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Gipsputz + Malervlies + Anstrich?

Diskutiere Gipsputz + Malervlies + Anstrich? im Forum Außenwände / Fassaden auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Gipsputz + Malervlies + Anstrich?

    Hallo zusammen,

    während meiner Urlaubszeit hat mein Architekt die Gewerke Malerarbeiten und Innenputzarbeiten ausgeschrieben. Somit haben wir darüber noch nicht gesprochen.

    Folgenden Aufbau hat er für das gesamte Haus geplant.

    1. 10 mm Einlagen-Gipsputz auf Kalksandstein-MW
    2. reissfester Malervlies mind. 160 g/m²
    3. Dispersionsanstrich

    Wir wollen mit Ausnahme von einigen kleinen Foto- und Design-Tapeten alles nur streichen (weiß + Farbakzente). In der Einliegerwohnung werden auch einige Wände vollflächig tapeziert.

    Nun meine Fragen an die Experten hier in der Runde:
    Ist reiner Gipsputz auf Kalksandstein-MW ok? Das Thema Raumklima würd ich aufgrund unserer KWL vernachlässigen wollen.
    Welche Nutzen hat das vollflächgie Anbringen eines Malervlieses?
    Gibt es weiteres zu beachten?

    Danke
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  2. Gipsputz + Malervlies + Anstrich?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von dquadrat
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    das malervlies hat den nutzen, eventuell auftretende risse im putz zu überbrücken und eventuell, je nach güte des putzes, unebenheiten zu egalisieren. darauf würde ich mich aber nicht unbedingt verlassen.

    persönlich würde ich den gipsputz 1mal vollflächig spachteln und auf das vlies verzichten. risse würde ich dafür in kauf nehmen, da diese auf glatter oberfläche relativ problemlos zu beheben sind. zumindest für mich

    wenn doch vlies, würde ich über eine bedarfsposition vollflächiges spachteln nachdenken. das könnte vor allem bei flächen mit viel streiflicht von vorteil sein.

    den dispersionsanstrich würde ich bzgl. der qualität, gerade auf glatten flächen, näher spezifizieren. will heißen, ich würde ein produkt x oder gleichwertig ausschreiben, das streiflichtunempfindlich und emissions- und lösemittelfrei ist.
    dazu der vermerk, daß (möglichst) ansatzfrei gearbeitet werden muß.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von dquadrat Beitrag anzeigen
    das malervlies hat den nutzen, eventuell auftretende risse im putz zu überbrücken und eventuell, je nach güte des putzes, unebenheiten zu egalisieren. darauf würde ich mich aber nicht unbedingt verlassen.

    persönlich würde ich den gipsputz 1mal vollflächig spachteln und auf das vlies verzichten. risse würde ich dafür in kauf nehmen, da diese auf glatter oberfläche relativ problemlos zu beheben sind. zumindest für mich

    wenn doch vlies, würde ich über eine bedarfsposition vollflächiges spachteln nachdenken. das könnte vor allem bei flächen mit viel streiflicht von vorteil sein.

    den dispersionsanstrich würde ich bzgl. der qualität, gerade auf glatten flächen, näher spezifizieren. will heißen, ich würde ein produkt x oder gleichwertig ausschreiben, das streiflichtunempfindlich und emissions- und lösemittelfrei ist.
    dazu der vermerk, daß (möglichst) ansatzfrei gearbeitet werden muß.
    Also diesen Typ Dispersionsfarbe die streiflichtunempfindlich ist könntest Du mir bitte mal verraten .
    Das klingt ja so , wie man am Bau vor Jahrzehnten sagte wenn krumm gemauert oder verputzt wurde : " Es kommt ja der Maler noch " !
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  5. #4
    Avatar von dquadrat
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    zum bsp. steht im praxismerkblatt der b...x g...x

    "Ferner ermöglicht die lange Offenzeit die Erzielung einer ansatzfreien und gleichmäßigen Oberfläche, daher insbesondere für große Flächen geeignet."

    und wenn du deine außendienstler sämtlicher hersteller nach streiflichtunempfindlicher innendispersion fragst, wirst du mit sicherheit von jedem eine positive antwort bekommen

    alternativ: latex matt. war schon immer eine gute farbe bei erhöhtem anspruch. muß man halt nur immer schnell das klebeband abmachen.

    wobei man zugegebener maßen auch mit bspw. b...x malerweiß große flächen ansatzfrei streichen kann, wenn man weiß wie...
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  6. #5
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    Zitat Zitat von dquadrat Beitrag anzeigen
    wenn doch vlies, würde ich über eine bedarfsposition vollflächiges spachteln nachdenken. das könnte vor allem bei flächen mit viel streiflicht von vorteil sein.
    Dies soll durch den Maler vor Verkleben des Malervlieses ausgeführt werden:

    "Vorbereiten der Untergründe...für das Verkleben von Malervlies an Decken und Wänden durch nachspachteln und schleifen von Unebenheiten, Herstellen von sauberen Ecken und Kanten sowie Auftragen eines geeigneten Tiefengrundes"

    Oder meinst du was anderes?

    Würde alternativ Gipsputz als Glattputz der Qualitätsstufe 3 (Q3 - geglättet) + Dispersionsanstrich reichen?

    Danke
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  7. #6

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    Zitat Zitat von dquadrat Beitrag anzeigen
    zum bsp. steht im praxismerkblatt der b...x g...x

    "Ferner ermöglicht die lange Offenzeit die Erzielung einer ansatzfreien und gleichmäßigen Oberfläche, daher insbesondere für große Flächen geeignet."

    und wenn du deine außendienstler sämtlicher hersteller nach streiflichtunempfindlicher innendispersion fragst, wirst du mit sicherheit von jedem eine positive antwort bekommen

    alternativ: latex matt. war schon immer eine gute farbe bei erhöhtem anspruch. muß man halt nur immer schnell das klebeband abmachen.

    wobei man zugegebener maßen auch mit bspw. b...x malerweiß große flächen ansatzfrei streichen kann, wenn man weiß wie...
    Du glaubst selbst aber nicht daran , daß du anstrichtechnisch bei Unplanheiten im Putz auch innerhalb der Toleranzen bei Streiflicht dies unsichtbar machst ?
    Deshalb sind auch bei Streiflicht Abnahmen nur im 90° Winkel zulässig .
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  8. #7
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    Oder nochmal anders gefragt:

    Ist bei KS-Mauerwerk mit Filigrandeckenplatten die Variante

    Gipsglattputz + Malervlies + Dispersionsanstrich (wobei natürlich die Filigrandeckenplatten nicht mehr geputzt werden)

    das Optimum oder geht es besser bei gleichem Preis bzw. günstiger bei gleichem guten Ergebnis?

    Was habt/würdet ihr bei euch zu hause nehmen?
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  9. #8
    Avatar von dquadrat
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    Zitat Zitat von zoigl Beitrag anzeigen
    Du glaubst selbst aber nicht daran , daß du anstrichtechnisch bei Unplanheiten im Putz auch innerhalb der Toleranzen bei Streiflicht dies unsichtbar machst ?
    das, mein lieber zoigl, habe ich nicht geschrieben. von wegzaubern von unebenheiten im putz ist keine rede. nichtsdestotrotz macht streiflichtunempfindliche farbe auf großen, glatten flächen sinn, auch wenn die abnahme nur im 90° winkel erfolgen darf. wenn wir ehrlich sind müssen wir auch zugeben, daß der anstrich auch im x° Winkel annehmbar aussehen sollte. alles andere würde mir stark gegen meine malerehre gehen...

    Würde alternativ Gipsputz als Glattputz der Qualitätsstufe 3 (Q3 - geglättet) + Dispersionsanstrich reichen?
    kommt natürlich auch immer auf dein persönliches empfinden an, ob etwas reicht oder nicht. mit einer aussage, ob Qirgendwas reicht, tu ich mich immer schwer. ich will sowas vor ort sehen, um aussagen treffen zu können. mein persönliches optimum habe ich dir mitgeteilt. vollflächig spachteln und anstrich.
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  10. #9

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    Wenn Sie nachhaltig bauen wollen: Verzichten Sie auf Gipsputz! Dieser hat gerade in Verbindung mit dem sehr schwerfälligen KS den Nachteil, Tauwasser lange zu binden und Baurestfeuchte nicht schnell genug abzugeben. Seit Generationen wurden Häuser in unseren klimatischen Breitegraden mit einem Luftkalkmörtel verputz, warum wohl??? Weil dieser kapillaraktiv und basisch ist. Gipsputze sind eigentlich Sondermüll der Kraftwerksindustrie, der zu Geld gemacht wird anstatt deponiert zu werden. Mit einer Dispersionsfarbe rollen Sie sich dann noch eine dampfbremsende Schicht auf das Ganze (auch wenn atmungsaktiv draufsteht, den sd-Wert finden Sie auf keinem Eimer - warum wohl?). Mein Vorschlag: Ein faserverstärkter Kalkputz (wenns rissarmierend sein soll), darauf eine Innensilikat- oder Lehm- oder Kalkfarbe und Sie werden ein langfristig gesundes Raumklima erreichen und auch Fogging wird für Sie ein Fremdwort bleiben.
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  11. #10
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    Zitat Zitat von Schimmeldoktor Beitrag anzeigen
    ...Gipsputze sind eigentlich Sondermüll der Kraftwerksindustrie, ...ein langfristig gesundes Raumklima erreichen und auch Fogging wird für Sie ein Fremdwort bleiben.
    Soll das heißen in einer Vielzahl von Neubeuten wird Sondermüll verbaut, hier im alles überwachenden Deutschland? Kann ich kaum glauben.

    Zudem dachte ich bislang Feuchteprobleme, Schimmel, Fogging usw. sind bei Einsatz einer KWL Fremdwörter.

    *verwirrt*
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  12. #11

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    Tschuldigung, musste erstmal googlen, was denn KWL ist. Schlimm, daß im Lande der Dichter und Denker nur noch Anglismen und nicht Duden-konforme Abkürzungen die Muttersprache versauen...
    Aber um auf das Thema KWL zu reagieren. Was bringt uns diese? Sie ist eine Notwendigkeit, um aus einem ENEVkonformen Bau keine Tropfsteinhöhle zu machen und zwingt uns in die nächste ohnmächtige Abhängigkeit! Was ist denn z.B. wenn in einem Passivhaus, das ja (Zwischen-)Ziel unserer Öko-Baupolitik sein soll, wenn mal der Strom ausfällt??? Ich kann mich noch gut an das Jahrhunderthochwasser in Dresden erinnern, als in hunderten Wohnungen mehr als eine Woche die Jalousien unten blieben, weil deren elektrisch angetrieben Motoren den Dienst versagten!!! Da konnte man zusehen, wie diese tollen CO2neutralen Ökohäuser sich in wahre Biotope verwandelten, so daß teilweise nur noch eine Warm-Sanierung half...

    Fogging wird wohl wahrscheinlich durch die Reaktion verscheidenster Weichmacher in verschiedensten Dispersionsfarben (je billiger, desto mehr?!?) ausgelöst und lagert sich an Wärmebrücken ab. - Wenn Sie nicht gerade ein schwebendes Kugelhaus bauen, werden Sie wohl welche haben?

    Und vielleicht recherchieren Sie mal, wo denn die großen Produzenten von Gipsputz und vor allem Gipskarton so zu finden sind? Sie werden Sie fast immer im Schatten eines großen Kraftwerkes finden. Dort versuchen sie sich nicht gerade zu verstecken. Nein, durch geschicktes Marketing und Dumpingpreise werden die Recycling-Produkte geradezu in den Himmel gehoben und sämtliche Mängel bewußt verschwiegen.

    Wenn wir wieder zu traditionellen Bautechniken zurückkehren würden und aufhören würden, die eine Abhängigkeit gegen eine noch größere einzutauschen, nur um unser Gewissen zu beruhigen, würden wir auch wieder bewohnenswerte Häuser für Generationen bauen können, ganz wie unsere Vorfahren.
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  13. #12

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    Hi doc,

    was mich etwas an Ihrer etwas verabsolutierten Meinungsäußerung (gewiss auch im Zusammenhang mit der von Ihnen angegebenen Berufsbezeichnung)stört:

    Die definitiv vorgetragene Behauptung, auf Gipsputz zu verzichten, wenn es um nachhaltiges Bauen geht ...

    Die Aussage, dass dieser gerade in Verbindung mit dem "sehr schwerfälligen KS" den Nachteil hat, Tauwasser lange zu binden und Baurestfeuchte nicht schnell genug abzugeben...

    Da stellt sich doch wohl zumindest die Frage, ob an der raumseitigen Oberfläche bzw. im Innenputz überhaupt Tauwasser auftreten sollte ...

    Vielleicht wäre es zumindest günstig, in diesem Zusammenhang zuvor die gesamte konstruktive Durchbildung der Wandaufbauten, die Art der Heizung und Lüftung der Inneneinrichtung etc. zu hinterfragen. Da es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Neubau handelt, sollte diese Problematik doch wohl hinreichend sicher gelöst sein und auch die nutzerbezogenen Bedingungen / Verhaltensweisen in Richtung Mindestluftwechsel, Schimmelfreiheit etc. abgeklärt sein ... oder?

    Der Verweis auf die Verwendung von Luftkalkputz früherer Generationen ist sicher nützlich aber das allein ist gewiss für die heutige Bauweise kein Allheilmittel.

    Dass Kalkputze basisch reagieren und damit eine Schimmelpilzansiedlung extrem erschweren ist allgemein bekannt, jedoch sollte wohl gewiss nicht der Schluss gezogen werden, dass nur sie kapillaraktiv sind ...

    Gipsputz ist in hohem Maße in der Lage, Luftftfeuchtigkeitsspitzen durch Aufnahme und spätere Abgabe (an die Raumluft) abzupuffern.

    Auch Gipsputze als Sondermüll zu bezeichnen, geht mir etwas zu weit ...

    Über "atmungsaktive" Bauteile bzw. Beschichtungen ist in diesem Forum wahrlich genug gepostet worden ... und Sd-Wertangaben wird man (wenn überhaupt) nur in Bezug auf entsprechend ausgebildete Schichtdicken auf Farbeimern erwarten können ...

    Mit nachdenklichem Gruß
    KPS.EF
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  14. #13

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    Zitat Zitat von KPS.EF Beitrag anzeigen
    Hi doc,

    was mich etwas an Ihrer etwas verabsolutierten Meinungsäußerung (gewiss auch im Zusammenhang mit der von Ihnen angegebenen Berufsbezeichnung)stört:

    ............
    Guten MOrgen,


    Die definitiv vorgetragene Behauptung, auf Gipsputz zu verzichten, wenn es um nachhaltiges Bauen geht ...

    Was bitte ist an Gips nachhaltig? In seiner puren Form würden Sie ihn nicht an die Wand bekommen, es sei denn Sie mischen ihn mit iregndwelchen Verzögerern. Sind diese natürlichen Ursprungs? Sind es organische Chemikalien? Sind die nachhaltig? Oder emmitieren sie in die Raumluft? Erzeugen sie vielleicht Fogging?

    Die Aussage, dass dieser gerade in Verbindung mit dem "sehr schwerfälligen KS" den Nachteil hat, Tauwasser lange zu binden und Baurestfeuchte nicht schnell genug abzugeben...

    Da stellt sich doch wohl zumindest die Frage, ob an der raumseitigen Oberfläche bzw. im Innenputz überhaupt Tauwasser auftreten sollte ...

    Zeigen Sie mir eine Baukonstruktion, die IMMER tauwasserfrei ist. Ich kenne keine. Vielleicht eine schwebende Kugel?!?

    Vielleicht wäre es zumindest günstig, in diesem Zusammenhang zuvor die gesamte konstruktive Durchbildung der Wandaufbauten, die Art der Heizung und Lüftung der Inneneinrichtung etc. zu hinterfragen. Da es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Neubau handelt, sollte diese Problematik doch wohl hinreichend sicher gelöst sein und auch die nutzerbezogenen Bedingungen / Verhaltensweisen in Richtung Mindestluftwechsel, Schimmelfreiheit etc. abgeklärt sein ... oder?

    Genau, machen wir uns abhängig von Technik, die teuer in Anshaffung, Wartung und Reparatur ist. Jede Menge Energie benötigt, um gebaut, betrieben und entsorgt zu werden. Sehr ökologisch - aber wir haben ja dafür ein COsneutrales Passivhaus gebaut...

    Der Verweis auf die Verwendung von Luftkalkputz früherer Generationen ist sicher nützlich aber das allein ist gewiss für die heutige Bauweise kein Allheilmittel.

    Kein Allheilmittel war gefragt, sondern eins zur Prophylaxe, denn Vorbeugen ist besser (preiswerter) als Heilen...

    Dass Kalkputze basisch reagieren und damit eine Schimmelpilzansiedlung extrem erschweren ist allgemein bekannt, jedoch sollte wohl gewiss nicht der Schluss gezogen werden, dass nur sie kapillaraktiv sind ...

    Nein, Lehmputze können das in bestimmtem Umfang auch.

    Gipsputz ist in hohem Maße in der Lage, Luftftfeuchtigkeitsspitzen durch Aufnahme und spätere Abgabe (an die Raumluft) abzupuffern.

    Vorrausgesetzt, Sie haben ihn auf keine Wärmebrücke, die Ihr Architekt oder Handwerker verursacht hat aufgebracht, mit Glasfaser- oder Raufasertapete beklebt und anschließend noch mit einer ach so dampfdiffusionsoffenen Kunststoffdispersions- oder Latexfarbe bis zu x-mal zugeschmiert (Entschuldigung, "beschichtet")

    Auch Gipsputze als Sondermüll zu bezeichnen, geht mir etwas zu weit ... Dies ist meine persönliche Meinung. Ich weiß, daß die Kraftwerksindurstrie Milliarden benötigen würde, um den anfallenden Gips sicher zu deponieren. Oder was glauben Sie eigentlich, warum dies kein Bauschutt ist und getrennt auf jeder Deponie erfasst wird? Deshalb ist es doch geradezu genial, daß ganze Zeug mit Altpapier zu ummanteln, mit MiWo oder Styro zu kaschieren und dem unwissenden Endverbraucher im Baumark zu suggerieren, daß man damit prima dämmen kann...

    Über "atmungsaktive" Bauteile bzw. Beschichtungen ist in diesem Forum wahrlich genug gepostet worden ... und Sd-Wertangaben wird man (wenn überhaupt) nur in Bezug auf entsprechend ausgebildete Schichtdicken auf Farbeimern erwarten können ...

    Wäre schon mal ein Anfang. Allemal besser als da auch noch "atmungsaktiv" draufzuschreiben. Denn wenn der Inhalt anfängt zu atmen, dann werden Sie es riechen können und dann ab damit - nein nicht in denHausmüll. Es geh zur SCHADSTOFF-Annahmestelle.

    Grüße aus Thiendorf
    Geändert von R.B. (07.08.2010 um 14:22 Uhr) Grund: Zitat verkürzt, kann jeder im Beitrag davor nachlesen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Ich habe das Zitat mal gekürzt.

    http://www.bauexpertenforum.de/impressum.php?do=mehr2

    Punkt 10.

    Richtiges Zitieren hilft die Lesbarkeit des Beitrags und des ganzen threads zu erhalten.

    Gruß
    Ralf
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  17. #15
    Avatar von dquadrat
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    lass dich nicht verunsichern, rueckseil. derart fundamentalistische meinungen wie die des doktors stehen meist auf tönernen füßen
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