. Wie die Halle von außen aussieht ist denen völlig egal.
    Der schlichte Zweckbau (weißer oder grauer Kasten) ist auch ganz bewußt gewählt. Er soll unauffällig sein. Werbung wird es dort nicht geben, selbst der Firmenname wird nur klein am Briefkasten stehen. Von einem representativen Bau hätte ich nichts, außer, dass evtl. eher mit ungebetenem Besuch zu rechnen ist.
    Das ganze gibt keine "normale" KFZ-Werkstatt. Darin stehen (teilweise) hochpreisige Spezialfahrzeuge.

    Bisher stellt es sich für mich so dar, wie auch mls es schrieb: Wenn Du genau mit dem, was ein "Systemhallenanbieter" "von der Stange" anbietet klarkommst, dann gibt es die Planung und Bauleitung für wenig Aufpreis dazu.
    Wenn mir eine Standartlösung nicht zusagt, dann stimme ich Euch zu. Alles, was nicht "aus der Schublade kommt" muss irgendwie bezahlt werden und ist eingepreist. Dann sehe ich aber noch den Vorteil, dass ich selbst für das Bauvorhaben (vermeintlich?) weniger Zeit brauche, da ich mich um weniger kümmern muss.

    Kein Büro und kein Aufenthaltsraum: Dies ist ganz bewußt so. Ein Büro brauche ich dort nicht. Das ist in geringer Entfernung in meinem Haus vorhanden, und dort soll es bleiben. Ich verbringe recht viel Zeit mit Planung im Büro, um neue Projekte vorzubereiten. Erst danach geht es in die Werkstatt um diese umzusetzen.
    Ein Büro in der Halle hätte für mich nur den Nachteil höherer Heizkosten, und das eine entsprechende Heizungsanlage erforderlich wäre.
    Einen Pausenraum brauche ich dort derzeit auch nicht. Weder in der Praxis, noch nach ArbStättV.
    Sollten sich meine Ansichten in dieser Hinsicht aber mal ändern, so weis ich auch schon, wo und wie ich in die Halle noch ein kleines Büro oder einen Pausenraum hineinbekomme.

    Und wo sieht Du bei 5 m Traufhöhe ein Problem? Ich kenne einige KFZ-Werkstätten mit geringerer Innenhöhe.
    Ein PKW mit geöffneter Motorhaube ist selten höher als 2 m. Meine bevorzugte Arbeitshöhe am Unterboden ist 2 - 2,10 m. Wenn man die Bodenfreiheit des PKW noch abzieht, dann reichen mir für einen PKW 4 m nutzbare Raumhöhe. Bei 5 m bekomme ich noch Transporter bis 3,20 m und Klein-LKW bis 3,40 m auf die Bühne. Alles darüber ist eh zu schwer für die Bühne.

    Das ist klar. Daher möchte ich auch nicht billig, sondern preiswert.
    Aber wo siehst Du denn bei einem solchen Projekt das Potenzial für hohe Folgekosten?
    Heizungsanlage für die Halle: Für solche Werkstätten sind Strahlungsheizungen wohl die geeignetste Lösung. Da hat mir auch ein befreundeter Heizungsbauermeister zu geraten. Warmluftheizung ist bei Toren, die auch mal geöffnet werden, weniger effizient, eine Fußbodenheizung eher zu träge, weil die Halle nicht durchgehend beheizt werden muss.
    Bleibt das Problem des Sanitärraums, der Frostfrei gehalten werden muss. Hier sollen Warmluftkollektor und. evtl. Solarthermie in Verbindung mit einer Elektroheizung zum Einsatz kommen.
    Das Stahlgerüst soll verzinkt sein, damit spar ich mir regelmäßiges streichen. Die Sandwichwände machen m. E. keine Sorgen, außer jemand fährt dagegen.
    Einsparpotential gibt es noch bei der Grundstücksentwässerung - Vermeiden des Einleitens von Niederschlagswasser bzw. ausreichend großer Zisterne. Die entsprechenden örtlichen Rahmenbedingungen, Vorschriften und Regeln sind bekannt und bedacht.

    Wenn Du da einen Tipp hättest (gern auch per PN), dann nehm ich den gerne.
     
  11. #10 Gast036816, 13. Mai 2014
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    das zeigt sich dann in der entwurfsdarstellung.
     
  12. PeMu

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    Die Kombi bedeutet Einbruchschutz? Dann kommt das Thema indirekte Befestigung bzw. von innen, damit man nicht einfach ein Paneel abschraubt um in die Halle zu kommen. Das bieten auch manche Systemhersteller an.

    Das bietet nicht jeder Systemhallenhersteller. Verteuert die Halle deutlich.
     
  13. Krabbe

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    Ja, verzinkt ist teurer, aber m. E. auch haltbarere und pflegeleichter.

    Das ich mir die Befestigung der Sandwichpanelle auch genau ansehen muss, war auch klar. Aber danke für den Tipp.
    Und ja, Einbruchschutz ist ein Thema. Klar wäre eine Betonwand in der Beziehung sicherer, aber eine entsprechend befestigte Sandwichpanelle in Verbindung mit diversen anderen Maßnahmen sehe ich als ausreichend sicher an.
    Der erste Weg, den ungebetene Besucher versuchen, führt ja i. d. R. doch durch Türen, Tore und Fenster. Da machen mir eher die Fensterflächen nach zukünftiger ArbStättV sorgen.
     
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  15. PeMu

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    Wieso? Hoch genug einbauen.
     
  16. #14 floba arb, 13. Mai 2014
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    Auch mit einer verdeckten Befestigung sind Sandwichelement als Einbruchschutz z.B. bei Elektronikmärkten seitens der Konzeren nicht gewünscht.
    Der Grund ist ganz einfach: Tortz nicht sichtbarer Schrauben kann die Wand mit einem Bohrer und einer guten Säbelsäge ruckzuck geöffnet werden.

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