Wohnriester sinnvoll?

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  1. Nimikon

    Nimikon

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    Hallo zusammen,

    wir planen demnächst zu bauen und machen uns daher auch Gedanken bzgl. der Finanzierung. In diesem Zusammenhang hätte ich eine Frage bzgl. Wohnriester.

    Bis heute nutzen wir eine Riester-Altersvorsorge und bekommen dafür auch Zulagen für unsere beiden Kinder.
    Ich frage mich ob es überhaupt Sinn macht ein Wohn-Riester-Annuitätendarlehen einzugehen. Ich frage es mich deshalb, denn die Zulagen bekomme ich doch heute schon mit der Riester-Altersvorsorge und falls ich einen Wohnriester eingehe müsste ich meine Riester-Altervorsorge aufgeben. Zudem hat ein Wohnriester den Nachteil, dass man die Immobilie nur selbst nutzen kann, was von Nachteil wäre wenn man mal ins Ausland beruflich müsste.

    Wenn ich mit der Bank sprechen raten diese immer ab einen Wohnriester zu machen, aber eventuell ist das auch nur der Fall, weil sie daran nicht viel verdienen.

    Aus welchen Gründen sollte ich einen Wohnriester eingehen?

    Gruß Nimion
     
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  3. R.B.

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    Falls Du auf Wohnriester nicht angewiesen bist bei der Finanzierung, würde ich das weiterhin als Altersvorsorge laufen lassen. Ein eigenes Haus ist natürlich auch ein Stück Altersvorsorge, aber was hilft mir ein Haus, wenn ich es im Rentenalter nicht mehr unterhalten kann?

    Wenn die Zukunft noch so ungewiss ist (Alter, Auslandsaufenthalt o.ä.), dann würde ich Immobilienfinanzierung und Altersvorsorge trennen. Man kann heute auch auf "normalem" Weg eine Immobilie spottbillig finanzieren.

    Gruß
    Ralf
     
  4. FreddyM

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    Hallo Nimikon,

    ich beschäftige mich ebenfalls momentan mit dem Thema. Richtig ist, dass gerade die Bausparkassen hier verstärkt Werbung machen, gestärkt auch durch einen Test von Finanztest glaube ich 2010, wo anscheinend die Finanzierung mit WohnRiester die beste ist. Zitat: "Je nach Einkommen, Alter, Kinderzahl und Finanzierung fällt die Förderbilanz unterschiedlich aus. In jedem Fall gilt allerdings: Mit Riester ist der Haus- oder Wohnungseigentümer stets deutlich im Plus."

    Ich für meinen Teil nehme erstmal Abstand davon. Mag sein, dass mich das möglicherweise teurer kommt, aber ich bleibe deutlich flexibler. Gerade wenn man Kinder hat, ist die Steuerersparniss während der Tilgungphase des Darlehens nicht allzu hoch. Später im Rentenalter muss ich dann aber die Versteuerung des fiktiven Wohnförderkonto stemmen (Tilgungsbeiträge und Förderungen). Also eine Versteuerung von Geld, welches schon längst ausgegeben ist. Es ist schon schwer genug sich zu entscheiden ein Haus zu bauen und sich dann etwa 15-30 Jahren zu verschulden. Mit Wohn-Riester begleitet mich aber das Projekt aber bis ins hohe Rentenalter (möglicherweise bis zum 85. Lebensjahr).

    Wenn Du schon einen bestehenden Altvertrag hast, kannst Du dessen Inhalt übrigends unschädlich entnehmen und in die Finanzierung einbinden (Musst es aber dann ebenso im Rentenalter nachversteuern). Ebenso kannst Du aber auch bei Fälligkeit des angesparten Beitrag (Rentenbeginn), zur Schuldentilgung nutzen.
     
  5. mweb

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    Hallo Nimikon,
    Wohnriester macht in der aktuellen konstellation für mich nur Sinn wenn: Kinder die nach 01.01.2008 geboren da sind, man mit der Absicht baut dort auch seinen Lebensabend zu verbringen,man eine stabile Beziehung führt und auch arbeitstechnisch bei Arbeitgeberwechsel nicht gleich die Region verlassen muss.
    Das Ihr bereits Riesterverträge habt ist von Vorteil: zum einen könnt Ihr diese weiterlaufen lassen und bekommt über den Lohnsteuerjahresausgleich zumindestens für die Altersvorsorge noch etwas Förderung, die eigentliche Zulagenförderung/Kinderzulage läuft dann halt über Wohnriester. Desweiteren bist Du flexibler beim Wiederverkauf des Hauses welches Trotz Wohnriester trotzdem möglich ist: Du kannst bei einem gewünschten Hausverkauf einfach die bisdahin geleistete/erhaltene Förderhöhe/Steuervorteile in einen anderen Riestervertrag einzahlen (Quasi ausgleichen). Da Ihr ja schon einen Vertrag hab würdet Ihr zumindestens auch mal Zeit sparen. Mittlerweile sind die Auflagen für Wohnriester um einiges aufgelockert worden. Da empfehle ich Dir dich mal schlau zu machen, auf der Internetseite des Bundesfinanzministerium gibt es Detailiertere Angaben als von den Anbietern direkt. Das Problem mit Wohnriester ist das viele Leute einfach nicht auf dem laufenden sind, vor allem solch welche die bei einer Bank arbeiten.
    Das einzige was ich momentan bei Wohnriester als Risiko ansehe ist der dann aktuelle Steuersatz mit welchem zum Schluß versteuert wird. Da fehlen mir hellseherische Fähigkeiten.
    Aber die Behauptung mit Wohnriester wäre man beim Thema Hausverkauf unflexibel stimmt mittlerweile nicht mehr, es ist nur Zeitaufwendiger.

    Gruß
    Markus
     
  6. FreddyM

    FreddyM

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    Hallo mmweb,

    irgendwie kann ich Dir nicht ganz folgen, kläre mich bitte auf, vielleicht habe ich was missverstanden. Wenn ich den steuerlichen Effekt nutzen will kann ich pro Person 2100 Euro (abzüglich Zulagen) jedes Jahr steuerlich geltend machen. Aber damit tilge ich doch lieber mein Darlehen als das noch parallel in die Rente weiterzubesparen!? Weiterhin weißt Du zu Beginn der Finanzierung gar nicht wie lange Du den Kindergeldzuschuss bekommst, da dieser abhängig ist wie lange deine Kinder Kindergeld beziehen. Das kann theoretisch nur 15 Jahre lang sein. Dann weißt Du nicht wie sich dein Gehalt und Steuersatz entwickelt. Ein Vergleich zu einem klassischen Annuitätendarlehen kannst Du so nie genau hinbekommen, da sind zu viele Unbekannte drin.

    Der Anbieter mit einem Fuchs als Maskottchen (der in FInanztest so gut abgeschnitt hat), verpackt den ganzen Kram dann noch mit einem Bausparvertrag mit allen Vor und Nachteilen (Vorausdarlehen ohne Tilgung und dann bei Fälligkeit Ausgleich Vorausdarlehen und Abzahlung BSV).
    Scheinbar ist das Produkt so komplex dass die Vertriebsmitarbeiter selber nicht durchblicken. Mir haben die eine Finanzierung vorgerechnet für mich einen 40.000 Wohn-Riester und für meine Frau einen 25000 Wohn-Riester, Förderung mit einem Kind. Der steuerwerte Vorteil (was m.M. nicht stimmen kann) für uns beide soll während der gesamten Anspar und Tilgungsphase insgesamt wahnsinnige 2126 Euro betragen. Im Hohen Alter habe ich dann aber insgesamt 74267,48 zu versteuern (gehts noch?).

    Ein guter Artikel ist auch unter http://www.focus.de/immobilien/fina...trotz-steuerlast-im-ruhestand_aid_502347.html zu finden.
     
  7. Nimikon

    Nimikon

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    Hallo,

    erst einmal vielen Dank für die sehr informativen Beiträge von Euch. FreddyM ich habe mir auch mal den Focus Bericht unter Deinem Link angeschaut. In dem Beispiel spart die Familie 7.400 EUR über über einen Darlehenszeitraum von 24 Jahren. Aus meiner Sicht ist das nicht so reizvoll. In dem Fall hat die Familie 150.000 EUR Riester-Darlehen bekommen, wir würden nur ca. 100.000 EUR bekommen, d. h. bei uns würde der Vorteil geringer ausfallen. Und was sind schon 7.400 EUR in 24 Jahren, wahrscheinlich hat sich dann die Kaufkraft von diesem Betrag schon halbiert. Und dafür dann die Nachteile eines Rierster-Darlehens in Kauf zu nehmen (insbes. nur Eigennutzung möglich). Aus meiner Sicht ist das nicht reizvoll, da würde ich eher normales Annuitätendarlehen eingehen, welches man ca. zu dem gleichen Zinssatz bekommt.
     
  8. mweb

    mweb

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    Hi,
    Da stimm ich Dir zu, ich habe meinen Ursprügnglichen Riester auch auf Eis gelegt und zahl derzeit dort nichts mehr ein. Nichts desto trotz könnte man weiter einbezahlen, ob sinn macht oder nicht.

    Das hängt halt davon ab ob Du gleich zu Beginn der Steuerforderung komplett ausgleichen kannst und Quasi 30% skonto bekommst :wow oder nochmals per Ratenzahlung tilgst. und 100% abdrückst. Wir haben 150T.euro über Wohnriester finanziert. Mehr hätte ich mit Wohnriester aber auch nicht mitgemacht (gerade wegen der unklarheiten bei den Steuern).

    Wie verhält sich das mit dem Hausverkauf eigentlich bei Annuitätenkredit in verbindung mit KFW Förderung? Immerhin gilt es hier 2 Banken zu bedienen.

    gruß
    Markus
     
  9. Torian

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    Die nachgelagerte Besteuerung kann alternativ auch zu beginn des Rentenalters mit deutlichem Rabatt als Einmalzahlung getätigt werden. Bei den Berechnungen von meinem Banker hat die Steuerersparnis ziemlich genau gereicht um diese nachgelagerte Besteuerung auf einen Schlag abzubezahlen. Es blieb also die Riesterförderung als Bonus, die Steuerersparnis ist zu vernachlässigen :-(
    Wie es sich verhält, wenn man bis zum 85 Lebensjahr das Wohnförderkonto nachgelagert versteuert steht in den Sternen - Steuersätze können sich ändern!

    Gruß
    Horst
     
  10. #9 Bricoleuse, 27. Juli 2012
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    Ich habe den Link kurz überflogen: da ist gar keine Alternativrechnung drin. 7400 Ersparnis werden ggü. Finanzierung ohne Riester erreicht. Gegenrechnen müsste man doch, dass die Riesterzulagen auch anderweitig, z.B. über einen Riesterbanksparplan abgegriffen werden können? Oder habe ich da etwas übersehen?

    Wir haben uns von vorneherein wegen der mangelnden Flexibilität gegen Riester entschieden. Ich möchte meine Immo ggf auch mal über einen längeren Zeitraum vermieten dürfen oder ganz verkaufen ohne gezwungen zu sein, eine neue zu erwerben.
     
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  12. FreddyM

    FreddyM

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    Bei dem Focus-Bericht ist auch ein Rechner dabei wo Du das ausrechnen kannst. Der hat allerdings einige Optimierungen Zugunsten der Riester-Förderung. Zum ersten wird das zu versteuernde Wohnförderkonto in einem Schlag zurückbezahlt und die 30% Bonus genutzt (damit darfst Du dann das Haus aber auch in der Rentenbezugszeit nicht verkaufen, also Haus verkloppen und anschließend "betreutes Wohnen" is nicht), zum weiteren wird von ausgegangen, dass Du aber beim Rentenbezug nur noch 50% der Bruttobezüge der vorherigen Erwerbstätigkeit hast.

    Weiterhin wird von folgendem ausgegangen: "Das Darlehen mit Riesterförderung ist schneller schuldenfrei und diese Zeit bis zum Tilgungsende des Standard-Darlehens wird für die Besparung einer Geldanlage genutzt. Es wird die bisherige Darlehensrate in einen Ansparplan eingezahlt, der beispielhaft mit 2,5 Prozent verzinst wird. Aus diesem so angesparten Kapital wird die später zu zahlende Steuer für das Wohnförderkonto beglichen.Das Darlehen mit Riesterförderung ist schneller schuldenfrei und diese Zeit bis zum Tilgungsende des Standard-Darlehens wird für die Besparung einer Geldanlage genutzt. Es wird die bisherige Darlehensrate in einen Ansparplan eingezahlt, der beispielhaft mit 2,5 Prozent verzinst wird. Aus diesem so angesparten Kapital wird die später zu zahlende Steuer für das Wohnförderkonto beglichen."

    Also noch ne Unbekannte, wer weiß schon wie hoch der Guthabenzinssatz ist.

    Und noch was gelernt. In der Zeit wo ich mein Darlehen abzahle kann ich nicht die vollständigen Raten bis zu 2100 (bzw. 4200 bei 2 Personen) im Jahr steuerlich geltend machen, sondern nur den Tilgungsanteil und nicht den Zinsanteil.
     
  13. #11 Bricoleuse, 28. Juli 2012
    Bricoleuse

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    Puh, das wäre alles nichts für mich. Ich kann mir gut vorstellen, ein großes, kindertaugliches Haus zugunsten eines kleineren oder einer altersgerechten Wohnung abzugeben. Wer hat schon Lust, mit 80 noch 170m² zu putzen, instandzuhalten und einen entsprechenden Garten zu pflegen?

    Und das mit den Bruttobezügen haut aerfreulicherweise auch nicht hin, wenn meine Altersvorsorge sich so entwickelt wie gewünscht.

    Aber für den TE kann Riester trotzdem passen, das hängt halt unglaublich von den persönlichen Verhältnissen ab.
     
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