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  1. #1

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    Nachweis Neubau Heizungseinbau

    Hallo Zusammen!

    Zuerst einaml, ist das hie ein super Forum, nun aber mein Anliegen.

    Mein Neubau beginnt ab Sep. 2013, alles wurde für die EnEv berechnet und der Bauantrag ist auch durch.

    In meiner Berechenung wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe herangezogen.
    Nur werde ich aber definitiv eine Gasbrennwerttherme holen. Überall in Foren, Zeitungen etc. liest man, das eine Gasbrennwerttherme nur in Verbindung mit einer Warmwassersolaranlage
    gebaut werde darf nach der EnEv bzw. dem EEWärmeg.

    Nun mein Frage:

    Wer kontrolliert ob ich wirklich eine Solaranlage einbaue oder nicht?
    Wem muss ich das nachweisen?
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  2. Nachweis Neubau Heizungseinbau

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Zitat Zitat von Raketenauto Beitrag anzeigen
    Nur werde ich aber definitiv eine Gasbrennwerttherme holen. Überall in Foren, Zeitungen etc. liest man, das eine Gasbrennwerttherme nur in Verbindung mit einer Warmwassersolaranlage
    gebaut werde darf nach der EnEv bzw. dem EEWärmeg.

    Nun mein Frage:

    Wer kontrolliert ob ich wirklich eine Solaranlage einbaue oder nicht?
    Wem muss ich das nachweisen?
    1. ist das falsch. Man kann auch eine GBWT ohne Solar nach ENEV verbauen -> Ersatzmassnahmen (bessere Dämmung etc.)
    2. wenn Du KfW in Anspruch nimmst, wird das dort geprüft
    3. ohne KfW wird Dir auch irgendwer den ENEV Ausweis austellen müssen (bzw. Du Ihn wollen), und fälschen ginge dann auf dessen Verantwortung (stell Dir vor Du verkaufst die Hütte in 2 Jahren mit den Angaben "konform nach ENEV 2009" und der Käufer findet das raus)
    4. kontrollieren würde die Bauaufsichtsbehörde, in der Realität kommt das aber offenbar selten vor
    5. ist das ungefähr so ne Frage wie, "wer kontrolliert, ob ich mir einen zusätzlichen Kniestock von 50cm baue". Der Kniestock ist nur leider auffälliger als eine nicht durchgeführte ST Anlage
    6. wird Dir hier keiner eine Empfehlung zum Rechtsbruch geben
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  4. #3

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    Wird entgegen dem Bauantrag und dem EnEV Nachweis eine Gastherme anstatt einer LWP eingebaut, dann §89 (4) und (5) mal genauer lesen. Bei Gas müsste auch die Freigabe des Schorni vorliegen, dessen Aufgabe auch die Überprüfung der Einhaltiung der EnEV wäre. In wieweit er dem nachkommt hängt auch vom Schorni ab, aber selbst wenn es ihm erst nach Jahren auffallen würde, verantwortlich bleibt der Bauherr.

    Also einfach den EnEV Nachweis aktualisieren lassen und die Sache hat sich. Ärgerlich wird´s natürlich, wenn die Bude schon auf Kante genäht wurde.

    Es gibt aber Dinge über die muss man nicht diskutieren, ich diskutiere ja auch nicht darüber, ob ich bei Rot über eine Ampel fahren könnte.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4
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    Hallo,

    vielen Dank für die schnellen Antworten.

    @Ralf: Im Hinblick mit der Ampel gebe ich dir völlig recht. Mich stört einfach nur das Ganze mit dem Thema "Energiewende" und der kleine Bauherr muss dies alles "ausbaden".
    Es wird immer schwieriger und extrem teuer, sich überhaupt mit den aktuellen Vorschriften als kleiner Bauherr ein Haus zu leisten. Alles wird verlangt und muss "eingebaut" werden um Energie etc. einzusparen. Viele wissen nicht, das aktuell und auch in den nächsten 10 bis 20 Jahren die Energieversorger, die Lücke mit Kohle und Gaskraftwerken am Schließen ist und deshalb der Überschuss an Strom vorhanden ist. Aber nein, der kleine Bauherr muss das CO2 einsparen. Zum Thema Luft-Wasser-Wärmepumpe kann ich nur jedem diese HP ans Herz legen. LWP sind nicht zu empfehlen, Wärmepumpe ja, aber dann Bohren oder Erdkollektoren. Hier wurden sehr gute Feldtest durchgeführt.

    isdochegal
    Ich finde halt dass die ganzen Berechnungen ob EnEv, EEWärmeg oder der Heizlastberechnung nur reine Theorie ist, mehr nicht. Ich habe mich im Zuge meiner Bauvorbereitung mit vielen Bauherren und Heizungsbauer unterhalten. Ich sage mal 85 % setzen nicht das alles um, was in der EnEv gefordert wird, einfach aus dem Grund, da man sich einfach sonst kein Haus mehr leisten kann. Ob es nun 22 Sparren Höhe sein soll und man doch nur 18er macht, Fenster mit 0,7 U-Wert und macht dann doch 1,0 U-Wert rein.
    Und so sieht es auch mit meinem Problem aus ob ich eine Warmwasser-Solaranlage einbaue oder nicht. 3 von 4 Heizungsbauer sagten mir, dass diese Geld gar nicht oder nur unmäßig schwer wieder hineingeholt werden kann, also auf der Grundlage von einem 4 Personenhaushalt. Mir wurde gesagt, ich könnte ca. 200 - 300 € an Kosten sparen im Jahr, wenn ich das nun gegen die Kosten rechne, lohnt sich dies einfach nicht. Ja für das Ökologische Gewissen schon, aber nicht für den Geldbeutel. Da sage ich auch ganz einfach, vielen Menschen ist die Energiewende sch.. egal, wenn es ihnen extrem stark an den Geldbeutel geht.

    Ich kann auch ein Haus bauen was so starke Wände hat, das ein berechneter U-Wert von 0,0 herauskommt. Mache ich nur einmal das Fenster auf, ist die komplette theoretische Berechnung hinüber.
    Geändert von R.B. (25.04.2013 um 08:18 Uhr) Grund: linke entfernt, Begründung folgt
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Raketenauto Beitrag anzeigen
    Ob es nun 22 Sparren Höhe sein soll und man doch nur 18er macht, Fenster mit 0,7 U-Wert und macht dann doch 1,0 U-Wert rein.
    Naja, der Vergleich hinkt aber ganz gewaltig. Fenster mit einem anderen U-Wert tun ihren Dienst auch, aber ein statisch relevantes Bauteil einfach zu verändern weil ein anderes günstiger ist halte ich doch für sehr.... bedenklich. Unser Haus wurde z. B. mit 2-fach Verglasung, 12 cm Dämmung U-Wert 0,35 und Solar für WW gerechnet. Da der Preisunterschied nicht so gewaltig war, haben wir am Ende 3-fach Verglasung, 14 cm Dämmung mit U-Wert 0,31 und zwei Solarpanels mehr für die Heizungsunterstützung gewählt. Diese Dinge kann man später nicht mehr bis nur mit viel Aufwand nachrüsten und da Energie sicher nicht günstiger wird, haben wir uns dafür entschieden. Dafür muss halt die neue Küche noch ein paar Monate warten und wir nutzen die alte noch weiter. Ich sehe es auch so, dass einiges übertrieben ist, grundsätzlich sollte man sich aber schon Gedanken dazu machen, ob man die Nebenkosten für sein Haus auch bei (stark) steigenden Preisen noch die nächsten Jahrzehnte zahlen kann. Und je weniger Energie das Haus braucht, desto einfacher ist es.
    Ach so, kontrolliert hat's bei uns auch niemand. Bei der Bauabnahme war der Mensch vom Amt noch nicht mal im Haus sondern ist nur einmal drum rum gegangen.

    Jemand hat es schon geschrieben: Wieso lässt du nicht einfach neu rechnen? Das dürfte doch nicht so viel kosten da das Grundgerüst schon steht.

    Aus deinen Texten vermute ich mal, dass euer Projekt sehr knapp kalkuliert ist. Ich gehe mal davon aus, dass du dann auch verschiedenen Förderungen / günstigere Darlehen in Anspruch nehmen wirst. Wenn dies der Fall ist, musst du auf jeden Fall das bauen, was genehmigt / gerechnet ist. Freunde von uns haben auch von der KfW Geld und dort kam extra jemand von der KfW raus und hat alles überprüft. Wäre da auch nur eine Kleinigkeit nicht so gewesen wie sie sein sollte, hätte es kein Geld gegeben. Was das für eine Finanzierung bedeutet, dürfte wohl jedem klar sein....
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Raketenauto Beitrag anzeigen
    Hier wurden sehr gute Feldtest durchgeführt.
    Vergiss diese Feldtests. Was und wie dort getestet wurde war schlichtweg blamabel. Für einen Neubau kann man die Ergebnisse nicht einmal annähernd verwenden. Da gab es Leute denen wurde bei Altanlagen mit Systemtemperaturen von 65/55 eine WP eingebaut, und dann wundert man sich, dass das nicht funktioniert? Das ist genau so wie mit den Webseiten auf denen viele Leute ihre Verbrauchsdaten veröffentlichen, dabei haben sie nur einen Stromzähler.

    Das soll nicht bedeuten, dass ich LWP favorisiere, aber man sollte die Kirche schon im Dorf lassen. Eine LWP kann unter bestimmten Umständen eine sinnvolle Lösung sein. Angesichts der Strompreisentwicklung sind aber WP mit einer zu erwartenden JAZ unter 4 kaum noch vertretbar.

    Zitat Zitat von Raketenauto Beitrag anzeigen
    Ich finde halt dass die ganzen Berechnungen ob EnEv, EEWärmeg oder der Heizlastberechnung nur reine Theorie ist, mehr nicht. Ich habe mich im Zuge meiner Bauvorbereitung mit vielen Bauherren und Heizungsbauer unterhalten. Ich sage mal 85 % setzen nicht das alles um, was in der EnEv gefordert wird, einfach aus dem Grund, da man sich einfach sonst kein Haus mehr leisten kann.
    Das ist Unsinn und zeigt nur, dass mehr Gerüchte im Umlauf sind als Fachwissen. Ein Haus nach EnEV2009 zu bauen ist kein Hexenwerk, und alles nur eine Frage der Planung. Die Mehrkosten gegenüber einem Billigbau sind moderat. Kein Mensch der noch ein bisschen bei Verstand ist, wird heute ein Haus bauen wollen, das energetisch noch auf dem Stand der 50er Jahre ist. Genau so wie niemand mehr auf die Idee kommt ein Auto mit Vergasermotor zu kaufen. Die Zeiten ändern sich, und nicht alles Neue ist schlecht.

    Zitat Zitat von Raketenauto Beitrag anzeigen
    Und so sieht es auch mit meinem Problem aus ob ich eine Warmwasser-Solaranlage einbaue oder nicht. 3 von 4 Heizungsbauer sagten mir, dass diese Geld gar nicht oder nur unmäßig schwer wieder hineingeholt werden kann, also auf der Grundlage von einem 4 Personenhaushalt. Mir wurde gesagt, ich könnte ca. 200 - 300 € an Kosten sparen im Jahr, wenn ich das nun gegen die Kosten rechne, lohnt sich dies einfach nicht. Ja für das Ökologische Gewissen schon, aber nicht für den Geldbeutel. Da sage ich auch ganz einfach, vielen Menschen ist die Energiewende sch.. egal, wenn es ihnen extrem stark an den Geldbeutel geht.
    Dann solltest Du in ein Land auswandern in dem es keine Bauvorschriften gibt.
    Anstatt der Solaranlage kannst Du die Hülle verbessern, was meist kostengünstiger möglich ist. Du könntest auch eine Befreiung beantragen, die musst Du nur richtig begründen können. Letztendlich ist es halt so, dass es für ein Gebäude in Deutschland Spielregeln gibt, an die sich jeder halten muss. Ob diese Spielregeln sinnvoll sind, das steht auf einem anderen Blatt.
    Mit Deinem Argument könnte man alle Bauvorschriften verweigern. Wozu eine Menge Stahl und Beton? Eine Decke mit der Hälfte an Stahl und nur 10cm dick hält doch auch....zumindest für ein Weilchen.

    Zitat Zitat von Raketenauto Beitrag anzeigen
    Ich finde halt dass die ganzen Berechnungen ob EnEv, EEWärmeg oder der Heizlastberechnung nur reine Theorie ist, mehr nicht.
    Natürlich sind Berechnungen theoretischer Natur, was denn sonst. Fakt ist aber, dass diese ihre Berechtigung haben. Dazu muss man nur mal ein paar Jahrzehnte zurück schauen, als noch ohne diese "Theorie" gebaut wurde. Häuser deren Unterhalt sich heute kaum noch jemand leisten kann.

    Wenn ich mir ein Haus nach aktuellem Standard nicht leisten kann, dann muss ich es eben sein lassen, und nicht die Bauvorschriften dafür verantwortlich machen. Ich kann ja auch ein Haus aus den 50er Jahren kaufen, die gibt es billig am Markt, und ich kann mich zukünftig an immer steigenden Energiepreisen erfreuen.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7

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    @ Raketenauto:

    das Lahr Projekt ist hier bestens bekannt. Was dieses Projekt mMn zeigt: WP müssen besser geplant und vor allem besser ausgeführt werden als z.B. GBWT. Bei Gas ist die Toleranz ggü Fehler deutlich höher und die Auswirkungen bzgl. Verbrauch/Kosten ist nicht so gravierend. WP an sich aber deshalb abzulehnen ist ebenso falsch. Gut geplant und zum Wärmebedarf/Nutzerverhalten passend, kann eine LWP oder im Extremfall gar ein Heizstab die richtige = effizienteste/günstigste Lösung sein.
    Das ist einer der Hauptgründe, warum ich pro Gas bin, wenn die Anschlußkosten im Rahmen sind. Günstige Lösung mit höchster Fehlertoleranz bei quasi Null Nutzerabhängigkeit (Betreuung durch Nutzer). (Dazu noch zukunftsträchtig wenn, was ich glaube, die Methanisierung wirtschaftlich durchführbar wird)

    Bzgl. ST: wenn, und das glaube ich nicht einmal, Du Dir wirklich 200-300€/a bei den aktuellen Energiekosten sparen könntest, würde sich die ST innerhalb von 10-15a amortisieren. Das wäre herausragend. Rechne mal, wann sich z.B. 4000€ Mehrkosten für einen besseren Ziegel amortisieren. Da sind wir ganz schnell in Bereichen von 30 Jahren; alles immer mit geschätzen Energiekostensteigerungen.

    Zum Thema Sinnhaftigkeit einer Heizlastberechnung: klar kann man auch ohne und bei Gas wirds bestimmt auch irgendwie warm werden, auch wenn die Therme nicht möglichst nah auf die Heizlast ausgelegt ist. Bei WP können aber hohe (mehrere k€) unnötige Kosten durch Überdimensionierung entstehen.
    Bei Gas sind die Folgen einer Überdimensionierung im Invest quasi egal, aber im Betrieb werden etliche Bauteile durch die erhöhten Taktraten früher Ihren Dienst quittieren = früherer Tausch.
    Du kannst auch auf die Berechung der FBH verzichten und Dir die Schlangen überall in 20cm Abständen reinlegen lassen; wird auch i-wie warm werden und 500€ sparen. Obs sinnvoll ist? Kannst Dir selbst beantworten...

    Zur ENEV allg: Ich bin auch der Meinung, dass auf die Lebensdauer der Bauteile und die erwarteten Energiekostensteigerungen gesehen, die Gesamtkosten (Invest & laufende Kosten) am niedrigsten sind, wenn man möglichst nah an den ENEV Anforderungen baut.

    Aber dann bitte nicht in 20 Jahren jammern, dass Du im Jahr 500€ mehr fürs Heizen und WW zahlst als der Nachbar, weil die Energie ja so teuer geworden ist. Das ist wie aktuell die Leute, die in den 90er mit Ölheizung gebaut haben und sich jetzt über die hohen Kosten beschweren. Unterm Strich, sind sie aber trotzdem günstiger gefahren, als wenn sie sich auf Gas eingelassen hätten und Ihre Heizung ist am Ende des Lebenszyklus.
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  9. #8

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    Lieber Herr Raketenauto.

    ich empfehle Ihnen, einfach ein etwas kleineres Haus zu bauen. Dann sparen Sie auch was ein.

    Die Frage über Sinn und Unsinn ist müßig und auch unsinnig. Fakt ist: Sie müssen sich an die EnEV halten. Egal, ob es wirtschaftlich ist oder nicht. Sie dürfen mit Ihrem Raketenauto ohne Umweltplakette auch nicht in eine Umweltzone fahren. Egal ob diese sinnvoll sind oder nicht.
    Wenn Sie erwischt werden, dann müssen Sie auch die Konsequenzen tragen. Vorsorglich weise ich darauf hin: die können richtig weh tun! ich habe in einem ganz anders gelagerten Fall mal erlebt, dass ein Bezirks-Kaminkehrermeister die Außerbetriebnahme einer Heizungsanlage erwirkt hat.
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  10. #9

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    Der TE ist anscheinend der Meinung, dass man ohne EnEV & Co. billiger bauen könnte, aber ist das wirklich so? Kann ich es mir überhaupt leisten billig zu bauen?

    Ich habe das Beispiel schon oft herausgekramt. Als meine Eltern gebaut haben, so um 1973/74 war Fassadedämmung was für Öko-Spinner. Man hat bestenfalls die Außenwände an der Innenseite mit GK Platten versehen, unter denen 20mm oder 30mm EPS war. Das war quasi "Standard". Viele haben auch nur die GK Platten an die Wand geklebt. Der Nachbar meiner Eltern war damals so ein "Spinner", hat er doch tatsächlich noch zusätzlich 40 oder 60mm EPS auf die Fassade geklebt, und dafür auch noch Geld ausgegeben.
    Tja, und während die "Standard"häuser einen U-Wert um 1W/m2K hatten, hatte er schon irgendwas um 0,4W/m2K.

    Ergebnis, der Ölpreis ging durch die Decke, von 10Pfg/Liter war schon lange keine Rede mehr, und der Mehraufwand hat sich für ihn in kürzester Zeit bezahlt gemacht. Die ach so schlauen Häuslebauer verheizen nun seit über 30 Jahren so locker 5.000 Liter Heizöl jährlich, und jammern wie sie das bezahlen sollen. Modernisierung? Keine Chance, denn man musste ja die Hütte abbezahlen. Und ist die Hütte erst abbezahlt, dann steht man kurz vor der Rente und das Geld ist auch knapp. Zudem muss man ja sowieso am Haus ständig was reparieren.

    Da fragt man sich doch, welches Haus letztendlich billiger war, vom Wiederverkaufswert mal ganz zu schweigen.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Der TE ist anscheinend der Meinung, dass man ohne EnEV & Co. billiger bauen könnte, aber ist das wirklich so? Kann ich es mir überhaupt leisten billig zu bauen?Gruß
    Ralf
    Ich würde auch mal gerne diese "billigen" Häuser sehen. Ich habe es oft genug erlebt, dass das, was man nicht sieht billig und einfach sein muss, alles andere darf aber nur vom Feinsten sein. Die Nachbarn sollen schließlich nicht denken man müsse sparen... Gerade bei den Leuten, die die 22er Sparren durch 18er ersetzen weil diese ja sicher auch halten und alles andere viel zu teuer ist, liegt dann der beste Granit im ganzen Haus. Zumindest ist das meine Erfahrung... Hier gibt es einige Neubaugebiete und gerade in den 90ern / 2000er Baugebieten wo sehr viel selbst gemacht wurde, finde ich, kann man das sehr stark beobachten. Auch wenn diese Häuser verkauft werden wird immer die super Ausstattung beworben. Super Ausstattung gibt es aber nur fürs Auge...

    Wie Ralf schon sagt, eigentlich kann man es sich nicht leisten, ein Haus mit hohem Verbrauch zu bauen. Ich bin allerdings kein Freund der Technik da diese immer ausfallen oder kaputt gehen kann. Darum haben wir uns für Dämmung entschieden denn Energie die ich nicht brauche, muss ich auch nicht bezahlen und es nicht nicht so schlimm wenn sie teuer ist. Und zum Thema, dass die Leute alles besser wissen und eigentlich gar keine Regeln und Vorgaben nötig sind: Unsere Firstpfette ist 20 cm breit und 36 cm hoch. Viele die sie sehen sagen, "die hättet ihr ruhig kleiner nehmen können". Da habe ich gelernt, dass alle nur drauf los plappern ohne Sinn und Verstand. Der Statiker hat das so berechnet und mit welcher Begründung kann ein dahergelaufener Nachbar behaupten, das ginge auch kleiner?! Das sind dann wieder die Leute, die alles besser wissen und auf EneV und Co. verzichten weil das es alles Blödsinn ist.
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  12. #11

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    Jepp. Das Schlimmste sind die vielen "Experten" die auf der Baustelle auftauchen, Nachbarn, Verwandte, Freunde, alle wissen es besser. Halten die aber auch den Kopf hin wenn´s in die Hose geht?

    Gruß
    Ralf
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Jessi75 Beitrag anzeigen
    Ich würde auch mal gerne diese "billigen" Häuser sehen. Ich habe es oft genug erlebt, dass das, was man nicht sieht billig und einfach sein muss, alles andere darf aber nur vom Feinsten sein. Die Nachbarn sollen schließlich nicht denken man müsse sparen... .... Super Ausstattung gibt es aber nur fürs Auge...
    oh ja, die kenne ich auch:

    07er Ziegel statt 09er? Nö, 3000€ geb ich dafür niemals aus. KWL mit WRG? Nö, Fenster aufmachen hab ich auch in der Wohnung gemacht (wobei ich das mit der KWL noch nachvollziehen kann, wirtschaftlich rechnet die sich wirklich nicht),
    Dachdämmung: könn ma die nicht in WLG 40 statt 35 machen? Spart doch auch 200€.
    Fenster Uw 0,9? is doch wurscht, die Fenster von xyz haben den schöneren Griff und sind dazu noch billiger. Uw 1.3? Egal..
    usw usw usw..

    dafür aber: geschliffener und eingelassener Sicht-Estrich als Bodenbelag für nen "puh" Aufpreis, graue Aluschale für 3k€ vor die Kunststofffenster nur weg. der Optik, Badausstattung nur Oberklassemarken, Küche nur vom Feinsten usw...

    schön ausschauen tuts ja, aber ich wunder mich halt, dass man beim Hausbau die Prioritäten so weit auf eine (die optische) Seite schieben und die andere (technische) einem so vollkommen wurscht sein kann.

    Allerdings glaube ich, dass gerade in Stadt- & Stadtnahen Neubauten das eher der Regelfall als die Ausnahme ist. Optik ist hier ganz klar wichtiger. Nach dem Motto: Ziegel ist Ziegel und Fenster ist Fenster, was soll da schon anders sein. Der eine hält das Haus, durchs andere schaut man durch...
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Zellstoff Beitrag anzeigen
    (wobei ich das mit der KWL noch nachvollziehen kann, wirtschaftlich rechnet die sich wirklich nicht),
    So gesehen rechnet sich das ganze Haus doch in der Regel nicht. Es ist ein schönes Stück Luxus...

    Bin aber voll bei dir. Wir haben uns ganz auf die "inneren Werte" konzentriert (Dämmung, Fenster, Heizung, Lüftung etc) - Bodenbeläge usw habe ich in 5 Jahren auch mal fix gewechselt...
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    schön ausschauen tuts ja, aber ich wunder mich halt, dass man beim Hausbau die Prioritäten so weit auf eine (die optische) Seite schieben und die andere (technische) einem so vollkommen wurscht sein kann.
    Dieses Spannungsfeld ist absolut der Normalfall.
    Tendenz ist um so ausgeprägter je xx chromosomiger der Entscheider.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  17. #15

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    Ich hatte mich in unserer Findungsphase auch mit den Verkäufern der Hausanbieter darüber unterhalten - alle meinten das die Meisten eher 10 m² größer bauen als bessere Fenster/Dämmung/Heizung etc. zu machen. Minimal-EnEV ist vielen gut genug.

    Ich kann es nicht verstehen... aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich und jeder macht beim bauen die eigenen Kompromisse...
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