WU-Beton

Diskutiere WU-Beton im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir sollten laut Vertrag eine Bodenplatte aus WU-Beton nach statischen Erfordernissen bekommen. Die Sohlplatte wurde nun aus C20/25,...

  1. #1 Flower Bauer, 08.11.2010
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    Hallo,

    wir sollten laut Vertrag eine Bodenplatte aus WU-Beton nach statischen Erfordernissen bekommen.

    Die Sohlplatte wurde nun aus C20/25, F3, 32mm, XC3 mit einer stärke von 20cm gegossen.

    Ist dies als WU-Beton zu sehen?

    Gruß
    Flower Bauer
     
  2. #2 JamesTKirk, 08.11.2010
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Nein, da WU-Beton als Mindestanforderungen einen C 25/30 mit einem max. w/z-Wert von 0,6 aufweist.

    Damit ist der Vertrag nicht erfüllt und, wenn wirklich Wasser ansteht, hast Du (bzw. Dein Bauausführender) ein Problem.
     
  3. Yilmaz

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    @James, selbst mit eine C25/30 zweifele ich das es eine WU-bauteil sein würde.
     
  4. #4 Carden. Mark, 08.11.2010
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    Was ist vereinbart?
    Eine dichte Betonkonstruktion?
    Also ein WU (wasserundurchlässiges)-Bauteil
    Wasserundurchlässigkeit: Qualitative oder quantitative Angabe zur Begrenzung des Wasserdurchtritts durch Beton, Fugen, Einbauteile und Risse.
    Oder nur das reinplörren von WU-Beton. Heute nennt man das im übrigen "Beton mit hohem Wassereindringwiderstand"
    Da aber bei einem WU-Bauteil ein W/Z-Wert von max. 0,60 einzuhalten ist, bedeutet dieses einen Normalbeton der Druckfestigkeitsklasse mind. C25/30.
    Bei Dir wurde aber ein C20/25 eingebaut, zudem nur 20 cm dick.
    Das ist kein WU-Bauteil nach WU-Richtlinie.
     
  5. #5 JamesTKirk, 08.11.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.11.2010
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    @ Yilmaz:

    Es würde aber mindestens so tun als ob ... :mega_lol:
     
  6. #6 Carden. Mark, 08.11.2010
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    hee-warum tippe ich immer so langsam.
    Warum hast Du hier Bedenken Yilmaz?
    Bitte bedenke auch, je höher die Druckfestigkeitklasse, je höher die Zwang aus Hydratation.
    Wenn der TWP Dir den 25/30 vorgibt, solltest Du es nicht besser mach wollen, durch einen "höherwertigereren" Beton.
     
  7. #7 Flower Bauer, 08.11.2010
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    Vereinbart war folgendes:

    Die Fundamente werden nach statischen Erfordernisse, abgestimmt auf vorhandene Gründungsverhältnisse, frostfrei gegründet. Die Sohle wird mit Stahlmatten bewehrt und aus wasserundurchlässigem Stahlbeton hergestellt. Der U-Wert der Bodenplatte (inkl. Estrich) beträgt 0,15 W/ m2K.
    Die Gründung des Gebäudes wird wie folgt ausgeführt:
    - Schicht aus Sand, verdichtet
    - darüber Wärmedämmung aus druckfesten wetterbeständigen Hartschaumplatten,
    WLG 035, mindestens d=10 cm, darüber PE-Folie
    - Bodenplatte aus Stahlbeton gemäß Statik
    - Stirnseiten der Bodenplatte werden ebenfalls gedämmt mit Wärmedämmung aus
    druckfesten, wetterbeständigen Hartschaumplatten, WLG 035, mindestens d=10
    cm
     
  8. #8 Flower Bauer, 08.11.2010
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    Welche Folgen kann es denn haben, wenn wir nun schlechteren Beton haben?
     
  9. #9 JamesTKirk, 08.11.2010
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Was steht denn in der Statik bzw. auf dem Bewehrungsplan ?? Welche Festigkeitsklasse und welche Expositionsklassen ??
     
  10. #10 Flower Bauer, 08.11.2010
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    Dort steht das was verwendet wurde. Die Fundamente wurden auch aus C25/30, F3, 32mm, XC4, XF1, XA1 hergestellt. Alles nach Statik.
     
  11. Yilmaz

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    Nicht unterkellert! Wofür dann eine WU-Bodenplatte?
     
  12. #12 Carden. Mark, 08.11.2010
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    evtl. weil OK Platte trotzdem unter dem Bemessungswasserstand liegt.
    aber
    daraus kann ich keine Anforderungen ablesen.
     
  13. Yilmaz

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    das kann ich ausschließen Mark! Dahinter steckt eine vermarktungspolitik mancher BU/BT. Machen bauherren großen angst und verkaufen bodenplatten aus WU-Beton (kostet 3 euro mehr) und verlagen mehrere tausend euro :winken ( habe ich jetzt mehr feinde? ;))
     
  14. #14 JamesTKirk, 08.11.2010
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    JamesTKirk Gast

    Das mit XA1 ist ja spannend. Das bedeutet "schwach chemischer Angriff" vom Grundwasser oder vom Boden her. Was sagt denn das Bodengutachten dazu ??

    Die genannte Expositionsklassenkombination bedingt auf jeden Fall einen C 25/30. Bei XA1 rutscht die ganze Sache sogar in die Überwachungsklasse 2 (ÜK 2) nach DIN 1045-3, bei der BU sowohl Eigen- als auch Fremdüberwachung durchführen muss. Ist dies gemacht worden ?? (Okay, die Frage war rhetorisch)
     
  15. #15 Carden. Mark, 08.11.2010
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    Käpten
    aber ob es gefordert war????
    Der C25/30 bringt das nun mal so mit sich - jedenfalls bei uns.
     
  16. #16 gunther1948, 08.11.2010
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    hallo
    wo soll das sein kann man da überhaupt noch mit normaler gründung - streifenfundamente + bopl bauen und normal bauen mit haustür, bodentiefen fenstern etc, heh wir sprechen über häuser und nicht über dampfer und nicht über bauen im see oder wattenmeer.
    20 cm bodenplattendicke geht als wu- bauteil nicht mindestdicke 25 cm
    wu- bauteil erfordert bei der berechnunmg eine rissbreitenbeschränkung daraus folgt eine mindestbewehrung zur rissbreitenbeschränkeung.
    weis ich nicht ob der flowerbauer das hat.
    betongüte c25/30 mit einem mindestzementgehalt für beton mit einem hohen wassereindringwiderstand d <-0,40 m w/z-wert >-0,6; z >- 280 kg/cbm
    für druckwasser w/z <-0,55.
    aber die ganze mimik ist doch nur notwendig wenn das ding im wasser liegt.
    wann ist das bei einem einfamilienhaus ohne keller der fall.
    das ganze wu-gedöns bei normalen gründungen ist doch wie yilmaz schon sagt bei weitem überzogen und wird vollkommen falsch von den bauherrn interpretiert. da wird doch der eindruck erweckt, daß der einen hohen qualitätsstandart kriegt mit dem ihm auch ohne zusätzliche maßnahmen nichts mehr passieren kann.
    da streiten wir bei einer bodenplatte für eine nichtunterkellerte hütte über wu oder nicht wu und dann schweißen wir innen auf die bopl eine V60 S4 um die wasserdampfdiffusion in den griff zu kriegen. wenn das wasser schon so hoch steht, daß die bodenplatt die abdichtung übernehmen muß dann läufts viel leichter zur haustür rein.
    nach meiner meinung ist es im vorliegenden fall vollkommen egal ob die bodenplatte jetzt wu-anforderungen erfüllt oder nicht und ob da jetzt 10kg/cbm zement mehr oder weniger drinn ist ist jacke wie hose, da ist es viel wichtiger, daß eine vernünftige nachbehandlung der betonfläche stattfindet.

    ich bleib dabei wu-beton ist nicht wasserundurchläßig die bezeichnung ist schlichtweg falsch.
    unterschreiben würd ich wu=wurmundurchläßig.

    gruss aus de pfalz
    ich hör schon den aufschrei von allen beton-aktivisten.
     
  17. #17 haitabu, 08.11.2010
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    Betonaktivisten: greift bitte an!! :offtopic:

    Aber:Ich als Laie finde es klasse, wie plakativ Gunther die Dinge schildert.
    Und wenn das Pseudonym mit dem Geburtsjahr korreliert, gehe ich davon aus, dass hier eine Menge Erfahrung hinter steht.
    Dass ich hier im Forum nach fertiggestelltem Haus noch sehr gerne lese liegt daran, dass ich wirklich kein Vertrauen zu meinem (nicht befreundeten) Architekten habe und wir wirklich diverse Mängel hatten, die nicht ohne waren.
    Umso schlimmer: ich habe noch 3 Freunde, die Architekten sind...und bei vielen Diskussionen wird es anfangs sehr inhomogen "theoretisch"..und nach dem dritten Bier einstimmig "praktisch"...für mich dann wieder beruhigend. Weil auf den anfänglichen Totalabriss doch wieder Ernüchterung (kein Abriss) folgt...;)..und ich die Zusammenhänge ein wenig verstehe und ein gutes Gefühl habe...
    LG
    Hait(h)abu
     
  18. #18 JamesTKirk, 08.11.2010
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Dieser Argumentation folgend brauchen wir keine Betonnormen ... Hauptsache die Pampe ist grau, hat runde Klickerchen drin und sieht aus wie Beton. :mauer

    Flowerbauer hat ein Häuschen gekauft, das unter anderem nach DIN EN 206-1 / DIN 1045-2 geplant ist und auch so gebaut werden. Diese Norm sieht vor, dass sein Häuschen über einen Zeitraum von 50 Jahren entsprechend dauerhaft bemessen und gebaut ist. Bei Verwendung von Betonen, die nicht entsprechend den Vorgaben der genannten Normen verwendet werden, reduziert sich dieser Zeitraum um den Faktor X. Aber das scheinst Du ja entspannt zu sehen, Gunther, es geht ja schließlich nur um ein Kilo Zement hoch oder runter bzw. um ein paar Literchen Wasser mehr. :mauer
     
  19. #19 haitabu, 08.11.2010
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    das Probem ist, dass wir immer ceteris paribus Betrachtungen machen, ohne auf das Gesamtkonzept zu achten. Mit meinen knapp 50 Jahren habe ich noch nie ein Haus gesehen, das aufgrund falscher Bemessung (nenne ich einfach mal so) der Boplatte die Grätsche gemacht hat. Meine Archikumpels übrigens auch nicht. Aber alleine in unserem Neubaugebiet sind dieses Jahr 6 Häuser abgesoffen, bei denen die vertikale Abdichtung mangelhaft war, weil das Detail immer so geplant war, wie immer, aber die Terrassen "höher" kamen. Inklusive Auszug der gesamten Familie und Sanierungen in Grössenordnungen von 30-50 k Euro (pro Haus). Einmal sogar 100k.....
    Und da frag ich mich als Laie: was ist schlimmer: kein WU Beton und dafür ne vernünftige Abdichtung, respektive Gesamtkonstruktion, oder Wu Beton und schlamperte Abdichtung. Aber ich verstehe, was Kpt. Kirk meint: wenn so geplant, dann sollte es auch so ausgeführt werden. Aber: gibts das auf dem Bau?
    Ich sage: selten.
     
  20. #20 gunther1948, 08.11.2010
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    hallo
    oder wu- in den unterlagen und eine pseudosicherheit.
    james nix gegen die DIN aber warum muss ich bei einem nichtunterkellerten einfamiliemhaus nach wu-beton schreien? ich seh da keine notwendigkeit und hauptsächlich die GU`s gaukeln den bauherrn eine pseudoqualität vor die sie nicht erfüllen- siehe nachbehandlung der betonflächen - freitags betoniert montags stehen die steinpakete auf der platte- statikus des gu hat keine rissbeschränkeung gerechnet.
    auf dem lieferschein ist es leicht dem bauherrn wu- zu zeigen aber in der berechnung sieht das schon anders aus.


    gruss aus de pfalz
     
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