Wo gibts den besten Schallschutz

Diskutiere Wo gibts den besten Schallschutz im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Guten Tag, wir möchten uns in der nächsten Zeit eine Eigentumswohnung kaufen und uns daher vorab beraten lassen. Da meine Frau Musikerin ist...

  1. Drdb

    Drdb

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    Guten Tag,


    wir möchten uns in der nächsten Zeit eine Eigentumswohnung kaufen und uns daher vorab beraten lassen.
    Da meine Frau Musikerin ist und ich ebenfalls leidenschaftlicher Musikliebhaber bin stellt sich das Thema Schallschutz bei uns als besonders wichtig da.
    Unser derzeitiger Wissenstand sieht wie folgt aus;
    *Altbau (~1900) = sehr hellhörig, schlechter Schallschutz
    *Nachkriegsbauten (1950-1970) = sehr hellhörig, schlechter Schallschutz
    *1980-1990 = leicht hellhörig, akzeptabler Schallschutz
    *2000-2010 = keine Erfahrungen

    Der Schallschutz in Wohnungen aus den 1980ern reicht uns definitiv nicht!

    Die Frage ist nun, ab welchem Baujahr sind Wohnungen generell besser bzw. galten schärfere Normen/Bestimmungen?
    Wie kann ich mich als Laie informieren ? Welche Normen galten in den 1980ern ?
    Und welche Normen sind um wieviel "besser" ?


    Besten Dank vorab,
    Olaf
     
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  3. Tom Köhl

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    Ich würde prioritär nicht nach dem Baujahr, sondern nach den verarbeiteten Baumaterialien gehen. Viel Masse geht in Richtung viel Schallschutz. Trotzdem kann es Fehler im Aufbau geben, die - egal welches BJ - Schallbrücken oder andere Schwachstellen produziert haben.

    Ich denke, dass Ihr es nur am Objekt selber feststellen könnt.

    Viele Grüße,
    Tom (Hobbymusiker und Musikhörliebhaber)
     
  4. Julius

    Julius

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    Gehts denn darum, nicht zu stören oder nicht gestört zu werden?
     
  5. Baumal

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    da die frau musikerin ist, er leidenschaftlicher musikliebhaber,
    gehts wohl darum, nachbarn nicht zu stören.

    egal ob baujahr 1900-1980, kann man pauschal nicht beantworten.

    siehe tom köhl...
     
  6. greentux

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    Man könnte auch herauslesen, das die sich beide untereinander nicht stören wollen :)
     
  7. #6 TraurigerBauher, 14. November 2010
    TraurigerBauher

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    Den besten Schallschutz zum Nachbarn gibts im freistehenden Einfamilienhaus!
     
  8. Drdb

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    Vorab einmal schönen Dank für die rege Beteiligung an diesem Thema!

    Also es geht uns vorallem darum die Nachbarn nicht durch unsere Musik zu stören.
    Klar, man kann die Lautsprecher auf Spikes stellen etc...
    Aber das bringt auch nur ein gewisses Maß an Besserung.

    Einfamilienhaus kommt für uns übrigens nicht in Frage.



    Das es Baupfusch etc gibt ist uns auch bewusst.... Aber nach welchen Normen bzw. Richtwerten sollte ich mich denn richten ?


    Mfg Olaf
     
  9. #8 Thomas Traut, 15. November 2010
    Thomas Traut

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    Der übliche Schallschutzstandard wird wohl nicht ausreichen, egal welches Baujahr die Wohnung ist. Die Wahl besteht nur zwischen "geht gar nicht" und "Gott sei Dank ist die Nachbarin schwerhörig". Eine Wohnungstrennwand oder -decke mit 54 dB ist schon ganz gut, reicht aber bei weitem nicht aus. Der genannte Wert entspricht etwa Zimmerlautstärke (Sprache, Fernseher verständlich laut).

    Zum laut Hören gehen da nur Kopfhörer, zum Lautspielen mal nach "Schallschutzkabine" gockeln.
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Kann ich unterschreiben.

    Man beachte auch, dass viel Masse alleine nicht hilft. Neben der Wand muss man auch über die sonst noch verwendeten Bauteile, beispielsweise Türen, Fenster nachdenken. Zudem führen so Dinge wie Installationsschächte gerne zu einer erheblichen Minderung der gesamten Schalldämmung.

    Du siehst, es gibt viele Dinge über die man nachdenken muss. Das Baujahr spielt dabei fast keine Rolle.

    Lies mal hier im Forum. Da findest Du einige threads zu diesem Thema. Dort sind auch Normen genannt, sofern diese überhaupt anzuwenden sind.

    Ich würde mir überlegen, ob es dort möglich ist einen Raum im Raum aufzubauen, speziell halt für die "Musik". Das muss nicht gleich eine Schallschutzkabine sein, aber allein schon durch absorbierende Oberflächen und Entkopplung gegenüber den sonstigen Bauteilen eines Raums, kann man eine entsprechende Schalldämmung erreichen.

    Gruß
    Ralf
     
  11. #10 Thomas Traut, 15. November 2010
    Thomas Traut

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    Hallo Ralf, was wäre denn der Unterschied zwischen Deiner Lösung und einer Schallschutzkabine? Für mich ungefähr der Unterschied zwischen einem Personenauto und einem Pkw. Übrigens bringen absorbierende Oberflächen für die Schalldämmung nach außen fast nichts, weil sie zuwenig Energie aufnehmen. Nur der Klang in der Kabine (oder dem Raum im Raum) wird anders, im optimalen Fall besser, weil Reflexionen innerhalb des Raumes gedämpft werden.

    Dabei kommt es noch darauf an, welche Frequenzen "getötet" werden sollen. Schlagzeug und Bass sind schwerer in den Griff zu bekommen als eine Geige, weil (zugegebenermaßen sehr populärwissenschaftlich ausgedrückt) tiefe Frequenzen mehr Energie enthalten als hohe (Das ist übrigens der Grund, warum Bassboxen größer sind als Hochtöner).

    @olaf: Nach Normen brauchst Du Dich gar nicht zu richten, weil der normale Wohnungsbau nicht dafür ausgelegt ist, laute Geräusche über einen längeren Zeitraum von den Nachbarn fernzuhalten.
     
  12. Drdb

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    Schönen Dank für eure ausführlichen Beiträge :)

    Also das wir uns in der Wohnung nicht austoben können habe ich mittlerweile akzeptiert.
    Nur möchte ich jetzt vermeiden eine hellhörige Wohnung zu erwischen.
    Also möchte ich das ruhigste unter den "normalen" Wohnungen finden ;)

    Wie schaut es eigentlich mit Altbauten um 1900 aus ??
    Ich weiss, ist wieder veralgemeinert....
    Aber vielleicht sind ja die schönen Altbauten bauartbedingt schon wesentich hellhöriger!?

    Schönen Abend noch,
    Olaf
     
  13. #12 TraurigerBauher, 15. November 2010
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    Hallo,

    wir wohnen jetzt (noch) in einem Altbau von 1900. Die haben Holzdecken. Ein Klavier hört man da im Stockwerk tiefer praktisch so, als wenn Du direkt daneben stündest.
     
  14. Baumal

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    würde ich mich mit dem gedanken tragen, eine
    eigentumswohnung zu erwerben, würde ich mir
    durchaus die zeit nehmen und wenigsten einen halben
    tag und eine nacht in der evtl. zukünftigen behausung verbringen....

    dann kann schon mal etwas eingeschätzt werden, wie hellhörig
    die anderen wohnung sind/bzw. die eigene ist....
     
  15. #14 ReihenhausMax, 16. November 2010
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    So ein 1900er Altbau hätte den Vorteil, daß die Raumhöhe besser Platz für entsprechende
    Raum im Raum Einbauten lassen würde. Da muß man wohl so oder so umbauen, wenn
    da ein Profimusiker tagtäglich probt. Am besten mit Kollegen zusammen das ganze
    Haus kaufen ;-) In unserer Leipziger Wohnung und dem Stock drüber haben zuvor
    Gewandhausmusiker gewohnt, drüber eine ältere Dame, drunter ein praktisch ungenutztes
    Büro, ausreichend Abstand in der Etage. Bei uns wurde da nur der Boden reichlich aufgedoppelt (bzw. waren andere Maßnahmen wohl rückgebaut) und wir haben es als Vogelzimmer benutzt ;-) Aber das reicht wohl so nur aus, wenn es drum rum wie
    beschrieben paßt. EG oder Dach hätte den Vorteil, daß man nach oben/unten nur
    einen direkten Nachbarn hat.
     
  16. Drdb

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    Hallo,


    wie bereits erwähnt haben wir uns mittlerweile von dem Gedanken getrennt zuhause üben zu können.
    Ein Raum im Raum etc. ist uns zu aufwändig bzw. bringe ich es nicht übers Herz die Raumhöhe in einem schönen Altbau zu verringern.

    Daher solltet ihr uns nicht mehr als Schlagzeugspielende Musiker betrachten, sondern eher als jene die, wie viele, öfters mal etwas lauter Musik hören. Keine Excesse, nur eben leicht über Zimmerlautstärke.

    Und ich möchte unter den "normalen" Wohnungen jetzt nicht die hellhörigsten rausgreifen ;)

    Altbau hat für uns eine sehr hohe Anziehungskraft!!
    Nur wenn ich jetzt z.B. diese Klaviergeschichte höre.....
     
  17. #16 Thomas Traut, 16. November 2010
    Thomas Traut

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    Zuhause Üben dürfte nicht das (rechtliche) Problem sein, siehe hier: http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1109/hauptmm.htm?http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1109/110921.htm

    Hören wird da wohl nicht drunterfallen.

    Auch wenn der Altbau die höhere Anziehungskraft hat, ist er in punkto Schalldämmung 2. Wahl. Ich hatte mal ein Wohnung, wo ich von der Toilette die Gespräche der Nachbarn am Frühstückstisch teilweise verstehen konnte. Und da hatte ich noch die gute Seite der Trennwand...:mega_lol:

    Holzbalkendecken können auch sehr hellhörig sein. Besser ist wohl ein Neubau. Da sind oft die trennenden Bauteile mit erhöhtem Schallschutz errichtet worden.
     
  18. Dingo

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    In der Hamburger Hafen-City wurden/werden doch sog. Musikerwohnungen gebaut.
    Übungsräume im Erdgeschoß, passende Wohnungen darüber...
    also: Üben und Wohnen muß sich nicht ausschließen
     
  19. wall

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    Wenn nur noch das Budget dazu passt: Hafencity = teuerste Ecke in Hamburg
     
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  21. #19 ReihenhausMax, 16. November 2010
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    Ein umgebauter Bunker hätte da ggf. auch seine Stärken ;-)
    Die haben aber wohl auch recht "modische" Preise.
     
  22. R.B.

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    An eine Schallschutzkabine werden erhöhte Anforderungen gestellt, insbesondere was die Geometrie und die Absorption der einzelnen Frequenzbereiche betrifft. Das führt zu aufwändigen Aufbauten inkl. der notwendigen Absorbermaterialien.

    Wer das nicht kennt wird in so einem Raum keine Musik hören wollen. Für die Praxis also denkbar ungeeignet.

    Gruß
    Ralf
     
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Wo gibts den besten Schallschutz

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