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Thema: Din 18916

  1. #1

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    Din 18916

    Hallo!

    Hab mal ne Frage zu o.g. DIN, die mir leider nicht vollständig vorliegt. Da wir zur Zeit dabei sind den Garten gestalten zu lassen fliegen uns bislang unbekannte Abkürzungen wie 3xv, mdB, Co24 etc. um die Ohren.
    Den "Langtext" dazu konnte ich ermitteln, aber da Gärtnern nun gar nciht mein Fachgebiet ist, bin ich mir über die Bedeutung nciht klar, also konkret:

    1. Was ist besser "mit Ballen", "mit Drahtballen" oder "Container"? Vermutlich in der Reihenfolge?

    2. die Anzahl der Verpflanzungen ist wohl auch ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Warum ist eine 5 mal verpflanzte Pflanze "besser" als eine nur 3 mal verpflanzte?

    3. Unter "Hochstamm" kann ich mir noch was vorstellen, unter "Halbstamm" nicht. Und was ist der Unterschied zwischen "Strauch" und "Solitär"?


    Danke für euere Hilfe!
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  2. Din 18916

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    gast3
    Gast
    ich könnte jetzt locker 2/3 deiner Fragen mit qualifiziertem Halbwissen beantworten, aber, da gibt es jemanden der es besser weiß

    JOSEF, wo bist du ?
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  4. #3
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    wobei ich diese Fragen nicht unter DIN xxxx vermutet hätte. Ich würde ja einfach die nette Dame in der Baumschule fragen.
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  5. #4

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    ...ich versuch's mal ( ...bin allerdings kein Baumschüler ):

    Zu 1.:
    Meines Wissens gibt es keine Qualitätsunterschiede zwischen Ballen, Drahtballen und Container, sondern die jeweilige Ballierungsform richtet sich nach der Größe der Pflanze und der Vorliebe der Baumschule.
    Einen Unterschied zwischen Ballen und Containern gibt es allerdings. Ballenware wächst in der Baumschule auf dem Acker und wird erst kurz vor dem Verkauf gestochen und balliert. Dadurch verlieren die Pflanzen trotz dass sie jährlich verpflanzt wurden, doch immer noch einen gewissen Feinwurzelanteil.
    Containerware wird im Container kultiviert und braucht somit zum Verkauf nicht erst aus der Erde genommen zu werden. Somit bleiben auch sämtliche Wurzeln bei der Pflanzung erhalten. Dadurch ist es möglich, Containerware ganzjährig zu pflanzen, wohingegen die Verpflanzung von Ballenware auf die Ruhezeit der Pflanzen ( Okt. - April ) beschränkt bleibt. Insofern könnte man der Containerware einen höheren Qualitätsgrad einräumen - es gibt allerdings auch spezielle fachliche Argumente, die gegen den Einsatz von Containerware sprechen.

    Zu 2.:
    Auch die Anzahl der Verpflanzungen richtet sich nach dem Alter und somit der Größe der Pflanze. Je älter, desto häufiger verpflanzt. Bei selber Größe, kann ich bei häufigerer Verpflanzung von einem größeren Alter, aber auch von einem dichteren Wuchs ( also mehr Seitentrieben ) ausgehen.
    Die Richtlinien des BDB ( Bund deutscher Baumschulen ) regeln, wie oft eine Pflanze bestimmten Alters verpflanzt werden muss.
    Die Größenangabe der Pflanze ( z.B. 150-200 ) ist keine alleinige Qualitätsangabe, denn z.B. bei 1xv o.B. 150-200 erwarte ich einfach nur einen leichten, geilen Strauch mit vielleicht 3-5 Trieben, wenn selbe Art aber als Solitär 3xv m.B. 150-200 angeboten wird, kann ich einen zu allen Seiten nett anzuschauenden, gleichmäßig aufgebauten Strauch selber Höhe erwarten. Allerdings muss ich dies auch durch einen deutlich höheren Preis bezahlen.

    Zu 3.
    Ob Halb- bzw. Hochstamm ist durch die Höhe des Kronenansatzes definiert.
    Hochstämme müssen meines Wissens ( wobei ich mir bei den Zahlen nicht wirklich sicher bin ) einen Kronenansatz über 2,20m haben, bei Halbstämmen muss er sich über 1,80m befinden. Ansonsten wird die Größe eines Baumes durch den Stammumfang in 1,00m Höhe klassifiziert ( z.B. ...12-14 ; 14-16 ; 16-18...).

    Bei einem Strauch erwarte ich einfach ein mehrtriebiges Gehölz, ohne weitere baumschülerische Behandlung, also so, wie er eben grad gewachsen ist. Oft noch durch reichlich Dünger schnell auf die erforderliche Verkaufshöhe gebracht.
    Ein Solitär hingegen, wie schon oben erwähnt, ist durch die Baumschule gleichmäßig erzogen, hat einen dichten Wuchs und ein rundum gleichmäßiges Erscheinungsbild.

    Ich hoffe, zumindest ein wenig Aufklärung geboten zu haben. Wenn du es wirklich ganz genau wissen willst, dann empfehle ich eine 3-jährige Ausbildung zum Baumschüler, denn das Thema ist wirklich komplex.

    Gruß, fengi
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo fengi.

    ich glaub für meine Zwecke hast Du die Fragen perfekt beantwortet! Vielen Dank!

    @Manfred: ich wollte in der Überschrift auch noch was ergänzen....nur vergessen...

    Und Josef darf sich natürlich auch gern noch dazu melden:-)

    Falls es noch mehr interessiert, anbei mein "Werk":
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  7. #6

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    Str = Strauch / Sträucher
    ew.St. = aus extraweitem Stand
    w = aus weitem Stand

    ...aber das muss man nicht alles wissen - und die Klassifizierung ist auch eher Ermessenssache, weil es sich bei Pflanzen nunmal um ein natürliches, nicht genormtes Produkt handelt.
    Wenn man wirklich Wert auf Qualität legt und bei der Lieferung nicht überrascht werden möchte, dann kann ich nur empfehlen: In die Baumschule gehen und die Ware selbst aussuchen.

    fengi
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  8. #7
    wasweissich
    Gast
    Zitat Zitat von fengi Beitrag anzeigen
    In die Baumschule gehen und die Ware selbst aussuchen.
    mein reden seit jahren .......

    ausserdem wissen die baumlehrer meistens auch , was ihre schüler für vorlieben haben , und die qualität ist auch keine frage

    wenn ich ganz ehrlich bin , für einige abkürzungen hätte ich einen unserer baumlehrer anrufen müssen und fengi hat es sehr schön auseinandergebröselt viel mehr weiss ich auch nicht . wichtig! das grüne ist oben

    j.p.
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  9. #8
    wasweissich
    Gast
    str wäre auch strauchrose
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  10. #9
    Themenstarter

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    Noch mal Danke an euch!

    Das mit dem grünen oben hab ich auch schon gehört, vielleicht liegt es ja daran das unser Oleander eingegangen ist, da ist oben nämlich nichts mehr grün. Werd ihn mal umdrehen

    Wir werden das alles über einen Gärtner/Landschaftsbauer besorgen und pflanzen lassen. Die Abkürzungen werden nur in den Angeboten verwendet und möcht ich halt zumindest wissen, ob ich da Äpfel und Birnen vergleiche.

    Und natürlich hat es ich auch einfach so interessiert, weil ich ja nun mal wissbegierig bin....
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  11. #10

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    @fengi

    Ich muß schon sagen ... toll erklärt ... wie aus dem Lehrbuch.
    Durfte mich kürzlich auch mit all diesen Handelsbezeichnungen rumschlagen. Was mir dabei aufgefallen ist, dass ein Hochstamm mit einem Umfang von 10 -12 cm ziemlich dünn ist. Fälschlicherweise verwechselte ich das mit dem Durchmesser. Aber so ist das eben im Urwald der Baumschul Handelsgrößen. Richtig lustig wird es dann wenn Du die ganzen botanishcen Namen hörst und einige sehr ähnlich sind. Viel Glück und achte auf eine gute Baumschulqualität.

    Gruß
    S.L.
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11
    wasweissich
    Gast
    Zitat Zitat von Uwe! Beitrag anzeigen
    weil ich ja nun mal wissbegierig bin....
    wissen ist macht

    wir wissen nichts


    macht nichts
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  14. #12

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    Ausrufezeichen Fertigstellungspflege

    Wir werden das alles über einen Gärtner/Landschaftsbauer besorgen und pflanzen lassen
    Und hier gibt es auch noch ein paar Feinheiten zu beachten.
    Wenn der Gärtner liefert und pflanzt, macht es Sinn, auch eine Fertigstellugspflege zu beauftragen. Diese beinhaltet das Wässern bei Bedarf, das Entfernen von unerwünschtem Aufwuchs, das Nachrichten von Pflanzenverankerungen und letzendlich die Möglichkeit, evtl. auftretenden Schädlingsbefall zu erkennen und ggf. gesondert zu behandeln. Nur, wenn der Gärtner diese Möglichkeit hat, die Pflanzen so zu pflegen, dass sie sich am neuen Standort auch entwicklen können, kann man ihm auch zweifelsfrei eine Anwuchsgarantie abverlangen. D.h., der Anwuchserfolg wird Ende Juni/Anfang Juli überprüft (dann endet das Längenwachstum und die Pflanzen haben auch für sie kritische Trockenheitsphasen gemeistert). Sind Pflanzen eingegangen oder artuntypisch unterentwickelt, hat der Gärtner hierfür in der nächsten Vegetationsruhe für Ersatz zu sorgen.
    Obliegt dem Gärtner nicht die Pflege, liegt das Risiko ganz schnell beim Auftraggeber (Da haben sie aber nicht genug gewässert!) und man kann selber für den Ersatz aufkommen.

    Dann lieber gleich selbst zur Baumschule, denn Vater Staat langt in der obiegen Lieferkette ziemlich zu. Die reine Pflanzenlieferung unterliegt einer Mwst. von 7% - liefert der Gärtner und pflanzt auch gleich, "veredelt" er die Pflanze durch seine Arbeitsleistung und es werden 19% Mwst. für Liefern und Pflanzen fällig.
    Daher ist das (fachlich begleitete) Pflanzen von selbstbesorgten Pflanzen eine sehr lohnende Eigenleistung: 12% Mwst. gespart, keine Unternehmerzuschläge auf die Lieferung, eine Arbeit, die durch den Bauherrn meist zu leisten ist und Spaß macht, und die Pflege wird in den meisten Fällen sowieso durch den Bauherren liebevoll durchgeführt. Und bloß nicht in die Gartencenter rennen, wenn es um ein paar mehr Pflanzen geht -jede größere Baumschule sticht die preise locker aus.
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