Wie wird unsere FBH geregelt? Funktionieren zusätzliche HK? Wir haben Fernwärme

Diskutiere Wie wird unsere FBH geregelt? Funktionieren zusätzliche HK? Wir haben Fernwärme im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ich habe schon viel über FBH hier gelesen und habe auch verstanden, dass eine FBH sehr träge ist. Dennoch habe ich noch einige...

  1. br2015

    br2015

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    Hallo zusammen,

    ich habe schon viel über FBH hier gelesen und habe auch verstanden, dass eine FBH sehr träge ist. Dennoch habe ich noch einige Fragen, bei denen mir die Profis hier bestimmt weiterhelfen können.

    Wir kaufen vom BT und haben im EG und im OG eine "Warmwasserfußbodenheizung". Im DG kommen Heizkörper zum Einsatz. Die Fußbodenheizung wird wohl über solche Aufputz Regler (1-5) geregelt. Die Wärmeversorgung erfolgt mit Fernwärme.

    1. Funktioniert das denn, dass man die FBH und die Heizkörper zusammen betreiben kann und auf was müsste ich denn achten, dass das auch richtig funktioniert?
    2. Wie regle ich denn die einzelnen Räume? Wir haben Offener Wohn- und Essbereich mit angrenzender offener Küche und im OG zwei Kinderzimmer, Bad, Schlafzimmer und ein Flur?
    3. Sollten im EG doch mehrere Thermostate hin, auch wenn es offen ist - zumal wir im Wohnbereich noch eine Kaminanlage haben?
    4. Bringen denn digitale Thermostate etwas oder ist das nur Spielerei, da die FBH träge ist, man alles einmal einstellt und das wars dann.
    5. Kann ich trotzdem das Bad so regeln, dass es morgens etwas wärmer ist als den Rest vom Tag oder ist das nicht sinnvoll?
    6. Würdet ihr anstatt den Aufputzthermostaten UP Thermostate nehmen?
    7. Wie muss ich mir denn die Regelung vorstellen, wenn es draußen kälter oder wärmer wird oder macht das alles die FBH über die Raumthermostate?
    8. Kann bzw. muss ich noch irgendetwas am HKV regeln oder einstellen?
    Vielen Dank schon mal für eure Antworten
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Ja. Für die Heizkörper wird normalerweise ein zweiter Heizkreis aufgebaut. Dazu gibt es 2 Anästze, entweder 2 Kreise die parallel arbeiten oder der FBH Kreis wird durch Mischung aus dem Heizkörperkreis abgeleitet.

    Dazu befinden sich in den Räumen Raumthermostate die auf Stellantriebe im Heizkreisverteiler wirken. Bei den Heizkörpern werden meist normale Heizkörperthermostate eingesetzt.

    Nein. Für einen großen Bereich genügt ein einziger Raumthermostat der dann auf mehrere FBH Kreise wirkt. Einzeln temperierte Bereiche in einem großen Raum gibt es nur im industriellen Bereich, da reden wir dann aber schon über Hallen in Die Dein Haus mehrfach passen würde. In Deinem Fall also beispielsweise 1 Thermostat für den Flur/Eingangsbereich und 1 Thermostat für den Wohn-/Essbereich mit offener Küche.

    Die ganz einfachen "analogen" Thermostate (BiMetall) gibt es kaum noch, selbst diese haben heute schon einen µC und Temperaturfühler integriert. Somit arbeiten sie auf ca. +-0,5K genau. (in´s Datenblatt schauen).
    Die alten BiMetall-Modelle kamen schon mal auf +-1K und mehr.
    Wer viel spielen möchte, kann hier natürlich nahezu beliebig aufrüsten. Genauer werden die Dinger dadurch nicht, man bekommt aber ein paar zusätzliche features. Programmierung, Zeitsteuerung usw.
    Ob diese features sinnvoll sind, das sollte man anhand des persönlichen Geschmacks entscheiden. Wenn die Anlage zentral schon mit allen Möglichkeiten geregelt wird, dann genügt ein einfacher Raumthermostat.

    Das wäre eines der genannten features die ich zu 4. geschrieben habe. Es sollte aber klar sein, dass das nur funktioniert, wenn die Heizkreise während dieser Zeit bereits zentral bedient werden. Wird zentral über die nacht abgesenkt, dann kann auch ein Raumthermostat nicht für Wärme sorgen (höchstens man hätte eine weitere, von der Fernwärme unabhängige, Wärmequelle).

    Geschmackssache. Wichtig ist, dass der Thermostat die Raumtemperatur auch fühlen kann, und sich nicht selbst aufgrund von interner Elektronik aufheizt. Dann könnte man noch überlegen, ob man Thermostate passend zum Schalterprogramm nimmt (wird üblicherweise deutlich teurer).

    Im Idealfall musst Du gar nichts regeln, das übernimmt die zentrale Wärmeerzeugung in Deinem Haus. Dieser hat eine Witterungsführung integriert und passt die Heizwassertemperatur dementsprechend an.

    Nein, normalerweise gibt es da nichts einzustellen. Zu Beginn werden die Volumenströme im Rahmen des hydr. Abgleichs eingestellt, dann muss man evtl. noch optimieren, da das fertige Haus sehr wahrscheinlich mehr oder weniger von den im voruas berechneten Werten abweicht, aber irgendwann hat man die passende Einstellung gefunden.
     
  4. SirSydom

    SirSydom

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    Im Bauträger/GÜ Standard wirst du genau diesen BiMetall-Mist, auch noch Aufputz, finden!

    Du könntest jetzt hergehen und dir elektronische als UP und in dein Schalterprogramm integriert anbieten lassen, kostet wahrscheinlich ca. 100€ Aufpreis pro Stück.

    Oder du tauscht die später selbst aus. Dafür ist aber wichtig, dass nicht nur der zu schaltende Kontakt, sondern auch 230V-Dauerspannung anliegt.
     
  5. br2015

    br2015

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    Wow! Vielen Dank R.B. für die Einführung in FBH

    Ich habe als auch bei der FBH eine Nachtabsenkung und klar, wenn zentral abgesenkt wurde, kann auch ein Thermostat nicht mehr rausholen.

    Regele ich denn mit den Thermostaten überhaupt oder stelle ich die einmal ein und das war es. Das Elternschlafzimmer kann ja rund um die Uhr etwas kühler bleiben, aber wie sieht es mit dem Kinderzimmern aus? Tagsüber wird gespielt, da sollte es schön warm sein und nachts zum Schlafen sollte es etwas kühler sein.
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Das ist eine Frage des Konzepts das man verfolgt. Eine gängige Strategie wäre, dass man die Anlage so abgleicht, dass die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird, ohne dass die ERR eingreifen muss. Diese würde dann nur noch genutzt um beispielsweise unabhängig von der zentralen Regelung einen Raum zu deaktivieren (oder abzusenken), entweder manuell, oder bei einem intelligenten Raumthermostat durch dessen Elektronik (Programm).

    Man darf sich aber von dieser Absenkerei nicht zuviel erwarten, denn heute sind die Häuser sehr gut gedämmt, selbst wenn die Heizfläche ausfällt, wird sich die Raumtemperatur nur langsam reduzieren. Man müsste also durch offene Fenster oder sonstwie nachhelfen.

    Eine weitere Strategie wäre, dass man die Heizkurve mit Überschuss auslegt, sprich die Heizkurve so einstellt, dass die Heizfläche immer mehr als genug "Leistung" liefern könnte, und dann die Regelung nur über den Raumthermostat vornimmt. Mit dieser Variante erreicht man die konstantere Raumtemperatur, vor allen Dingen bei "genauen" Thermostaten, aber die Effizienz der Heizungsanlage wird schlechter, weil ja die heizwassertemperatur ständig höher ist als an sich notwendig, und dies je nach Wärmeerzeuger zu einem unschönen Betriebsvehalten führt, was oft als "Takten" bezeichnet wird. Auch das Takten beeinflusst die Effizienz, wenn auch nicht so extrem.
     
  7. mastehr

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    Was spicht dagegen, den ganzen Tag die gleiche Temperatur beizubehalten?
     
  8. br2015

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    nur tagsüber soll die Temperatur gleich sein und warm und nachts soll es zum Schlafen eben kühler sein. Oder würde man das mit der Nachtabsenkung auch hinbekommen?

    Wenn ich die Standard Bimetall Thermostate habe, habe ich natürlich keine 230 V an den Thermostaten anliegen, richtig? Das heißt Aufpreis für die Stromversorgung und dann noch mal für unter Putz
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Früher war das möglich, heutzutage eher nicht. Du kannst zwar durch offene Fenster kurzzeitig die Luft austauschen und gegen "kalte" Außenluft ersetzen, aber die wärmt sich schnell wieder auf. Großartige Temperaturwechsel sind da nicht drin, auch nicht notwendig.

    Sorge vor dem Schlafen für Frischluft in den Kinderzimmern, nicht für Kaltluft. Das eine hat mit dem andere nichts zu tun, auch wenn kalte Luft immer wieder mit frischer Luft gleichgesetzt wird. Faktisch ist die Temperatur aber nicht einmal ein Indiz für die Qualität der Luft.

    230V schon, aber unter Umständen nicht genügend Adern um einen elektronischen Thermostat zu betreiben.
     
  10. SirSydom

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    Wenn da nur ein 3x1.5 liegt, ist das für einen BiMetall-Kontakt kein Problem: 1 Ader als PE (Schutzleiter), 2 Adern bei denen eben Kontakt hergestellt wird oder nicht.
    Mit einem elektronische Thermostat brauchst du aber Energie, und da hast du eben keine Ader frei, weil bei OFFENEM Kontakt der Stromkreis nicht geschlossen ist. Daher braucht es mind. 3 Adern.

    Rein technisch reicht da auch ein 3x1.5 wenn man den PE als Leiter missbraucht. Da die Dinger Kunststoffgehäuse haben, muss man auch den PE nicht anschließen.
    Aber einen PE zweckentfremden, das tut man einfach nicht. Mal davon abgesehen dass es die VDE wahrscheinlich verbietet..
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Nicht ganz. Im zweiten Fall fehlt Dir ein "N", wenn der billige Klick-Klack ohne thermische Rückführung arbeitet. Aber das ist jetzt nicht so wichtig.

    PE wird nicht benötigt, wie Du richtig erkannt hast, aber den PE missbrauchen, das ist ganz ganz böse.
     
  12. br2015

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    Reicht denn die Nachtabsenkung aus bzw. wird es eine Nachtabsenkung geben? Was ist wenn wir z.B. mal an einem Wochenende nicht da sind, würde ich da absenken?
     
  13. R.B.

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    Ich würde bei längerer Abwesenheit immer absenken.
     
  14. Julius

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    Wobei ich längere Abwesenheit erst ab mehr als zwei Tagen ansetzen würde.
     
  15. mastehr

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    Eine Nachtabsenkung würde ich in einem modernen Neubau nicht mehr machen, auch wenn man dadurch vielleicht noch minimal sparen könnte. Auch eine Absenkung über das Wochenende würde ich nicht machen. Zumindest in meinem Massiv-Bau mit FBH dauert es lange, bis alles abgekühlt ist, aber auch bis die Soll-Temperatur wieder erreicht ist. Bei Abwesenheiten < 1 Woche denke ich über Absenkung nicht mehr nach.
     
  16. Julius

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    Seit geraumer Zeit muß der PE stets mitgeführt (und beschaltet) werden, auch wenn das Betriebsmittel keinen benötigt.
    Daher ist (bei Mantelleitung) dann 5-adrige Leitung nötig, wenn man alle Arten von Thermostaten verwenden können will.
     
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  18. #16 Ritterjamal, 2. Dezember 2015
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    Zu den Raumthermostaten. Ich habe bei mir fast im ganzen Haus noch die mit dem BiMetall von Eberle drinnen (sind 6 Jahre alt) und dazu auch noch elektronisch geregelte (keine Ahnung welcher Hersteller das ist).
    Ich persönlich finde die mit dem BiMetall um einiges genauer und besser. Die Elektronischen muss ich permanent bei 30 Grad laufen lassen sonst machen die Stellmotoren nicht auf. Zudem sind die elektronischen laufend merklich warm, was ich von den "Analogen" nicht behaupten kann.
     
  19. R.B.

    R.B.

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    Das Problem hatten ein paar Hersteller die möglichst billig die Spannungsversorgung für die Elektronik realisiert haben. Da wird mehr Leistung in Wärme umgesetzt als die Elektronik benötigt. Folglich wird es im Gehäuse relativ warm, und der Fühler kann die echte Raumtemperatur gar nicht erfassen.
     
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