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KFW 40 mit Wärmepumpe?

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  1. #1

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    KFW 40 mit Wärmepumpe?

    Hallo,

    wir wollen bei unserem Neubau die offiziellen Vorgaben und Grenzen des KFW40-Hauses erreichen um den zingünstigen KFW-Kredit zu "ergattern" ...

    Nun wurde mir heute erklärt, dass die ART der Heizsystems sehr wichtig sei. Wenn wir eine Wärmepumpe (z.B. Direktverdampfer) einsetzen würden, dann wäre dies bei der Berechung des Jahres-Primärenergiebedarfs ERHEBLICH schlechter, als bei einer Pellets-/Gasheizung. Zurückzuführen sei dies auf den erheblich schlechteren Primärenergiefaktor von elektrischem Strom i.Vgl. zu Pellets ... (aha????)

    Ich habe entgegen gehalten, dass der Wirkungsgrad einer DV-Anlage weit über Faktor 3 liegt, und ich somit mindestens genau den gleichen PWert erreichen würde, als der Kollege mit der Pelletsheizung (oder einer Gasheizung) ... denn mit einer Pelletsheizung hab' ich doch nur einen maximalen Primärenergiefaktor von 1,1 - oder?

    ... lieg ich falsch, oder mein Kollege oder liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte?

    Ich hoffe, ich konnte meine Frage sinnvoll und verständlich erklären?!


    Besten Dank und viele Grüsse
    ... der martin.
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  2. KFW 40 mit Wärmepumpe?

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  3. #2
    Avatar von JDB
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    Bei Gas haste recht, bei Pellets nicht.

    Im Folgenden stark vereinfacht Werte für

    Gas (Brennwert)
    WP (aussenluft, standard)
    Pellets

    Bedarf x Aufwandfaktor im Haus x Aufwandfaktor Energieerzeugung (Primärenergiefaktor)

    100 x 0,95 x 1.1 = ~100
    100 x 0.3 x 2.7 = ~100
    100 x 1,5 x 0,2 = ~30
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  4. #3

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    Dabei würde ich aber die Preise für Pellets im Auge behalten. Die sind in den letzten Jahren rasant gestiegen und so langsam geht das (heimische) Holz aus aus denen man sie machen kann.

    Außerdem geht die Rechnung von JDB von einem konventionellen Kraftwerk aus, bei Ökostrom oder KWK sieht es schon ganz anders aus. Auch hat eine DV-WP einen wesentlich höheren JAZ Faktor als eine Luft/Wasser-WP.

    Wer dir allerdings erzählen will das der Jahresprimärenergieverbrauch einer Gasheizung wesentlich besser ist als der eine WP sollte sich noch mal schlau machen, denn mit einer Wärmepumpe bist du zumindestens auf Augenhöhe mit Gas und mit einer DV Anlage sogar wesentlich besser.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Überraschung ....

    Danke für die Infos!

    Pellets hat den rechnerischen Primärenergiefaktor von UNGEFÄHR 0,2 lt. ENEV-/DIN-Vorgaben?? ... das hätt' ich nicht geglaubt, das kann unsere Haus-/Heizplanung nochmal verändern!!!

    Für mich kommen eigentlich nur 2 Heiz-/WW-Konzepte in Frage:
    1. Wärmepumpe (Direktverdampfer oder Sole-Sole-WP) OHNE Solarthermie
    2. Kombinierter Pellets-/Holzofen (Anbieter: CTM oder Brunner)für den Wohnraum mit Wassertasche + Solarthermie für WW und Heizungsunterstützung (Holz habe ich fast unbegrenzt im freien Zugriff)


    -> Mit der Variante 1 werd' ich aber selbst mit den u-werten von 0,16 - 0,18 bei den Aussenwänden / Dach evtl. Probleme bekommen, die rechnerischen Grenzwerte fürs KFW-40 Haus einzuhalten ...

    Wohlgemerkt: Wir bauen ein EFH mit Einliegerwohnung. D.h. wir würden bei KFW40 wahrscheinlich als max. Fördersumme 100.000 Euro bekommen (zu 2,25 % effektiv über ING-Diba, 10 Jahre Laufzeit bei Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit!). Deswegen rechne ich aktuell schon einiges herum, denn diese Konditionen sind extrem günstig ...

    hmmmm ... ... ein KFW40-Haus NUR mit Wärmepupe für Heizung und WW ist doch dann kaum zu erreichen, oder???
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  6. #5
    Avatar von BauherrHilflos
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    Zitat Zitat von acensai Beitrag anzeigen
    ....(zu 2,25 % effektiv über ING-Diba, 10 Jahre Laufzeit bei Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit!). Deswegen rechne ich aktuell schon einiges herum, denn diese Konditionen sind extrem günstig ...
    KFW OK!
    Ihnen sollte aber auch klar sein, das bei 10 Jahren Laufzeit und Zinsbindung, Sie auch sehr hoch Tilgen müssen!? Habe da so eine dunkel 10% (bitte nicht festnageln) im Hinterkopf..?
    Bitte rufen Sie mal bei der KFW an, und erfragen genau die Tilgungsrate bei der Laufzeit. Dann dürften zwar die Konditionen günstig sein, jedoch die Raten pro Monat haben es in sich.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von BauherrHilflos Beitrag anzeigen
    KFW OK!
    Bitte rufen Sie mal bei der KFW an, und erfragen genau die Tilgungsrate bei der Laufzeit. Dann dürften zwar die Konditionen günstig sein, jedoch die Raten pro Monat haben es in sich.
    Ja, da muss man monatlich schon was hinblättern bei der Rückzahlung - keine Frage!! ... aber bei uns würd's aus verschiedensten Grüden sehr gut passen ...

    Wir haben uns bei der Haustechnik vor einigen Monaten für Alternative 1 GEGEN die Alterntative 2 entschieden (unwissend über die Primärenergiebedarfs-Berechnung und ohne einen Energieberater einbezogen zu haben ...) ... in den nächsten 4 - 6 Wochen müssen wir uns über die Heizstrategie entscheiden ...
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
    Avatar von JDB
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    Zitat Zitat von acensai Beitrag anzeigen
    hmmmm ... ... ein KFW40-Haus NUR mit Wärmepupe für Heizung und WW ist doch dann kaum zu erreichen, oder???
    Wieso? Die 100 oben waren doch nur ein hoher Beispielbedarf.

    Vereinfachtes kfw 40 Beispiel mit guter WP

    (45+12.5) *0.22 * 2.7 + Hilfsenergien (Strom)*1.0*2.7 < 40

    Und der niedrige Heizwärmebedarf von 45 kWh/m²a hilft auch beim Erfüllen der Nebenanforderung: "Gebäudehülle 45% besser als EnEV-Standard"

    Tipp für kfw40:
    Zuerst um die Gebäudehülle (Nebenanforderung) kümmern, indem Du die U-Werte auf das kfw-40 Anforderungsniveau (= "Fast-Passivhausstandard") herunterschraubst.
    Dann die Heizungsvarianten durchspielen.
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  10. #8
    Themenstarter

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    Hallo JDB,

    verstehe - ja, da hast Du natürlich vollkommen recht ... erreichen kann man den KFW40-Standard dann auch mit einer guten Sole-Wärmepumpe.

    WOBEI: Wenn ich mal davon ausgehe, dass ich NUR eine Sole-WP einsetzen würde (KEINE Solarkollektoren fürs WW auf dem Dach), dann dürfte mein Heizwärmebedarf wahrscheinlich tatsächlich bei ca. 45 kWh/m²a liegen (-> Primärenergiebedarf bei Einsatz von WP = ca. 25 - 27 kWh/m²a).

    Da ich bei der Aussenhaut (Dach, Wand, Boden) sowieso einen u-wert unter 0,20 anstrebe, 3-fach verglaste Fenster größtenteils gesetzt sind, die Nordseite fast fensterfrei und wir eine KWL mit WRG einbauen, sollte der Heizwärmedarf weit unter 45 kWh/m²a liegen ...

    Die restlichen 13 - 15 kWh/m²a Primärenergiebedarf braucht man kalkulatorisch kaum fürs Warmwasser (über Sole-WP) und den Haushaltsstrom auf.


    ... find's aber irgendwie auch unfair, dass man bei der KFW-Berechnung mit Pellets kaum ein Problem mit der Grenze für den Primärenergiebedarf von 40 kWh/m²a hat - da muss man ja eigentlich nur den Transmissionswärmeverlust im Griff haben ...


    Danke
    ... der martin.
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