Wieviel Haus als Selbständiger finanzierbar ?

Diskutiere Wieviel Haus als Selbständiger finanzierbar ? im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Ja, ich gebe zu - ich hab's verkehrt herum gemacht... Bisher habe ich mich schon viel eingelesen, was die Fallstricke bei den technischen...

  1. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    Ja, ich gebe zu - ich hab's verkehrt herum gemacht... Bisher habe ich mich schon viel eingelesen, was die Fallstricke bei den technischen Aspekten, sowie Planung und Koordination eines Bauvorhabens betrifft. Irgendwie ist die Finanz-Welt für mich emotional immer noch stark mit "Pfui" belegt, so dass ich bislang noch nicht die Motivation aufbringen konnte, mich durch das Finanz-Chinesisch zu quälen und überhaupt eine konkrete Idee darüber zu entwickeln, was finanziell überhaupt machbar ist.

    Noch ist es etwas früh, um mit einem konkreten Plan die Banken abzuklappern, aber vielleicht können mir die Profis hier und ggf. Bauherren in ähnlicher Lage anhand von Erfahrungswerten mitteilen, in welche Regionen ich mit den Gesamtkosten vordringen kann. Ich verspreche auch hoch und heilig, nicht auf die 5% Mindermeinung zu hören, nur weil sie mir besser gefällt. Mir geht es darum, ob ich weiterhin in Richtung Neubau gehe (klare Präferenz, wird hier aber kaum unter 550 T€ Gesamtkosten gehen), oder mich in Richtung gebraucht orientiere (schaue schon 3 Jahre ohne etwas Passendes zu humanem Preis zu finden)

    Ohne Glaskugel geht das natürlich nicht auf 20 T€ genau, aber überall gibt es zumindest Mitelwerte und Bandbreiten, die für Profis abschätzbar sind, und um die sich die realen Fälle in einer annhähernden Normalverteilung tümmeln.

    Ausgangslage:

    Monatlicher Verdienst ca. 3500€ netto. Unsere Besonderheit: Wir (m 45 / w 35) sind beide mit 20-30 h/Wo selbständig (Kreditwürdigkeit und Zinssatz ???), ich erst seit 2 Jahren und mit noch geringeren und deutlich stärker schwankenden Einkünften als bei meiner Frau. Mehr wollten wir nie arbeiten, und demnächst können wir auch nicht mehr (nächstes Jahr steht Nachwuchs an, und da wir beide weiter arbeiten wollen, wird Ewerbstätigkeit / Erziehung / Hausarbeit fair aufgeteilt).
    Mit Kind(ern) wären es ohne Besserungen bei mir bei neuer Aufteilung dann ca. 3000€ plus Kinergeld. Ich gehe aber davon aus, dass es noch ein paar Hundert € mehr werden, wenn es bei mir anläuft. Das Haus würde übrigens komplett privat genutzt, also kein Arbeitszimmer abzuschreiben oder so.


    Eigenkapital:

    ca. 300 T €, bestehend aus:

    - ca. 270 T€ (ETW + Aktiendepot) aus Erbe, noch zu liquidieren
    - ca. 10 T€ bereits angelegtes "liquides Baukonto"
    - ca. 20 T€ angesparte Summe in einem Bausparvertrag über 80T€.

    Der Bausparvertrag soll mit den im Oktober erwarteten Einkünften auf die volle Ansparsumme von 36 T€ aufgefüllt werden. Zuteilungsreife wird laut LBS dann voraussichtlich 2017 sein. Bauen würden wir aber gerne schon 2016. Bei 2,80% Effektivzins ärgere ich mich, dass ich nicht weitere Bausparverträge habe, denn für die war es egal ob selbständig oder festangestellt...

    300-500€/Monat legen wir aktuell auf ein bereits fürs Bauen angelegtes Giro. Aktuelle Kaltmiete 540€/Monat, d.h. unter Berücksichtigung von Mehrkosten bei Eigenheim ca. 400€/Monat für Ratenzahlungen Überschuss.

    700-800€ Ratenzahlungen dürften also drin sein.

    Die Zahlungen für den Bausparvertrag in der Tilgungsphase entsprechen übrigens denen der Ansparphase (300€/Monat).

    Wie weit kommt man damit ?

    Und was könnt ihr mir sonst noch raten, in welche Richtung ich gucken oder mich schlau machen soll? Ich vermute mal KfW wird günstiger (Selbständigkeit egal), vielleicht so ein Bausparvertrag mit Einmalsparsumme? etc

    Besten Dank schonmal !
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 theoretiker, 1. September 2014
    theoretiker

    theoretiker

    Dabei seit:
    28. Januar 2008
    Beiträge:
    343
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Aussendienst
    Ort:
    Oberfranken
    Hallo,

    denke mal das klingt ganz gut, nur soweit ich weis möchten die Banken mind. 3 Steuerbescheide für das Einkommen. Das würde bei Dir noch nicht reichen.

    Auf der anderen Seite:

    300tsd EK + 16tsd auffüllen BSV, daraus dann nochmal 44tsd EUR BSV-Darlehen (wenn er zuteilungsreif wäre) dann benötigst Du von der Bank "nur" noch 190tsd EUR (550tsd EUR) Kredit, was noch weniger würde, wenn KFW noch mit reingenommen wird. Somit solltet Ihr einen guten Zinssatz bekommen.
     
  4. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    Danke für die Einschätzung. Ich habe mein ganzes Leben noch nie irgendwo Geld geliehen, außer mal ein paar Hundert Mark von meinem Vater für mein damals intensives Hobby. Bei fast 200 T€ Kredit wird mir immer noch heiß und kalt...

    Und wenn es dann wie so oft doch 50 T€ mehr werden sind wir bei 250 T€ Kredit. Trotz knapp über 50% Eigenmittel bekomme ich bei nur 20-25 Jahren Zeit zum Abbezahlen doch Bauchweh... mehr als die 800€ im Monat (+300€ BSV) würden schon heikel, auch wenn wir eine krisensichere Nischenbranche gefunden haben.

    wir können zwar vor unserem Renteneintritt noch mit einem weiteren Erbe rechnen, mit dem sich sondertilgen ließe, aber das hatte ich eigentlich zur eigenen Altersvorsorge eingeplant...
     
  5. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Gleich vorweg, die Selbständigkeit ist natürlich nicht egal. Deine Hausbank wird die KfW Mittel durchleiten, sprich der Kredit läuft im Obligo der Hausbank, und die wird selbstverständlich danach schauen "wie" Du Dein Geld verdienst. Das gilt in ähnlicher Form auch für Bausparkassen, auch die schauen genau hin wem sie Kredite geben.

    ABER Selbstständigkeit bedeutet noch lange nicht, dass man nicht kreditwürdig wäre. Es gibt zwar Banken die pauschal abwinken, doch es gibt noch genügend Banken die auch bei Selbständigen finanzieren. Die Entscheidungskriterien der Banken sind halt etwas anders, man stellt teils strengere Anforderungen an das Einkommen, aber es ist nicht unmöglich einen Kredit zu bekommen.

    Die wichtigste Frage wäre, wie lange arbeitest Du mit Deiner Hausbank schon zusammen, und wie ist deren Erfahrung mit Dir? Wenn Du bisher immer Deinen Finanzen im Griff hattest und einen vernünftigen Plan vorlegen kannst, dann stehen die Chancen gut, dass die Bank mitzieht. Dein hoher EK Einsatz dürfte zudem hilfreich sein, weil das Risiko der Bank damit drastisch reduziert wird. Nachteilig ist die kurze Selbständigkeit, weil Du dadurch kaum Erfahrungswerte vorweisen kannst. Die Bank soll ja nicht nur ihre Sicherheit im Auge behalten, sondern vor allen Dingen auch darauf achten, dass die Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers gewährleistet ist.

    Schauen wir mal auf die Zahlen. In Deinem Fall sollte ein Planungshorizont von max. 20 Jahren das Ziel sein. d.h. die anf. Tilgung sollte min. 3% betragen. Unterstellen wir jetzt mal einen Zinssatz von 2,5%, wobei dieser sehr wahrscheinlich deutlich niedriger liegen wird, dann reden wir bei 250T€ Kredit von einer monatlichen Rate i.H. von 1.145,- €. Bei 2% Zins wären es etwa 1.041,- €.
    d.h. Deine monatliche Belastung wird sich irgendwo in diesem Rahmen bewegen. Eine niedrigere Rate wäre durch bessere Zinssätze nicht zu erklären, also käme nur eine längere Laufzeit in Frage. Das aber solltest Du Dir angesichts Deines Alters sehr gut überlegen.

    Nehmen wir jetzt einfach mal die von Dir genannten 3.000,- € Einkommen pro Monat, dann bleiben nach Abzug der Finanzierung noch gut 1.850-, € für die Lebenshaltung. Das muss für 2 Erw. und 1 Kind (bzw. 2 Kinder) ausreichen, auch wenn ich das nicht gerade als üppig bezeichnen würde. Letztendlich hängt das von Eurem Lebensstil ab. Kindergeld habe ich jetzt nicht berücksichtigt, das bleibt als Reserve, denn Kinder kosten Geld, das ist so, und da braucht man auch nichts schönrechnen.

    Das wird sich vermutlich nicht rechnen. Nimmst Du einen attraktiven Tarif, dann dauert es viele Jahre bis der BSV die notwendige Bewertungszahl erreicht hat, möchtest Du einen BSV mit kurzer Zwischenfinanzierung, dann sind die Konditionen meist schlechter. Hier hilft wirklich nur vergleichen, aber darauf achten, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.

    Ach ja, noch etwas. Du schreibst von 550T€ Kosten für das Haus, als Ort gibst Du RLP an. Mir war bisher nicht bekannt, dass RLP das Silicon Valley Deutschlands ist. Bist Du Dir sicher, dass die Baukosten richtig geschätzt wurden? Vielleicht steckt da ja noch Potenzial das man heben könnte.

    Zum Thema BSV. Ob es sinnvoll ist den vorhandenen BSV aufzuzahlen und das Darlehen für ein paar Monate zwischenzufinanzieren, das solltest Du noch klären. Für mich klingt das erst einmal nach einem nicht so guten Plan, denn die 2,8% hauen mich nicht vom Hocker. Den BSV als EK-Ersatz (zweiter Kreditgeber) brauchst Du an sich auch nicht, denn Du bringst schon genügend EK in die Finanzierung mit ein. Ein Bankdarlehen über die komplette Summe könnte da die bessere Lösung sein, denn wenn die Bank sich für ein engagement entscheidet, dann dürfte es (fast) egal sein ob 200T€ oder 250T€ Kreditsumme.

    Wichtig ist, dass Deine Zahlen plausibel sind, und dass Du die entsprechenden Nachweise führen kannst. Bei Selbständigen üblicherweise für die vergangenen 3 Jahre, aber das liegt letztendlich bei der Bank ob der nette Sachbearbeiter das intern darstellen kann. Wenn das Paket passt, dann ist das fehlende Jahr in meinen Augen kein Beinbruch.

    Gruß
    Ralf
     
  6. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    Danke für die detaillierte Stellungnahme ! Unterm Strich von der Gesamtbelastung her wahrscheinlich doch etwas zu dicke...

    Das mit den Grundstücks- und Baupreisen ist schon richtig, "dank" der Nachbarschaft zum kleinen Heimatland unseres neuen EU-Präsidenten.

    Mit "KfW wird wahrscheinlich billiger" meinte ich, dass die KfW selbst doch fixe Konditionen vorgibt. Dass die durchleitende Bank die Kreditwürdigkeit an sich prüfen muss, ist klar, aber abgesehen von ihren kleinen Aufschlägen bzw. Gebühren für die Kreditvermittlung habe ich es so verstanden, dass sie die Zinskonditionen der KfW nicht ändern dürfen (?). Insofern wäre das KfW-Kredit nicht von eventuellen Zinsaufschlägen wegen Selbständigkeit betroffen.

    Guter Hinweis mit der Wartezeit bei Einmal-Sparsummen-BSV. Das wäre in der Tat eher eher hinderlich.

    Bei meiner Hausbank habe ich zwar seit 20 Jahren ein Girokonto, aber mehr hatte ich mit denen auch nicht am Hut. Einen Kredit habe ich noch nie aufgenommen, und meine Einkünfte gingen auch eher auf Konten von wechselnden und vor Ort filiallosen Online-Banken. Bei der Sparkasse bin ich nur noch weil nur die überall Automaten haben. Und dann war ich auch noch so ein Lanzeitstudent...
    Ich weiß nicht, ob das die Art von Vertrauensbasis bildet, von der Du sprichts ;-)

    Ist für die Bank eigentlich nicht schlicht und ergreifend nur das Gesamteinkommen relevant? Bei meiner Frau ist es ja schon länger nachweislich konstant. Die gemeinsame Steuererklärung reicht ja wohl als Nachweis, und die dürfte die Bank zufriedenstellen. Ihr Geld bekommen die ja, die Gefahr liegt ja eher für uns persönlich darin, dass wir das Geld nicht anteilig so verdienen können, wie wir das unter uns gerne aufteilen würden. Allerdings ist das Problem damit noch nicht gelöst, dass ich gerne 250€ monatlich weniger Belastung hätte...
     
  7. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Das ist korrekt. Es gibt zwar Fördermittel bei denen die Zinssätze von "Bonitätsstufen" abhängig sind, damit soll das Risiko für die Banken berücksichtigt werden, aber bei den KfW Programmen ist das nicht der Fall. Andererseits bedeutete Selbständigkeit nicht zwangsläufig, dass man bei Banken einen Risikoaufschlag beim Zinssatz bezahlen muss. Das Gesamtbild entscheidet.

    jaein. Die zu erwartende Belastung ist mit einem Einkommen kaum zu schultern. Es müssen also beide ihren Anteil beitragen, und somit müssen auch beide Einkommen betrachtet werden. Wenn ein Einkommen wegfällt, könnte die Sache den Bach runter gehen. Man wird also auch den worst case betrachten. Was passiert beispielsweise, wenn Deine Selbständigkeit in die Hose geht? Vielleicht auch noch in einer Phase in der das Kind (Kinder) sehr klein ist (sind), und die Frau nur schwer 40h pro Woche arbeiten könnte?

    Die Forderung mit den 3 Jahresebschlüssen ist ja nicht in Stein gemeiselt. Ich sagte ja, "das Gesamtbild entscheidet".

    Da musst Du Dich entscheiden, denn eine längere Laufzeit kommt wohl nicht in Frage, also bleibt nur eine geringere Kreditsumme. Mein V8 Motor mit 350PS verträgt sich auch nicht mit einem Spritverbrauch von 3 Litern/100km. Da muss ich entweder ein Auto mit kleinerem Motor kaufen, oder halt den Spritverbrauch akzeptieren. Übertragen auf Deinen Fall, Investitionssumme reduzieren oder noch mehr EK einbringen. Ich denke mit dem EK bist Du bereits am Anschlag, denn man sollte trotz Haus nicht jeden Cent in die Immobilie investieren. Gerade als Selbständiger sollte Dir die Bedeutung von Rücklagen bekannt sein, und je älter Du wirst, um so höher sollten die Rücklagen sein. In jungen Jahren als Angestellter kommt man mit 3 Monatseinkommen klar, als Selbständiger jenseits der 50 reden wir dann von Jahreseinkommen die als Rücklage vorhanden sein sollten.

    Somit bleibt nur die Möglichkeit die Kreditsumme zu reduzieren indem man die Investitionssumme drückt. Bei der aktuellen Zinslage haben die Zinssätze kaum noch einen Einfluss auf die monatliche Belastung (siehe mein Beispiel oben). Kredite gibt es ja fast schon geschenkt. d.h. ob der Zinssatz nun ein paar Zehntel höher oder niedrig erliegt, ist nicht kriegsentscheidend. Wichtig ist in Deinem Fall die anf. Tilgung die nicht unter 3% liegen sollte, denn bis zur Rente solltest Du die Finanzierung von den Schultern haben.

    Ich würde an Deiner Stelle nun wie folgt vorgehen.

    1. Zahlen "Einkünfte" zusammenstellen, EkSt. Bescheide der letzten Jahre, aktuellen Zahlen (E/A Rechnung) und evtl. Prognose für die nächsten Jahre
    2. Zahlen "Investition" zusammenstellen, Grundstückskosten, geplante Gebäudekosten, Nebenkosten usw.
    3. Termin mit Hausbank vereinbaren, Informationsgespräch, Konditionenabfrage

    Dann ab zur Bank und mal sehen wie die reagieren. Es wäre vielleicht sinnvoll, wenn Du zum Gespräch den Business Plan dabei hättest auf dem Deine Selbständigkeit basiert, am besten einen Plan von einer unabhängigen Stelle. Seuerberater kann dabei auch ganz hilfreich sein. Er weiß normalerweise worauf Banken achten und kann die Informationen gezielter zusammenstellen. Als Selbständiger läuft man bei solchen Gesprächen immer Gefahr, dass man die netten Sachbearbeiter hoffnungslos überfordert. Zu viel Papier ist manchmal eher hinderlich als das es hilft (das musste ich auch erst lernen). Deswegen ist es auch kein Problem, wenn man zu diesem ersten Gespräch nicht mit einem Wäschekorb voll mit Leitz-Ordnern anrückt. Falls die Bank noch Infos möchte, kann man Dir das beim Gespräch sagen, und Du kannst das zeitnah nachliefern. Man sollte aber auch nicht mit leeren Händen antanzen und Luftschlösser malen, das wäre Zeitverschwendung.

    Der erste Punkt ist ja sicherlich nicht nachteilig, aber den zweiten Punkt würde ich so nicht erwähnen. Ein Kunde der ständig seine Bank wechselt ist nicht unbedingt der Idealkunde den sich eine Bank vorstellt. Da fragt man sich schnell, warum so oft die Bank gewechselt wurde, und ob man es nicht vielleicht mit einem schwierigen/problematischen Kunden zu tun hat.
     
  8. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    @KfW und Zinssätze

    Super, zumindest müssen wir dann nicht mit Totschlagzinsen rechnen.

    Das worst case Szenario ist aktuell eher, dass meine Frau ausfällt. Ihre Einkünfte wären gut genug, um uns mit 30h/Wo an Aufträgen locker durchzukriegen (mit Fahrtzeiten wäre sie dann auf Vollzeit). Allerdings ist uns beiden klar, dass ich als Nur-Hausmann nicht in Frage komme :-)

    Naja, meine Frau hat ja noch 30 Jahre bis zur Rente... Zudem sind meine Eltern Mitte 70 und haben mit mir schon offen über ihr Testament gesprochen, nach dem uns dann auch nochmal gut 200T€ zukämen. D.h. irgendwann wäre eine komplette Sondertilgung möglich. Aber ich vermute, das würde die Bank erstmal nicht beeindrucken...

    Das trifft unter aktuellen Bedingungen leider zu. Zwar existieren noch weitere 70T€ in einem Rentenfonds, die sollen allerdings meinen späten Berufseinstieg kompensieren, um auf eine akzeptable Rente zu kommen. Da würde ich nur im allergrößten Notfall ran, d.h. wenn die Endkosten selbst den einzuplanenden Puffer .

    Danke für die hilfreiche Kurzanleitung. Ich weiß auch nicht, warum mich die Finanzwelt so anwidert... dann durch fachspezifische Sozialisation wohl noch verstärkt... Dummerweise bei meiner Frau noch schlimmer. Um mehr Einlesen werde ich wohl nicht herumkommen. Da gibt es noch viel zu tun für den systematischen Überblick!

    Wir benötigen weiß Gott keinen Business Plan, da wir beide unsere Dienstleistungen von Ort erbringen (aber unterschiedliche Bereiche), und außer Fahrtkosten, Laptop und Büchern / Fortbildungen keine Ausgaben haben.

    Eher er uns :-)

    Danke, das ist einer der schönen Erfahrungstipps, die man selten in Büchern findet!
     
  9. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Da vermutest Du richtig.

    Ich hatte es ja schon angedeutet, gerade als Selbständiger NIE das komplette Vermögen in eine Finanzierung stecken. Du brauchst immer mal wieder Rücklagen. Ich denke eine Bank beeindruckt eine stabile finanzielle Lage mehr als ein paar Euro mehr EK. Dein EK ist ausreichend, da würde ich mir keine Sorgen machen.

    Dann nenne es eben anders, muss ja nicht Business Plan drüber stehen. Die bank wird sehen wollen, wie Du Dein Geld verdienst, auch um abschätzen zu können, wie zuverlässig Deine Einnahmen sind. Bedenke, die Banken können vielleicht mit Zahlen jonglieren, sie haben aber normalerweise keine Ahnung von anderen Branchen. Da wird man dann schnell in eine Schublade gesteckt die für ein schlechtes Rating sorgt. Kannst Du aber Deine Zahlen plausibel präsentieren, dann gibst Du dem Sachbearbeiter Sicherheit und er muss nicht auf irgendwelche pauschalen Kennzahlen zurückgreifen und sich irgendwelche Zahlen aus den Fingern saugen (die für Dich vielleicht nachteilig wären).
    Du musst versuchen Dich in die Lage eines Sachbearbeiters zu versetzen. Er muss seine Entscheidung rechtfertigen können, oder er muss Deine Anfrage einem Kreditentscheider gegenüber vertreten. Wenn er da mit irgendwelchen schwammigen Zahlen kommt, kann er gleich einpacken (und Du auch).

    Bankgespräche können nerven, keine Frage, aber oftmals ist man auch selbst schuld, denn man kann solche Gespräche durch entsprechende Vorbereitung auch in gewissen Bahnen lenken. Wenn ich meinem Gegenüber nicht die notwendigen Informationen liefere, muss ich mich auch nicht wundern, wenn der keine Entscheidung treffen kann, oder sich gleich von vornherein gegen ein engagement ausspricht.

    Stell´Dir vor es wäre Dein Geld das die Bank als Kredit vergibt, dann wärst Du doch auch froh wenn sie sorgfältig arbeitet und kritisch hinterfragt, bevor sie irgend jemandem Dein Geld in die Hand drückt, oder etwa nicht?

    Also, mach´ das Beste daraus, und wenn Du Dir unsicher bist, dann hole Dir jemanden hinzu der sich damit auskennt. Ich drücke meine Vorbereitungen meist noch meinem Stb in die Hand, damit der noch einmal drüber schaut. Er hat mich auch schon öfter mal auf Schwachstellen hingewiesen die ich dann korrigiert habe, denn ich denke menschlich logisch, oder vielleicht auch noch technisch logisch, aber das ist nicht zwingend kompatibel zur Denke der Banken.
     
  10. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    Besten Dank für all die Hinweise und Anregungen. Ich nehme ich mal mit, dass wir dringend anfangen müssen, unsere Einkünfte und Ausgaben gut zu dokumentieren, und nehme dankbar die Tipps zur Vorbereitung und Präsentation bei der Bank an. Steuerberatertermin steht eh an.

    Was die Ursprungsfrage betrifft, scheint das Ergebnis eher ernüchternd darauf hin zu deuten, dass es mit Neubau (200T€ Grundstück + 350T€ für unterkellertes 160m² EFH) wegen der monatlichen Belastungen nur sehr schwierig und kurz vor knapp hinhauen könnte, d.h. eher Finger weg oder Bedürfnisse nochmal radikal überdenken. Naja, vielleicht steigen ja die Aktien noch um eine zweistellige Prozentzahl :-) Die Hoffnung stirbt zuletzt... Dumm nur, wenn dieses Jahr die letzten Grundstücke vergeben werden sollen.
     
  11. #10 Norderstedter, 3. September 2014
    Norderstedter

    Norderstedter

    Dabei seit:
    17. Juli 2014
    Beiträge:
    214
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Schreibtischtäter (Computer)
    Ort:
    Norderstedt
    Überleg Dir am besten mal ob der Keller sein muss oder ob man durch geschickte Raumplanung und Dachboden und Garage evtl auch oberirdisch genügend Stauraum realisieren kann. Ich weiß ja nicht wie viel Platz Ihr so braucht (bei 5 Kindern evtl nicht ausreichend) aber 160m² ist schon eine gute Größe. Für so eine Fragestellung ist das Forum hier übrigens sehr gut ;-)

    Wenn Du den Keller weg lässt, dann hättest Du vermutlich schon mal 30-60 Tsd gespart - was ein guter Puffer für Unvorhergesehenes wird. Allerdings solltest Du nicht vergessen, was da an Baunebenkosten (insbesondere Erdarbeiten können "überraschen"), Kaufnebenkosten (Steuer und Notar - mit Pech bzw Ungeschick auch auf das Haus) und zusätzlichen Kosten durch die ganzen verschiedenen Gutachter (Boden, ggf Tragwerksplaner, ggf Architekt etc etc - man kann für viele "Berater" viel Geld ausgeben und in manchen Fällen ist es das auch mehr als Wert) dazu kommen kann. Sehr genau und detailliert rechnen ist ein absolutes Muss.
     
  12. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Da liegst Du in etwa richtig. Frage Dich ob diese Investitionskosten plausibel und wirklich erforderlich sind.
    Die monatliche Belastung wäre schon darstellbar, aber das hängt letztendlich auch davon ab, wieviel Ihr arbeiten und somit verdienen möchtet. Vielleicht solltet Ihr da mal Prioritäten setzen.
     
  13. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    Wir würden bei einem Neubau gezwungen, den KfW 55 Standard zu erfüllen. Insofern würde eine Verringerung der Größe wahrscheinlich gar nicht viel Ersparnis bringen, da die Kosten pro Quadratmeter dann auch wieder anstiegen, ebenso bei Verzicht auf Keller. Da die Grundstücke nicht sonderlich groß sind und der Bebauungsplan recht restriktive Vorgaben macht, sind Kellerersatzflächen keine so attraktive Alternative. Da Flachdach vorgegeben ist, gibt es auch keinen Stauraum unterm Dach.
    Andererseits müsste ein Keller als weiße Wanne gebaut werden, da Drainungsanlagen verboten sind...
     
  14. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  15. Mikalaya

    Mikalaya

    Dabei seit:
    10. März 2012
    Beiträge:
    635
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl.Kffr.
    Ort:
    Hannover
    KfW55 ist ja nicht weit weg vom Passivhaus?
    Wir haben so gebaut, Flachdach, PH, kein Keller - allerdings mit 10qm Kellerersatzraum an der Garage.
    Mit Keller hätte wir das nicht bezahlen können, auch bei KfW55 muss der Keller in der beheizten Hülle sein, oder?
    Ich wollte eigentlich auch einen Keller, dann wenigstens einen Dachboden.. ;)
    Ist aber viel Stauraum da, haben wir eben beim Entwurf Wert drauf gelegt.
     
  16. Liesepetz

    Liesepetz

    Dabei seit:
    3. Januar 2014
    Beiträge:
    240
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sozialwissenschaftler
    Ort:
    RLP
    Grundsätzlich kann ich mir es auch gut ohne Keller vorstellen, aber da spielen ein paar Dinge rein, die deutlich Pro Keller stimmen, sollte es was mit einem Grundstück im Neubaugebiet werden:

    - Grundfläche kann etwas kleiner werden, damit mehr Abstand zum Nachbarn auch auf kleinerem Grundstück möglich
    - mehr Garten
    - Vorgabe der optischen Gestaltung von Nebengebäuden gleich zum Hauptgebäude macht diese unnötig teuer
    - 20m² Fitnessraum zum Unterbringen der aktuell auf drei Räume in zwei Häusern verteilten Geräte ist im Keller deutlich billiger (Raum selbst könnte meinethalben nur eine Steckdose, billigen PVC-Boden und unverputzte Wände/Decke haben)
    - OK Fertigfußboden darf 50cm über Straßenniveau sein (ebenes Gelände), d.h. schon etwas Aushub gespart und bereits kleine Abböschung reicht zur Belichtung mit Tageslicht
    - Büroraum im Keller ist ruhiger (Kinderzimmer im OG)
    - ggf. ELW möglich, die selbst sehr klein gut vermietbar wäre wg. Uni-Nähe
    - Kondenswasserablauf bei Erdvorwärmung für KWL kann im Keller untergebracht werden, kein separater Schacht nötig
    ...
     
Thema:

Wieviel Haus als Selbständiger finanzierbar ?

Die Seite wird geladen...

Wieviel Haus als Selbständiger finanzierbar ? - Ähnliche Themen

  1. Vorwand an Haus-Außenwand - wie sanieren?

    Vorwand an Haus-Außenwand - wie sanieren?: Hallo! Wir sind frischer Eigenheimbesitzer - Baujahr 1979. Nun ist uns beim renovieren aufgefallen, dass alle Außenwände "hohl" klingen. Es...
  2. Altes Haus, neues Dach und schon...

    Altes Haus, neues Dach und schon...: habe ich Bauchschmerzen. Hier ein paar Fotos von den Stellen, die mir gleich ins Auge sprangen. Lattung ist neu gekommen, Sparren sind geblieben,...
  3. Haus von 1928 steht ausserhalb des Baufensters

    Haus von 1928 steht ausserhalb des Baufensters: Erstmal Hallo (bin neu und Laie) Ich möchte ein Haus Bj 1928 mit damaliger Baugenehmigung anbauen. Das Haus steht allerdings nach einem neueren...
  4. Aufsparrendämmung, tlw. Sichtdachstuhl, Hellhörigkeit im Haus???

    Aufsparrendämmung, tlw. Sichtdachstuhl, Hellhörigkeit im Haus???: Hallo zusammen, ich möchte gerne in einen 3/4 Jahr anfangen zu bauen. EFH, Bungalow, 160qm, 2 Satteldächer, 3 Giebel. Im Wohnzimmer mit Essbereich...
  5. Grundstrücksbreite 20m - Haus + Doppelgarage - Niedersachsen

    Grundstrücksbreite 20m - Haus + Doppelgarage - Niedersachsen: Hallo zusammen, ich bin neu hier und überlege gerade mir ein Grundstück zu kaufen. Im Anhang schicke ich euch einen Teil des B-Plans sowie den...