Zinsbindung optimal wählen

Diskutiere Zinsbindung optimal wählen im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo Forum, nun mal eine theoretische Frage: Aktuell liegt das Zinsniveau ja noch verhältnismäßig niedrig. Würdet ihr deshalb eine lange...

  1. VanniBau

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    Hallo Forum,

    nun mal eine theoretische Frage: Aktuell liegt das Zinsniveau ja noch verhältnismäßig niedrig. Würdet ihr deshalb eine lange Zinsbindung wählen, um die aktuellen Zinsen möglichst lange nutzen zu können oder denkt ihr, dass die aktuelle Weltwirtschaftssituation und die vielleicht anstehende Rezession letztlich doch wieder zu sinkenden Bauzinsen führen könnte?
     
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  3. #2 ReihenhausMax, 8. August 2011
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    Wenn Du auf aktuell fallende Zinsen setzen willst, dann mach (einen Teil)
    erstmal variabel. Ansonsten willst Du doch sicherlich nicht drauf wetten,
    wie die Welt in 5, 10 oder 15 Jahren aussieht?
     
  4. Torian

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    Es ist tatsächlich interessant, dass trotz steigender Leitzinsen in diesem Jahr die Baufi-Zinsen in den letzten 4 Jahren fast stetig gesunken sind (siehe z.B. Biallo.de)

    **Theoretisch** könnte man tatsächlich variabel verzinsen und auf den *richtigen* Moment warten um sich die niedrigsten Zinsen zu sichern. Theoretisch (und rückblickend) ist so etwas immer einfach, praktisch war ich z.B. bei 9/11 im Italienurlaub und habe dort im Restaurant im Fernseher gesehen wie ein Flugzeug in einen Wolkenkratzer crasht, 3 Wochen später war ich zu Hause und das Aktiendepot im Keller...

    Ich persönlich werde meine baldige Hausfinanzierung von jeglichen "Zockergeschäften" streng trennen und plane mir die dann gültigen Zinsen für voraussichtlich ~15 Jahre zu sichern.
    Vorteil: Tolle Konditionen + Ich kann nachts gut schlafen :-)


    Um nochmal zum theoretischen zu kommen: Die EZB kauft jetzt auch spanische und italienische Staatsanleihen auf, durch das "Drucken" von Geld wird es früher oder später unweigerlich zur Inflation kommen wodurch die Zinsen deutlich steigen werden, jetzt auf fallende Zinsen zu wetten wäre wie wenn du kurz vor der Finanzkriese eine Baufi mit CHF gemacht hättest :bef1014:

    Gruß
    Horst

    PS: @ReihenhausMax: Wenn du dir nur einen Teil als variables Darlehen sicherst freut sich deine Bank wenn du diesen Teil zum Annuitätendarlehen umwandeln möchtest weil die Bank erstrangig im Grundbuch eingetragen ist. Deine Bank kann dir dann ein Angebot machen bei dem du nicht nein sagen kannst :-) (oder bei einer anderen Bank ein *nachrangiges* Darlehen besorgen viel Spaß)
    Dies gilt auch wenn du das Darlehen splittest auf 5 Jahre und 10 Jahre!
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Das ist eine sinnvolle Strategie. Genau betrachtet ist es auch völlig egal ob man 1 Zehntel mehr oder weniger Zinssatz zu zahlen hat. Bei einer Immobilienfinanzierung geht man auf Nummer sicher, zumindest so lange es sich um das selbst genutzte Eigenheim handelt.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #5 baufibemu, 9. August 2011
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    Hallo,

    auf eine theoretische Frage folgt eine praktische Antwort.
    Die variablen Zinsen sind momentan teurer, als die festgeschriebenen im Fünfjahresbereich.
    Wie lange die Zinsbindung sein sollte, hängt davon ab, was man vorhat und was man leisten kann.
    Wenn man viel tilgt (evtl. auch durch Sondertilgung) kann die Zinsbindung kürzer ausfallen. Tilgt man wenig, sollte die Zinsbindung so lange wie möglich sein. So einfach ist das.

    Beste Grüße
     
  7. #6 BodoBagger, 9. August 2011
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    Schreib' 20 Jahre fest und tilge, was das Zeug haelt!

    Leider wird in den ersten 2-3 Jahren eh nicht viel an Sondertilgung rumkommen.
    Bei uns wird es zumindest so sein...
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Jepp. Die besten Schulden sind die die man nicht hat. ;)

    Dann kann es einem egal sein, welche Zinssätze für Immofinanzierungen gerade aufgerufen werden.

    Gruß
    Ralf
     
  9. VanniBau

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    Vielen Dank für die vielen interessanten Antworten. Ja einen Teil variabel wäre sicherlich interessant, wobei ich auch denke, dass die die Inflation reinhauen und die Zinsen ansteigen lassen wird.

    Naja, war ja nur theoretischer Natur... Hohe Tilgungsraten sind auf jeden Fall immer gut :)
     
  10. Chico73

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    Warum sollte es eine Inflation über das bisherige Maß hinaus geben? Derzeit rechne ich eher mit dem Gegenteil

    Mir persönlich ist eine Zinsbindung von 15 oder gar 20 Jahren zu teuer. Selbst wenn die Zinsen innerhalb der nächsten 5 Jahre auf 6% steigen sollten, fahr ich mit einer Zinsbindung von 10 J. und bei den jetzt günstigen Zinsen deutlich günstiger. Wir haben für 10 Jahre 3,7% bekommen, bei 15 od. 20. Jahren hätten wir mind. 1% mehr zahlen müssen.
     
  11. sash2811

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    Lange Festschreibung wählen, da gemäß BGB dem Verbraucher ein Sondertilgungsrecht nach 10 Jahren zugestanden wird. Damit kann ich mir 100%tige Sicherheit für 20 jahre kaufen, aber nach 10 Jahren raus. Und der Aufschlag von 10-15-20 ist im langjährigen Vergleich mit 0,20 bzw. 0,35 vernachlässigbar.
     
  12. Torian

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    Der Aufschlag bei längeren Laufzeiten hängt auch von dem Beleihungsauslauf ab, wer nur 60% beleiht bezahlt geringere Aufschläge für lange Laufzeiten...
     
  13. VanniBau

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    Wirklich vernachlässigbar? Ich dachte beim Sonderkündigungsrecht nach BGB muss trotzdem eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden...

    Ansonsten kann man nie wissen, wie sich die Inflation entwickelt - das Vetrauen in die Leitwähungen schwindet doch immer mehr, habe ich gelesen...
     
  14. Huisje

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    Das ist aber ein üngewöhnlich hoher Zuschlag.
    Normalerweise liegt 15 Jahre ~0,3-0,5% über 10 Jahre Zinsbindung.
     
  15. Huisje

    Huisje

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    Stimme ich voll zu.
    Hohe Restschulden brauchen mehr Zinssicherheit als niedrige Restschulden.
     
  16. ciclosport

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    Also das wäre mir neu, nach 10 Jahren kann ich sonderkündigen ohne jegliche Zahlung von Vorfälligkeitsentschädigung...allerdings mit 6 monatiger K+ndigungsfrist..

    Und das aktuelle Niveau ist nicht nur relativ niedrig, es ist historisch unglaublich niedrig. Nachteil ist das sich viele nun ein Häuschen leisten können und dabei leider nicht bedenken was passiert wenn es dann statt 3,75 in ein paar Jahren doch mal 6,75 werden...
     
  17. MDWD

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    Für wie wahrscheinlich haltet ihr es denn, dass die Zinsen in 10 Jahren bei 6,5% liegen?
     
  18. ciclosport

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    ...das kann keiner Prognostizieren...

    Analysten versuchen es häufig, liegen aber meistens schwer daneben..

    geht einfach nicht...
     
  19. Torian

    Torian

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    Meine Glaskugel ist leider auch defekt...

    Bei der Interhyp kann man den Verlauf der letzten 20 Jahre sehen, 6,5% gab es zuletzt vor ca. 15 Jahren (http://www.interhyp.de/interhyp/servlet/interhyp?_rwc=style=b2c)

    Was die Zukunft wohl bringt?? Ob es den Euro in 15 Jahren noch gibt???

    Ich persönlich prüfe höchst-pessimistisch gerne bei meinen aktuellen Berechnungen was passiert wenn die Zinsen auf 7-8% steigen aber ob der Fall eintritt??
     
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  21. MDWD

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    Eben.
    Deshalb tendiere ich im Moment auch stark zu einer 10-jährigen Zinsbindung.
    Wenn man ordentlich tilgt, können die Zinsen ruhig auf 8% steigen.
    Habe das mal auf unseren ganz konkreten Fall hochgerechnet.
    Es hängt aber immer von den ganz persönlichen Verhältnissen ab.
    Bei einer eher kleinen Tilgung und ohne Sonderzahlung kann auch durchaus eine lange Zinsbindung Sinn machen.
    Ich verlasse mich da nur auf meine eigenen Rechnungen. Ist auch im Prinzip gar nicht so schwer.
     
  22. VanniBau

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    Habe heute erst in einer Pressemitteilung von Enderlein gelesen, dass die Zinssätze für Baudarlehen in den letzten Monaten wieder stark gefallen sind. Liegt wohl hauptsächlich an den Börsenturbulenzen, weil wieder viele Anleger Staatsanleihen kaufen und deren Rendite gesunken ist.

    Dort wird empfohlen, auch lange Zinsbindungen mit in die eigenen Überlegungen einzubeziehen, da diese aktuell nicht sonderlich teuer sind.
     
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Zinsbindung optimal wählen

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