WP vs. Holzvergaser

Diskutiere WP vs. Holzvergaser im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich habe mich zwar bisher immer beherrscht, aber jetzt ist's wohl an der Zeit dass ich auch mal einen Äpfel - Birnen - Threat...

  1. #1 Headhunter2, 13. Mai 2009
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    Hallo,

    ich habe mich zwar bisher immer beherrscht, aber jetzt ist's wohl an der Zeit dass ich auch mal einen Äpfel - Birnen - Threat aufmache... :o

    Iststand:
    Ich hab ein Grundstück, da soll ein Haus drauf (~ KfW 40, weil sich das schön anhört...)
    Weiterhin hab ich ein ordentliches Stück Wald, aus dem ich mir locker meinen Energiebedarf in Form von Holz rausschlagen kann/könnte.


    Bisherige Planung:
    - Holzvergaser (ja, ich weiß, viel Arbeit, aber wenig Brennstoffkosten)
    - großer Pufferspeicher (damit das auch einigermassen komfortabel ist)
    - Solar für WW und Heizung (noch mehr Komfort + weniger/keine Kesselbetriebszeiten im Sommer, obwohl wirtschaftlich vermutlich unsinnig)


    Knackpunkt (Gehirn wurde wohl ausserplanmässig aktiviert):
    - zum "Holz machen" braucht man ja nen Traktor/Hänger/Motorsäge/Spalter/Kreissäge usw., ist zwar großteils vorhanden, aber Unterhalts- und evtl. Neuanschaffungskosten? :yikes
    - verdammt, ich muss das Zeug ja irgendwo unterstellen (derzeit stehts in ner baufälligen Scheune, die dem Haus weichen muss), das kostet ja auch was! :yikes
    - ich brauch nen richtigen "Heizraum", und nach Möglichkeit direkt angeschlossen noch nen Lagerraum für das schon "trockene" Holz


    Überlegung:
    Wenn ich nun die bisherige Planung komplett übern Haufen werfe, und auf ne Wärmepumpe (Erde, Spiralkollektor) umschwenke, spar ich mir
    - die Gerätschaften, deren Wartung, evtl. Neuanschaffungen
    - haufenweise Baukosten für die Unterbringung derselben
    - weiterhin brauch ich keinen Platz für Heizung (WP könnte ja z.B. mit in nen Abstellraum), Pufferspeicher, Holzlagerung
    - Kamin fällt weg, laufende Kosten fürn Schorni auch
    - die Wartung dürfte billiger sein (Glaskugel...)
    - die Solaranlage kann ich mir dann auch "sparen"
    - Wenn ich den Wald verpachte krieg ich vermutlich sogar noch n paar Euro rein, wenn auch nicht viel

    Nachteil: Ich hab im Vergleich deutlich höhere Betriebskosten (wg. Strom), vermutlich höhere Anschaffungskosten bin in höherem Maß von Veränderungen des Strompreises abhängig.



    Zusammenfassend hab ich das Gefühl dass ich trotz der vagen Angaben, der vielen Unbekannten und der nicht vorhandenen Detailplanung mit der WP besser fahre als mit der Holzlösung, weil daran einfach zu viele Folgekosten hängen...


    [Ironie]Ich erwarte natürlich detaillierte Kostenaufstellungen, und wenn mir jemand gleich fertige Eingabepläne für beide Lösungen + EnEV-Berechnung per pn schicken könnte, wäre ich dankbar... [/Ironie]

    Ums gleich vorneweg zu nehmen, natürlich werde ich zum Architekten, Energieberater, Heizungsmann usw. gehen, und ihr müsst auch nicht antworten, aber wenn mir jemand sagen kann ob meine Überlegungen wenigstens ansatzweise nachvollziehbar sind, wäre ich schon dankbar.
    Und für weitere für/wider-Argumente natürlich umso mehr :)
     
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  3. #2 S.Oertel, 14. Mai 2009
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    Tach auch,

    naja - ein PKW-Anhänger + Kettensäge + Axt reicht ja im Prinzip und kost auch nicht die Welt.
    Wenn man dann aber die ganzen Räumlichkeiten teuer neu erstellen muß und "nebenbei" noch einen Job hat, lohnt sich das vermutlich in 50 Jahren nicht.

    Ich stelle immer wieder fest, daß Holzheizung per Milchmädchen schöngerechnet wird und die realen "Einsparungen" sehr viel niedriger sind, als lauthals verkündet.

    Ein Freund hat sich auch so einen Holzofen ins Wohnzimmer gestellt (seitdem muß ich bei ihm nicht mehr frieren bei 28°C RT) und über die letzten 3 Jahre damit insgesamt ca. 500l Heizöl gespart.

    Klar sind 500l ein Posten in der Kalkulation - betrachtet man aber den Aufwand, lohnt sich das nur, wenn man jede Menge Zeit und sonst nix zu tun hat....

    Gruss
    Sven
     
  4. acensai

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    Ich verstehe deine Überlegungen sehr gut. Wir standen vor der gleichen Frage wie Du (wir hätten aber Hackschnitzelheizung einer Stückgutheizung bevorzugt.)

    Unsere Entscheidung fiel auf KFW40. Und zwar ein konsequentes KFW40-Haus vor dem Hintergrund der Heizungs- und Lüftungsthematik:
    • KEIN Kaminzug im Haus
    • KEIN Holzofen oder sowas
    • Luft- oder Sole-/DV-WP als einzige Heizquelle
    • KWL mit WRG und evtl. EWT (keine Sole-WT)

    => Wenn Du die Kosten für die KWL und die WP einer Hackschnitzelheizung gegenrechnest, dann ist die Holzheizung teurer. In ALLEN Belangen, sowohl bei der Anschaffung als auch bei den laufenden Kosten -> die Kosten für ein KFW40 Haus sind allerdings leider höher :(

    Stückgutheizung + Solar + Pufferspeicher + Kaminzug gibt's auch nicht umsonst! Natürlich, von Solarb~~er etc. gibt gute Lösungen zu einem günstigen Preis. Die Anschaffungskosten für eine solche Heizung belaufen sich aber teilweise schnell auf die Kosten einer KWL mit WRG und einer Luft-WP!

    Meines Erachtens sind die teuersten Lösungen die Mischsysteme:
    • "Da bauen wir uns mal einen Gas- oder Ölbrenner ein - um die Basisversorgung sicherzustellen." ... Klar ... :motz
    • OK, und da ich als Häuslebesitzer Angst vor den steigenden Öl- und Gaspreisen habe, lasse ich mir einen Kaminzug über 3 Etagen in mein Haus mauern. ... ja ja .. Eh klar, man hat ja Angst und will nicht komplett von Putin und den Arabern abhängig sein - ganz geschickt überlegt vom Bauherren :shades
    • Und wenn ich schon einen Kaminzug mitten im Haus habe, dann bau ich mir noch einen schönen Kachelofen ein. Holz hab' ich ja sowieso in meinem Wald - da kann ich richtig günstig (im Notfall) heizen. Gerade dann, wenn es draussen ganz ganz kalt ist. ... AHA ... ;)
    • Und weil es soviel Förderung gibt, montieren wir uns in 1 bis 3 Jahren auch noch ein paar Flachkollektoren aufs Dach. Wenn noch kein Pufferspeicher im Keller (neben den Heizöltanks) steht, dann kaufen wir uns halt einen neuen. Denn dann können wir kostenlos duschen und baden - und das ist ja super! ... aha, Respekt :konfusius
    Das hört sich jetzt etwas überheblich und merkwürdig an - aber sowas ähnliches hab' ich schon oft gehört. Über die Kosten für diese Lösung wollen diese Bauherren aber nicht sprechen! Gut, ok - das kann ich auch verstehen ...


    Ich sag auch immer: Das Stück Wald kann bei mir noch weiterwachsen, bis ich es zu Schnittholz (und nicht zu Brennholz!) zerschneide. Schnitt- und Bauholz ist immer wertvoll und bringt einen "guten" Preis! Und selbst Brennholz werd' ich in den nächsten Jahre immer gut verkaufen können - es gibt ja ausreichend Menschen mit Holzheizungen :biggthumpup:
     
  5. Julius

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    Richtig!
    Und die bereits absehbare, aber bestimmt nicht billige Nachrüstung mit einem Feinstaubfilter spart man sich auch noch...
     
  6. R.B.

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    So isses. Man muß schon viel Enthusiasmus aufbringen um mit einer Holzheizung richtig Geld zu sparen. Nicht jeder hat dazu die notwendige Zeit und Lust.
    Eine WP ist natürlich deutlich komfortabler.

    Ob Holz oder WP? Das muß jeder für sich entscheiden. Ich bin für´s Holzheizen schlichtweg zu faul.

    Also, Haus bestmöglich dämmen, und dann mit einer einfachen WP heizen. Dann ist es auch fast schon egal, ob da eine JAZ von 3, oder 3,5 oder 4 oder 5 steht. Ein paar kWh mehr oder weniger machen sich im Geldbeutel kaum mehr bemerkbar.

    Gruß
    Ralf
     
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  8. #6 Headhunter2, 14. Mai 2009
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    Gut, der Holzvergaser ist technisch nicht so aufwändig wie die Hackschnitzelheizung (z.B. keine automatische Zuführung), und deswegen im Schnitt etwas billiger, aber dafür ist der Aufwand wegen der Beschickerei auch höher

    Schon klar, aber das wär's mit beiden Heizkonzepten geworden, und "KfW40" ist bei mir auch eher ne Hausnummer, ich will ein Haus dass aufgrund seiner guten Dämmung wenig tatsächliche Energie braucht, und nicht eins dass aufgrund seiner Heizmethode schöngerechnet wurde ;)

    => Kommt noch auf meine persönliche Pro/Contra-Liste, hatte ich glatt vergessen, stimme dir aber zu, dass das früher oder später kommen wird, ich schätze eh dass die Häuslebauer die neuen Melkkühe der Nation werden, die Autofahrer haben ja schon nichts mehr :D
    Wobei mich auch nicht wundern würde wenn man dann irgendwann pro geförderter KWh Erd, Luft oder sonstiger Wärme ne "allgemeine Energieverbrauchssteuer" abdrücken darf :mauer
     
  9. OldBo

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    Ich kann nur sagen, dass meine Erfahrungen mit dem Holzheizen, in meinem Fall mit Ofen und probeweise, nicht meine Welt ist. Es ist doch ziemlich für Arbeit. Da sitze ich lieber am Computer oder verrichte die notwendigen Arbeiten im Garten. Und der Staub, und ich meine nicht den Feinstaub, den bekommt mein Nachbar in den Garten, sondern den Staub in der Wohnung, der hat schon Ärger mit meiner Regierung verursacht. Auch ist dann meistens noch der Raum überheizt, weil ich ja richtig heizen will, sodass ich mit den Fenstern regeln muss, weil meine Fußbodenheizung die Wärme gar nicht aufnehmen kann.

    Dies soll nur einmal eine Anmerkung zum Nachdenken sein. :irre

    Gruß an die Tecnikfreaks

    Bruno
     
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