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PV-Anlage für Stromheizung?

Diskutiere PV-Anlage für Stromheizung? im Forum Regenerative Energien auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    PV-Anlage für Stromheizung?

    Liebe Experten,

    ich wende mich mal wieder mit meinen Laienvorstellungen an euch mit einer Idee/Frage:
    Meine Eltern bewohnen einen Bungalow, der schätzungsweise irgendwann in den 70ern errichtet wurde (und energietechnisch in allen Belangen eine einzige Katastrophe ist^^). Das gesamte Haus wird mit einer Stromgeführten Fußbodenheizung beheizt, und ihr könnt euch sicher vorstellen, was da an monatlichen Stromkosten zusammen kommt.

    Anstatt nun eine neue Heizung einzubauen frage ich mich, ob man nicht eine entsprechend groß dimensionierte PV-Anlage auf dem Dach installieren könnte, die den Stromverbrauch drastisch senkt und gelegentlich sogar noch Überschuss produziert - so dass man letztendlich sogar besser fährt als sich wieder von fossilen Energien abhängig zu machen.
    Ist sowas finanziell und technisch realistisch?

    Danke im voraus für eure Meinungen,
    Frank
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  2. PV-Anlage für Stromheizung?

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  3. #2

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    Zitat Zitat von vonnixneAhnung Beitrag anzeigen
    Ist sowas finanziell und technisch realistisch?
    Technisch ja, finanziell auch (wenn man genug Geld hat). Wirtschaftlich? Das steht auf einem anderen Blatt.

    Kannst Du uns mal die Verbräuche der E-FBH der letzten Jahre sagen?
    Dann noch Dachfläche und wenn möglich auch -neigung und Ausrichtung.

    Wird irgendwie zugeheizt?
    Was ist mit Warmwasser?

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Antwort ist JEIN:

    Ja, Du kannst eine PV-Anlage bauen, die übers Jahr so viele kWh liefert, wie die Heizung benötigt. Beim richtigen Förderungen kann sich da sogar ein finanzieller Überschuss ausgehen.

    Nein, Du wirst keine "autarke" Lösung schaffen: Du wirst noch ohne EVU durchkommen, da der meiste Strom dann produziert wird, wenn die Heizung in nicht benötigt.

    BTW: Von wie viel kWh/a sprechen wir?
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  5. #4

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    PV zum Heizen??? Völliger Schwachsinn. Strom ist dafür als Energieform viel zu wertvoll. Ob es sich aufgrund des deutschen Subventionswahnsinns lohnt: Rechne selbst.
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  6. #5
    Themenstarter

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    wow, das ging ja schnell...
    Wie gesagt, ist es bisher noch eine unausgegorene Idee, daher kann ich jetzt nur grob geschätzte Daten liefern:

    Die Stromkosten belaufen sich aktuell auf > 500,-EUR/Monat, daraus schätze ich jetzt mal einen Jahresverbrauch von rund 20.000kWh. Der Bungalow hat ein Flachdach mit etwa 140qm Fläche. Ich stelle mir das so vor, dass man dort ähnlich wie bei den Solarfeldern die Kollektoren aufrichtet und so eine ganz brauchbare Fläche zusammenbekommen müsste.
    Zugeheizt wird mit einem Grundofen, der gerade in Planung ist. Warmwasser wird aktuell auch mit Strom (Boiler) gewonnen.

    Dass man da nicht autark werden kann, habe ich mir schon gedacht. Wenn sich aber der Stromverbrauch um sagen wir mal 300,-EUR/Monat senken ließe, wäre doch schonmal etwas Kapital für Kreditrückzahlungen frei.

    Soweit erstmal - könnt ihr damit was anfangen?

    Grüße,
    Frank
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
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    auch wenn ich gerne PV montiere,
    hier würde ich das Geld in Dämmung/Verbesserung Heizsystem stecken.

    Energieberater und ein Konzept erstellen!

    Grüsse
    Jonny
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  8. #7

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    Zitat Zitat von vonnixneAhnung Beitrag anzeigen
    Der Bungalow hat ein Flachdach mit etwa 140qm Fläche. Ich stelle mir das so vor, dass man dort ähnlich wie bei den Solarfeldern die Kollektoren aufrichtet und so eine ganz brauchbare Fläche zusammenbekommen müsste.
    Je nach Anstellwinkel kannst Du dann irgendwas um 50m2 an Modulfläche montieren. d.h. 6-7kWp. Das hängt auch davon ab, wie das Gebäude ausgerichtet ist, ob man die Module schön in Reihen stellen kann usw.

    Die Module liefern dann eine Ertrag um 5.500kWh p.a. Das wäre gerade mal 1/4 der benötigen Energiemenge. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil des Ertrags im Sommer geliefert wird, und da braucht man keine Heizung. Ohne jetzt gerechnet zu haben, schätze ich mal, dass max. 2.000kWh für die Heizung verbraucht werden könnten, der Rest müsste eingespeist werden.

    Bei Investitionskosten im Bereich 15-20T€ (Flachdachmontage, Aufständerung etc.) wäre das ein schlechter deal.

    Aber Du kannst das ja mal nachrechnen.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8

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    Zitat Zitat von vonnixneAhnung Beitrag anzeigen
    daraus schätze ich jetzt mal einen Jahresverbrauch von rund 20.000kWh.

    Grobe Schätzung: 1 qm ergibt ca. 100 kWh/a => 20000 kWh/a => 200 qm Fläche.
    Das Geld investiere besser in Dämmung. Das rechnet sich viel schneller.
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  10. #9
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    Vielen Dank - ihr habt mir sehr geholfen!
    So langsam bekomme ich eine Idee, in welchen finanziellen Dimensionen sich so ein Projekt bewegen würde.

    Und die Erkenntnis, dass man auf dem Holzweg ist, kann auch auch Gold wert sein

    Allerdings: allein in Dämmung zu investieren scheint mir nicht ausreichend zu sein - als erstes müsste doch wohl diese gruselige Heizanlage in die Tonne, oder?

    Viele Grüße,
    Frank
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  12. #10

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    Wobei 500 EUR im Monat an Heizkosten ja auch schon eine größere Dimension ist.
    Als Laie bin ich der Meinung, dass man die Kosten mit einer neuen Heizung ohne Dämmung schon halbieren könnte, alleine weil der Energieträger z.B. Gas pro kWh viel billiger ist !?
    Oder ist das ein Denkfehler?
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  13. #11

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    Zitat Zitat von otto2011 Beitrag anzeigen
    Oder ist das ein Denkfehler?
    Kein Denkfehler, Du liegst richtig.

    Selbst wenn die kWh Strom nur 10Ct. kosten würde, und die aktuell hohen Gas- und Ölpreise längerfristig Bestand hätten, wäre die E-FBH unter´m Strich teurer.

    Eine E-Direktheizung hat nur in ganz wenigen Fällen ihre Daseinsberechtigung. Ein normales EFH gehört nicht dazu.
    Wenn schon Strom, dann mit einer Wärmepumpe.

    Zitat Zitat von vonnixneAhnung
    Allerdings: allein in Dämmung zu investieren scheint mir nicht ausreichend zu sein - als erstes müsste doch wohl diese gruselige Heizanlage in die Tonne, oder?
    Im Prinzip hast Du Recht, doch mit einer ordentlichen Dämmung reduziert sich der Wärmebedarf, die Stromkosten werden erträglicher. Zudem kann man dann den Wärmeerzeuger besser dimensionieren, also auf den Punkt auslegen. Wird der Wärmeerzeuger jetzt getauscht, dann müsste man diesen größer wählen damit es jetzt warm ist, und nachdem gedämmt wurde, wäre das Teil an sich zu groß.

    Nebenbei bemerkt, wird der Austausch des Wärmeerzeugers alleine nicht ausreichen. Irgendwie muss die Wärme ja auch noch in die Räume, d.h. Heizkörper/Heizflächen, und das kostet auch Geld.

    Gruß
    Ralf
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