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  1. #1
    Avatar von Astrafahrer
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    "zertifiziertes" Passivhaus - notwendig, empfehlenswert oder "kommt drauf an"?

    Hallo liebe Forenteilnehmer,

    wir sind im ersten Drittel unserer Überlegungen zu einem neuen Haus. Es soll qualitativ hochwertig ausgeführt sein und bezüglich des Energieverbrauches sich auch in den nächsten Jahrzehnten bewähren. Daher halte ich ein Passivhaus durchaus für sinnvoll und erstrebenswert.

    Aber was macht in der Praxis ein gutes Passivhaus aus? Es sollte nicht "schöngerechnet" sein sondern in der Praxis auch die gesteckten Erwartungen erfüllen.

    Hier mal meine Überlegungen / Fragen dazu?

    • ist es sinnvoll oder sogar notwendig ein Passivhaus zertifizieren oder güteprüfen zu lassen um eine bestätigte Qualität zu erhalten?
    • kann "jeder" Architekt auch automatisch "passiv", wenn er sich nur genügend mit der Materie beschäftigt oder sollte man immer zu einem "Passivhausplaner" tendieren der sein Wissen und die Erfahrung dazu nachgewiesen hat?
    • wird das Thema "Passivhaus" überbewertet und ist es sinnvoller auf ein "nur fast Passivhaus" zu gehen bevor man viel Geld für das "letzte Quäntchen" Energieeinsparung investiert?


    Aus der Erfahrung der anwesenden Architekten: Wie viele Prozent der in Deutschland gebauten Passivhäuser werden überhaupt zertifiziert und woran scheitert es wenn´s nicht gemacht wird? Legt der Bauherr (oder auch der Architekt) keinen Wert darauf, scheut er den Preis für die Zertifizierung oder reicht die Qualität der Häuser nicht für ein Zertifikat aus?

    Wenn´s ein Zertifikat sein soll, wie weit geht es? Nimmt man das Zertifikat des Passivhaus Instituts oder das RAL-Gütezeichen? Wie schaut die Praxis aus?

    Ein durchaus interessantes Thema wo mir persönlich noch nicht klar ist wo die Grenze zwischen "must have" und "brauchd ma ned" liegt

    Vielen Dank für eure Erfahrungen!

    Viele Grüße
    Dieter
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  2. "zertifiziertes" Passivhaus - notwendig, empfehlenswert oder "kommt drauf an"?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    vielleicht doch erst einmal informieren, z. b. hier: www.nachhaltigesbauen.de

    vom bmvbs. da gibt es einiges zum einlesen und weitere verweise. mit RAL usw. würde ich mich jetzt noch nicht beschäftigen.
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  4. #3
    Avatar von fmw6502
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    Zitat Zitat von Astrafahrer Beitrag anzeigen

    • ist es sinnvoll oder sogar notwendig ein Passivhaus zertifizieren oder güteprüfen zu lassen um eine bestätigte Qualität zu erhalten?
    • kann "jeder" Architekt auch automatisch "passiv", wenn er sich nur genügend mit der Materie beschäftigt oder sollte man immer zu einem "Passivhausplaner" tendieren der sein Wissen und die Erfahrung dazu nachgewiesen hat?
    • wird das Thema "Passivhaus" überbewertet und ist es sinnvoller auf ein "nur fast Passivhaus" zu gehen bevor man viel Geld für das "letzte Quäntchen" Energieeinsparung investiert?
    • ja
    • nein, ja
    • kommt drauf an


    Wir uns u.a. wg. Hanghaus mit warmen Keller nicht für ein PH entschieden.

    Gruß
    Frank Martin
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  5. #4
    MoRüBe
    Gast
    Was hast Du von dem Zettel? Nüscht, außer das Du Dir das Ding im Rahmen an die Wand hängen kannst, und Dich tierisch darüber freuen kannst einen Haufen Kohle dafür auf den Tisch gelegt zu haben. Davon verbrauchst Du keinen Liter Öl weniger. Im Gegenteil, durch den ganzen Papierkram hilfst Du tatkräftig mit, daß Wälder abgeholzt werden.

    Ich bleibe dabei, ein PHHP-Haus ist ein (zugegeben) erstklasssiger Marketing-Gag.
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  6. #5

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    Naja, die Grundidee, die hinter dem Passivhaus steckt, dass man extrem wenig Energie verbraucht und die dafür anfallenden höheren Baukosten man über niedrigere Energiekosten wieder zum Teil "reinholt", finde ich schon gut.
    Da der Begriff Passivhaus nicht geschützt ist, und man gerade beim Passivhaus sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung noch sorgfältiger umgehen muss, denkt man als Baulaie, dass man mit einer entsprechenden Zertifizierung des unabhängigen Passivhausinstitut, etwas mehr auf der sicheren Seite steht.
    Gebe Dir aber natürlich recht, dass das Zertifikat Kohle kostet und man dadurch (allein) nicht weniger Energie verbraucht. Ein Haus, welches auch sehr wenig Energie verbraucht, aber vielleicht etwas über den Passivhauswerten liegt ist vielleicht oftmals sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoller.
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  7. #6
    planfix
    Gast
    bau ein kuschlig gedämmtes haus mit einer schönen WP.
    steck dein schönes geld in eine PV
    und dann hast du ein "plusenergiehaus"
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  8. #7
    Avatar von susannede
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    ...und bist damit im Trend der allgemein-geförderter Volks"verdummung".

    Wärmepumpen und Photovoltaik sind ja sicher gut und schön.

    Fragt sich, ob aus 1 kW Pumpenstrom 3-4 kW Nutzenergie raushüpfen sollen,
    oder nicht doch besser 100 kW.
    Und ob PV von volkswirtschaftlichem Nutzen ist, mag man überdenken. Für China sicher.

    Nachtrag: "kuschlig gedämmt" sollte man nicht unbedingt als Werbung für WDVS in ad absurdum Dicke auffassen.
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  9. #8
    Themenstarter
    Avatar von Astrafahrer
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    Vielen Dank für die Infos und die Einschätzungen. Scheinbar gibt es gar nicht so viele zertifizierte Passivhäuser, warum auch immer. Trotzdem ist die Zertifizierung sicher ein Baustein in der Qualitätsüberwachung den man benutzen kann.

    Vielleicht ist ja noch ein User hier der sein Passivhaus zertifizieren hat lassen und von den Beweggründen berichtet.
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von susannede Beitrag anzeigen
    ..Nachtrag: "kuschlig gedämmt" sollte man nicht unbedingt als Werbung für WDVS in ad absurdum Dicke auffassen.
    richtig. richtig gute passivhäuser brauchen kein wdvs
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10
    Avatar von susannede
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    Vielleicht ist ja noch ein User hier der sein Passivhaus zertifizieren hat lassen und von den Beweggründen berichtet.
    Fragst Du jetzt nach nem Zettel, den man später an die Wand hängen kann,
    oder würde Dir z.B. die Blowerdoor mit super Werten und Verbrauchswerte,
    die ein Grinsen auf's Gesicht zaubern, helfen ?

    Willst Du was Sinnvolles tun,
    oder soll's doch nur ein Scheibchen Passivhaus zum Schnäppchenpreis werden ?

    Ich denke, bevor Du dem Wahn verfällst,
    dass Zertifikate was mit ökölogisch-richtigem Seelenheil zu tun haben,
    lies Dich in die Thematik ein.

    Nur exemplarisch, und ganz auf die Schnelle z.B.
    "Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken - Anlagenplanung - Wirtschaftlichkeit" von Volker Quaschning
    "Solarwärme: Heizen mit der Sonne" von Klaus Oberzig
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  13. #11
    Themenstarter
    Avatar von Astrafahrer
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    Zitat Zitat von susannede Beitrag anzeigen
    Fragst Du jetzt nach nem Zettel, den man später an die Wand hängen kann,
    oder würde Dir z.B. die Blowerdoor mit super Werten und Verbrauchswerte,
    die ein Grinsen auf's Gesicht zaubern, helfen ?
    jedes Zehntel weniger beim Blowerdoor würde mein Grinsen um 2 cm verbreiten
    Du hast schon Recht, wichtig ist was in der Praxis dabei rauskommt, das ist wichtiger als die Theorie. Aber damit das in der Praxis klappt kann eine gute Theorie vorher ja nicht schaden.

    Ich will auf jeden Fall etwas sinnvolles planen lassen was dann eben auch funktioniert. Schnäppchenpreise gibt´s nicht, da fehlt immer etwas.
    Danke für die Buchtipps.
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