Wie die Dämmung, Dichtigkeit und Aufbau gestalten??

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  1. #1 Gastxyz, 12.12.2005
    Gastxyz

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    Wie die Dämmung, Dichtigkeit und Aufbau gestalten?? 12.12.05
    Auf den beiden Bildern sehen Sie, dass die Decke des EG zum OG über die Fläche des EG hinauskragt und offen ist. Die Balken haben die Dimension 240mm x 100mm e=80cm. Auf diesen Balken liegt eieine Decke aus OSB-Platten in 22mm Stärke. Diese soll noch mit Trittschallmatten, 70mm Dämmung und 70mm Estrich nach oben aufgebaut werden. Da ich mich wegen Qualitätsmängeln von meiner ausführenden Firma trennen mußte, und mein Architekt mir in diesen Detailfragen leider nicht weiterhelfen kann, da er eigentliche ein Steinhansel ist, wende ich mich hier an das Forum. Wie sollte jetzt ein bauphysikalisch korrekter Abschluß aussehen? Der reguläre Wandaufbau von innen nach außen ist wie folgt: 12,5mm Gipsfaserplatte, 60mm Installationsebene ungedämmt, 15 mm OSB-Platte ( Plattenstöße abgeklebt mit Ampacoll AT als Luftdichtheitsebene), Ständerwerk 200mm x 60mm gedämmt mit 200mm Steinwolle WLG 035, 60mm Holzweichfaserdämmplatten Unger-Diffutherm. Offen bin ich für jede Lösung, freuen würde ich mich natürlich auch, wenn jemand eine Idee hat, wie ohne Dampfsperre gearbeitet werden kann, der Aufbau also diffusionsoffen funktioniert. Die Fassade soll mit Großformattafeln aus Multiplex verkleidet werden. Diesen Sommer fanden die Wespen die vorhandenen Löcher vom Verschrauben der einzelnen Wandtafeln in den Holzweichfaserplatten sehr interessant und bauten sich ein paar Nester. Die Großformattafeln wollte ich mit 10 mm Abstand zueinander verbauen. Wie stark sollte die Lattung als Hinterlüftungsebene in diesm Fall sein. Bringe ich zwischen Holzweichfaserdämmplatten, Lattung, Wandtafeln noch eine Winddichtigkeitsfolie wie z.B. Amatop F2 (http://www.ampack.de) oder wie sollte hier der Aufbau konkret aussehen? Vielen Dank für Infos vorab.
    Danke

    http://www.gwebspace.de/bau/wanddecke.pdf
     
  2. R.J.

    R.J. Gast

    Das ihrem Architekt ein "Steinhansel" ist, dem jedes Verständniss für den Holzbau fehlt kann man überdeutlich an den Details im Anhang sehen. Zu Recht haben Sie die auch die ausführende Holzbaufirma in die Wüste geschickt. Da ihr Vorhaben sehr umfangreich ist kann ich nur ein paar kleine Tips und Anregungen geben, bzw. weitere Fragen aufwerfen. Den Bodenaufbau sehe ich als geringstes Problem.

    Was ist das für eine Folie, welche auf den Bildern zu sehen ist? Ist die nur im oberen Teil vorhanden oder geht die über die komplette Wand? Ihrer Beschreibung folgend nehme ich mal an, diese ist nur im oberen Teil befestigt.

    Mit einer Dampfsperre sollten Sie nicht arbeiten, wohl aber mit einer Dampfbremse. Irgendwie müssen Sie die Öffnungen in Deckenebene über der Wand Luftdicht schließen, wobei ich hier eine Dampfbremse (z.B. pro Clima) empfehle. Die müssen dauerhaft und Luftdicht an der Wand, den Deckenbalken und der OSB auf der Decke befestigen. Leichter gesagt als getan.
    by the way: Die OSB ist an der Fensterlaibung noch nicht luftdicht abgeklebt!

    Was haben Sie für die Unterseite der Decke im Aussenbereich geplant?
    Die Gefache sollten Sie auf jeden Fall in ganzer Höhe und Länge mit Dämmung füllen. Unterseite winddicht, entweder mit Holzweichfaserplatte oder Folie, wobei die Platte vom Arbeitsablauf einfacher ist. Z.B. erst am Überstand Platten anbringen, dann Dämmung einschieben...letztes Stück D. von Innen einbringen und dann erst luftdicht verschliessen.

    Welche Holzweichfaserplatten sind auf der Aussenwand, und wie sind diese verlegt? Einfach beplankt, mehrfach und versetzt? Was sagt der Hersteller dieser Platten in Bezug auf die Winddichtigkeit?
    Falls die Winddichtigkeit nicht durch das Material und/oder die Verlegeart gegeben ist sollten Sie auf jeden Fall eine zusätzliche Folie einbauen. Auch hier gibt es meistens vom Hersteller vorgaben bezüglich der Auswahl des Produkts. Ansonsten Hochdiffusionsoffen!
    by the way II: Der Anschluss Fenster zu HWL sieht mir keinesfalls winddicht aus.

    Welche Holzart haben Sie für die Fasadenplatten gewählt? Anstrichsystem?
    Den Abstand der Fassadenplatten zur Wand sollen so Sie großzügig wählen, damit Schäden infolge des diffusionsoffenen Aufbaus ausgeschlossen sind. Bei der Konterlattung eine Dicke von 40mm zu wählen sollte genügen. Ober wie unterhalb der Fassade und an den Stößen Lüftungsgitter einbauen, hält die meisten Insekten ab.

    Bei den Horizontalfugen der Platten immer mit einen Schrägschnitt (Tropfkante) ansetzen.
    Hier finden Sie weitere Informationen zu Fassaden und Außenwandkonstruktionen:
    http://www.informationsdienst-holz.de/html/f_page.phtml?p3=11343

    Wie gesagt, aufgrund des Umfangs und des Detailrechtums wird es schwer sein alle Fragen zufriedenstellend hier im Forum zu beantworten. Alles in allem denke ich, sie sollten alle Arbeiten mit einem kompetenten Partner vor Ort durchsprechen, Zimmerer oder SV oder unabhängiger Bauüberwacher.

    Grüße
    R.J.
     
  3. #3 Gastxyz, 13.12.2005
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    Danke für das erste Feedback ;-)

    Die Folie, welche auf dem Bild zu sehen ist, wurde im Geschossübergang komplett eingebracht. Ansonsten existiert im Wandaufbau keine Folie. Das mit der Luftdichtigkeit an den Fensterlaibungen habe ich noch nicht erledigt, kommt aber noch, wenn neues Band da ist...
    Die Dämmplatten an den Fassade sind Unger-Diffutherm (www.unger-diffutherm.de) in einer Stälke von 60mm mit Nut-und Federverbindung. Da auch hier das Zimmereiunternehmen gerade im Detail viele Fehler gemacht hat, was auch von Herrn Unger von Unger-Diffutherm bestätigt wurde, muss da auf jeden Fall nachgearbeitet werden. Wird auch erledigt. Ich habe zwei Zimmereien auf meiner Baustelle gehabt, die die Mängel beseitigen sollten, aber nach in Augenscheinnahme keine Lust an Behebung der Mänmgel hatten. War wahrscheinlich ein zu geringes Auftragsvolumen oder einfach zu pfrimelig...
    Den Schrägschnitt an den Platten wollte ich eh umlaufend machen, weil bei 19mm Multiplex in 45° bei 10mm Versatz der Platten kaum ein Blick hinter die Platten möglich ist. Hatte ich mir so gedacht, falls ich da noch irgenetwas zwischen Unger-Diffutherm -Platten, Lattung und Holztafeln bringen muss...

    Die Multiplexplatten wollte ich in Birke nehmen und entweder transparent lasieren oder in terracotta streichen. Sollte aber ein Material sein, welches den Werkstoff noch atmen läßt. Welches Produkt können Sie denn empfehlen?

    "by the way II: Der Anschluss Fenster zu HWL sieht mir keinesfalls winddicht aus" sorry, mitten in der Nacht... welches Detail meinen Sie?

    Auf jeden Fall erst einmal Danke und ich freue mich über weiteres Feedback ;-)
     
  4. #4 NBasque, 13.12.2005
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    Bei dem auskargenden Teil der EG-Decke handelt es sich um ein Bauteil, daß genauso mit einem Dampfdruckgefälle konzipiert werden muß, wie die Außenwand.

    Um das sicherzustellen, müssen - im Bereich der Dampfbrems-Ebene (innerer OSB-Platte) Stellbretter zwischen den Deckenbalken angeordnet werden. Dazu verwenden Sie am besten OSB-Platten-Abschnitte. Damit die Dampfbremse an die umfassenden Bauteile (Deckenbalken - Aussenwand - Deckenscheibe) sicher angeschlossen werden kann, ziehen Sie mit ausreichender Zugabe versehenes Stück mit einer PE-Dampfbremse von innen über das Stellbrett und führen die Überstände rundherum nach außen. Die Befestigung der Folie erfolgt mittels Butylband an die umlaufenden Bauteile.

    Ist leider eine aufwendige Arbeit, abwer hier sind sonst dauerhafte Schäden zu befürchten.

    Anschließend füllen sie die Zwischenräume mit Dämmmaterial und entsprechend diffusionsoffener Bekleidung (Holzfaserdämmplatte, o.ä).

    Hier sei noch anzumerken: Eine fundierte Fach-Planung wäre deutlich preiswerter gewesen.
     
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