Windichtigkeit Rohbau

Diskutiere Windichtigkeit Rohbau im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hi all, bin mal wieder einem Vorgang auf der Spur, den ich gedanklich noch nicht ganz aufgedröselt habe. Die Überschrift klingt albern,...

  1. #1 susannede, 8. August 2009
    susannede

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    Hi all,

    bin mal wieder einem Vorgang auf der Spur, den ich gedanklich noch nicht ganz aufgedröselt habe.

    Die Überschrift klingt albern, folgende Situation:

    Kompletter Betonbau, Skelettbauweise, also Abtragung der Decken über Stützen im Inneren und Unterzüge ergänzend. Außenfassade an zwei Seiten statisch "komplett offen". Deckenrand umlaufend mit Unterzug.

    Die Rohbaufassade gliedert sich außen dennoch im Raster Fenster/StB-Wandscheibe/Fenster/StB-Wandscheibe...usw.

    Die Wandscheiben zwischen Betondecken, also unter den Deckenrand-Unterzügen, wurden mit StB-Fertigteilen hergestellt, die auf Dornen in der Rohdecke abgesetzt wurden. Nicht örtlich vergossen (Filigran), sondern komplette Massiv-Scheiben (max. Breite 1,25 m). Der Unterzug über den raumhohen Fenster-Löcher wirkt optisch also wie ein Rohbausturz.

    Soweit, sogut.

    Bei meinen ersten Besuchen auf der Baustelle (mein Einstieg als neuer BL erst zum Ende Rohbau), fiel mir auf, dass vorallem unter den Fertigscheiben (zur Rohdecke), aber auch darüber (zum Randunterzug), die horizontalen Fugen teilweise oder ganz offen waren.

    Die Rohdecken sind sehr uneben und kippen teilweise zum Rand ab, so dass mir die untere "Luftfuge" / am Dornaufsatz erklärlich war:

    Fertigteile auf Nennmaß geliefert, beim Einjustieren der Dorne auf die Soll-Oberkante Fertigteil entsteht logischerweise bei unebener Decke ein Abstand.

    Was Vorgänger-Bauleiter und Tragwerksplaner dazu meinen, muss ich weiter erörtern, beide "Fraktionen" scheinen von jeher an "Baustellenallergie" erkrankt gewesen zu sein, und sind nicht besonders auskunftsfreudig, bzw. schweigsam. Schal- und Bewehrungspläne habe ich (noch) nicht, die wurden anno dazumal praktischerweise im Polier/Bauleiter-Container gelagert ("nehmen im BL-Büro soviel Platz weg") und sind daher seit Abrücken des Rohbauers fort.

    Meiner Meinung nach hätte die etwas unvermeidliche - dennoch in der "Postdurchwurf/große Briefe"-Breite unverschämte - Fuge unten auf jeden Fall mit Vergußmörtel geschlossen werden müssen (ist auf mein Maulen auch gemacht worden), die obere hätte jedoch gar nicht entstehen dürfen (beim Betonieren des UZ/nächste Decke), und ggf. sogar mit der Einlage eines Elastomerbandes kraftentkoppeln getrennt werden müssen (sonst würde das ja eine Lochfassade, anderes statisches System).

    Jetzt mein Problem:

    Die Fugen müssen natürlich wind- und schalldicht zu, denn die Fassade ist eine Kalt-Fassade: Die Fensterelemente sind wie Bilderrahmen vor die Rohbau-Fensterlöcher außen vorgehängt und angedichtet, die Zwischenstücke - vor den Fertigteil-Wandscheiben - sind mit einer hinterlüfteten Trespa-Vorhangkonstruktion bekleidet, die wiederum mit hydrophobierter MiWo hinterlegt ist.
    Innen Vorsatzschalen GK.

    Die Fugenschließung zog sich wie Kaugummi (lustlos, irgendwann und irgendwo immer mal wieder aufgehört), jetzt war letzte Woche endlich mal ein superzuverlässiger Mitarbeiter (Rohbau) samt seinem Bauleiter da und hat sich der letzten bemängelten offenen Fugen angenommen.

    Der Bauleiter sagt nun - und ich finde er hat Recht, sofern nichts anderes vereinbart war:

    "Die Erbringung der Winddichtigkeit und des Schallschutzes kann doch nicht Aufgabe des Rohbauers sein !".

    Andersseits würde ich meinen Maurer auch quälen, wenn er mir breite offene Fugen im MW-Verband macht.

    Ich möchte berechtigterweise - bei meiner Baustelle - natürlich keine Luft zwischen MiWo offen außen und GK-Vorsatzschale innen.

    Gibt es dazu Kommentare?

    ...und sorry das der Text so lange geworden ist!

    Grüße!

    Susanne
     
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  3. #2 DerSuchende, 8. August 2009
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    Eigentlich, gib es DIE dafür zuständigen, Prüf-/Überwachungsberichte der externen Prüfer!

    MfG
     
  4. #3 susannede, 8. August 2009
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    Danke für Deinen Kommentar,

    allerdings verstehe ich nicht so ganz, was Du meinst.

    Dass ich dem Prüfstatiker deswegen noch auf die Nerven fallen werde, is klar, allerdings weiß ich schon was der mir dazu sagen wird (not my job).

    Und ansonsten ist hier nichts extern zu überwachen.

    Der erste Überwacher, bevor Kinder in den Brunnen fallen, ist imho der Bauleiter.
     
  5. #4 DerSuchende, 8. August 2009
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    Da hab ich wo zu groß gedacht.
    (bei uns hätte es dann im bauschein unter N546 gestanden)

    Aber den/die Aufsteller des Wärmeschutzes u.s.w. würde ich mit ins Boot nehmen. Ist doch ihr Fachgebiet (und nur deine Überwachungspflicht).

    Prüfstatiker, na da gibt es aber ganz andere. Manche prüfen ALLES, vor Ort, mit unnachahmlichen Vergnügen. Find ich persönlich gut, man lernt und er hat doch das letzte Wort.

    MfG
     
  6. Robby

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  9. #7 DerSuchende, 9. August 2009
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    Warum kommt das (in letzter Zeit), so OFT vor?
    MfG
     
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