Wozu Bewehrung bei tragenden Säulen?

Diskutiere Wozu Bewehrung bei tragenden Säulen? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich hab mal wieder eine Frage aus reiner Neugierde.... In der Tiefgarage unserer Firma wird zur Zeit (seit 1,5 Jahren.....) saniert. An...

  1. Uwe!

    Uwe!

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    Hallo,
    ich hab mal wieder eine Frage aus reiner Neugierde....
    In der Tiefgarage unserer Firma wird zur Zeit (seit 1,5 Jahren.....) saniert. An vielen Stellen war wohl die Betonüberdeckung nicht ausreichend und durch den rostenden Stahl gibt es entsprechende Abplatzungen. Vor Monaten hat man viele der betroffenen Stellen freigelegt (seit dem ist nichts mehr passiert....).
    Dabei ist mir aufgefallen, dass auch in den Säulen, auf denen das obere der zwei Parkdecks ruht "ordentlich" Stahl drin ist.
    Und bisher hatte ich eigentlich immer so das Verständnis, das Beton bei Druckbelastungen sehr stabil ist, nur ein Problem bei Zug-/Biegebelastungen hat und genau hierfür der Stahl rein kommt, um diese Kräfte aufzunehmen.
    Beider Erkenntnisse zusammen haben bei mir jetzt die Frage ergeben:

    Warum muss in einer Säule die nur senkrechten Druck von oben abfangen muss, eigentlich so viel Stahl rein?
    Oder alternativ:
    Wo kommen in einer tragenden Säule eigentlich die Zug- und Biegebelastungen her?

    Hätte mich einfach mal interessiert!

    Danke!
    Uwe
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 8. Oktober 2008
    Ralf Dühlmeyer

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    Biegebelastung z.B. aus der Decke.
    Links stehen 10 Autos, rechts nur 1 (die Abteilung hat Grippe ;)). Also biegt sicht die Decke unterschiedlich, belastet die Säule aussermittig und schon gibts Kräfte, die die Säule biegen wollen.
    Ausserdem gibt es Bewehrung, die dem Beton hilft, Druckkräfte schadfrei zu übertragen. Damit krieg ich kleine Querschnitte für grosse Kräfte hin.
     
  4. Bauwahn

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    Hinzu kommt bei schlanken Säulen die Knickbelastung (die auch eine Biegebelastung ist)
     
  5. Robby

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    Schlankheit :)

    Wenn man sich ein 3 m langes Brett vorstellt das senkrecht steht und oben drauf LAst auflegt wird das Brett sich seitlich biegen.

    Dazu kommt das Beton sich während des abbindens "verformt" Die Kräfte werden auch durch den Stahl aufgenommen damit der Beton nicht ungeplant reißt.
     
  6. PeMu

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    Und bei den hohen Beanspruchungen die Qurschnitte so klein gewählt werden, dass man doch noch Bewehrung benötigt, da der Beton die Last allein nicht abträgt.
    Bei hoher Druckbeanspruchung entsteht mit der Stauchung auch eine Querzugbeanspruchung.

    Wenn das offen bleibt, ist das nicht ok: Korrosionsschutz ist eins, der Brandschutz ist da auch nicht mehr gegeben.
     
  7. Uwe!

    Uwe!

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    erst mal vielen Dank an alle!!!

    Die Argumente hab ich (nach mehrmaligem Lesen....) Verstanden. Sehr interessant!

    Die Knickgefahr ist im konkreten Fall, denke ich, eher gering. Die Teile sind so ca. 30x50 und 250 hoch. Der typische Funkturm dürfte aber ein Paradebeispiel dafür (und für vieles andere vermutlich auch...) sein.

    @PeMu:
    Die Eisen sind seit Monaten freigelegt, kräftig verrostet und seit dem sieht man niemanden mehr....
    Sollte ich mein Auto da lieber nicht merh parken:yikes
     
  8. mls

    mls Bauexpertenforum

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    wieso ned? is doch ned deine tiefgarage? :biggthumpup:
     
  9. PeMu

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    Laienmeinung, wenn es deine Seele beruhigt, ist aber nichtnotwendigerweise so :p
     
  10. Uwe!

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    Korrekt!
    Nö, will ja dazulernen!
     
  11. morten25

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    Grüß Sie Herr Experte, der Laie hat in diesem Fall nicht ganz unrecht, denn die Schlankheit dieser Säule ist wirklich sehr gering. Somit ist die Knickgefahr nicht besonders hoch.

    Der Stahl erfüllt im Beton einen ganz wesentlichen Zweck, und zwar wird durch den Stahl das (Versagens)verhalten der Stütze dahingehend beeinflusst, dass der Bauteil wesentlich duktiler wird. Und ein plötzliches Versagen verhindert wird. D.h. die Stütze kann sich vor dem Versagen noch ein wenig "ausbauchen", und es sollte dann keinen plötzlichen "Sprödbruch" geben.
     
  12. PeMu

    PeMu

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    Die Knickgefahr ist in dem Fall nicht so gering: TG und diverse Randbedingungen.
     
  13. JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

  14. Uwe!

    Uwe!

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    jetzt garbd mal meinetwegen keine Leichen aus!:winken
     
  15. PeMu

    PeMu

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    Wieso, die Verantwortlichen sind doch alle schon tot.
     
  16. gast3

    gast3 Gast

    das ist bei den meisten ordentlichen Leichen so

    aber davon ab - wieso ist die Knickbelastung bei "schlanken" Säulen geringer ?
     
  17. PeMu

    PeMu

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    Wer hat das gesagt?
     
  18. gast3

    gast3 Gast

    niemand - wer lesen kann ist klar im Vorteil - brauche wohl doch irgendwann nen Blindenhund
     
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  20. PeMu

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    Sonst hätte man doch mal das Grab vom Euler öffnen müssen, ...

    ob er sich rumgedreht hat ...:28:
     
  21. morten25

    morten25

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    wenn sie unter "knickbelastung" jene last verstehen, die zum ausknicken einer säule notwendig ist, dann stimmt das.

    weil schlanke säulen eben weniger widerstand gegen das knicken aufbieten können, als "dicke" säulen (liegt am geringeren trägheitsradius....)
    je schlanker die säule, desto weniger hält sie logischerweise aus.
     
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Wozu Bewehrung bei tragenden Säulen?

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